Der Qype-Schock – Wenn Crowdsourcing nicht funktioniert
Ich war zwei Wochen im Urlaub. Garmisch-Partenkirchen war das Ziel meiner Familie. Und wir hatten wirklich eine fantastische Zeit dort. Als “Netzmensch” und intensiver iPhone-Nutzer wollte ich unter anderem intensiv die entsprechenden iPhone-Apps nutzen um Ausflugsziele und Tipps mir anzeigen zu lassen. Hierfür hatte ich mir von Merian die App zum “Zugspitzland” herunter geladen. Die Qype-App hatte ich schon seit längerem installiert und ab und zu mal ausprobiert. Nun sollten diese beiden Apps so richtig zum Einsatz kommen. Zusätzlich hatte ich den Versuch unternommen mir via Facebook von Freunden ein paar Tipps geben zu lassen. Ich hatte aber eigentlich nicht so sehr damit gerechnet, dass das etwas bringen würde.
Um so größer war dann meine Überraschung im zweiwöchigen Praxistest. Vorweg nur ganz kurz die Merian-App. Um es kurz zu machen: sie taugt nicht viel. Viel zu wenig Tipps. Viel zu weit weg von meinem Urlaubsort. Kaum Text, keine Bilder. Damit kann man nicht wirklich was anfangen. Und als Web 2.0 Mann stelle ich mir natürlich die Frage: Warum kann ich keine Kommentare zu den Tipps hochladen? Warum kann ich keine zusätzlichen Bilder direkt vom iPhone einpflegen? Warum kann ich keine neuen Tipps anlegen? Die Merian-App ist blind. Eine Einbahnstraße, die völlig unzeitgemäß ist. Und zudem noch nicht mal richtig was taugt. Sie verschwindet ganz schnell wieder von meinem iPhone. Sie ist ihren Preis von 1,59 € nicht wert.
Qype und Garmisch-Partenkirchen – funktioniert (bisher) nicht
Aber dafür gibt es ja Qype. Hier setzt man auf das wunderbare Crowdsourcing-Prinzip. Hier werde ich garantiert viele gute Tipps, viele Fotos, viele hilfreiche Kritiken von anderen Urlaubern finden. Dachte ich mir. Garmisch-Partenkirchen ist ja nicht irgendein Kaff irgendwo weit ab der touristischen Brennpunkte. Wenn nicht für Garmisch-Partenkirchen, wofür dann? Dachte ich mir so. Und wurde böse überrascht von Qype. Ja, es gibt den ein oder anderen Tipp. Aber: meist ohne jedes Bild. Oft ohne Öffnungszeiten. Und fast immer: ohne einen einzigen Nutzerkommentar. Ich war ehrlich geschockt wie dünn Qype für Garmisch-Partenkirchen bestückt ist. Damit hatte ich nicht gerechnet.
Ein Beispiel. Ich wusste (dazu später noch mehr), dass es in Grainau, nur wenige Kilometer von Garmisch-Partenkirchen entfernt, ein wunderbares Freibad gibt. Das Zugspitzbad. Ich gab also in der iPhone-App für den Ort “Grainau” den Suchbegriff “Freibad” ein. Erscheint mir logisch diese Suche. Das Ergebnis zeigt dieser Screenshot von meinem iPhone:
Laut Qype gibt es also in Grainau kein Freibad. Ups. Ich wusste aber, dass es eines gibt. Ich wusste sogar den Namen. Also gab ich den Namen ein: “Zugspitzbad”. Und siehe da, es wurde zumindest gefunden.
Mein erster Gedanke war: “Was für ein Blödsinn! Ich suche doch nicht nach dem Namen…” Und die Enttäuschung war noch größer, als es kein einziges Bild, keine einzige Nutzerkritik gab. Das hat sich jetzt geändert, weil ich ein Bild hochgeladen und etwas dazu geschrieben habe. Nur “meckern” ist nicht mein Stil. Das im Screenshot zu sehende Bild sowie die Bewertung stammen von mir. Vorher war dort nichts.
