Worum gehts bei diesem “Und alle so: Yeaahh”?
Autor des Artikels: Matias RoskosIch wurde seit gestern zig mal gefragt: "Sag mal, Matias. Worum gehts denn bei diesem Yeahh-Dings?". Ist doch ganz einfach. Web 2.0 pur.
Schritt 1: Man nehme ein Bild und lade es bei Flickr hoch.
Schritt 2: Ein namhafter Blogger wird drauf aufmerksam, lacht sich scheckig und lädt es in seinem Blog hoch (Danke, Mr. Nerdcore für den Fun!), damit auch andere was zu lachen haben.
Ein anderer namhafter Blogger (Johnny Häusler) greift das auf, weil auch er sich kaputt lacht. Bis hierhin ist es noch "unspektakulär". Aber die Welle ist bereits am Rollen, ohne das jemand dies ahnt oder geplant hätte. Viralität setzt ein.
Schritt 3: Johnny Häusler greift das Thema erneut auf und so langsam bekommt das Ganze eine Eigendynamik.
Abends dachte ich dann erstmal darüber nach, wie man diesen Witz am besten erklärt.
...
Und dann dachte ich: Alles Quark. Um diesen Witz zu erklären, braucht es mehr als eine Person! Es braucht die kollektiven Kräfte vieler, die kollaborative Erläuterung, die Witzerklärung 2.0, das gemeinsame Sezieren der Grandiosität, es braucht:Die Kommentare.
Und so bitte ich alle Leserinnen und Leser: Lasst uns mit gemeinsamen Kräften erklären, was genau so witzig ist an obigem Bild!
Er regt also die Diskussion an. Feinstes Web 2.0! Ein Dialog setzt ein.
Schritt 4: In den Kommentaren sagt ein Edgar:
Gerne wäre ich morgen in Hamburg!
Wer geht hin? Ein “Yeaahh”-Flashmob?
Buuuuummm. Die Idee des Flashmobs für bei Angela Merkel entsteht.
Schritt 5: Johnny Häusler sagt: "Lasst uns doch einen Song dazu machen." Und so entsteht neben einem T-Shirt nun auch ein Song, den man sich auf Spreeblick downloaden kann.
Schritt 6: Das ganze Thema macht gewaltig die Runde auf Twitter.
Schritt 7: Der Flashmob! Es kommt tatsächlich zu einem Flashmob in Hamburg auf der Wahlkampfveranstaltung der CDU, auf der Angela Merkel auftritt. Hunderte Menschen sind dort und rufen nach jedem Satz von Frau Merkel laut und deutlich "Yeaahh!". (siehe Video) Ob Frau Merkel vorgewarnt war? Findet bei den Parteien ein Social Media Monitoring statt? Vermutlich nicht.
(Bei einem Flashmob treffen sich Menschen für einen kurzen Zeitraum an einem im Netz vorher koordinierten Platz und machen irgendwas Verrücktes.)
[Nachtrag vom vom 24. September 2009]
Schritt 8: Und weil gerade Wahlkampfzeit ist, schafft man es damit dann sogar in die Tagesthemen! Glückwunsch René (Nerdcore)!
Und alle so yeaahh!
Und nun die Frage: Und was soll das? Vor allem: Spaß! Es ist Fun. Die Leute, die mitmachen, haben was zu lachen. Man kann sich sicherlich darüber streiten, ob es einen politischen Hintergrund hat. Ein Stück weit sicherlich. Und wäre der Wahlkampf nicht so albern und flach, hätten solche Aktionen vielleicht auch gar keine Chance. Es ist eine Reaktion auf das, was die Parteien bieten: nichts.
Man kann wunderbar sehen, wie das moderne Internet, das sogenannte Web 2.0 funktioniert und welche Kraft es entfalten kann. Es braucht eine witzige Idee, ein paar sogenannte Leaduser und ein Thema das gerade perfekt passt. Und dann entsteht eine solche Welle. Ungeplant, ungewollt. Die Instrumente des Web 2.0 werden dabei perfekt genutzt: Bild hochladen und Flickr nutzen, Blogs, Kommentare in den Blogs und Dialog, Twitter zum weiter transportieren der Nachricht und zur Koordination eines Flashmobs, gemeinsam Song produzieren, Aktion filmen und auf Youtube hochladen. Gibt es schon eine Facebook-Fanseite? Kommt vermutlich noch. Mit schönen Grüßen an alle Parteien aus der Welt des Web 2.0, die von diesen noch immer nicht wirklich verstanden wird...
hat dir dieser Artikel gefallen?
Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos
Die meistgelesenen Artikel
° Crowdsourcing – Mehrwerte, Chancen, Definition
° Die 7 wichtigsten Aufgaben eines Community Manager – führende Experten geben Auskunft
° Was Facebook alles nicht über mich weiß
° 66 amazing Social Media Infographics
° Hyperlokal - als Trend für 2011
° German Brands on Facebook - Launch der Beta-Version mit aktuellen Tages-Charts und Fanwachstum
° Cajong is nothing – 1.500 Facebook-Fans in 5 Tagen
° Social Media dient der Mitarbeiter-Motivation
° 10 Bausteine für eine erfolgreiche Facebook-Fanpage – 1.000 Facebook-Fans in 6 Wochen
° Berechnung des RoI einer Facebook-Seite
° Eine Volksbank mit umfassendem Social Media Konzept: die Volksbank Bühl
° Der Qype-Schock – Wenn Crowdsourcing nicht funktioniert
° Umfassende Social Media Marketing Strategie: DEWmocracy
° Crowdsourcing und Qualität – Doritos Superbowl-Spot auf dem 2. Platz
° Für 1.800 € monatlich wird Fan-Vieh angekarrt
° Olympiasieger auf Facebook – Social Media Marketing notwendig für Markenaufbau
Disclaimer
Crowdsourcing
An Crowdsourcing-Mechanismen Interessierte, bitte hier nach "Crowdsourcing" suchen oder meine Artikel-Serie auf "Create or die" konsumieren.
Meine Crowdsourcing-Definition finden Sie hier: "Crowdsourcing – Mehrwerte, Chancen, Definition".
Werbung
Produkthinweise
Werbung mit Teliad
Themengebiete
Social Media Marketing
° Was ist Social Media? Was ist das Social Web?
° Social Media im Bereich B2B – Wozu ist das gut?
° Crazy und erfolgreich als Mittelständler – Dank Youtube
° Ein paar Worte zum Nutzen von Social Media
Crowdsourcing
° 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte
° 12 Dinge, die man beim Crowdsourcing unbedingt beachten sollte
° Crowdsourcing als Marketingbaustein am Beispiel der Mountain Dew Kampagne
Facebook
° Was tun, wenn die eigene Facebook-Seite leer bleibt? 10 Tipps
° In Sachen Facebook: Wir sind Schuld
° Verbessertes Lesen auf Facebook durch Nutzung der Listen
° Facebook-Tutorial: Wie Sie auf Facebook jemanden wieder los werden...
° Facebooks “Gefällt mir” funktioniert
° Social Media ist nicht nur Facebook
° Vorsicht auf Facebook – Likejacking gefällt uns ganz und gar nicht
Community Management
° Die 7 wichtigsten Aufgaben eines Community Manager – führende Experten geben Auskunft
° Ein guter Communitymanager ist…
° Die Rollen in einer Community
Twitter
° Das Twitter-Meme des Jahres – der Initiator der #einbuchstabendanebentiere im Interview
° Twitter: immer schön entfolgen – Ich könnt ko***
° Twitter als Kommunikationskanal - das Bundespresseamt hat's verstanden - Journalisten nicht
° Twitter flattert in eine gute Richtung
Social Media Reporter
° 500.000 Impressions auf Facebook zwischen den Feiertagen – Social Media works
° Brauche Hilfe! Ich als Social Media Reporter zu Gap2011. Sponsoren gesucht.
Spaß im Social Web
° Witzige Idee: die Mini-Giraffe
° Die 10 besten Loriot-Sketche
° Jürgen Klopp auf Youtube im Interview - ein bisschen Spaß muss sein
° Ist das Social Media? Die Deutsche Bahn auf Facebook. Ein Interview mit den Machern
° Ein optimales lokales Angebot für die Leser schaffen - Interview mit dem Gründer von Lokalnews.de
° Interview mit Kultkarren - das Optimum für Facebook-Seiten ist Reaktion und Dialog in Echtzeit
° Relevante Verschiebung von TV-Budgets hin zu Social-Media - Benno Müller von SchülerVZ im Interview
° Ein Facebook-Star im Interview - Heidi, das schielende Opossum steht Rede und Antwort
° Spieltz ist Mass Customization für Brettspiele - Karin Janner im Interview
° Interview mit den Machern von "Du bist Oberstaufen" - Teil 1: Bernhard Lingg / silberstern.tv
° Viele einzelne finanzieren gemeinsam ein Projekt. Neues Crowdfunding-Portal Pling.de im Interview
Local Bases Services / Hyperlokal
° Plakatwerbung interaktiv mit Foursquare - Was für eine geniale Idee
° Hyperlokal - der Trend für 2011
° Foursquare rückt in den Fokus
° Der Qype-Schock: Ein Jahr danach / Ich liebe Qype Radar
Etwas über mich
° Lassen sie sich nicht verarschen! I don’t like Marketing-Geschwafel.
