SocialNetworkStrategien Social Networks, Crowdsourcing, Communityaufbau, Social Media Marketing

28Sep/090

Crowdsourcing-Projekt Sellaband ändert so einiges

sellabandEines meiner absoluten Lieblingsprojekte im Bereich Crowdsourcing ist Sellaband (siehe meine Artikel hier und hier.). Ich habe dort schon in einige Bands investiert und schaue immer mal wieder gern vorbei. Ein ungemein sympathisches, ein wahnsinnig sinnvolles Projekt. Die Community kann in Bands investieren und entscheidet so, welche Musik den Weg auf den Markt findet. Durch Direktinvestments. Bisher mussten dabei 50.000 Dollar zusammenkommen, bevor eine Band ins Tonstudio gehen konnte.

Nun gibt es Neuigkeiten aus dem Hause Sellaband:

We believe it is time to change our concept to give more freedom and flexibility. Artists will now be in control and may choose from two deals: Standard and Custom.

With the ‘Standard’ program Artists have the freedom to choose:

* Target budget: Starting at $10,000 up to $100,000
* Incentives for the Believers: The minimum incentive is a download
* Percentage of revenues shared between the Artist and the Believers

Artists will always own the master recordings and keep 100% of publishing rights.

If Artists go ‘Custom’, they can adapt it all: Budgets, part prices, incentives, currencies, even use the funds for touring or promotion… You name it! Initially, Custom is by invitation only. However, Artists can always send their plans to info@sellaband.com where we will review the request.

Artists now have full flexibility and own all their rights. In return we ask a 10% success fee when the target budget is reached. Our service will remain, as before: Free of charge.

Alles im Sinne der Musiker also. Man lernt mit seiner Community und ist in der Lage ein Web 2.0 Projekt anzupassen an die Zeichen der Zeit. Das ist gut und richtig. Die Sellaband-Crew hat ganz offensichtlich zugehört, was der wichtigste Teil ihrer Community, die Musiker, möchte. Mehr Flexibilität. Verschiedene Stufen der Budgetierung.

Gleichzeitig schafft man ganz neue Perspektiven:

As we open up our platform for other types of Artists, including more established bands, SellaBand will be a more exciting place for music discovery. There will be much more choice on offer, including different incentives, revenue share models and even totally different type of music projects, such as upcoming tours and live-events.

Das hört sich alles verdammt gut an. Aber erst die Zeit wird zeigen, ob dies der richtige Schritt war. Denn mehr Offenheit kann auch zu einem Chaos führen, das den ein oder anderen, der gern investieren möchte, abschreckt. Bei der einen Band passiert schon was, wenn 10.000 Dollar zusammen sind. Bei einer anderen aber erst bei 90.000 Dollar. Man muss hier aufpassen, dass das Grundkonzept für einen ganz normalen Internetnutzer weiter verständlich bleibt. Da spielt die Usability der Seite auch eine ganz entscheidene Rolle. Und genau an diesem Punkt wird ebenfalls angesetzt! Parallel zur Anpassung des Modells von Sellaband, wird es auch einen optischen Relaunch geben.

The main thought of the changes is to focus more on discovery and funding of Artists. With the new site we have cut, bound and simplified functions and improved others.

Gut so Sellaband. Es geht weiter voran mit einem meiner Web 2.0 Lieblingsprojekte und dem ganzen Gebiet Crowdsourcing und Crowdfunding. Ich bin weiterhin gern dabei.

23Sep/090

Netflix honoriert Crowdsourcing mit 1 Million Dollar

Langsam und unaufhörlich stößt das Segment Crowdsourcing, zumindest in den USA und den eng damit verbundenen Wirtschaftsräumen, in ganz neue Dimensionen vor. Am Montag honorierte der amerikanische DVD-Verleih-Service Netflix eine über drei Jahre laufende Crowdsourcing-Kampagne mit einem Sieger-Scheck von sagenhaften 1 Million Dollar! (mehr dazu im Blog der New York Times)

Netflix honoriert Crowdsourcing mit 1 Million Dollar

Worum ging es dort? Gesucht war eine Vorhersage-Software, die Netflix sagt, welche Filme bei den Leuten am besten ankommen. Um es einmal stark verknappt wieder zu geben. Aufgerufen waren also Entwickler-Teams und Statistik-Forscher, die sich mit Techniken für Vorhersage-Software beschäftigen. Die sogenannten prediction markets, die hierzulande bisher eigenartigerweise kaum zum Einsatz kommen.

Hier ging es also vor allem darum Crowdsourcing als Instrument der Kollaboration zur Erstellung neuer Software einzusetzen. Interessant und großartig finde ich dabei folgende Aussage im New York Times Bericht:

That certainly seemed to be a principal lesson for the winners. The blending of different statistical and machine-learning techniques “only works well if you combine models that approach the problem differently,” said Chris Volinsky, a scientist at AT&T Research and a leader of the Bellkor team. “That’s why collaboration has been so effective, because different people approach problems differently.

Hier wird eine große Stärke von Crowdsourcing hervor gehoben. Die Zusammenarbeit über Ländergrenzen und Kontinente hinweg. Die Zusammenarbeit von Menschen aus verschiedenen Interessens- und Wissensgebieten. Eine wirkliche Kollaboration, aus der heraus ganz neue Lösungen generiert werden. So liebe ich Crowdsourcing und das Web 2.0. Zu jeder Zeit von jedem Ort der Welt Dinge tun, auf die man Lust hat.