Als ich dann auf dem Rechner Qype aufrief und wiederum nach einem “Freibad” in “Grainau” suchte, wurden mir wenigstens Bäder in Garmisch und der Umgebung angezeigt. Aber nicht das herrliche Freibad Grainau. Also die Online-Version war schon etwas hilfreicher. Das ändert aber nichts daran, dass es keine Bilder (siehe Screenshot) und keine Meinungen aus der Community gibt. Und das Schlimme war: das betraf nicht allein das Freibad in Grainau. Immer wieder fand ich via Qype nur wenige Tipps, die vermutlich automatisch durch eine Software eingepflegt wurden. Da wurden vermutlich irgendwelche Branchenbücher gecrawlt. Aber nie gab es für Garmisch-Partenkirchen und Umgebung Bilder, geschweige denn Artikel von Nutzern. Ich gewann immer mehr den Eindruck: Crowdsourcing auf Qype funktioniert nicht.
Ursachen warum Qype nicht funktioniert
Da ich mich beruflich sehr intensiv mit Crowdsourcing beschäftige und Qype an sich sehr mag, weil sie genau auf diesen Baustein des Web 2.0 setzen, fragte ich mich dann: Warum ist das so? Warum funktioniert Qype an der Stelle nicht?
Es gibt Tausende von Touristen die Jahr für Jahr nach Garmisch-Partenkirchen fahren. Es gibt unendlich viele Gastronomen, Geschäfte, örtliche Einrichtungen, Tagungszentren, Hotels, Skiverleihe, Skischulen, Sportvereine, die alle ein großes Interesse daran haben, dass viele Menschen positiv über Garmisch-Partenkirchen und die anderen Orte rund um die Zugspitze berichten. Doch auf Qype ist Totentanz.
Es gibt aus meiner Sicht mehrere Erklärungen dafür. Zum einen wäre es dringend notwendig, dass Qype in solch wichtigen touristischen Zentren präsent ist. Hier müsste eine aggressive PR-Strategie gefahren werden, um Orte wie Garmisch-Partenkirchen zu penetrieren. Denkbar wären Kooperationen mit dem örtlichen Tourismusverband, Zusammenarbeit mit Skischulen, Werbung bei einem der zahlreichen sportlichen Highlights wie Skispringen Vierschanzentournee, Alpiner Skiweltcup oder dergleichen mehr.
Zum anderen muss das Communitymanagement natürlich extrem gut sein. Und mit “gut” meine ich nicht allein die Qualität, sondern auch die Quantität. Ich weiß nicht, wie viele Communitymanager bei Qype arbeiten. Aber ich befürchte: weniger als 10. Um meine Community aber zu motivieren bedarf es bei einer so weit gefassten Zielgruppe wie bei Qype deutlich mehr Menschen, die für Qype als Communitymanager agieren. Bei RUF-Reisen sind das zum Beispiel knapp 20 Leute. Siehe hierzu dieses interessante Interview.
Ungenügende Incentivierungsstrategie beim Crowdsourcing
Der dritte Punkt, der Schuld daran ist, das Qype nicht wirklich funktioniert, ist die Incentivierungsstrategie. Ich fragte meine Frau, ob wir nicht was schreiben wollen, wenn es bisher nichts gibt, zu der herrlichen Baude, in der wir gerade leckeren Rhabarberkuchen aßen. Ihre Antwort: “Vielleicht. Später. Was soll ich mit nem zweiten Qype-T-Shirt oder ner neuen Tasse?” Will sagen: Die Incentivierung bei Qype ist unspannend! Man setzt auf die Faktoren “Fame” und “Spaß”, was bedingt auch funktioniert. In Großstädten wird Qype offensichtlich besser angenommen. Aber reicht das langfristig? Ich denke nicht.
Alle Crowdsourcing-Projekte müssen sich für die Zukunft die Frage stellen “Ist meine Incentivierungsstragie ausreichend?“. Das betrifft nicht nur Qype. Ich arbeite aktuell an drei Crowdsourcing-Projekten in der strategischen Planung mit und muss die Geldgeber immer wieder davon überzeugen, dass es wichtig ist nicht nur nehmen zu wollen, sondern auch zu geben. Ich versuche hier Strategien zu entwickeln, die für die Nutzer spannend sind. Die die Community motivieren langfristig aktiv zu sein und bei der Stange zu bleiben. Das ist sicherlich nicht einfach. Aber das Beispiel Qype zeigt, dass dies unbedingt notwendig ist.
