Crowdsourcing-Projekt Sellaband ändert so einiges
Eines meiner absoluten Lieblingsprojekte im Bereich Crowdsourcing ist Sellaband (siehe meine Artikel hier und hier.). Ich habe dort schon in einige Bands investiert und schaue immer mal wieder gern vorbei. Ein ungemein sympathisches, ein wahnsinnig sinnvolles Projekt. Die Community kann in Bands investieren und entscheidet so, welche Musik den Weg auf den Markt findet. Durch Direktinvestments. Bisher mussten dabei 50.000 Dollar zusammenkommen, bevor eine Band ins Tonstudio gehen konnte.
Nun gibt es Neuigkeiten aus dem Hause Sellaband:
We believe it is time to change our concept to give more freedom and flexibility. Artists will now be in control and may choose from two deals: Standard and Custom.
With the ‘Standard’ program Artists have the freedom to choose:
* Target budget: Starting at $10,000 up to $100,000
* Incentives for the Believers: The minimum incentive is a download
* Percentage of revenues shared between the Artist and the BelieversArtists will always own the master recordings and keep 100% of publishing rights.
If Artists go ‘Custom’, they can adapt it all: Budgets, part prices, incentives, currencies, even use the funds for touring or promotion… You name it! Initially, Custom is by invitation only. However, Artists can always send their plans to info@sellaband.com where we will review the request.
Artists now have full flexibility and own all their rights. In return we ask a 10% success fee when the target budget is reached. Our service will remain, as before: Free of charge.
Alles im Sinne der Musiker also. Man lernt mit seiner Community und ist in der Lage ein Web 2.0 Projekt anzupassen an die Zeichen der Zeit. Das ist gut und richtig. Die Sellaband-Crew hat ganz offensichtlich zugehört, was der wichtigste Teil ihrer Community, die Musiker, möchte. Mehr Flexibilität. Verschiedene Stufen der Budgetierung.
Gleichzeitig schafft man ganz neue Perspektiven:
As we open up our platform for other types of Artists, including more established bands, SellaBand will be a more exciting place for music discovery. There will be much more choice on offer, including different incentives, revenue share models and even totally different type of music projects, such as upcoming tours and live-events.
Das hört sich alles verdammt gut an. Aber erst die Zeit wird zeigen, ob dies der richtige Schritt war. Denn mehr Offenheit kann auch zu einem Chaos führen, das den ein oder anderen, der gern investieren möchte, abschreckt. Bei der einen Band passiert schon was, wenn 10.000 Dollar zusammen sind. Bei einer anderen aber erst bei 90.000 Dollar. Man muss hier aufpassen, dass das Grundkonzept für einen ganz normalen Internetnutzer weiter verständlich bleibt. Da spielt die Usability der Seite auch eine ganz entscheidene Rolle. Und genau an diesem Punkt wird ebenfalls angesetzt! Parallel zur Anpassung des Modells von Sellaband, wird es auch einen optischen Relaunch geben.
The main thought of the changes is to focus more on discovery and funding of Artists. With the new site we have cut, bound and simplified functions and improved others.
Gut so Sellaband. Es geht weiter voran mit einem meiner Web 2.0 Lieblingsprojekte und dem ganzen Gebiet Crowdsourcing und Crowdfunding. Ich bin weiterhin gern dabei.
Netflix honoriert Crowdsourcing mit 1 Million Dollar
Langsam und unaufhörlich stößt das Segment Crowdsourcing, zumindest in den USA und den eng damit verbundenen Wirtschaftsräumen, in ganz neue Dimensionen vor. Am Montag honorierte der amerikanische DVD-Verleih-Service Netflix eine über drei Jahre laufende Crowdsourcing-Kampagne mit einem Sieger-Scheck von sagenhaften 1 Million Dollar! (mehr dazu im Blog der New York Times)
Worum ging es dort? Gesucht war eine Vorhersage-Software, die Netflix sagt, welche Filme bei den Leuten am besten ankommen. Um es einmal stark verknappt wieder zu geben. Aufgerufen waren also Entwickler-Teams und Statistik-Forscher, die sich mit Techniken für Vorhersage-Software beschäftigen. Die sogenannten prediction markets, die hierzulande bisher eigenartigerweise kaum zum Einsatz kommen.
