SocialNetworkStrategien Social Networks, Crowdsourcing, Communityaufbau, Social Media Marketing

29Aug/090

Crowdsourcing goes to Crowdfunding: Kickstarter

Dass Crowdsourcing auch im Segment Crowdfunding funktioniert habe ich schon am Beispiel Sellaband näher beleuchtet. Mit Kickstarter gibt es nun eine Plattform, auf der man sich für kleine (oder vielleicht auch große) Projekte Geld besorgen kann. Die Summen reichen von 500 $ bis zu 20.000 $.

Ein Beispiel. Joseph Wain aus New York schreibt:

I make cool icons for iPhone developers at http://glyphish.com and if I can collect $500 in donations, I'll release the whole set of icons in vector format (SVG + Illustrator) for use in apps, posters, tshirts, whatever!

Simpel. Die 500 Dollar waren schnell zusammen. 94 Communitymember trugen sogar stolze 1.800 Dollar zusammen. Zum System von Kickstarter schreiben die Macher:

Is Kickstarter an investment mechanism?

No. People who use Kickstarter to fund their projects ("project creators") keep 100% ownership and control.

What's in it for the people who pledge?

Project creators can offer products, services or other benefits ("rewards") to inspire people to support their project: A hot-air balloon ride to the first person to pledge $300, an invitation to the BBQ for anyone who pledges more than $5, exclusive daily video updates for anyone who pledges more than $1. It's up to each project creator to sculpt their own offers and there's lots of cool ways to do it. (Want to see a great example? Google "Josh Freese")

People who pledge also receive access to all project updates (posts, video, pics, etc.). "Project Updates" is our fancy name for the project blog. Some project creators may post 10 updates a day, others may rarely post. Some may make all their posts publicly viewable, others may set all their posts as exclusive to their backers.

Ich bin ehrlich gespannt, wie die Plattform sich über einen längeren Zeitraum entwickelt.

kickstarter

28Aug/092

Wie nutze ich ein Social Network? Audi involviert die Fans auf Facebook

Alle Unternehmen überlegen, wie sie in den größten Social Networks agieren sollen. Ratlos stehen sie vor diesem Mysterium, das doch eigentlich keins ist. Und Audi zeigt nun einen Weg, den ich für clever und gut halte. Aber erst ein Paket aus vielen Aktionen, die die Fans zum Gespräch einladen, ist in der Zukunft die richtige Strategie. Nicht eine Einzelaktion, sondern viele spannende, miteinander harmonierende Crowdsourcing-, Viral- und Marketing-Aktionen, die sich gegenseitig stimulieren und die Nutzer auf den Plattformen auch wirklich ansprechen und erreichen.

Audi hat zu einer “Youth Mobile 2030″ design challenge eingeladen. Auf Mashable ist dazu zu lesen:

Right now, Audi is gearing up for the Los Angeles Design Challenge, which will take place at the L.A. Auto Show. Southern California automotive studios are competing to design a youth-oriented concept car for the year 2030.

Es geht also nicht darum, dass die Fans ein neues Auto designen (warum eigentlich nicht?), sondern dass Studios zu dieser Competition eingeladen wurden. Und nun haben die Fans von Audi auf Facebook die Möglichkeit Stellung zu beziehen zu den Entwürfen und Ideen. Eine gute Sache! Ein richtiger Weg.

27Aug/090

Online PR und Communitys – Großartiges Video für jeden, der über das Agieren im Web 2.0 nachdenkt

Jedem, der darüber nachdenkt wie er Fuß fassen kann in der neuen Welt des Web 2.0 sei dieses Video ans Herz gelegt.

Online PR is all about Community from RealWire on Vimeo.

Gefunden beim Stylespion. Danke!