Mundpropaganda via Facebook funktioniert
Noch einmal zurück zum Freibad in Grainau – das übrigens wirklich wunderbar ist! Den Tipp für dieses Freibad bekam ich via Facebook! Ich hatte meine dortigen Freunde um Tipps für Garmisch-Partenkirchen und Umgebung gebeten. Und ich bekam einen Haufen guter Tipps! Danke dafür, Martin! Diese Tipps waren Gold wert und entpuppten sich allesamt als großartig. Ich musste feststellen: Mundpropaganda ist großartig und funktioniert genial. Facebook war dafür der perfekte Kommunikationskanal. Denn hier konnte ich dann auch die Bilder hochladen und mich entsprechend bedanken. Wenn man jetzt auf Facebook nach Tipps für Garmisch-Partenkirchen sucht, wird man den ein oder anderen Tipp von mir finden. Die neue Facebook-Suche machts möglich.
Fazit für ein besseres Crowdsourcing
Natürlich war ich auch so fair etliche Fotos auf Qype hoch zu laden. Aber ich kann nicht verhehlen, das ich enttäuscht war von Qype. Qype hat für Garmisch-Partenkirchen als Portal für Tipps, Bilder, Meinungen miserabel funktioniert. Die gewaltigen Möglichkeiten von Crowdsourcing wurden an der Stelle bisher nicht ausgeschöpft. Die Gründe für das Versagen an dieser konkreten Stelle habe ich weiter oben benannt: Kein Marketing in solchen Regionen. Möglicherweise personell zu dünnes Communitymanagement um die unerlässlichen Leaduser ausfindig zu machen und stärker zu binden und zu motivieren. Ungenügende Incentivierungsstragien. Das machen andere Projekte in der Zukunft in Sachen Crowdsourcing hoffentlich besser.
Nachtrag: weitere Tipps, die mir auf Qype unzureichend oder gar nicht angezeigt wurden
In Murnau gibt es eine traumhafte Konditorei, in der man herrlich Kuchen, aber auch Salat essen und Tee trinken kann: das Café Kroenner. Auf Qype ist es leider nur sehr schwer zu finden. Wenigstens gibt es jetzt ein paar Bilder von mir.
Ein Traum ist auch der Berggasthof Almhütte, auch “Windbeutelalm” genannt.
Für die Esterbergalm gab es vorher gar keinen Eintrag auf Qype. Das haben wir geändert. Ein herrliches Wanderziel vom Wank herunter ins Tal.
Und den leckersten Rhabarberkuchen der Welt – der mich echt aus den Latschen gehauen hat – gibt es nach einem recht beschwerlichen Anmarsch im Berggasthof Wamberg.
Die meisten Fotos wurden übrigens mit dem iPhone geschossen. Ich bin nicht zufrieden mit der Qualität, aber für solche Zwecke reicht es.











Montag 17. August 2009 um 11:12
[...] Auch im Urlaub muss ein Agentur-Inhaber alle Augen offen halten. Ich war überrascht, wie miserabel Crowdsourcing auf Qype funktioniert. Hier sind der Bericht und eine knappe Analyse: “Der Qype-Schock – Wenn Crowdsourcing nicht funktioniert“. [...]
Montag 17. August 2009 um 11:45
Hallo Matias, vielen Dank für den umfangreichen Artikel. Das Freibad war leider nur unter “Sport”, aber nicht unter “Schwimmen” kategorisiert, und wurde daher nicht gefunden. Das habe ich nun korrigiert und es erscheint dann bald in der korrekten Kategorie (Caching).
Qype funktioniert derzeit am besten in Städten. Dass wir bislang in touristischen, aber ländlichen Regionen weniger stark vertreten sind ist korrekt. Da werden wir noch weitere Möglichkeiten für Platzinhaber schaffen, die gerade für touristische Anbieter besonders interessant sein könnten.
Zu den User-Incentives: Shirts und Taschen gibt es nicht mehr, aber User mit dem Status “Qype-Experte” nehmen mit neuen Beiträgen regelmäßig an Gewinnspielen, bswp. für 5 HTC Magic oder mehreren anderen Handys teil. Außerdem werden Qype-Experten bald deutlich mehr Funktionen als neue User zur Hand haben.