Hier ging es also vor allem darum Crowdsourcing als Instrument der Kollaboration zur Erstellung neuer Software einzusetzen. Interessant und großartig finde ich dabei folgende Aussage im New York Times Bericht:
That certainly seemed to be a principal lesson for the winners. The blending of different statistical and machine-learning techniques “only works well if you combine models that approach the problem differently,” said Chris Volinsky, a scientist at AT&T Research and a leader of the Bellkor team. “That’s why collaboration has been so effective, because different people approach problems differently.”
Hier wird eine große Stärke von Crowdsourcing hervor gehoben. Die Zusammenarbeit über Ländergrenzen und Kontinente hinweg. Die Zusammenarbeit von Menschen aus verschiedenen Interessens- und Wissensgebieten. Eine wirkliche Kollaboration, aus der heraus ganz neue Lösungen generiert werden. So liebe ich Crowdsourcing und das Web 2.0. Zu jeder Zeit von jedem Ort der Welt Dinge tun, auf die man Lust hat.
Der nächste Contest ist bei Netflix bereits in Vorbereitung. Man sieht diese Aktion also als großartigen Erfolg und jeden Cent dieser Million bestens investiert.
10 mögliche Crowdsourcing-Einsatzgebiete
Immer wieder werde ich als Crowdsourcing-Experte gefragte: "Ja und wo kann man denn Crowdsourcing einsetzen?" Hier einmal 10 mögliche Einsatzgebiete für Crowdsourcing. Viele der genannten Möglichkeiten sind sicherlich interessant für verschiedene Branchen. Beim Schreiben dieses Artikels ist mir aufgefallen, dass es einige Branchen gibt, für die sich Crowdsourcing ganz besonders anbietet. Darum werde ich noch einen Artikel hinterher schieben, der die Einsatzmöglichkeiten in bestimmten Branchen aufzeigen wird.
Dieser Artikel ist Bestandteil einer Serie von Artikeln, die sich alle mit dem Thema Crowdsourcing beschäftigen. Zu einem besseren Verständnis des Komplexes empfehle ich daher auch die Lektüre der Beiträge "Crowdsourcing als Marketingbaustein am Beispiel der Mountain Dew Kampagne", "12 gelungene Crowdsourcing-Projekte", „Was ist Crowdsourcing? 12 Eckpunkte, die den Rahmen abstecken“, "Crowdsourcing und die Kontroverse um spekulative Arbeit (spec work)".
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Erstellung von Werbematerialien

Zielsetzung: neue kreative Ideen, Talente ausfindig machen, Grafik- und Illustrationsszene erreichen, Start des Marketing bereits in der Planungsphase
Branchen: alle, die Werbung machen / online wie offline
Beispiele:
SPAR Bag-Designcontest
Doritos TV-Ad aus dem Jahr 2008
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Produktentwicklung

Zielsetzungen: wissen was der Kunde da draußen möchte und dadurch kundennähere Produkte, Spezialwissen anzapfen
denkbare Mehrwerte: neue Geschmacksrichtungen und Rezepturen in der Lebensmittelbranche, neue Produktideen, Innovationen
Beispiele:
Tchibo ideas
DEWmocrazy von Mountain Dew
Acecook auf Mixi
Vitaminwater
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Produktdesign

Zielsetzungen: kundennähere Produkte + Produktdesign, Viralmarketing
denkbare Mehrwerte: Marketingbaustein für die Marke, Produkt mit modernem Design (Zeitgeist, Style), Wissen was die Kunden möchten und was sie schick finden (und das bereits VOR der Produktion).