Der nächste Contest ist bei Netflix bereits in Vorbereitung. Man sieht diese Aktion also als großartigen Erfolg und jeden Cent dieser Million bestens investiert.

22Sep/090

Crowdsourcing: Wie man seine Community sinnvoll involviert. Etsy machts vor.

Wenn ich mit Kunden oder auf Konferenzen über Crowdsourcing rede, geht es oft auch darum, wie ich mit Hilfe von Crowdsourcing meine Community weiter festigen und sie bei Laune halten kann. Das Thema Spaß spielt da eine wichtige Rolle.

Das Schöne beim Crowdsourcing ist, dass man nicht nur einfach ein Gewinnspiel oder etwas Ähnliches macht um die Community bei Laune zu halten, sondern die Communitymitglieder ganz aktiv involviert und Mehrwerte auf verschiedenen Ebenen dabei generiert. Dies praktiziert gerade auch die amerikanische Plattform für Selbstgemachtes Etsy, die dort drüben brummt ohne Ende.

Gesucht war und ist ein Promotion-Video unter dem Slogan "Handmade moment".

Etsy: Handmade momentAttention all artists, videographers, film students, DIY addicts, advertising students, home video makers, professionals, camera nerds and other creative members of the Etsy community: here's your chance to show the world how talented you are, and help us spread the Etsy gospel while you are at it!

And if that's not enticing enough, we are also giving away pantloads of cash. We're hosting a new contest at http://www.etsy.tv.

Etsy wants promotional videos, and since our community is creative, artistic and unique, we're turning to you. For the next few months we will be accepting submissions for :15 and :30 (second) videos promoting Etsy and the handmade movement. This is your opportunity to express your passion (or is it an obsession?) for Etsy.

Man hat dabei (zum Glück) auch an eine vernünftige, monetäre Incentivierungsstrategie gedacht, die mir ausgesprochen gut gefällt. Mehrere Leute werden an der Gewinnsumme beteiligt. Es gibt nicht nur einen einzigen Sieger. Und die Summe ist so interessant, dass auch Profis über eine Teilnahme nachgedacht haben werden.

The winning submissions will receive a total of 10.000 $ (and we'll use the video, too)!

First Prize: 3.250 $
Three Runners Up: 1.250 $
Six Finalists: 500 $

Es gab 177 Einsendungen, von denen 25 ins Semifinale kamen. Nun stehen die 10 Finalisten zum Voting bereit. Der ein oder andere wird die Qualität der kurzen Filme bemängeln. Mir gefallen sie. Weil sie "echt" sind. Sympathisch. Sie transportieren genau die Botschaft, die Etsy braucht. Sie zeigen eine lebendige Community, die ihr Projekt - Etsy - liebt.

etsy contest

Etsy hat gekonnt Crowdsourcing eingesetzt, um mehrere Dinge zu erreichen. Zum einen natürlich, um ein Promotion-Video zu erhalten. Aber bei dieser Maßnahme, wie auch bei vielen anderen Crowdsourcing-Aktionen, ging es nicht allein um die konkrete Dienstleistung.

Punkt 2 ist, dass man seiner Community etwas zum Beschäftigen gegeben hat. Etwas das Spaß macht! Es passiert etwas auf der Plattform. Sie ist lebendig. Die Leute haben die Möglichkeit sich einzubringen, dabei andere Communitymitglieder virtuell kennen zu lernen und dabei etwas spaßiges zu tun. Dies trägt zur Festigung einer Community bei.

Punkt 3: Dialog. Man gelangt in einen echten Dialog mit seinen Fans. Über die Marke, über Zukunftsstrategien. Über die Dinge, die man gut macht und über Dinge, die man besser machen könnte. Crowdsourcing ist also auch ein Instrument des Web 2.0, um in einen echten Dialog zu gelangen.D

Punkt 4: Viralmarketing. Die Leute reden über Etsy. Sie erzählen vom Contest, von der Story von Etsy, von der Möglichkeit zu gewinnen. Etsy bringt sich ins Gespräch. Blogger und Journalisten können darüber berichten.

Dies sind alles Punkte, die Crowdsourcing so interessant machen für Unternehmen. Crowdsourcing kann helfen die Community zu festigen bzw. sie aufzubauen. Crowdsourcing kann für Viralmarketing sorgen. Crowdsourcing bringt Spaß mit sich. Crowdsourcing kann in einen echten Dialog münden, der mir hilft Feedback aus der Community abzuholen und gemeinsam über die Zukunft der Marke nachzudenken. Und Crowdsourcing kann Ergebnisse liefern, die ein Unternehmen dann ganz konkret um- bzw. einsetzen kann.

21Sep/090

Social Media Revolution visualisiert

Ja, die in dem Video genannten Zahlen sind gewaltig. Beeindruckend. Aber mir ist durchaus bewusst, dass Zahlen das eine sind, die wirkliche Nutzung das Andere. Bei den 100.000.000 genannten Youtube Videos oder den 400 Millionen Facebook Nutzern sind sicherlich auch ein nicht unbedeutender Prozentsatz "Karteileichen" bzw. "Contentschrott" dabei. Aber auch wenn man diesen abzieht, sind und bleiben die nackten Zahlen gewaltig. Und! Die Welle fängt gerade erst an loszurasen...

19Sep/097

Worum gehts bei diesem “Und alle so: Yeaahh”?

Ich wurde seit gestern zig mal gefragt: "Sag mal, Matias. Worum gehts denn bei diesem Yeahh-Dings?". Ist doch ganz einfach. Web 2.0 pur.

