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14Sep/09Off

Mein positiver Rückblick auf das Castlecamp in Kaprun

Autor des Artikels: Matias Roskos

Am vergangenen Wochenende (12./13.9.2009) hatte ich die weite Reise von Berlin nach Kaprun (Österreich) zum dortigen Castlecamp angetreten. Dieses Barcamp widmete sich nun schon zum zweiten Mal dem aus meiner Sicht überaus spannenden Segment Tourismus. Und um es gleich vorweg zu nehmen: es war ein tolles Wochenende, dass ich in extrem positiver Erinnerung behalten werde.

Schuld an diesem positiven Gesamteindruck sind viele einzelne Elemente. Zum einen ist das die Region Zell am See / Kaprun, die mir ausgesprochen gut gefallen hat. Ich bin mir sicher: ich werde zum Skifahren wiederkommen mit meiner Familie. Extrem lecker gegessen habe ich am Samstag-Abend mit 50 anderen Barcampern im Dorfstadl und dann am Sonntag in der urigen Jause Guggenbichl, von der man einen traumhaften Blick auf die Berge und auf Kaprun hat. Den selbstgemachten Jagertee beim Guggenbichl kann ich nur wärmstens empfehlen. War mir natürlich auch einen positiven Eintrag auf Qype wert.

guggenbichl Kaprun

Genial fand ich auch die Location für dieses Barcamp: die Burg Kaprun. Herrlich, wie man diese mittelalterliche Trutzburg wieder instand gesetzt hat und wie sie nun für Konferenzen, Hochzeiten und andere Festlichkeiten genutzt wird. Das hat Charme, das schafft eine wunderbare Atmosphäre.

Die Organisation unter Leitung von Rainer Edlinger war erstklassig. Das Wlan funktionierte so gut wie noch auf keinem Barcamp, das ich vorher besucht hatte. Das Essen an beiden Tagen war reichhaltig und extrem lecker. Es war jederzeit Kaffee, Tee und etliche andere Getränke sowie Obst vorrätig. Besser kann man das nicht machen. Ein dickes Kompliment an die Leute, die fürs Catering verantwortlich waren.

Der große Saal war ein idealer Vortragssaal. Was mir dort ein bisschen fehlte, war eine intimere Atmosphäre um besser in Diskussionen zu kommen. Muss aber auch nicht sein. Für Präsentationen war er ideal. Dafür waren der zweite Session-Raum und natürlich auch der Außenbereich und der Essens-Saal ideal geeignet. Dort fanden viele gute Gespräche statt.

Den zweiten Raum fand ich nicht nur sympathisch, weil meine Session am Sonntag dort stattfand und er dabei bewies, wie gut er zum Diskutieren geeignet ist. Es war gemütlich dort unten. Wie überhaupt die Atmosphäre durchaus „kuschelig“ war. Und das meine ich absolut positiv. 80-100 Leute am Samstag, am Sonntag auch nochmal so 60-80. Das schuf eine angenehme Atmosphäre in der man jederzeit mit jedem schwätzen und Kontakte knüpfen konnte. Ideal für ein Barcamp. Leider hätten es ruhig noch ein paar mehr Tourismusanbieter aus der Region sein können vor Ort.

Diese sehr angenehme und konstruktive Atmosphäre wurde durch die Organisatoren, allen voran Rainer Edlinger, oder auch Achim und Monika Meurer, durch ihre angehm offene und sympathische Art noch verstärkt. Es hat einfach Spaß gemacht mit dabei zu sein.

Wie bereits angedeutet, meine Session unter dem Motto „Crowdsourcing als Marketingbaustein“ stieß auf viele offene Ohren. Womit ich nicht unbedingt gerechnet hatte. Zur gleichen Zeit lief im Hauptsaal die Session „Wie erreicht man den Gast mit Web2.0 direkt vor Ort“, die für viele Touristiker sicherlich thematisch super interessant war. Ich habe mich darum umso mehr gefreut, dass der Raum mit fast 30 Leute wunderbar gefüllt war. Und was ich noch viel angenehmer fand, war die Diskussion, die nach meiner Präsentation entstand. So soll ein Barcamp sein. Und es zeigte mir, das ich niemanden gelangweilt, aber auch niemanden überfordert hatte. Die Fragen waren neugierig und zeigten das Interesse noch mehr zu diesem spannenden Baustein des Web 2.0 zu erfahren. Danke für dieses hohe Interesse! Das hat auch mir riesig Spaß gemacht und zeigt, dass die Strategie von VOdA in die richtige Richtung weisen und dass ich mit meiner Meinung, dass Crowdsourcing als Marketingbaustein im Bereich Tourismus spannend werden wird, genau richtig liege.