Was die Größe des deutschen Community-Managements angeht: Leider sind es tatsächlich weniger als 10 Community Manager, denn ich bin der einzige für Deutschland. Aber natürlich gibt es ein Mehrköpfiges Support-Team für direkte User-Anfragen an Qype.
Vielen Dank für den Artikel und für Dein Engagement auf Qype!
Montag 17. August 2009 um 11:54
@Moe
Das hatte ich befürchtet – das mit dem Communitymanagement. Kenn ich auch von anderen Projekten, die kommen. Das ist viiiiieeel zu wenig. Aber wem sage ich das.
Cool, die schnelle Reaktion! Kompliment. Mit den Experten hört sich nicht schlecht an. Aber ein Gewinnspiel ist halt auch “nur” Glückssache. Dennoch: ein Schritt in die richtige Richtung!
Blöd übrigens, dass ich mit der App keine Tags vergeben kann!!! Oder auch keine zusätzlichen Bilder sehen. Echte Schwächen.
Montag 17. August 2009 um 16:11
[...] Wenn Crowdsourcing nicht so recht funktionert: Qype Matias Roskos17. August 2009, 16:11 Uhr, 0 Reaktionen Kategorie: Open Innovation Ich war im Urlaub. Und wollte Qype intensiv nutzen um mir Tipps in der Urlaubsregion anzeigen zu lassen. Entsetzt musste ich – als großer Crowdsourcing-Fan – feststellen, dass das Generieren von Inhalten über die Community hier noch nicht wirklich funktioniert. Ein Resumee findet ihr drüben in meinem Fachblog unter dem Titel “Der Qype-Schock – Wenn Crowdsourcing nicht funktioniert“. [...]
Montag 17. August 2009 um 18:29
Erst mal: Interessante und auch meiner Ansicht nach grundsätzlich richtige Analyse! Dass Qype in Städten besser funktioniert, hast du geschrieben und Moe “zugegeben”. Man muss das im übrigen auch mal andersherum so sagen: In Städten ist Qype richtig, richtig wertvoll!
Es bleibt die Frage, warum Qype in Touristenorten nicht gut bestückt ist. Meiner Ansicht nach liegt das schlicht und einfach daran, dass es nur sehr wenige Menschen gibt, die überhaupt am Web 2.0 aktiv teilnehmen, und die machen nicht so oft in Garmisch Urlaub. Sprich. Die Quote der Qyper ist dort einfach dünn.
Und wenn das so ist, dann funktioniert die Selbstverstärkung noch nicht. Warum soll ich der erste und vielleicht für einige Zeit auch letzte Depp sein, der etwas über Garmisch schreibt? Warum soll ich etwas geben, ohne damit rechnen zu können, dass ich auch etwas nehmen kann? Das ist wie auf einer Party, die schleppend in Gang kommt. Wenn sie erst mal läuft, rufen irgendwann die Nachbarn die Polizei. Aber dieselbe Party um 20 Uhr: Da stehen ein paar Hanseln in der Küche rum und hoffen, dass irgendeinem ein Witz einfällt.
Ich selbst bin mir dessen bewusst und schreibe zum Beispiel über meine Urlaubsziele immer auf Qype. Aber ich kann es niemandem verübeln, wenn er nicht über ein Hotel in Lütjenburg oder ein Cafe in Tegernsee schreibt.
Montag 17. August 2009 um 18:36
In kleineren Orten ist bei Qype wirklich nicht viel los. Ich selbst versuche auch zu jedem Lokal osder so etwas bei Qype zu schreiben, einfach weil es mir Spaß macht. Die Qype-App für das G1 hab ich daher auch sofort installiert, find ich recht nützlich.
Montag 17. August 2009 um 22:19
@Surfguard
Richtig – in Städten zeigt Qype seine Stärken und sein Potential.
Ich bin aber nicht bereit es einfach so hinzunehmen dass man sagt: dort gibts halt keine Qyper. Wenn ich etwas bewegen will und meine Zielgruppe nicht wie zum Beispiel bei StudiVZ “nur” Studenten sind, dann darf ich mich nicht auf den Städten ausruhen. Gerade auch touristische Brennpunkte müssen für Qype elementarer Bestandteil der Wachstumsstrategie sein aus meiner Sicht.
Und wer ist denn aktiv im Web 2.0? Viele der aktivsten Nutzer sind a) Frauen und b) über 35jährige (wie ich).