Schritt 1: Man nehme ein Bild und lade es bei Flickr hoch.

Und alle so: Yeaahh

Schritt 2: Ein namhafter Blogger wird drauf aufmerksam, lacht sich scheckig und lädt es in seinem Blog hoch (Danke, Mr. Nerdcore für den Fun!), damit auch andere was zu lachen haben.

Ein anderer namhafter Blogger (Johnny Häusler) greift das auf, weil auch er sich kaputt lacht. Bis hierhin ist es noch "unspektakulär". Aber die Welle ist bereits am Rollen, ohne das jemand dies ahnt oder geplant hätte. Viralität setzt ein.

Schritt 3: Johnny Häusler greift das Thema erneut auf und so langsam bekommt das Ganze eine Eigendynamik.

Abends dachte ich dann erstmal darüber nach, wie man diesen Witz am besten erklärt.
...
Und dann dachte ich: Alles Quark. Um diesen Witz zu erklären, braucht es mehr als eine Person! Es braucht die kollektiven Kräfte vieler, die kollaborative Erläuterung, die Witzerklärung 2.0, das gemeinsame Sezieren der Grandiosität, es braucht:

Die Kommentare.

Und so bitte ich alle Leserinnen und Leser: Lasst uns mit gemeinsamen Kräften erklären, was genau so witzig ist an obigem Bild!

Er regt also die Diskussion an. Feinstes Web 2.0! Ein Dialog setzt ein.

Schritt 4: In den Kommentaren sagt ein Edgar:

Gerne wäre ich morgen in Hamburg!
Wer geht hin? Ein “Yeaahh”-Flashmob?

Buuuuummm. Die Idee des Flashmobs für bei Angela Merkel entsteht.

Schritt 5: Johnny Häusler sagt: "Lasst uns doch einen Song dazu machen." Und so entsteht neben einem T-Shirt nun auch ein Song, den man sich auf Spreeblick downloaden kann.

Schritt 6: Das ganze Thema macht gewaltig die Runde auf Twitter.

Schritt 7: Der Flashmob! Es kommt tatsächlich zu einem Flashmob in Hamburg auf der Wahlkampfveranstaltung der CDU, auf der Angela Merkel auftritt. Hunderte Menschen sind dort und rufen nach jedem Satz von Frau Merkel laut und deutlich "Yeaahh!". (siehe Video) Ob Frau Merkel vorgewarnt war? Findet bei den Parteien ein Social Media Monitoring statt? Vermutlich nicht.
(Bei einem Flashmob treffen sich Menschen für einen kurzen Zeitraum an einem im Netz vorher koordinierten Platz und machen irgendwas Verrücktes.)

[Nachtrag vom vom 24. September 2009]
Schritt 8: Und weil gerade Wahlkampfzeit ist, schafft man es damit dann sogar in die Tagesthemen! Glückwunsch René (Nerdcore)!
Und alle so yeaahh!

Und nun die Frage: Und was soll das? Vor allem: Spaß! Es ist Fun. Die Leute, die mitmachen, haben was zu lachen. Man kann sich sicherlich darüber streiten, ob es einen politischen Hintergrund hat. Ein Stück weit sicherlich. Und wäre der Wahlkampf nicht so albern und flach, hätten solche Aktionen vielleicht auch gar keine Chance. Es ist eine Reaktion auf das, was die Parteien bieten: nichts.

Man kann wunderbar sehen, wie das moderne Internet, das sogenannte Web 2.0 funktioniert und welche Kraft es entfalten kann. Es braucht eine witzige Idee, ein paar sogenannte Leaduser und ein Thema das gerade perfekt passt. Und dann entsteht eine solche Welle. Ungeplant, ungewollt. Die Instrumente des Web 2.0 werden dabei perfekt genutzt: Bild hochladen und Flickr nutzen, Blogs, Kommentare in den Blogs und Dialog, Twitter zum weiter transportieren der Nachricht und zur Koordination eines Flashmobs, gemeinsam Song produzieren, Aktion filmen und auf Youtube hochladen. Gibt es schon eine Facebook-Fanseite? Kommt vermutlich noch. Mit schönen Grüßen an alle Parteien aus der Welt des Web 2.0, die von diesen noch immer nicht wirklich verstanden wird...

17Sep/090

10 mögliche Crowdsourcing-Einsatzgebiete

Immer wieder werde ich als Crowdsourcing-Experte gefragte: "Ja und wo kann man denn Crowdsourcing einsetzen?" Hier einmal 10 mögliche Einsatzgebiete für Crowdsourcing. Viele der genannten Möglichkeiten sind sicherlich interessant für verschiedene Branchen. Beim Schreiben dieses Artikels ist mir aufgefallen, dass es einige Branchen gibt, für die sich Crowdsourcing ganz besonders anbietet. Darum werde ich noch einen Artikel hinterher schieben, der die Einsatzmöglichkeiten in bestimmten Branchen aufzeigen wird.

Dieser Artikel ist Bestandteil einer Serie von Artikeln, die sich alle mit dem Thema Crowdsourcing beschäftigen. Zu einem besseren Verständnis des Komplexes empfehle ich daher auch die Lektüre der Beiträge "Crowdsourcing als Marketingbaustein am Beispiel der Mountain Dew Kampagne", "12 gelungene Crowdsourcing-Projekte", „Was ist Crowdsourcing? 12 Eckpunkte, die den Rahmen abstecken“, "Crowdsourcing und die Kontroverse um spekulative Arbeit (spec work)".