Beispiele:
Fiat500
Threadless
VOdA-Kampagne für CROW'n'CROW
„Feel good style“
diverse Kreativcontests für Snowboards, Ski, Surfboards und dergleichen mehr
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Verpackungsdesign

Zielsetzungen: neue Design-Inspirationen (bevorzugt in Zusammenarbeit mit starken Kreativ-Communitys)
denkbare Mehrwerte: Marketingbaustein + konkrete Designdienstleistungen (Zusammenarbeit mit betreuender Grafikagentur empfohlen), langfristige Zusammenarbeit mit Grafik- und Designtalenten denkbar
Beispiele:
Becks
Vitaminwater
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Wissenssammlung und Einordnung

Zielsetzung: Wissensgenerierung über die Masse von Menschen im Internet und Einordnung von Content durch Verschlagwortung und Kategorisierung sowie Wertungsmechanismen
Mehrwerte: Sammlung von Wissen und Erfahrungen aus den verschiedensten Regionen der Welt von Menschen mit unterschiedlichstem Background (kulturell wie bildungstechnisch)
Stichworte: Rezepte, historisches Wissen, Fremdsprachen, Dialekte, Ergebnisse (Sport, Wahlen, Umfragen usw.), Pflanzenpflege, Gartenarbeit, Do-it-yourself, Tierpflege, Hausmittel usw.
Beispiele:
Wikipedia
Reise-Literatur (bisher nur eine Konzeptidee von mir)
Kochbuch-Projekt „Food52“ von Amanda Hesser und Merrill Stubbs (siehe hierzu auch meinen Blogbeitrag „Crowdsourcing für ein Kochbuch“ wo wunderbar deutlich wird, wie Crowdsourcing im Bereich Wissenssammlung und daraus dann ein Buch möglich ist.)
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Finanzierung von Projekten (Crowdfunding)

Zielsetzung: Kapital für ein konkretes Projekt über eine Community zusammen bekommen und dadurch bereits Filterung der erfolgversprechendsten Projekte
Mehrwerte: Kapital, potentielle Teilnehmer und Fans für das Projekt, Feedback zur Projektidee aus der Community
Beispiele:
Sellaband - Musikbranche (selbst von mir aktiv getestet - ich liebe Sellaband!)
Kickstarter
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Content-Sammlung und Einordnung

Zielsetzungen: „User generated content“ (UGC) und Bewertung sowie Verschlagwortung (erst dadurch wird eine reine Sammlung zu Crowdsourcing)
denkbare Mehrwerte: UGC wie Fotos, Videos, Rezensionen, Tipps
Beispiele:
Qype
TripsByTips
Holidaycheck
Flickr
iStockPhoto
Fotolia
Youtube
Vimeo
Sevenload und viele andere
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Ideengenerierung und Erfahrungsaustausch

Zielsetzungen: kundennähere Produkte und Dienstleistungen, Verbesserung des eigenen Dienstleistungsangebotes, Lösung firmeninterner Problemstellungen
denkbare Mehrwerte: Produktverbesserung, neue Produktideen, Research, Bestandteil von Marktanalysen, Viralmarketing, Leaduser ausfindig machen und binden, konkrete Problemlösungen, Innovationen
Beispiele:
Tchibo ideas
my starbucks idea
Dell ideastorm
WePC.com
Innocentive (u.a. in enger Zusammenarbeit mit Procter & Gamble)
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Bewegtbild

Zielsetzung: Videoclips, Kurzfilme, Animationen erstellen lassen
Mehrwerte: Auslagerung ins Netz und oft kostengünstigere Abwicklung, neue Talente finden und langfristig binden, Marketing bereits von der ersten Sekunde an
Beispiele:
Paulo Coelho's Filmprojekt zu „Die Hexe von Portobello“
Fanta4-Videocontest
Doritos TV-Ad aus dem Jahr 2008
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Logo und Corporate Design?

Ganz bewusst habe ich hier ein Fragezeichen dahinter gesetzt. Aktuell ist es "en vogue" sich sein Logo oder ein neues Webseitendesign von einer Community bauen zu lassen. Natürlich können dabei durchaus spannende Ergebnisse herauskommen.
Interessant ist es auch, wie Kreative eine existierende Marke sehen. Dieser Gesichtspunkt macht aber nur Sinn bei etablierten Marken. Bei einem KMU haben Designer meist kein Bild vom Unternehmen oder der Marke. Daher wird es nur Schubladen-Entwürfe und Schnellschüsse geben, wie auf den zahlreichen Crowdsourcing-Seiten im Billigsektor zu beobachten ist. Für "den Bäcker von nebenan" ist das sicherlich auch vollkommen in Ordnung, so dass ich diesen Plattformen auf keinen Fall die Daseinsberechtigung absprechen möchte. Wenn es für Billig-Logos einen Markt gibt - why not. Oft sind die Dinger aus den CorelDraw-CD-Sammlung noch viel gruseliger.