27Aug/090

Warum Kreative beim Crowdsourcing mitmachen

2003 haben wir auf VisualOrgasm unseren ersten Kreativ-Contest, einen Shirt-Contest, durchgeführt. Seit Frühjahr 2006 habe ich mich dem Themenkomplex Crowdsourcing intensiv angenommen. Mit meiner Agentur VOdA haben wir seitdem zahlreiche Contests konzipiert und durchgeführt. Wir greifen dabei auf eine über Jahre gewachsene Kreativ-Community zurück, mit der wir in der Zukunft noch so einiges vorhaben. Sie ist die Basis für eine stetige Weiterentwicklung der Strategien und Konzepte gelegt.

Immer mal wieder wird die Frage gestellt: "Warum machen Kreative denn da mit? Die Chance mit leeren Händen nach Hause zu gehen ist doch sehr hoch."

Es gibt zahlreiche Gründe, warum Kreative beim Crowdsourcing mitmachen. Und es gibt noch mehr Gründe, warum sie gerade bei uns mitmachen.

Wir stehen in engem Kontakt mit unserer Community. Meist via Email, aber oft auch bei Treffen im echten Leben. Und natürlich über unser VisualBlog, das uns die Möglichkeit gibt Talente genauso wie etablierte Artists zu featuren. Aus mehreren internen Umfragen und aus dem Email-Verkehr während und nach Crowdsourcing-Aktionen haben sich folgende Argumente als die entscheidenden herauskristallisiert, warum Grafikdesigner, Designstudenten, Illustratoren, Comiczeichner, Manga-Artists bei uns bei Crowdsourcing-Aktionen im Kreativbereich mitmachen:

  • Spaß
    Würde es keinen Spaß machen, würde niemand mitmachen. Alles was man im Web 2.0 macht, tut man freiwillig. Da steht der Faktor Spaß ganz weit oben auf der Motivationsskala. Er sorgt dafür, dass das Motivationsproblem klassischer Unternehmen beim Crowdsourcing entfällt. Kein Zwang = mehr Spaß
  • Interessante Prämien
    Zitat eines Teilnehmers beim CROW'n'CROW-Contest letztes Jahr: "Bei 1.200 € für den Sieger setz ich mich gern mal ein paar Stunden hin und mach mir ne Birne." Stimmen die Prämien bei einem Kreativcontest, findet man auch gute Kreative die mitmachen. Man muss sie "nur" noch ausfindig machen und ansprechen. Da hilft uns das über die Jahre gewachsene Netzwerk enorm. Man kennt uns halt. In unserer Datenbank sind mittlerweile über 4.000 Kreative, die wir gezielt zu Crowdsourcing-Aktionen einladen.
  • die Option einer von mehreren Gewinnern zu sein
    Gäbe es nur einen einzigen Sieger würden etwa 30% weniger Kreative mitmachen. Das die Erfahrung der letzten Jahre bei uns. Darum reden wir mit unseren Kunden im Vorfeld immer darüber das Budget für die Siegprämien zu streuen, so dass am Ende nicht nur ein Sieger in der Sonne steht und der Rest gefrustet ist.
  • der hohe Grad an Glaubwürdigkeit, den wir uns über die Jahre erarbeitet haben.
    "Ihr seid in Ordnung. Bei euch mach ich gern mit!" Zitat aus einer Email vom Frühjahr 2009.
    Es gehört Vertrauen dazu, dass Kreative bei uns mit dabei sind. Dies kann man nur über einen langen Zeitraum gewinnen. Und die Kreativen müssen wissen, dass die Rahmenbedingungen fair sind und dass man auf ihre Wünsche und Probleme eingeht. Das tun wir. Die Kreativen sind uns wichtig. Das spüren sie.
  • Freiheit
    Die Möglichkeit sich fernab vom täglichen Kundenstress einmal austoben zu können spielt für zahlreiche Freelancer und Grafiker in Agenturen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Crowdsourcing-Contests können eine willkommene Abwechslung sein. Von daher ist es wichtig, dass das Briefing die Kreativen nicht zu sehr einschränkt. Darauf drängen wir bei unseren Beratungsgesprächen.
  • die Chance sich im Netz zu zeigen, so dass mögliche neue Kunden auf einen aufmerksam werden. Es ist wichtig und notwendig, dass junge Talente, Studenten wie Freelancer, Präsenz zeigen im Internet. Viele tun dies noch zu wenig. Crowdsourcing ist eine gute Möglichkeit um seinen Stil und sein Können zu zeigen. Das wissen immer mehr Kreative zu schätzen.
  • Sehen was andere Kreative so drauf haben.
    Einige haben Angst, dass ihre Ideen geklaut werden. Ein Stück weit kann ich dies auch nachvollziehen. Aber dies kann auch über die eigene Webseite, Flickr oder ein Profil in einem Netzwerk geschehen. Wer sich nicht zeigt, wird nicht gefunden von potentiellen Kunden. Viele Kreative sind aber gespannt zu sehen wie andere das gleiche Thema angehen. Und sie messen sich in einem sportlich fairen Wettkampf. Virtuell. Viele finden das inspirierend und bereichernd.
  • niedrige Einstiegshürden
    Viele Kreative wissen es sehr zu schätzen, dass wir ganz bewusst die Einstiegshürden niedrig ansetzen. Jeder kann mitmachen. Niemand muss irgendwo angemeldet sein.
    Um bei uns an einem Contest teilzunehmen muss man kein angemeldetes Mitglied sein! Jeder kann seine Arbeiten hochladen und muss dafür nur seine Email-Adresse und einen Namen hinterlassen. Erst wenn man selbst voten und kommentieren möchte, ist es einfach unumgänglich, dass man sich bei uns anmeldet. Aber gerade diese geringen Hürden werden von vielen Kreativen sehr dankbar angenommen.