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Erstellung von Werbematerialien

sparcontest
Zielsetzung: neue kreative Ideen, Talente ausfindig machen, Grafik- und Illustrationsszene erreichen, Start des Marketing bereits in der Planungsphase

Branchen: alle, die Werbung machen / online wie offline

Beispiele:
SPAR Bag-Designcontest
Doritos TV-Ad aus dem Jahr 2008

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Produktentwicklung

mixi
Zielsetzungen: wissen was der Kunde da draußen möchte und dadurch kundennähere Produkte, Spezialwissen anzapfen

denkbare Mehrwerte: neue Geschmacksrichtungen und Rezepturen in der Lebensmittelbranche, neue Produktideen, Innovationen

Beispiele:
Tchibo ideas
DEWmocrazy von Mountain Dew
Acecook auf Mixi
Vitaminwater

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Produktdesign

CROW'n'CROW
Zielsetzungen: kundennähere Produkte + Produktdesign, Viralmarketing

denkbare Mehrwerte: Marketingbaustein für die Marke, Produkt mit modernem Design (Zeitgeist, Style), Wissen was die Kunden möchten und was sie schick finden (und das bereits VOR der Produktion).

Beispiele:
Fiat500
Threadless
VOdA-Kampagne für CROW'n'CROW
Feel good style
diverse Kreativcontests für Snowboards, Ski, Surfboards und dergleichen mehr

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Verpackungsdesign

becks
Zielsetzungen: neue Design-Inspirationen (bevorzugt in Zusammenarbeit mit starken Kreativ-Communitys)

denkbare Mehrwerte: Marketingbaustein + konkrete Designdienstleistungen (Zusammenarbeit mit betreuender Grafikagentur empfohlen), langfristige Zusammenarbeit mit Grafik- und Designtalenten denkbar

Beispiele:
Becks
Vitaminwater

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Wissenssammlung und Einordnung

food52
Zielsetzung: Wissensgenerierung über die Masse von Menschen im Internet und Einordnung von Content durch Verschlagwortung und Kategorisierung sowie Wertungsmechanismen

Mehrwerte: Sammlung von Wissen und Erfahrungen aus den verschiedensten Regionen der Welt von Menschen mit unterschiedlichstem Background (kulturell wie bildungstechnisch)
Stichworte: Rezepte, historisches Wissen, Fremdsprachen, Dialekte, Ergebnisse (Sport, Wahlen, Umfragen usw.), Pflanzenpflege, Gartenarbeit, Do-it-yourself, Tierpflege, Hausmittel usw.

Beispiele:
Wikipedia
Reise-Literatur (bisher nur eine Konzeptidee von mir)
Kochbuch-Projekt „Food52“ von Amanda Hesser und Merrill Stubbs (siehe hierzu auch meinen Blogbeitrag „Crowdsourcing für ein Kochbuch“ wo wunderbar deutlich wird, wie Crowdsourcing im Bereich Wissenssammlung und daraus dann ein Buch möglich ist.)

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Finanzierung von Projekten (Crowdfunding)

sellaband
Zielsetzung: Kapital für ein konkretes Projekt über eine Community zusammen bekommen und dadurch bereits Filterung der erfolgversprechendsten Projekte

Mehrwerte: Kapital, potentielle Teilnehmer und Fans für das Projekt, Feedback zur Projektidee aus der Community

Beispiele:
Sellaband - Musikbranche (selbst von mir aktiv getestet - ich liebe Sellaband!)
Kickstarter

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Content-Sammlung und Einordnung

flickr
Zielsetzungen: „User generated content“ (UGC) und Bewertung sowie Verschlagwortung (erst dadurch wird eine reine Sammlung zu Crowdsourcing)

denkbare Mehrwerte: UGC wie Fotos, Videos, Rezensionen, Tipps

Beispiele:
Qype
TripsByTips
Holidaycheck
Flickr
iStockPhoto
Fotolia
Youtube
Vimeo
Sevenload und viele andere

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Ideengenerierung und Erfahrungsaustausch

tchibo ideas
Zielsetzungen: kundennähere Produkte und Dienstleistungen, Verbesserung des eigenen Dienstleistungsangebotes, Lösung firmeninterner Problemstellungen

denkbare Mehrwerte: Produktverbesserung, neue Produktideen, Research, Bestandteil von Marktanalysen, Viralmarketing, Leaduser ausfindig machen und binden, konkrete Problemlösungen, Innovationen

Beispiele:
Tchibo ideas
my starbucks idea
Dell ideastorm
WePC.com
Innocentive (u.a. in enger Zusammenarbeit mit Procter & Gamble)

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Bewegtbild

paulo coelho
Zielsetzung: Videoclips, Kurzfilme, Animationen erstellen lassen

Mehrwerte: Auslagerung ins Netz und oft kostengünstigere Abwicklung, neue Talente finden und langfristig binden, Marketing bereits von der ersten Sekunde an

Beispiele:
Paulo Coelho's Filmprojekt zu „Die Hexe von Portobello“
Fanta4-Videocontest
Doritos TV-Ad aus dem Jahr 2008

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Logo und Corporate Design?