Also durchaus Menschen die a) viel reisen oder b) selbstständig sind und ein Hotel, Restaurant oder ein anderes Dienstleistungsunternehmen haben oder dort arbeiten. Und genau die muss ich erreichen. Und die wiederum haben ein großes Eigeninteresse, dass ihr Unternehmen im Web 2.0 präsent ist.
Ich weiß: das bedeutet viel Aufklärungsarbeit. Ein Communitymanager ist da deutlich zu wenig.
Aber von einem so großartigen Web-Unternehmen wie Qype erwarte ich einfach mehr, wie nur ins Ausland zu expandieren mit dem Geld der Investoren. Auch im Kernmarkt darf man sich nicht ausruhen auf den Lorbeeren.
Dienstag 18. August 2009 um 08:16
Matias, ich stimme dir ja zu, dass Qype mehr Interesse daran zeigen sollte, den touristischen Bereich abzudecken, beispielsweise durch Incentivierungen.
Ich habe aber schon im Artikel einen Punkt nicht verstanden, den du hier wiederholst: “die wiederum haben ein großes Eigeninteresse, dass ihr Unternehmen im Web 2.0 präsent ist.” Ich will doch in Qype keine Eigenbeschreibungen von Hotels oder Restaurants? Die finde ich auch in den bunten Broschüren, die am Urlaubsort ausliegen. In Qype will ich Beiträge von Besuchern. Und die haben eben nur ein Eigeninteresse bei einer Community: Sie durch das Geben von Information so groß zu machen, dass man auch nehmen kann.
Und da kommt eben der von mir angesprochene Party-Effekt ins Spiel: Alle wollen Spaß auf eienr Party haben, aber alle kommen eine Stunde nach der angekündigten Anfangszeit, weil sie hoffen, dann Spaß haben zu können, ohne die Party in Gang bringen zu müssen.
Dienstag 18. August 2009 um 09:01
[...] » Der Qype-Schock – Wenn Crowdsourcing nicht funktioniert – SocialNetworkStrategien [...]
Dienstag 18. August 2009 um 09:05
@Surfguard.
FALSCH! Und auch richtig.
Natürlich will kein Fake-Lobhudeleien, sondern echte Bewertungen.
Aber es ist bei Qype durchaus angedacht, dass Inhaber ihr Profil pflegen können. Und das halte ich für absolut sinnvoll. Bilder vom eigenen Hotel hochladen. Öffnungszeiten, Schließzeiten. Spezielle Dienstleistungen die man anbietet. Saisonrabatte und so weiter. Alles klar gekennzeichnet, dass es direkt vom Inhaber kommt. Halte ich für gut und sinnvoll. Was nutzt mir ein Eintrag ohne Öffnungszeiten und ohne Bilder…
Außerdem halte ich es ebenso für sinnvoll, wenn man seine Gäste animiert die Dienstleistung, das Angebot zu bewerten. Mittels eines Flyer, der mit auf dem Hotelzimmer liegt. Via Email nach dem Urlaub. Durch einen kleinen Hinweis in der Speisekarte oder auf der Rechnung. Da gibt es viele, unaufdringliche Möglichkeiten um dem Gast zu sagen: “Wir freuen uns, wenn es ihnen bei uns gefallen hat. Erzählen sie anderen von uns, damit sie auch zu uns finden. Auf XYZ, ABCD und VVV ist dies problemlos möglich.”
Motivation der Gäste. Und auch überhaupt erstmal der Hinweis, dass es diese Portale gibt.
Dienstag 18. August 2009 um 10:34
Naja, Garmisch-Partenkirchen: ist das nicht eher was für ältere Kurlauber? Kein Wunder, dass Web2.0er da nicht so vertreten sind.
Dienstag 18. August 2009 um 10:39
@Bernd
Na schönen Dank auch. Ich bin 38! Meine Frau jünger. Und Wandern, Mountainbike-fahren, Rafting, Canowing, Gipfel besteigen, Segelfliegen, Snowboarden, alpin Skifahren – das sind alles Dinge, die vor allem von Menschen mittleren bis jüngeren Alters betrieben werden.
Was nicht heißt, das auch viele Senioren dort Urlaub machen. Aber wenn man dort ist, wird man sehen, dass die Mischung stimmt und viele jüngere, aktive Leute dort Urlaub machen! Unterschätzt mir Garmisch-Partenkirchen nicht.