Etliche dieser genannten Punkte gelten ganz generell für gutes Crowdsourcing. Einige, wie die geringen Einstiegshürden oder der hohe Grad an Reputation und Glaubwürdigkeit, den wir uns über die Jahre erarbeitet haben, sind sehr speziell. Vor allem sind sie ein echter Wettbewerbsvorteil, auf den ich durchaus stolz bin.

veröffentlicht unter: Crowdsourcing keine Kommentare
26Aug/092

Crowdsourcing und die Kontroverse um spekulative Arbeit (spec work) am Beispiel der aktuellen Peperami-Video-Ad-Kampagne von Unilever

Über Twitter erreichte mich die Information, dass Unilever in den USA erneut auf Crowdsourcing setzt wenn es darum geht einen TV-Spot generieren zu lassen. Dass ich das für einen überaus cleveren Marketing-Coup halte, hatte ich vor ein paar Tagen ja schon einmal am Beispiel von Mountain Dew näher beleuchtet. Wobei es da nicht um TV-Werbung, sondern um neue Geschmacksrichtungen ging. Aber beiden Aktionen wohnt eines inne: der Marketing-Aspekt von der ersten Sekunde an. Mittels Crowdsourcing werden Markenbotschaften transportiert.

Der Sieger bekommt bei dieser Aktion für die Peperami stolze 10.000 Dollar, wie man im Guardian nachlesen kann.

Ich halte es für einen (von mehreren) möglichen und richtigen Wegen um Werbung generieren zu lassen. Wir werden in der Zukunft mehr und mehr nutzergenerierte Werbung sehen. Aber nicht ausschließlich. Auch gute Werbe-Agenturen werden ihre Daseinsberechtigung behalten. Und das ist gut so.

Es wird einen Mix geben in der Zukunft. Und viele nutzergenerierte Crowdsourcing-Inhalte werden dann auch von Werbeagenturen aufbereitet und Kampagnen werden von diesen mit konzipiert und begleitet. Doch noch sind die Werbeagenturen nicht so weit. Was mich immer wieder mit dem Kopf schütteln lässt. Sie haben keine - oder sagen wir besser "so gut wie keine" - Ahnung vom Web 2.0 und den Mechanismen die dort funktionieren. So traurig wie es ist, so wahr ist es leider auch.

Zwei Dinge möchte ich herauspicken aus der Peperami-Video-Ad-Kampagne von Unilever.