Mister Wong Logo Contest
Ganz bewusst habe ich hier ein Fragezeichen dahinter gesetzt. Aktuell ist es "en vogue" sich sein Logo oder ein neues Webseitendesign von einer Community bauen zu lassen. Natürlich können dabei durchaus spannende Ergebnisse herauskommen.
Interessant ist es auch, wie Kreative eine existierende Marke sehen. Dieser Gesichtspunkt macht aber nur Sinn bei etablierten Marken. Bei einem KMU haben Designer meist kein Bild vom Unternehmen oder der Marke. Daher wird es nur Schubladen-Entwürfe und Schnellschüsse geben, wie auf den zahlreichen Crowdsourcing-Seiten im Billigsektor zu beobachten ist. Für "den Bäcker von nebenan" ist das sicherlich auch vollkommen in Ordnung, so dass ich diesen Plattformen auf keinen Fall die Daseinsberechtigung absprechen möchte. Wenn es für Billig-Logos einen Markt gibt - why not. Oft sind die Dinger aus den CorelDraw-CD-Sammlung noch viel gruseliger.
Als Marke mit einer Zukunfsstrategie halte ich es aber für unabdingbar ein Corporate Design und damit auch das Logo in enger Zusammenarbeit mit einer Kreativagentur erstellen zu lassen. Dies wiederum könnte jedoch auch durch Einbeziehung einer Community geschehen, um die von mir so oft angesprochenen Marketingeffekte zu nutzen. Crowdsourcing als Marketingbaustein.

Beispiele:
Mister Wong Logocontest bei dem so einiges holprig vonstatten ging. Das Logo ist aber noch heute im Einsatz.
Spreadshirt Open Logo Project (siehe hierzu auch das Fazit von Andreas Milles von Spreadshirt, der immer wieder betont, wie sinnvoll der Contest aus Marketingsicht war!)

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Ich hoffe, ich konnte mit dieser Auflistung erneut dem ein oder anderen Interessierten ein paar Denkanstöße geben in Sachen sinnvoller Einsatz von Crowdsourcing. Für Anregungen bin ich jederzeit dankbar. Gern auch in den Kommentaren! Ich freue mich übrigens auch über kurze, knappe "Danke-gelesen-war-interessant Kommentare"! :)

Demnächst mehr zu diesem Komplex hier auf dem Blog oder auch auf der ein oder anderen Konferenz. Und wer selbst über den Einsatz von Crowdsourcing nachdenkt - ich stehe gern zur Verfügung.

17Sep/090

Guter Artikel zu PR 2.0 und Recht

Dr. Carsten Ulbricht, mit dem ich selbst auch zusammenarbeite, hat vor ein paar Tagen einen für viele Unternehmen sicherlich extrem interessanten Artikel online gestellt. "PR 2.0 und Recht - Do´s and Dont´s in der modernen Unternehmenskommunikation" widmet sich dem Thema Krisenmanagement und wie man im Web 2.0 agieren sollte als Unternehmen, vor allem auch aus rechtlicher Sicht. Unter anderem auch vor dem Hintergrund der Jako-Krise neulich.

Als Rechtsanwalt, der fast ausschließlich mit entsprechenden Internetprojekten befasst ist, wird man seitens der Unternehmensleitung häufig mit Bedenken und potentiellen Gefahren konfrontiert, die (vermeintlich) lauern, wenn man zum Beispiel über einem eigenen Blog mit einer entsprechenden Kommentierungsfunktion den Rückkanal und damit ein Einfallstor für (unsachliche) Kritik und schädigende Äußerungen öffnet oder sich anderswo dem öffentlichen Diskurs aussetzt. Auch Echtzeit-Werkzeugen wie Twitter wird trotz interessanter Einsatzmöglichkeiten zunächst einmal ein grosse Skepsis entgegengebracht.

Eine Befürchtung, die sich in aller Regel als unnötig erweist, wenn man sich mit den avisierten Werkzeugen wie Corporate Blogs, Twitter & Co entsprechend auseinandersetzt, mit ein wenig Gefühl für die Internetszene herangeht und den wenigen rechtlichen Risiken mit entsprechenden Maßnahmen entgegenwirkt, indem man zum Beispiel für das eigene Corporate Blog den Besuchern einen klaren Rahmen vorgibt.
...
Fest steht, dass sich durch Weblogs, Podcasts und die sozialen Netzwerke auch für die Public Relations die Kommunikationsstrukturen und die Art, wie öffentliche Meinung entsteht, ändert. Aus meiner Sicht kann es sich heute kein Unternehmen mehr leisten, sich nicht mit diesen neuen Kommunikationsformen im Internet auseinanderzusetzen.

Da bin ich mal wieder zu 100% einer Meinung mit dir, Carsten.

Das Thema Webmonitoring - also wissen, was wo warum über mich im Web 2.0 geredet wird - ist ein Thema, das in diesem Zusammenhang immer mehr in den Fokus rückt. Das war auch auf dem Castlecamp Kaprun neulich der Fall. Hotels, Unternehmen, Persönlichkeiten haben begriffen, dass über sie geredet wird, ohne dass sie darauf großartig Einfluss haben im ersten Moment. Aber sie wollen mittlerweile wissen, wo das der Fall ist und was man über sie redet. Hierfür gibt es nur ungenügende Tools. Oft ist also für ein gutes Monitoring viel Handarbeit notwendig. Wir tun dies übrigens für unsere Kunden und wissen daher auch, wieviel Zeit in so etwas hineinfließt.

Aber es ist wichtig, vor allem um Krisen vorzubeugen und um zeitnah reagieren zu können. Denn Web 2.0 bedeutet nunmal: Kommunikation, Transparenz, Authenzität und Partizipation.

Wenn es um die Fragen rund ums Recht geht, bitte bei Dr. Carsten Ulbricht weiter lesen.