Dienstag 18. August 2009 um 10:42
@Moe
Ich bin seit etwa 1 Monate bei Qype angemeldet.
Aktuell schreibe ich primär über Erfurt, weil ich da nun mal auch wohne :)
War etwas erschrocken, dass gerade die bekannteren “Locations” teilweise nicht mal ein Bild hatten. Naja, zumindest meist Bewertungen.
Bin auch der Meinung, dass man an den “Belohnungen” (muss ja nix kostspieliges sein – viele sind schon mit einem bunten Bildchen neben dem Avatar zufrieden) noch was feilen muss.
Das Punkte-System ist schon ganz gut.
Und auf jeden Fall sollte mehr Werbung (also für Qype) gemacht werden.
Viele kennen es nicht. In Erfurt selbst habe ich exakt ein Café gesehen, wo mehr oder weniger versteckt ein kleiner Qype-Aufkleber hing.
Das ist leider zu wenig für so ein geniales Konzept.
Schaut euch mal z.B. HolidayCheck an, die sind mit Userbewertungen groß (und bekannt) geworden… :)
Dienstag 18. August 2009 um 10:52
Da bin ich aber mal froh, dass die verwöhnten Berliner merken, wie das Social Web auf dem Lande aussieht bzw. funktioniert. Was Du für Qype in Bezug auf Garmisch schreibst, gilt für weite Teile Deutschlands, darunter auch andere touristisch attraktive Regionen (etwa meine Heimat, Bodensee-oberschwaben).
Ich nutze deshalb auf meinem HTC Magic die Applikation “Places Directory” von Google. Sie zeigt mir zu praktisch jedem Ort wichtige Anlaufstellen an (Banken, Tankstellen…), wenn auch ohne jede Komponente des Social Web. In Städten mit weniger als 100.000 Einwohner ist das meist aussagekräftiger als Qype.
Dienstag 18. August 2009 um 10:54
[...] Itam GmbHGestern wurde im SocialNetworkStrategien Blog von Matias Roskos ein Beitrag über das Crowdsourcing bei Qype sowie dessen Nutzen veröffentlicht, der mir vollkommen aus der Seele spricht. Der Beitrag zeigt [...]
Dienstag 18. August 2009 um 11:06
Was man vielleicht auch berücksichtigen sollte ist, dass noch nicht jeder ein Iphone hat.
Dienstag 18. August 2009 um 11:54
Der Sema hat Recht, in diesem Fall wäre HolidayCheck wohl die bessere Alternative gewesen. Die haben zwar (noch) keine iPhone App, aber zu Garmisch-Partenkirchen fällt ihnen eine Menge ein: 39 Reisetipps, 474 Urlaubsbilder nebst natürlich diverser Hotelbewertungen.
Selbst dein Café Krönner findet erwähnung. : )
Dienstag 18. August 2009 um 12:38
[...] der fundierten Kritik in diesem Artikel hat mir besonders der folgende Kommentar zu den Netzwerkeffekten im Web 2.0 gefallen. „Das ist [...]
Dienstag 18. August 2009 um 18:01
Qype war mir bisher als Branchentelefon und Bewertungsaggregator bekannt. Das dann zwar viele Einträge, aber wenig web2null-iges zu finden war, ist mir auch schon aufgefallen.
Warum nichts drin ist, sollte Qype selber am besten wissen. Immerhin sind die diversen Lokale schon gut in google plaziert. Vielleicht sollten einige lokalen Blogger/Bewerter/Kenner sich mit Qype bzw. deren API auseinandersetzen, denn die Vorraussetzungen sind eigentlich gegeben.
Ich selber als Karlsruher Lokaltester bin aber auch zu faul, meine Eindrücke zusätzlich in Qype, marcelonio, Facebook, paromio usw. manuell zu verbreiten, wenn ich es schon im Blog getan hab.
Gruß, Christian Harms.
Dienstag 18. August 2009 um 20:02
[...] Der Qype-Schock – Wenn Crowdsourcing nicht funktioniert [...]
Dienstag 18. August 2009 um 20:32
[...] (aus einem Kommentar über den “Qype-Schock”) [...]
