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19Aug/09Off

1&1 sagt: „Bitte zahlen sie 50% mehr!“

Autor des Artikels: Matias Roskos

Wie würden sie es finden, wenn ein Dienstleister ihnen sagt: "Bitte zahlen sie ab nächsten Monat bitte 50% mehr. Dafür bekommen sie auch ein bisschen mehr. Egal ob ihnen das gefällt oder nicht." Okay - wenn es mir nicht gefällt, darf ich widersprechen. Schriftlich. 4 Wochen habe ich Zeit dafür. Email reicht da nicht. Ist ja auch nicht irgendein Wald-und-Wiesen-Unternehmen, sondern nur 1&1. Eines der größten Internetunternehmen Deutschlands.

Ehrlich - ich bin stinksauer darüber, dass ich pro Monat 10 Euro mehr zahlen soll. Macht im Jahr 120 Euro an Mehrkosten. Für Dinge, die ich nicht brauche. Als Begründung wird mir Folgendes mitgeteilt:

Profitieren Sie deshalb ab Oktober in Ihrem Tarif 1&1 Business Pro 5.0 von folgenden Erweiterungen:

- 10.000 MB Webspace (statt bisher 5.000 MB):
Jetzt ist endlich mehr Platz da für kreative Ideen und einen starken Internetauftritt.
- Unlimitiertes monatliches Transfervolumen (statt bisher 500.000 MB/Monat):
Schluss mit unnötigen Gedanken über zu hohen Trafficverbrauch. Ihre Webseite kann von beliebig vielen Besuchern angesurft werden. Wir sorgen dafür, dass Sie nicht wegen Überlastung schließen müssen.
- 20 MySQL-Datenbanken (statt 10): Noch mehr Möglichkeiten, einzelne Projekte in unterschiedlichen Datenbanken unterzubringen.

Im Zuge der Paketaufwertung ändert sich der Preis für alle Verträge Ihres Tarifes "1&1 Business Pro 5.0" auf je 29,99 EUR/Monat (inkl. MwSt.).

Liebes 1&1:

  • Ich habe keine "Sorgen" mit meinem Trafficverbrauch!
  • Ich brauche keine weiteren 10 Datenbanken!
  • Ich brauche keinen 5.000 MB an mehr!
  • Ich habe nie darum gebeten mehr zu bekommen. Und bin auch noch weit entfernt von der Auslastung meines Paketes.
  • Ich finde diese Mitteilung eine Unverschämtheit!

Ehrlich, sowas regt mich auf. Ein Dienstleistungsunternehmen erhöht die Kosten für meinen Vertrag um 50% von 19,99 € auf 29,99 €. Ohne dass ich das will. Ich hätte nichts dagegen, dass man mir einen neuen Vertrag anbietet. Dass man mir spannende Angebote macht. Aber NICHT, dass man einfach etwas ändert und dafür deutlich mehr Geld verlangt. Und ich dann aktiv werden muss, um dem Ganzen zu widersprechen. Das kostet Zeit, nervt und ärgert mich. Und hinterlässt einen faden Beigeschmack. Warum tun Unternehmen etwas in dieser Art? In der heutigen Zeit. Traurig. Unverständlich. Unnötig. Ich denke darüber nach, meinen DSL-Vertrag und meine mehreren Pakete, die ich bei 1&1 habe, zu kündigen. So vertreibt man seine Kunden, liebes 1&1. Ein Internetdienstleister sollte anders agieren. Einfach mal die eigenen Kunden fragen, was man denn verbessern könnte. Zuhören statt fordern.

Und ich werde nicht der Einzige sein, der das extrem befremdlich findet.

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Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

Kommentare (4) Trackbacks (0)
  1. Hallo Matias

    Du scheinst nicht der Einzige zu sein. Auch ich habe Anfragen von Kunden, die von 1und1 weg wollen. Habe heute Angebote (Domainumzug und Neuinstallation der Homepages) dafür geschrieben.

    Wie kommt ein Unternehmen dazu, so zu verfahren? Geldnot?
    Zu viele Kunden?

    Mich würde interessieren, ob dies nun alle Kunden betrifft, oder nur Kunden mit speziellen Lastsituationen. Denn bei einigen meiner Pakete kann ich den Ausbau nachvollziehen und befürworte einen Upgrade dieser Art sogar.

    Bin mal auf die allgemeinen Reaktionen in den Networks gespannt.

    Alles Gute
    Piet

  2. Heute Vormittag kam auch bei mir eine Mail von 1&1 an. Inhalt ähnlich wie oben zitiert. Nur habe ich ein kleineres Paket.
    Aber auch ich finde es unverschämt, dass man nicht gefragt wird sondern einfach überrollt wird. Und jetzt kommt die Härte: Eben , um 16.45 Uhr kam die Rechnung von 1&1. Und die lautet schon auf den neuen Monatsbeitrag. Ja geht es denn noch?? Da kündige ich, das steht fest !!! Das nenne ich Abzocke.

  3. @lisa: Viel Erfolg beim Kündigen. Meine Gefährtin versucht seit Wochen, eine Kündigungsbestätigung für ihren DSL-Vertrag zu bekommen. Sie hat die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein geschickt. Die stereotype 1&1-Antwort lautet: Kündigungen per Fax seien ungültig, weil die Unterschrift keine Rechtskraft habe. It’s all about people.

  4. Update: Habe gerade von 1&1 bei einem kleineren Account von mir zwei Gratismonate geschenkt bekommen. Hat sich die handschriftliche Wutnotiz ein wenig gelohnt.
    Aber darum gehts mir ja nicht. Ich finde dieses Vorgehen eine Unverschämtheit. Möchte nicht wissen, wie viele Kunden die Emails gar nicht erst lesen, weil sie denken, es ist mal wieder Werbung von 1&1. Und dadurch plötzlich nen neuen, deutlich teureren Vertrag an der Backe haben.
    Aber: mein Widerspruch wurde in zwei Fällen anstandslos aktzeptiert. Wenigstens das.


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