16Sep/090

Richtige Worte über Crowdsourcing von Alex Bogusky (CP & B)

Alex Bogusky ist einer der drei Gründer der namhaften Werbeagentur Crispin Porter + Bogusky. Aufsehen erregen sie nicht nur immer wieder mit herausragenden Arbeiten, sondern zuletzt auch mit einer komplett auf Web 2.0 getrimmten neuen Beta-Seite, die wohl erstmal ein Experiment ist, bevor man die Oldschool-Flashseite komplett abschaltet. Auf diesem neuen Web 2.0 Zuhause zeigt man, wie die Internetpräsenz einer Agentur in Zukunft aussehen könnte. Neben den eigenen Arbeiten, vor allem in Videoform, werden Tweets, Blogposts und News live und ungefiltert aus den Tiefen des Netzes angezeigt. Fremdinhalte! Auf der eigenen Homepage, in diesem Umfang. Das nenn ich mutig. Und konsequent. Und richtig.

Crispin Porter + Bogusky

Bei Crispin Porter + Bogusky hat man die Zeichen der Zeit erkannt. Dies beweist auch ein langer Blogpost von Alex Bogusky, in dem er viel Gutes und Richtiges zum Thema Crowdsourcing sagt:

Some designers are obviously frightened by the current spectacle that is crowdsourcing, but as an optimist I think it will work out. I see several possible scenarios. The first is that this young micro-economy that is crowdsourcing evolves in the same way the off-line economy evolved. The designers with the most success begin to create tiers and depe nding on which tier the customers engage, the prices and fee structure changes with the level of quality. My guess is this will happen and different communities will develop different rules. Another and more radical change would be if the model followed more of what happened in Hollywood with scriptwriters.

In the 1930s and 40s there were huge buildings at the studios that housed all of the writers and those writers worked on salary to bang out all the movies. They made a salary, but it wasn’t very high and it wasn’t connected to the success of the film. Today most scripts are written on spec and then sold. A powerful writers guild protects the writers interest and insures that they get a piece of the back end. If the movie strikes gold the writer gets rich. A strong guild could transform design as well. Today, an illustrator who designs a cover for Time ma gazine is more or less happy with the fee. But if that cover design helps propel the highest newsstand sales of the year they don’t see any of that. We don’t feel bad about that but maybe we should.

What if the woman who designed the Nike logo had been in a union that insured that instead of a fee of fifty bucks, she received a royalty of a penny a shoe? I’m not great at math but I think that works out to about 20 million dollars in the last ten years alone.

Seems like we tend to be nostalgic about the past and fearful of the future. But each time the future actually arrives and becomes the present we feel like it’s just the way things should be.

Auch ich mache immer wieder die Erfahrung, dass die meisten Kreativagenturen deutliche Angsterscheinungen an den Tag legen wenn es um Web 2.0 und vor allem auch im Crowdsourcing geht. Ein Stück weit kann ich diese Angst verstehen. Aber sie ist geboren aus Sicherheitsdenken und fehlendem Vorstellungsvermögen was die Zukunft kreativer Arbeit angeht. Crowdsourcing wird ein wichtiger Teil der Kreativindustrie weltweit werden. Ich betone: ein Teil! Crowdsourcing wird die Kreativindustrie, wie sie heute existiert, nicht überflüssig machen. Aber: Crowdsourcing wird die Mechanismen, wie Kampagnen entstehen, wie kreative Ideen geboren werden, umkrempeln. Und das ist gut so.

14Sep/091

Mein positiver Rückblick auf das Castlecamp in Kaprun

Am vergangenen Wochenende (12./13.9.2009) hatte ich die weite Reise von Berlin nach Kaprun (Österreich) zum dortigen Castlecamp angetreten. Dieses Barcamp widmete sich nun schon zum zweiten Mal dem aus meiner Sicht überaus spannenden Segment Tourismus. Und um es gleich vorweg zu nehmen: es war ein tolles Wochenende, dass ich in extrem positiver Erinnerung behalten werde.

Schuld an diesem positiven Gesamteindruck sind viele einzelne Elemente. Zum einen ist das die Region Zell am See / Kaprun, die mir ausgesprochen gut gefallen hat. Ich bin mir sicher: ich werde zum Skifahren wiederkommen mit meiner Familie. Extrem lecker gegessen habe ich am Samstag-Abend mit 50 anderen Barcampern im Dorfstadl und dann am Sonntag in der urigen Jause Guggenbichl, von der man einen traumhaften Blick auf die Berge und auf Kaprun hat. Den selbstgemachten Jagertee beim Guggenbichl kann ich nur wärmstens empfehlen. War mir natürlich auch einen positiven Eintrag auf Qype wert.

guggenbichl Kaprun

Genial fand ich auch die Location für dieses Barcamp: die Burg Kaprun. Herrlich, wie man diese mittelalterliche Trutzburg wieder instand gesetzt hat und wie sie nun für Konferenzen, Hochzeiten und andere Festlichkeiten genutzt wird. Das hat Charme, das schafft eine wunderbare Atmosphäre.

Die Organisation unter Leitung von Rainer Edlinger war erstklassig. Das Wlan funktionierte so gut wie noch auf keinem Barcamp, das ich vorher besucht hatte. Das Essen an beiden Tagen war reichhaltig und extrem lecker. Es war jederzeit Kaffee, Tee und etliche andere Getränke sowie Obst vorrätig. Besser kann man das nicht machen. Ein dickes Kompliment an die Leute, die fürs Catering verantwortlich waren.