Die Gewinnsumme ist fair, aber...

10.000 Dollar als Siegprämie ist ein nettes Sümmchen, für das auch der ein oder andere Profi sich Gedanken machen wird. Damit hat man sich zum Glück schon weit entfernt von den 300 £, die es 2008 für den Pringles-Spot gab. Wenn jemand sagt, er hasst Crowdsourcing, weil es "Spec Work" ist - also spekulative Arbeit, bei der am Ende womöglich nix bei herausspringt (oder ganze 300 £ für einen Spot) - dann kann ich ihn verstehen. 300 £ stehen in keiner Relation zur geleisteten Arbeit und haben nichts mit fairer Entlohnung zu tun.

Es gibt durchaus auch andere Branchen wo ein solches Agieren nicht unüblich ist. Ich denke da an die vielen Architekten, die immer wieder viel Zeit und Mühen in Entwürfe stecken und immer wieder leer ausgehen. Dort ist spec work Gang und Gäbe. Was es nicht fairer macht.

Man sollte aber bedenken, dass Agieren im Web 2.0 und damit auch Crowdsourcing immer auf dem Prinzip der Freiwilligkeit basiert! Die Menschen die mitmachen entscheiden also ohne Zwang, ob sie sich beteiligen. Was nichts daran ändert, dass sie erwarten dürfen fair belohnt zu werden.

Ich hoffe und gehe davon aus, dass sich in den kommenden Jahren im Crowdsourcing faire Entlohnungsmodelle zunehmend etablieren und die schwarzen Schafe vom Markt verschwinden werden. Ich selbst arbeite aktuell an einem ganz neuen Konzept der Nutzerbeteiligung beim Crowdsourcing. Meinem Anwalt habe ich damit schon etliche Stunden Arbeit beschert mit dem, was ich mir "ausgedacht" habe. Ziel wird es sein Crowdsourcing auf ganz andere Füße zu stellen in Sachen Nutzerbeteiligung und vor allem auch Nutzerentlohnung. Mehr dazu dann, wenn es so weit ist. Hoffentlich noch in diesem Jahr.

Wieder nur ein Sieger - das muss nicht sein beim Crowdsourcing

Der zweite Punkt, der mir am Herzen liegt, ist die Tatsache, dass es beim Crowdsourcing zur Zeit meist nur einen Sieger gibt. Und einen Haufen Verlierer. Auch hier spielt das Thema spec work (spekulative Arbeit) wieder eine wichtige Rolle. Gibt es letztendlich nur einen Einzigen der gewinnt, ist der Spekulationsgrad extrem hoch. Das ist frustrierend. Und das muss nicht so sein. Schließlich erhält man so einen Masse von Leuten, die am Ende mit einem unguten Gefühl die Aktion rückblickend betrachten.

Für besser halte ich es, wenn man das zur Verfügung stehende Budget geschickter verteilt. Wenn wir mit Kunden Crowdsourcing-Aktionen vorbereiten, ist dies immer ein ganz wichtiger Punkt der von mir angesprochen wird. Wir unterscheiden uns da ganz deutlich von Billiganbietern und den Low-Budget-Plattformen, bei denen der Marketing-Aspekt aber auch nie eine Rolle spielen wird. Bei uns steht Beratung ganz oben. Und dazu gehört auch dem Kunden zu sagen, wie man die Teilnehmer zufrieden stellt. Auch die, die am Ende nicht gewinnen.

Zum einen gibt es bei uns nicht nur einen Sieger. Beim überaus erfolgreichen CROW'n'CROW-Contest letztes Jahr wurden an insgesamt 13 Kreative über 5.000 Euro an Prämien ausgeschüttet. Beim am 1. September startenden Contest "Feel good style" für MAM Babycare wird es drei Sieger geben. Außerdem erhielten im Vorfeld 25 Kreative ein Päckchen mit den Produkten von MAM, um sich ein Bild zu machen von den Dingen, die sie dann designen werden im Kreativ-Contest. Hierfür mussten sie via Email oder im Blogkommentar Bescheid geben, wenn sie ein Päckchen möchten. Also: kein Spam! Auch dies ist bereits eine Form der Incentivierung.