Ich im Social Web
Sie finden mich unter anderem auch hier:
Xing
Facebook
Twitter
Flickr
Youtube
VisualBlog
und als Redner auf zahlreichen Konferenzen.
Die aktuellen Facebook-Charts
Mein Buch für den Mittelstand
Mein Reiseblog
Viel Spaß auch auf meinem Reiseblog "Burgen, Berge, blauer Himmel". Dieses werde ich Schritt für Schritt ausbauen und soweit es die Zeit zulässt als Social Media Reporter agieren. An Orten, die ich schön, sympathisch, spannend finde. Ich freue mich über jeden neuen Leser dort.



September 19th, 2009
Fax das mal an SpOn. Dann kapieren die es auch.
September 19th, 2009
Hi Cem,
da gibts so einige, die das auch in zwei Jahren noch nicht kapiert haben werden.
Traurig ist’s.
September 19th, 2009
Sehr gute Zusammenfassung, danke! Als ich das gesehen habe dachte ich mir, ja, man kann online so viel bewegen, dass die Yeaahh!-Rufe auch offline zu hören sind.
September 19th, 2009
vielleicht ein ganz kleines bisschen »off-topic« mein kommentar, weil ich nur den letzten satz des eintrages kommentieren möchte.
ich frage mich: was wollen die parteien mit web2.0? nur weil ein hubertus heil twittert, wird dieser politiker für mich nicht interessanter. da kann er sich noch so sehr die seele aus dem leib web-zwei-nullen. ganz old-school gilt für mich nach wie vor: »product ist king«. obama rockte im web, weils eben der obama war. und das web 2.0 passt auf sein profil, weil er an den menschen interessiert ist (ein idealist eben) und präsident werden wollte. unsere volksparteien-politiker wollen doch überhaupt kein web-zwo-null und sich möglicherweise den lässtigen fragen/anregungen/hinweisen/beschwerden aussetzten. aber um im flow zu bleiben darfs ja mal ein videocast sein…
klar, die cdu hätte mit ihren jungen-union-anhängern einen flashmob bei der SED, ähm den linken, einen solchen organisieren können. hätte bestimmt einige erst-wähler imponiert. aber wie Cem bereits vor mir kommentiert hat, da fehlt es an substanz.
vielleicht ist das ja auch gut so! denn so bleibt der flashmob, bzw. die web 2.0-tools, als werkzeug für die »rache des souverän« für das volk erhalten.
#yeeeah
September 19th, 2009
@Tobias: Ich stimme dir da durchaus zu. Web 2.0 funktioniert nur, wenn es authentisch ist. Wenn man es ernst meint.
Gerade darum sind die Versuche vieler Politiker ja so traurig. Weil man sofort spürt, dass sie es nur als Tool sehen und komplett unglaubwürdig dabei sind.
Aber ich halte zum Beispiel Monitoring für super wichtig für jede Marke im Web. und das ist nunmal auch jede Partei und jeder (namhafte) Politiker.
Und ich denke, mal sollte als Politiker der Zukunft das Web wenigstens VERSTEHEN! Begreifen, was dort passiert. Aber selbst das ist ja meist noch nicht einmal der Fall.
September 19th, 2009
richtig @Matias – aber womit sollen die herrschaften anfangen? die verstehen/wollen/können ja noch nicht mal ihre eigenen, die elementare aufgaben erfüllen.
und dann kommen wir junge leute auch noch mit solchen dingen wie monitoring, web 2.0 und internet ;)))
aber wie heisst es so schön: »die hoffnung stirbt zuletzt!« – und jetzt faxen wir los!
September 22nd, 2009
Wieso ausgerechnet Angela Merkel? Soll es auch FLashmobs bei Guido oder Frank-Walter geben? Wäre doch lustig.