Der große Saal war ein idealer Vortragssaal. Was mir dort ein bisschen fehlte, war eine intimere Atmosphäre um besser in Diskussionen zu kommen. Muss aber auch nicht sein. Für Präsentationen war er ideal. Dafür waren der zweite Session-Raum und natürlich auch der Außenbereich und der Essens-Saal ideal geeignet. Dort fanden viele gute Gespräche statt.

Den zweiten Raum fand ich nicht nur sympathisch, weil meine Session am Sonntag dort stattfand und er dabei bewies, wie gut er zum Diskutieren geeignet ist. Es war gemütlich dort unten. Wie überhaupt die Atmosphäre durchaus „kuschelig“ war. Und das meine ich absolut positiv. 80-100 Leute am Samstag, am Sonntag auch nochmal so 60-80. Das schuf eine angenehme Atmosphäre in der man jederzeit mit jedem schwätzen und Kontakte knüpfen konnte. Ideal für ein Barcamp. Leider hätten es ruhig noch ein paar mehr Tourismusanbieter aus der Region sein können vor Ort.

Diese sehr angenehme und konstruktive Atmosphäre wurde durch die Organisatoren, allen voran Rainer Edlinger, oder auch Achim und Monika Meurer, durch ihre angehm offene und sympathische Art noch verstärkt. Es hat einfach Spaß gemacht mit dabei zu sein.

Wie bereits angedeutet, meine Session unter dem Motto „Crowdsourcing als Marketingbaustein“ stieß auf viele offene Ohren. Womit ich nicht unbedingt gerechnet hatte. Zur gleichen Zeit lief im Hauptsaal die Session „Wie erreicht man den Gast mit Web2.0 direkt vor Ort“, die für viele Touristiker sicherlich thematisch super interessant war. Ich habe mich darum umso mehr gefreut, dass der Raum mit fast 30 Leute wunderbar gefüllt war. Und was ich noch viel angenehmer fand, war die Diskussion, die nach meiner Präsentation entstand. So soll ein Barcamp sein. Und es zeigte mir, das ich niemanden gelangweilt, aber auch niemanden überfordert hatte. Die Fragen waren neugierig und zeigten das Interesse noch mehr zu diesem spannenden Baustein des Web 2.0 zu erfahren. Danke für dieses hohe Interesse! Das hat auch mir riesig Spaß gemacht und zeigt, dass die Strategie von VOdA in die richtige Richtung weisen und dass ich mit meiner Meinung, dass Crowdsourcing als Marketingbaustein im Bereich Tourismus spannend werden wird, genau richtig liege.

Bestandteil meiner Präsentation waren vor allem die Konzepte und Cases, die ich zuletzt ja schon sehr ausführlich und intensiv in meinen Artikeln hier im Blog vorgestellt hatte. Für mich ist Crowdsourcing einer der spannendsten Bausteine für den Bereich Viralmarketing in der Zukunft. Und gerade im Bereich Tourismus bietet er sich perfekt an. Aufgrund unserer nun schon mehr als dreijährigen Erfahrung kennen wir die Mechanismen für erfolgreiches Crowdsourcing sehr gut und stehen Kunden als professioneller Dienstleister zur Verfügung. Egal ob der Kunde eine einzelne Destination ist, ein Reiseanbieter, ein Tourismusportal oder eine Werbeagentur, die eine komplexe Marketingstrategie betreut, ist.

Auf großes Interesse stieß in meiner Präsentation auch die Social Media Strategie für CROW'n'CROW, die wir seit nunmehr einem Jahr umsetzen. Hier diente Crowdsourcing als Startbaustein für den Weg hinein ins Web 2.0. Dieser Case ist interessant für viele andere Unternehmen, die die richtigen und spannenden Wege hinein ins neue Web suchen. Die Aggregation von Bildern und Videos, der spielerische Umgang mit der Community, die Verknüpfung von Online- und Offline-Welt durch das Bag-Race und die Taschenbotschafter, die Präsenz auf Facebook, StudiVZ und MySpace sowie die Betreuung eines thematisch spannend geführten Corporate Blogs – all das kam bei den Zuhörern extrem gut an. Wir und vor allem auch können stolz sein auf den konsequenten Weg, den wir da gemeinsam beschreiten.

Zurück zum Castlecamp an sich. Ich war (positiv) überrascht, wie stark Facebook als wichtigstes Social Network weltweit und auch für den deutschsprachigen Raum bereits ins Bewusstsein aller vor Ort gedrungen ist. Viel wurde über die Möglichkeiten des Agierens auf Facebook geredet und etliche interessante Beispiele in Vorträgen gezeigt. Auch die Möglichkeiten von Twitter spielten immer wieder eine große Rolle. Aber niemand konnte so richtig die Pespektiven aufzeigen, die Twitter bieten könnte. Facebook scheint für die Tourismusbranche da deutlich spannender zu sein. Klar wurde auch, wie wichtig es ist, dass alle Player im Bereich Tourismus in der Zukunft deutlich stärker die bestehenden Schnittstellen des Web 2.0 vor allem auch mit relevantem Content beliefern müssen und den Kontakt zu den bereits im Netz agierenden Nutzern herstellen sollten. Sie müssen dorthin, wo die Menschen sind. In die relevanten Social Networks, auf die starken Contentplattformen wie Youtube, Vimeo, Flickr, Facebook, MySpace oder auch die Bewertungsportale wie Qype, Tripadvisor, Holidaycheck, TripsByTips und so weiter. Hier ist noch viel Nachholbedarf, wie ja auch mein Artikel „Der Qype-Schock“ deutlich machte. Noch sind die Touristiker deutlich zu passiv. Professionelle Beratung und Unterstützung ist hier in der zukunft extrem wichtig.