Wir versuchen also immer ein für hoffentlich alle Teilnehmer spannendes Paket an Incentivierungen zu schnüren, dass eine Crowdsourcing-Aktion erfolgreich werden lässt. Und vor allem bei den Teilnehmern einen positiven Gesamteindruck vom Kunden hinterlässt. Es muss beim Crowdsourcing ein Nehmen und Geben stattfinden. Viele denken zuerst immer nur ans Nehmen. Ein Fehler. Durch gute Incentivierungsstrategien und der Abkehr vom Prinzip "nur ein Sieger" wird Crowdsourcing deutlich sympathischer und fairer. Das spekulative Element wird geringer, die Bereitschaft von Kreativen sich zu beteiligen deutlich höher, wie uns von vielen Grafikern und Illustratoren in zahlreichen Emails in der Vergangenheit bestätigt wurde. Die Hauptfaktoren warum Kreative bei unseren Crowdsourcing-Aktionen mitmachen gibt es dann in den kommenden Tagen in einem separaten Blogpost.

Ich hoffe mit diesem Artikel die Sinne für faire Incentivierungsstrategien und das Absenken des Faktors "spekulative Arbeit" dem ein oder anderen näher gebracht zu haben. Man kann so viel falsch und unclever machen beim Crowdsourcing. Oder halt auch gut und richtig. Und damit erfolgreich.

Lesen sie auch die anderen Artikel dieser Crowdsourcing-Serie: "12 gelungene Crowdsourcing-Projekte", „Was ist Crowdsourcing? 12 Eckpunkte, die den Rahmen abstecken“, „12 Dinge, die man beim Crowdsourcing unbedingt beachten sollte“, „Crowdsourcing als Marketingbaustein“, "Crowdsourcing und die Kontroverse um spekulative Arbeit (spec work)", "10 mögliche Crowdsourcing-Einsatzgebiete".

Gern stehe ich auch ihnen beratend im Bereich Communityaufbau und Crowdsourcing zur Verfügung und setze mit meiner Agentur VOdA Crowdsourcing-Aktionen für sie unter dem Marketingaspekt um. Kontaktieren sie mich.

24Aug/091

Crowdsourcing als Marketingbaustein am Beispiel der Mountain Dew Kampagne

Neulich hatte ich 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte vorgestellt. Mountain Dew war da noch nicht dabei. Crowdsourcing sollte aus meiner Sicht immer deutlich mehr sein wie "nur" die Generierung eines einzigen Wertes durch eine Community (zum Beispiel ein Produktdesign, ein Soundlogo oder Ideen für neue Produkte). Wenn man es richtig anpackt, dann ist Crowdsourcing zusätzlich ein großartiger Baustein eines Web 2.0 Marketingmixes. Viele existierende Crowdsourcing-Plattformen lassen das bisher komplett außen vor. Warum? Das ist mir ein Rätsel.

Wenn ich für Kunden Crowdsourcing-Projekte konzipiere oder beratend zur Seite stehe, sage ich immer und immer wieder: "Nutzen sie Crowdsourcing auch als Marketingbaustein! Legen sie nicht nur großen Wert auf die Qualität der eingebrachten Ideen und Arbeiten. Nutzen sie zusätzlich Crowdsourcing um im Web 2.0 Präsenz zu zeigen und um Mundpropaganda anzuregen über die verschiedenen existierenden Kanäle. Crowdsourcing ist dafür perfekt geeignet!" Wie das gehen kann, zeigt die amerikanische Brause-Marke aus dem Hause Pepsi: Mountain Dew. Das Ganze nannten sie auch gleich "DEWmocracy".

Mountain Dew roamed the country and the Social Web to find the ultimate DEW fanatics inviting them to choose the next flavor...