Als Marke mit einer Zukunfsstrategie halte ich es aber für unabdingbar ein Corporate Design und damit auch das Logo in enger Zusammenarbeit mit einer Kreativagentur erstellen zu lassen. Dies wiederum könnte jedoch auch durch Einbeziehung einer Community geschehen, um die von mir so oft angesprochenen Marketingeffekte zu nutzen. Crowdsourcing als Marketingbaustein.
Beispiele:
Mister Wong Logocontest bei dem so einiges holprig vonstatten ging. Das Logo ist aber noch heute im Einsatz.
Spreadshirt Open Logo Project (siehe hierzu auch das Fazit von Andreas Milles von Spreadshirt, der immer wieder betont, wie sinnvoll der Contest aus Marketingsicht war!)
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Ich hoffe, ich konnte mit dieser Auflistung erneut dem ein oder anderen Interessierten ein paar Denkanstöße geben in Sachen sinnvoller Einsatz von Crowdsourcing. Für Anregungen bin ich jederzeit dankbar. Gern auch in den Kommentaren! Ich freue mich übrigens auch über kurze, knappe "Danke-gelesen-war-interessant Kommentare"! :)
Demnächst mehr zu diesem Komplex hier auf dem Blog oder auch auf der ein oder anderen Konferenz. Und wer selbst über den Einsatz von Crowdsourcing nachdenkt - ich stehe gern zur Verfügung.
Guter Artikel zu PR 2.0 und Recht
Dr. Carsten Ulbricht, mit dem ich selbst auch zusammenarbeite, hat vor ein paar Tagen einen für viele Unternehmen sicherlich extrem interessanten Artikel online gestellt. "PR 2.0 und Recht - Do´s and Dont´s in der modernen Unternehmenskommunikation" widmet sich dem Thema Krisenmanagement und wie man im Web 2.0 agieren sollte als Unternehmen, vor allem auch aus rechtlicher Sicht. Unter anderem auch vor dem Hintergrund der Jako-Krise neulich.
Als Rechtsanwalt, der fast ausschließlich mit entsprechenden Internetprojekten befasst ist, wird man seitens der Unternehmensleitung häufig mit Bedenken und potentiellen Gefahren konfrontiert, die (vermeintlich) lauern, wenn man zum Beispiel über einem eigenen Blog mit einer entsprechenden Kommentierungsfunktion den Rückkanal und damit ein Einfallstor für (unsachliche) Kritik und schädigende Äußerungen öffnet oder sich anderswo dem öffentlichen Diskurs aussetzt. Auch Echtzeit-Werkzeugen wie Twitter wird trotz interessanter Einsatzmöglichkeiten zunächst einmal ein grosse Skepsis entgegengebracht.
Eine Befürchtung, die sich in aller Regel als unnötig erweist, wenn man sich mit den avisierten Werkzeugen wie Corporate Blogs, Twitter & Co entsprechend auseinandersetzt, mit ein wenig Gefühl für die Internetszene herangeht und den wenigen rechtlichen Risiken mit entsprechenden Maßnahmen entgegenwirkt, indem man zum Beispiel für das eigene Corporate Blog den Besuchern einen klaren Rahmen vorgibt.
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Fest steht, dass sich durch Weblogs, Podcasts und die sozialen Netzwerke auch für die Public Relations die Kommunikationsstrukturen und die Art, wie öffentliche Meinung entsteht, ändert. Aus meiner Sicht kann es sich heute kein Unternehmen mehr leisten, sich nicht mit diesen neuen Kommunikationsformen im Internet auseinanderzusetzen.
Da bin ich mal wieder zu 100% einer Meinung mit dir, Carsten.
Das Thema Webmonitoring - also wissen, was wo warum über mich im Web 2.0 geredet wird - ist ein Thema, das in diesem Zusammenhang immer mehr in den Fokus rückt. Das war auch auf dem Castlecamp Kaprun neulich der Fall. Hotels, Unternehmen, Persönlichkeiten haben begriffen, dass über sie geredet wird, ohne dass sie darauf großartig Einfluss haben im ersten Moment. Aber sie wollen mittlerweile wissen, wo das der Fall ist und was man über sie redet. Hierfür gibt es nur ungenügende Tools. Oft ist also für ein gutes Monitoring viel Handarbeit notwendig. Wir tun dies übrigens für unsere Kunden und wissen daher auch, wieviel Zeit in so etwas hineinfließt.