Insgesamt war dies ein tolles Camp. Ich werde versuchen im nächsten Jahr wieder mit von der Partie zu sein. Und auch den Termin für das Tourismuscamp in Eichstätt habe ich mir schon eingetragen.

Danke auch nochmal für die Wodka-Verkostung am Samstag! Ich mag Wodka sehr. Und großartig fand ich auch die Bodeninstallation und die touchable Displays von GOMO. Kaum einer konnten der Wassersimulation widerstehen und spielte mit den Fischen (siehe Foto). Auch ich.

gomo

Es waren die vielen Kleinigkeiten, die das Castlecamp zu einer runden Veranstaltung machten. Danke für dieses tolle Wochenende in Kaprun und für die vielen spannenden Kontakte, aus denen womöglich auch das ein oder andere interessante Projekt in der Zukunft entsteht. Ich würde mich freuen.

9Sep/091

Das Marketing der Zukunft: Crowdsourcing auf Facebook. Endlich. Mit Vitaminwater.

Treue Leser werden sich noch an meine Predigt erinnern: Crowdsourcing und Viralmarketing müssen auf Facebook stattfinden! Weil dort die Menschen sind. (siehe den Artikel "Die künftigen Erlösmodelle für Social Networks – So wird die Zukunft aussehen"). Dazu gab es von mir mehrere Screenshots, wie das aussehen könnte.

VOdA-Contest für BabyRocker auf MySpace - im Jahr 2010

Schon Oktober 2008 schrieb ich:

    Es gibt viele Nischenbeispiele mehr, wie man Crowdsourcing perfekt einsetzen kann, um die Menschen im Web 2.0 zu erreichen, mit ihnen in einen Dialog zu treten und dabei gleichzeitig echte Mehrwerte (Dienstleistung, Viralmarketing, SEM) zu generieren.

    Und dies könnte in der Zukunft auf den Plattformen der großen Social Networks stattfinden! In Zusammenarbeit mit Agenturen wie VOdA oder aber alleinorganisiert durch Facebook, Myspace & Co.

    Crowdsourcing ist ein weiteres spannendes Erlösmodell der Zukunft für Social Networks. Dort sind die Menschen. Dort sollte ich hingehen, wenn ich meine “Crowd” finden und erreichen möchte.

Dinge brauchen ihre Zeit. So langsam dringt bei den Unternehmen durch, wie gut Crowdsourcing sein kann, wenn man es intelligent einsetzt und spannend konzipiert. Nun endlich ist es so weit. Es gibt die erste Facebook-App, die Crowdsourcing als Grundbestandteil enthält. Laut jubelnd bin ich durchs Büro gestürmt, als ich die Meldung vorgestern las. Danke Vitaminwater! Auch wenn ich eure Getränke noch nie konsumiert habe. Leider.

vitaminwater facebook app

Worum geht es konkret beim "flavor creator"? Man bietet den Menschen ein ganzes Paket an Interaktionsmöglichkeiten. Und das auf spielerische Art und Weise. Unter dem Motto "Help us create the next great vitaminwater flavor or at the very least, kill some time on Facebook till your lunch break" ist die App unterteilt in drei Bereiche:

  • flavor: Es kann für den nächsten Geschmack gevotet werden. Dieser soll im März 2010 in die Läden kommen.
  • vitamins: Es stehen kleine Online-Games zur Verfügung, die helfen sollen zu entscheiden, wo die Reise hingehen soll (Keine Ahnung, ob der Part nur Fun ist oder man tatsächlich die Ergebnisse auswertet und nutzt. Hab da so meine Zweifel.)
  • bottle: Ein klassischer Design-Contest, wie wir ihn auch regelmäßig mit VOdA durchführen. Dieser Contest startet im Oktober mit einem Preisgeld von 5.000 $, bei dem es um das Design der Flaschen gehen soll.

Vitaminwater schlägt damit genau die richtige Richtung in die Zukunft ein. Ihre Facebook-Seite, die schon länger existiert, verzeichnet mehr als 400.000 Fans. Sie gehen dorthin wo die meisten Menschen im Netz sind - ins größte Social Network. Sie involvieren die potentiellen Fans und Leaduser und laden sie ein die neuen Produkte mitzugestalten. Und sie tun dies sogar auf spielerische Art und Weise. Sie unterhalten also auch die, die mit Design oder Votings nichts am Hut haben. Clever. Ich bin ehrlich begeistert.

Bitte liebe Marken-Firmen. Gehen sie dorthin, wo die Menschen sich aufhalten. Ins Internet. An die Brennpunkte des Internets. Setzen sie auf spannende Konzepte, die ihre Fans involvieren und es ihnen als Marke ermöglichen, deutlich kundennähere Produkte auf den Markt zu bringen. Nutzen sie die Kraft, die gutes Crowdsourcing entfalten kann, um schon bei der Produktentwicklung Marketingeffekte zu erzielen. (Siehe hierzu den Beitrag "Crowdsourcing als Marketingbaustein am Beispiel der Mountain Dew Kampagne".) Lernen sie auf die Menschen zuzugehen. Und hören sie ihnen zu.

Kommunikation ist das Zauberwort des modernen Internets. Wenn man es richtig anpackt, ist das gut für alle Seiten! Für eine starke Marke, die gemeinsam mit seinen Fans in die Zukunft gehen kann. Und für die Nutzer, die die Chance haben ihre Produkte der Zukunft selbst mit zu beeinflussen.