Mit diesem Slogan startete der Getränkehersteller eine Kampagne, die Vorbildwirkung haben sollte für viele andere, vor allem auch hierzulande. Dabei machte man so ziemlich alles richtig, was man heutzutage richtig machen kann. Hier die Punkte, die aus meiner Sicht das Gelingen dieser Kampagne ermöglichten.

  • Von Anfang an war die Crowdsourcing-Kampagne nicht allein aufs Internet beschränkt. Man ging mit der Aktion raus ins echte Leben. Perfekt.
  • Es wurden mit Shira Lazar (siehe Video weiter unten) und Jason Pollock zwei in den USA bekannte Testimonials gefunden, die halfen den Anfangsschwung zu multiplizieren.
  • Man bot den Mountain Dew Fans etwas an: Um an eine der 50 (unterschiedlich designten) Dew-Boxen zu gelangen sollte man ein Video an Mountain Dew schicken.
    Allein schon durch diese Art der Bewerbung wurden viele Nutzer animiert sich Gedanken über Mountain Dew zu machen. Das ist einer der großen Vorteile von Crowdsourcing-Aktionen: Die Nutzer beschäftigen sich von der ersten Sekunde an mit der Marke und dem Produkt. Bereits in Planungsphasen findet so ein Direktkontakt zwischen Brand und Nutzer statt.
  • Im nächsten Schritt wurden dann die potentiellen Leaduser heraus gepickt und damit zu Brand-Evangelisten gemacht. Nutzer werden eng gebunden und zu Botschaftern. Dies geschieht komplett freiwillig. Mit Hilfe von Crowdsourcing-Strategien.
  • Die Community, die Mountain Dew Fans, alte und sicherlich auch viele neue Fans, die man durch diese Aktion erst auf die Marke aufmerksam machte ("Probier ich mal aus!"), wurden ganz direkt in die Produktentwicklung und damit den Innovationsprozess des Unternehmens mit einbezogen. Dadurch entsteht ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit und eine enge Bindung an die Marke beziehungsweise das Produkt.
  • Der Faktor Spaß, auf dem ich immer wieder herum reite, spielt auch bei dieser Aktion zweifelsohne eine elementare Rolle. Ohne Humor würde so etwas nur schwerlich funktionieren. Man muss Humor zulassen als Marke und bereit sein auch über sich selbst zu schmunzeln.
  • Die Mitglieder dieser Aktion werden ohne Frage vielen anderen davon erzählen und sie animieren Mountain Dew einmal zu probieren. Und das über eine humorvolle und absolut authentische Kampagne. Besser kann man virale Effekte kaum in Gang setzen. Viralmarketing von seiner besten Seite.
  • Man zeigte Präsenz in Facebook und auf Twitter. So wie es heutzutage sein muss. Crowdsourcing als Bestandteil einer umfassenden Web 2.0 Penetrierung auf authentische und sympathische Art und Weise.
  • Man setzte auf das Medium Video, dass in den USA via Youtube einfach großartig funktioniert. Hier ist der Mountain Dew Youtube Channel. In Deutschland schwächelt diese Schiene noch ein wenig.

Man entwickelte also eine komplexe Kampagne, die Crowdsourcing als Kernelement inne wohnen hat. Man nutzte die Kräfte, die Crowdsourcing entfalten kann, um nicht einfach nur ein neues Produkt zu finden, sondern um gleichzeitig die Markenbotschaft zu transportieren und ein Image aufzubauen und zu verstärken. Crowdsourcing wurde hier, wie auch schon bei anderen Beispielen (Fiat500, Tchibo ideas, Sennheiser - siehe meinen Artikel zu den gelungenen Crowdsourcing-Beispielen), als elementarer Marketingbaustein eingesetzt.