Mittwoch 19. August 2009 um 12:57
Dass die Anbieter selbst die Angaben aktualisieren ist aber ein grundsätzliches Problem – das machen nur wenige. Daher haben wir auf http://www.freizeitengel.de von Anfang an darauf gesetzt, dass wir die Beschreibungen verfassen mit allen Nutzen stiftenden Informationen. Dabei fokussieren wir uns auf Familien und Kindergruppen, aber du hättest bei uns zu Garmisch bestimmt einige interessante Freizeittipps gefunden. Vielleicht beim nächsten Mal;-)
Mittwoch 19. August 2009 um 15:01
Hi Matias,
ich finde Deinen Beitrag ziemlich fundiert recherchiert – Danke.
Mich nervt und wundert auch, dass wir bei Qype ein unglaubliches Stadt-Land-Gefälle sehen. Nicht nur in Garmisch.
Das liegt durchaus auch daran, dass wir schon früh sehr viel Wert auf die Städte gelegt haben und auf Europa. D.h. in irgendeinem Winkel in Barcelona, London oder Paris findest Du mehr Infos als für Garmisch.
Natürlich kann man über die Incentivierung der Qype User absolut optimieren, ich denke auch, das passiert bei Qype. Auch die PR in Sachen touristischer Inhalte könnte noch optimiert werden. Aber ich würde gegen den Vorschlag “20 Community Manager beschäftigen” votieren, Wenn die Community von 20 Leuten animiert werden müsste, dann liefe da was falsch.
Mittwoch 19. August 2009 um 15:41
Hallo Stephan,
freut mich, dass mein Artikel diese Resonanz hervor ruft. Denn ich mag die Grundidee von Qype durchaus.
Das Argument, dass ein Communitymanager reichen muss weil sonst was am Konzept nicht stimmt, höre ich immer wieder. Nicht nur von euch. Alle wollen gerade an der Stelle sparsam sein.
Aus meiner Sicht ein riesiger Fehler. Vor allem, wenn meine Zielgruppe so weit gefächert ist wie bei Qype.
Man sollte auch bedenken: wir sind in Deutschland. Die Nutzer hier ticken anders als die Amerikaner.
Und gerade auch die Erfahrungen in Garmisch zeigen mir: man müsste aktiver werden. Nicht allein durch neue Incentivierungskonzepte. Komplexere Maßnahmen sind da sinnvoller. Auch wenn sie auf den ersten Blick teurer erscheinen mögen.
Mir ist durchaus klar, dass sich das alles irgendwo auch rechnen muss… Aber gerade da sind Orte wie Garmisch-Partenkirchen super spannend für Qype & Co.
Freitag 21. August 2009 um 19:48
Hallo,
vielen Dank für den tollen Artikel. Ich wohne in Garmisch-Partenkirchen und mache auch öfters Webseiten für Hotels, etc.
Ich weise meine Kunden auch immer darauf hin, dass Sie Ihre Gäste motivieren sollen, Ihr Hotel etc. in Qype und auf anderen Portalen sich bewerten zu lassen.
Das Web 2.0 ist hier bei vielen einfach noch nicht angekommen.
Ich werde gleich auf meinem neuen Dienstleistungsportal http://www.dienstleistungen-gap.de einen Link zu diesem Artikel setzen und dies in den örtlichen Xing-Gruppen verbreiten. Ich hoffe dass dies die Leute hier einmal aufrüttelt.
Es ist ja schön, dass auch schon die örtliche Hotelfachschule diesen Artikel getwittert hat.
Viele Grüße
Marita Betz
Mittwoch 26. August 2009 um 10:44
Zur Incentivierung: Warum soll ich denn als Nutzer bei Qype eine Bewertung einstellen, ohne am Umsatz mitzuverdienen, den die Betreiber über Werbung verdienen, u.a. weil ich dort einen Text veröffentliche und somit die Site attraktiver mache?
Ich weiß, dass das bei TripAdvisor, holidaycheck etc ganz gut funktioniert – aber die Nutzerzahlen zeigen, dass es auch bei spezialisierten Netzwerken im Wesentlichen nur einen Platzhirschen geben kann (genau wie bei den “allgemeinen” Netzwerken -> facebook). Um gegen die Konkurrenz bestehen zu können, scheint mir ein Modell wie das hinter simonseeks.com erfolgversprechender.
