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27Aug/09Off

Warum Kreative beim Crowdsourcing mitmachen

Autor des Artikels: Matias Roskos

2003 haben wir auf VisualOrgasm unseren ersten Kreativ-Contest, einen Shirt-Contest, durchgeführt. Seit Frühjahr 2006 habe ich mich dem Themenkomplex Crowdsourcing intensiv angenommen. Mit meiner Agentur VOdA haben wir seitdem zahlreiche Contests konzipiert und durchgeführt. Wir greifen dabei auf eine über Jahre gewachsene Kreativ-Community zurück, mit der wir in der Zukunft noch so einiges vorhaben. Sie ist die Basis für eine stetige Weiterentwicklung der Strategien und Konzepte gelegt.

Immer mal wieder wird die Frage gestellt: "Warum machen Kreative denn da mit? Die Chance mit leeren Händen nach Hause zu gehen ist doch sehr hoch."

Es gibt zahlreiche Gründe, warum Kreative beim Crowdsourcing mitmachen. Und es gibt noch mehr Gründe, warum sie gerade bei uns mitmachen.

Wir stehen in engem Kontakt mit unserer Community. Meist via Email, aber oft auch bei Treffen im echten Leben. Und natürlich über unser VisualBlog, das uns die Möglichkeit gibt Talente genauso wie etablierte Artists zu featuren. Aus mehreren internen Umfragen und aus dem Email-Verkehr während und nach Crowdsourcing-Aktionen haben sich folgende Argumente als die entscheidenden herauskristallisiert, warum Grafikdesigner, Designstudenten, Illustratoren, Comiczeichner, Manga-Artists bei uns bei Crowdsourcing-Aktionen im Kreativbereich mitmachen:

  • Spaß
    Würde es keinen Spaß machen, würde niemand mitmachen. Alles was man im Web 2.0 macht, tut man freiwillig. Da steht der Faktor Spaß ganz weit oben auf der Motivationsskala. Er sorgt dafür, dass das Motivationsproblem klassischer Unternehmen beim Crowdsourcing entfällt. Kein Zwang = mehr Spaß
  • Interessante Prämien
    Zitat eines Teilnehmers beim CROW'n'CROW-Contest letztes Jahr: "Bei 1.200 € für den Sieger setz ich mich gern mal ein paar Stunden hin und mach mir ne Birne." Stimmen die Prämien bei einem Kreativcontest, findet man auch gute Kreative die mitmachen. Man muss sie "nur" noch ausfindig machen und ansprechen. Da hilft uns das über die Jahre gewachsene Netzwerk enorm. Man kennt uns halt. In unserer Datenbank sind mittlerweile über 4.000 Kreative, die wir gezielt zu Crowdsourcing-Aktionen einladen.
  • die Option einer von mehreren Gewinnern zu sein
    Gäbe es nur einen einzigen Sieger würden etwa 30% weniger Kreative mitmachen. Das die Erfahrung der letzten Jahre bei uns. Darum reden wir mit unseren Kunden im Vorfeld immer darüber das Budget für die Siegprämien zu streuen, so dass am Ende nicht nur ein Sieger in der Sonne steht und der Rest gefrustet ist.
  • der hohe Grad an Glaubwürdigkeit, den wir uns über die Jahre erarbeitet haben.
    "Ihr seid in Ordnung. Bei euch mach ich gern mit!" Zitat aus einer Email vom Frühjahr 2009.
    Es gehört Vertrauen dazu, dass Kreative bei uns mit dabei sind. Dies kann man nur über einen langen Zeitraum gewinnen. Und die Kreativen müssen wissen, dass die Rahmenbedingungen fair sind und dass man auf ihre Wünsche und Probleme eingeht. Das tun wir. Die Kreativen sind uns wichtig. Das spüren sie.
  • Freiheit
    Die Möglichkeit sich fernab vom täglichen Kundenstress einmal austoben zu können spielt für zahlreiche Freelancer und Grafiker in Agenturen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Crowdsourcing-Contests können eine willkommene Abwechslung sein. Von daher ist es wichtig, dass das Briefing die Kreativen nicht zu sehr einschränkt. Darauf drängen wir bei unseren Beratungsgesprächen.
  • die Chance sich im Netz zu zeigen, so dass mögliche neue Kunden auf einen aufmerksam werden. Es ist wichtig und notwendig, dass junge Talente, Studenten wie Freelancer, Präsenz zeigen im Internet. Viele tun dies noch zu wenig. Crowdsourcing ist eine gute Möglichkeit um seinen Stil und sein Können zu zeigen. Das wissen immer mehr Kreative zu schätzen.
  • Sehen was andere Kreative so drauf haben.
    Einige haben Angst, dass ihre Ideen geklaut werden. Ein Stück weit kann ich dies auch nachvollziehen. Aber dies kann auch über die eigene Webseite, Flickr oder ein Profil in einem Netzwerk geschehen. Wer sich nicht zeigt, wird nicht gefunden von potentiellen Kunden. Viele Kreative sind aber gespannt zu sehen wie andere das gleiche Thema angehen. Und sie messen sich in einem sportlich fairen Wettkampf. Virtuell. Viele finden das inspirierend und bereichernd.
  • niedrige Einstiegshürden
    Viele Kreative wissen es sehr zu schätzen, dass wir ganz bewusst die Einstiegshürden niedrig ansetzen. Jeder kann mitmachen. Niemand muss irgendwo angemeldet sein.
    Um bei uns an einem Contest teilzunehmen muss man kein angemeldetes Mitglied sein! Jeder kann seine Arbeiten hochladen und muss dafür nur seine Email-Adresse und einen Namen hinterlassen. Erst wenn man selbst voten und kommentieren möchte, ist es einfach unumgänglich, dass man sich bei uns anmeldet. Aber gerade diese geringen Hürden werden von vielen Kreativen sehr dankbar angenommen.

Etliche dieser genannten Punkte gelten ganz generell für gutes Crowdsourcing. Einige, wie die geringen Einstiegshürden oder der hohe Grad an Reputation und Glaubwürdigkeit, den wir uns über die Jahre erarbeitet haben, sind sehr speziell. Vor allem sind sie ein echter Wettbewerbsvorteil, auf den ich durchaus stolz bin.

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veröffentlicht unter: Crowdsourcing Kommentare