Aber es ist wichtig, vor allem um Krisen vorzubeugen und um zeitnah reagieren zu können. Denn Web 2.0 bedeutet nunmal: Kommunikation, Transparenz, Authenzität und Partizipation.
Wenn es um die Fragen rund ums Recht geht, bitte bei Dr. Carsten Ulbricht weiter lesen.
Richtige Worte über Crowdsourcing von Alex Bogusky (CP & B)
Alex Bogusky ist einer der drei Gründer der namhaften Werbeagentur Crispin Porter + Bogusky. Aufsehen erregen sie nicht nur immer wieder mit herausragenden Arbeiten, sondern zuletzt auch mit einer komplett auf Web 2.0 getrimmten neuen Beta-Seite, die wohl erstmal ein Experiment ist, bevor man die Oldschool-Flashseite komplett abschaltet. Auf diesem neuen Web 2.0 Zuhause zeigt man, wie die Internetpräsenz einer Agentur in Zukunft aussehen könnte. Neben den eigenen Arbeiten, vor allem in Videoform, werden Tweets, Blogposts und News live und ungefiltert aus den Tiefen des Netzes angezeigt. Fremdinhalte! Auf der eigenen Homepage, in diesem Umfang. Das nenn ich mutig. Und konsequent. Und richtig.
Bei Crispin Porter + Bogusky hat man die Zeichen der Zeit erkannt. Dies beweist auch ein langer Blogpost von Alex Bogusky, in dem er viel Gutes und Richtiges zum Thema Crowdsourcing sagt:
Some designers are obviously frightened by the current spectacle that is crowdsourcing, but as an optimist I think it will work out. I see several possible scenarios. The first is that this young micro-economy that is crowdsourcing evolves in the same way the off-line economy evolved. The designers with the most success begin to create tiers and depe nding on which tier the customers engage, the prices and fee structure changes with the level of quality. My guess is this will happen and different communities will develop different rules. Another and more radical change would be if the model followed more of what happened in Hollywood with scriptwriters.
In the 1930s and 40s there were huge buildings at the studios that housed all of the writers and those writers worked on salary to bang out all the movies. They made a salary, but it wasn’t very high and it wasn’t connected to the success of the film. Today most scripts are written on spec and then sold. A powerful writers guild protects the writers interest and insures that they get a piece of the back end. If the movie strikes gold the writer gets rich. A strong guild could transform design as well. Today, an illustrator who designs a cover for Time ma gazine is more or less happy with the fee. But if that cover design helps propel the highest newsstand sales of the year they don’t see any of that. We don’t feel bad about that but maybe we should.
What if the woman who designed the Nike logo had been in a union that insured that instead of a fee of fifty bucks, she received a royalty of a penny a shoe? I’m not great at math but I think that works out to about 20 million dollars in the last ten years alone.
Seems like we tend to be nostalgic about the past and fearful of the future. But each time the future actually arrives and becomes the present we feel like it’s just the way things should be.
Auch ich mache immer wieder die Erfahrung, dass die meisten Kreativagenturen deutliche Angsterscheinungen an den Tag legen wenn es um Web 2.0 und vor allem auch im Crowdsourcing geht. Ein Stück weit kann ich diese Angst verstehen. Aber sie ist geboren aus Sicherheitsdenken und fehlendem Vorstellungsvermögen was die Zukunft kreativer Arbeit angeht. Crowdsourcing wird ein wichtiger Teil der Kreativindustrie weltweit werden. Ich betone: ein Teil! Crowdsourcing wird die Kreativindustrie, wie sie heute existiert, nicht überflüssig machen. Aber: Crowdsourcing wird die Mechanismen, wie Kampagnen entstehen, wie kreative Ideen geboren werden, umkrempeln. Und das ist gut so.
Das Marketing der Zukunft: Crowdsourcing auf Facebook. Endlich. Mit Vitaminwater.