Für Garmisch-Touristen empfehle ich im übrigen feierabend.de :-D
Mittwoch 26. August 2009 um 13:03
[...] Shared Der Qype-Schock – Wenn Crowdsourcing nicht funktioniert [...]
Mittwoch 2. September 2009 um 11:31
[...] Die Mitglieder einer Crowdsourcing-Community werden um so engagierter sein, wie sie durch spannende Incentivierungen motiviert werden sich einzubringen. Bei karitativen oder auf dem Prinzip des Open Source basierenden Projekten, hinter denen kein kommerzieller Anbieter steckt, mag das anders sein. Aber sobald ein Unternehmen, egal wie groß, Crowdsourcing einsetzen möchte, ist es bereits in der Konzeptionierungsphase unerlässlich spannende Strategien zu entwickeln, wie man die Community entlohnen und damit motivieren kann. Viele schrecken davor zurück Geld als Entlohnung einzusetzen. Meist ein Fehler. Warum sollen Teilnehmer nicht auch monetär vom Erfolg partizpieren? Tchibo ideas zum Beispiel prämiert jeden Monat die besten Ideen und schießt so knapp 5.000 € jeden Monat in die Community. Bei Innocentive ist es selbstverständlich, dass jeder Auftrag auch adäquat entlohnt wird. Die Summen reichen hier von 5.000 bis 500.000 $. Bei Sellaband sind diejenigen, die als “believer” in einen Musiker investieren dann anteilig am Verkauf der CD’s beteiligt. Außerdem erhält man für jeden Anteil, den man für 10 $ erworben hat, eine CD dieses Künstlers zugesandt. Aber auch andere Modelle sollten ergänzend eingesetzt werden. Hier gibt es diverse Möglichkeiten, die mit dem Streben nach einem besonderen Status in der Community, dem Sammeln virtueller Güter und dem Spaß am Wettkampf spielen. Dass nicht ausreichende Incentivierungsstrategien auch zu Misserfolgen führen können, habe ich ganz gut am Beispiel von Qype herausgearbeitet: “Der Qype-Schock – Wenn Crowdsourcing nicht funktioniert“. [...]
Donnerstag 3. September 2009 um 12:32
Crowdsourcing in der Provinz…
Der Artikel von Matias Roskos, der im Urlaub feststellte, dass der Städteguide Qype ihm keine hilfreichen Empfehlungen für seinen Urlaubsort Garmisch-Partenkirchen geben konnte, hat mich dazu angeregt mal nachzusehen wie um es Einträge über Schwab…
Samstag 5. September 2009 um 22:06
[...] Erfahrungsbericht eines Nutzers mit Vergleich ähnlicher Dienste [...]
Dienstag 15. September 2009 um 07:23
[...] TripsByTips und so weiter. Hier ist noch viel Nachholbedarf, wie ja auch mein Artikel „Der Qype-Schock“ deutlich machte. Noch sind die Touristiker deutlich zu passiv. Professionelle Beratung und [...]
Montag 5. Oktober 2009 um 08:23
[...] Qype einem intensiven Test unterzogen (siehe meinen zigfach gelesenen und verlinkten Artikel “Der Qype-Schock – Wenn Crowdsourcing nicht funktioniert“). Ganz bewusst wollte ich schauen, was auf Facebook passiert, wen man erreicht und ob es [...]
Mittwoch 14. Oktober 2009 um 14:50
[...] in Garmisch-Partenkirchen ja schon gezeigt habe. Dort hatte ich intensiv auf Facebook berichtet und so einige Social Media Bausteine getestet. Darum ganz klar: ICH HÄTTE RIESIG LUST DAZU! Weil ich super gern Ski fahre. Weil ich Zell am [...]
Mittwoch 4. November 2009 um 16:48
[...] Unternehmer nutzen” geschrieben. Nachdem ja gerade auch Qype von mir heftig kritisiert wurde in diesem Beitrag, möchte ich ausdrücklich betonen, wie richtig und gut ich diese Worte aus dem Hause Qype finde. [...]
Dienstag 12. Januar 2010 um 10:46
[...] Bewertungsportale da draußen, die alle unter dem gleichen Problem leiden. Sorry, Qype, dass ich schon wieder euch heraus picke. Ich hoffe, ihr seht das positiv. Denn über euch wird geredet. Das ist ein an sich gutes [...]