SocialNetworkStrategien Crowdsourcing, Communities, Communitymanagement und Social Media Marketing

12Aug/09Off

Crowdsourcing für ein Kochbuch

Autor des Artikels: Matias Roskos

Immer mehr Verlage überlegen, wie sie Crowdsourcing in ihre Zukunftsstrategien einbauen können. Doch sie schrecken meist vor der Unberechenbarkeit der Einbindung der "Crowd", einer Online-Community zurück. Angst vor der offenen Web 2.0 Welt. Angst vor den Menschen da draußen, die plötzlich mitreden möchten und können. Angst vor dem personellen und zeitlichen Aufwand, den ein gutes Crowdsourcing-Projekt durchaus mit sich bringt. Und dann das Fehlen fast jeglicher Erfahrungen im Konzipieren und Betreuen von Crowdsourcing-Projekten.

Doch ist Angst ein guter Ratgeber? Wohl eher nicht. Die Stärke erfolgreicher Unternehmer war vor allem schon immer Weitsicht und Mut.

Ich selbst bin konkret in die Planungen für ein solches Crowdsourcing-Projekt involviert und kümmere mich um die richtigen Incentivierungsstrategien. Denn meiner Meinung funktioniert Crowdsourcing, geht es nicht um Non-Profit-Projekte wie Wikipedia, nur, wenn auch im Bereich Entlohnung spannende und faire Rahmenbedingungen geschaffen werden. Gerade Marken mit einem guten Namen müssen aufpassen, dass ihr Image keinen Schaden nimmt und müssen dafür sorgen, dass die Teilnehmer, die Community, nicht den Eindruck hat einfach nur ausgenutzt zu werden. Crowdsourcing sollte für alle Seiten ein Nehmen UND Geben sein.

Dass man Crowdsourcing wunderbar unter anderem auch für Bücher nutzen kann, wenn es um Erfahrungs- und Wissensvermittlung geht, davon bin ich fest überzeugt. Nimmt man den Baustein "print on demand" noch dazu, könnte man theoretisch ständig aktualisierte Ratgeber, Reiseführer, Kochbücher zum Download bereit gestellen. Generiert durch die Community. Brandaktuell. Mit neuestem Bildmaterial. Abgesichert durch eine Fach-Redaktion. Ja - ich empfehle immer auch eine Redaktion einem solchen Projekt an die Seite zu stellen. Als Qualitätssicherung und gleichzeitig Ansprechpartner für die Community. Redaktion und Communitymanagement in einem. Eine professionelle Betreuung ist bei einem guten Crowdsourcing-Projekt unerlässlich.

food52

Im Netz ist aktuell nachzulesen, dass zwei namhafte Kochbuchautorinnen genau solch ein Projekt planen. Laut TechCrunch wollen Amanda Hesser und Merrill Stubbs mit Food52 ein Kochbuch herausbringen, dass direkt aus dieser neuen Community kommt. Nachzulesen bei TechCrunch: Amanda Hesser And Merrill Stubbs Crowdsource a Cookbook With Food52.

The site and the book will appeal to anyone who ever wanted to write their own cookbook but never had the time. But it won’t be a free-for-all. Hesser and Stubbs will make editorial decisions with give-and-take from the site’s members. To guide the community, every week two themes will be presented which will act as a call for recipes. This week’s themes (they are really assignments) are “Your Best Grilled Pork Recipe” and “Your Best Watermelon Recipe.” Anyone can submit their favorite recipes, along with photos or videos. Then Hesser and Stubbs select the most promising ones, test them, and choose the best two for each theme. They present these back to the Food52 members, who get to vote which one will make it into the cookbook.

Hier hat jemand verstanden, wie Crowdsourcing funktioniert. Ich bin ehrlich begeistert. Und würde mir wünschen, dass man in Deutschland auch mehr Mut beweist und Crowdsourcing in Bereichen wie Modedesign, Tourismus, Verlagswesen sowie bei neuen Marketing-Kampagnen zum Einsatz kommt. Zum Einsatz als Marketing-Baustein demnächst mehr an dieser Stelle.

Nachtrag:
Auf Facebook gab es zwei interessante Kommentare zu diesem Artikel.
Michael sagte:

Schöne Idee! Als Digital Native gehe ich aber natürlich davon aus, dass gedruckte Kochbücher keine Zukunft haben. Wo ist der Mehrwert gegenüber Chefkoch etc.? Außerdem werden die Dinger immer so schnell fettig und fleckig, wenn man damit neben dem Herd hantiert. :-/

Anna wiederum widersprach vehement:

Also, ich als begeisterte köchin wehre mich gegen die digitale form des kochbuches. das good old kochbuch in hardcover ist und bleibt das perfekte werkzeug zwischen herd und ofen. ich denke in bestimmten bereichen (und dazu gehört der raum küche/lebensmittel) wird sich die digitale welt nicht durchsetzten können. es ist einfach zu unpraktisch. und will ich denn das mein mac fettig und fleckig wird? ;-)

Dem möchte ich auf keinen Fall widersprechen!

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