Bestandteil meiner Präsentation waren vor allem die Konzepte und Cases, die ich zuletzt ja schon sehr ausführlich und intensiv in meinen Artikeln hier im Blog vorgestellt hatte. Für mich ist Crowdsourcing einer der spannendsten Bausteine für den Bereich Viralmarketing in der Zukunft. Und gerade im Bereich Tourismus bietet er sich perfekt an. Aufgrund unserer nun schon mehr als dreijährigen Erfahrung kennen wir die Mechanismen für erfolgreiches Crowdsourcing sehr gut und stehen Kunden als professioneller Dienstleister zur Verfügung. Egal ob der Kunde eine einzelne Destination ist, ein Reiseanbieter, ein Tourismusportal oder eine Werbeagentur, die eine komplexe Marketingstrategie betreut, ist.

Auf großes Interesse stieß in meiner Präsentation auch die Social Media Strategie für CROW'n'CROW, die wir seit nunmehr einem Jahr umsetzen. Hier diente Crowdsourcing als Startbaustein für den Weg hinein ins Web 2.0. Dieser Case ist interessant für viele andere Unternehmen, die die richtigen und spannenden Wege hinein ins neue Web suchen. Die Aggregation von Bildern und Videos, der spielerische Umgang mit der Community, die Verknüpfung von Online- und Offline-Welt durch das Bag-Race und die Taschenbotschafter, die Präsenz auf Facebook, StudiVZ und MySpace sowie die Betreuung eines thematisch spannend geführten Corporate Blogs – all das kam bei den Zuhörern extrem gut an. Wir und vor allem auch können stolz sein auf den konsequenten Weg, den wir da gemeinsam beschreiten.

Zurück zum Castlecamp an sich. Ich war (positiv) überrascht, wie stark Facebook als wichtigstes Social Network weltweit und auch für den deutschsprachigen Raum bereits ins Bewusstsein aller vor Ort gedrungen ist. Viel wurde über die Möglichkeiten des Agierens auf Facebook geredet und etliche interessante Beispiele in Vorträgen gezeigt. Auch die Möglichkeiten von Twitter spielten immer wieder eine große Rolle. Aber niemand konnte so richtig die Pespektiven aufzeigen, die Twitter bieten könnte. Facebook scheint für die Tourismusbranche da deutlich spannender zu sein. Klar wurde auch, wie wichtig es ist, dass alle Player im Bereich Tourismus in der Zukunft deutlich stärker die bestehenden Schnittstellen des Web 2.0 vor allem auch mit relevantem Content beliefern müssen und den Kontakt zu den bereits im Netz agierenden Nutzern herstellen sollten. Sie müssen dorthin, wo die Menschen sind. In die relevanten Social Networks, auf die starken Contentplattformen wie Youtube, Vimeo, Flickr, Facebook, MySpace oder auch die Bewertungsportale wie Qype, Tripadvisor, Holidaycheck, TripsByTips und so weiter. Hier ist noch viel Nachholbedarf, wie ja auch mein Artikel „Der Qype-Schock“ deutlich machte. Noch sind die Touristiker deutlich zu passiv. Professionelle Beratung und Unterstützung ist hier in der zukunft extrem wichtig.

Insgesamt war dies ein tolles Camp. Ich werde versuchen im nächsten Jahr wieder mit von der Partie zu sein. Und auch den Termin für das Tourismuscamp in Eichstätt habe ich mir schon eingetragen.

Danke auch nochmal für die Wodka-Verkostung am Samstag! Ich mag Wodka sehr. Und großartig fand ich auch die Bodeninstallation und die touchable Displays von GOMO. Kaum einer konnten der Wassersimulation widerstehen und spielte mit den Fischen (siehe Foto). Auch ich.

gomo

Es waren die vielen Kleinigkeiten, die das Castlecamp zu einer runden Veranstaltung machten. Danke für dieses tolle Wochenende in Kaprun und für die vielen spannenden Kontakte, aus denen womöglich auch das ein oder andere interessante Projekt in der Zukunft entsteht. Ich würde mich freuen.

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