Treue Leser werden sich noch an meine Predigt erinnern: Crowdsourcing und Viralmarketing müssen auf Facebook stattfinden! Weil dort die Menschen sind. (siehe den Artikel "Die künftigen Erlösmodelle für Social Networks – So wird die Zukunft aussehen"). Dazu gab es von mir mehrere Screenshots, wie das aussehen könnte.
Schon Oktober 2008 schrieb ich:
- Es gibt viele Nischenbeispiele mehr, wie man Crowdsourcing perfekt einsetzen kann, um die Menschen im Web 2.0 zu erreichen, mit ihnen in einen Dialog zu treten und dabei gleichzeitig echte Mehrwerte (Dienstleistung, Viralmarketing, SEM) zu generieren.
Und dies könnte in der Zukunft auf den Plattformen der großen Social Networks stattfinden! In Zusammenarbeit mit Agenturen wie VOdA oder aber alleinorganisiert durch Facebook, Myspace & Co.
Crowdsourcing ist ein weiteres spannendes Erlösmodell der Zukunft für Social Networks. Dort sind die Menschen. Dort sollte ich hingehen, wenn ich meine “Crowd” finden und erreichen möchte.
Dinge brauchen ihre Zeit. So langsam dringt bei den Unternehmen durch, wie gut Crowdsourcing sein kann, wenn man es intelligent einsetzt und spannend konzipiert. Nun endlich ist es so weit. Es gibt die erste Facebook-App, die Crowdsourcing als Grundbestandteil enthält. Laut jubelnd bin ich durchs Büro gestürmt, als ich die Meldung vorgestern las. Danke Vitaminwater! Auch wenn ich eure Getränke noch nie konsumiert habe. Leider.
Worum geht es konkret beim "flavor creator"? Man bietet den Menschen ein ganzes Paket an Interaktionsmöglichkeiten. Und das auf spielerische Art und Weise. Unter dem Motto "Help us create the next great vitaminwater flavor or at the very least, kill some time on Facebook till your lunch break" ist die App unterteilt in drei Bereiche:
- flavor: Es kann für den nächsten Geschmack gevotet werden. Dieser soll im März 2010 in die Läden kommen.
- vitamins: Es stehen kleine Online-Games zur Verfügung, die helfen sollen zu entscheiden, wo die Reise hingehen soll (Keine Ahnung, ob der Part nur Fun ist oder man tatsächlich die Ergebnisse auswertet und nutzt. Hab da so meine Zweifel.)
- bottle: Ein klassischer Design-Contest, wie wir ihn auch regelmäßig mit VOdA durchführen. Dieser Contest startet im Oktober mit einem Preisgeld von 5.000 $, bei dem es um das Design der Flaschen gehen soll.
Vitaminwater schlägt damit genau die richtige Richtung in die Zukunft ein. Ihre Facebook-Seite, die schon länger existiert, verzeichnet mehr als 400.000 Fans. Sie gehen dorthin wo die meisten Menschen im Netz sind - ins größte Social Network. Sie involvieren die potentiellen Fans und Leaduser und laden sie ein die neuen Produkte mitzugestalten. Und sie tun dies sogar auf spielerische Art und Weise. Sie unterhalten also auch die, die mit Design oder Votings nichts am Hut haben. Clever. Ich bin ehrlich begeistert.
Bitte liebe Marken-Firmen. Gehen sie dorthin, wo die Menschen sich aufhalten. Ins Internet. An die Brennpunkte des Internets. Setzen sie auf spannende Konzepte, die ihre Fans involvieren und es ihnen als Marke ermöglichen, deutlich kundennähere Produkte auf den Markt zu bringen. Nutzen sie die Kraft, die gutes Crowdsourcing entfalten kann, um schon bei der Produktentwicklung Marketingeffekte zu erzielen. (Siehe hierzu den Beitrag "Crowdsourcing als Marketingbaustein am Beispiel der Mountain Dew Kampagne".) Lernen sie auf die Menschen zuzugehen. Und hören sie ihnen zu.
Kommunikation ist das Zauberwort des modernen Internets. Wenn man es richtig anpackt, ist das gut für alle Seiten! Für eine starke Marke, die gemeinsam mit seinen Fans in die Zukunft gehen kann. Und für die Nutzer, die die Chance haben ihre Produkte der Zukunft selbst mit zu beeinflussen.