Es muss aber auch abschließend gesagt werden, dass es unbedingt eines starken Produktes bzw. einer starken Marke bedarf, damit der Erstimpuls überhaupt Wirkung zeigt. Eine noch unbekannte Getränkemarke hätte es weitaus schwerer mit einer solchen Kampagne schnell eine Masse von Menschen zu erreichen. Erst wenn es genug Fans gibt, kann man mit diesen gemeinsam etwas erreichen. Es gilt also als Grundlage eine Starke Marke zu haben, die schon Fans, sogenannte Leaduser hat. Diese Leaduser muss ich ausfindig machen und involvieren. Dann wird eine solche auf Crowdsourcing basierende Marketingkampagne ein durchschlagender Erfolg.

Interessant wäre es dann - nach einem gewissen Zeitraum - die Verkaufszahlen der neuen Geschmacksrichtung zu vergleichen. Denn das ist dann noch mal eine ganz andere Frage: Trinken die Leute da draußen auch die via Crowdsourcing gefundene Brause? Ich bin mir sicher, dass dem so ist. Denn die Community diente als Vorfilter. Ein deutlich kundennäheres Produkt entstand mit Hilfe von Crowdsourcing.

Außerdem darf man nicht vergessen, dass eine Marketingkampagne in dieser Größenordnung durchaus beträchtliche Kosten verursacht. Auch Crowdsourcing ist nicht umsonst zu haben (wie immer noch Unternehmen zu glauben scheinen). Mountain Dew hat viel investiert. In Testimonials, die verschickten Pakete und vor allem in ein extrem agiles Marketing-Team, dass weiß, wie es sich im Web 2.0 zu bewegen hat. Man ließt die DEWmocracy nicht einfach so laufen, sondern kümmerte sich um die Community und griff Tendenzen und Vorschläge auf. Gutes, gekonntes Communitymanagement gehört zum Crowdsourcing einfach dazu.

Es wäre wünschenswert, dass viel mehr Unternehmen, vor allem auch hierzulande, Crowdsourcing zum Einsatz bringen. In intelligent konzipierten Kampagnen. Um zum einen am virtuellen Wertschöpfungsprozess beteiligt zu sein (Beispiele wie das aussehen kann, hatte ich ja schon mehrfach genannt in diesem Blog). Crowdsourcing sollte dann aber zugleich als perfekter Baustein von Marketingkampagnen gesehen und umgesetzt werden. Das erst macht es für viele Marken so richtig spannend!

Darum:

Nutzen sie Crowdsourcing als Viralmarketing-Baustein!

Hier eines der "offiziellen" Mountain Dew Videos:

Hier ein Beispiel, was man bei Youtube zu Mountain Dew nun findet:

Mehr zu dieser Aktion gibt es auch beim "Krawattenträger" und in einigen amerikanischen Blogs.

Ich, der Autor dieses Artikels, berate Unternehmen beim Aufbau von Crowdsourcing-Plattformen, der Ausgestaltung intelligenter Incentivierungsstrategien und beim gekonnten Communityaufbau und Communitymanagement. Gern stehe ich persönlich oder auch mit meiner Agentur VOdA als Partner zur Verfügung.

21Aug/092

Was ist Crowdsourcing? 12 Eckpunkte, die den Rahmen abstecken

Crowdsourcing ist Teil neuer interaktiver Wertschöpfungsketten und kann als ein Segment von Open Innovation angesehen werden. Geprägt wurde der Begriff, der sich aus "Crowd", also einer unbestimmten Masse von Menschen, und "Outsourcing" zusammensetzt, durch den Amerikaner Jeff Howe in einem Artikel für das Wired Magazin im Jahr 2006 "The Rise of Crowdsourcing".

Beim Crowdsourcing werden Prozesse und Aufgaben ausgelagert ins Internet und dort durch eine Community bearbeitet. Hierfür nutzt man die Mechanismen und Kollaborationsmöglichkeiten des Web 2.0 zum Vorteil des Unternehmens. Hält man sich an den Fairness-Gedanken ist Crowdsourcing ein Nehmen und Geben und bringt für jeden Teilnehmer, Auftraggeber wie Community, Vorteile und Mehrwerte. Leider ist dies nicht bei allen Crowdsourcing-Projekten der Fall.

Die Aufgabenstellungen beim Crowdsourcing können ganz unterschiedlich sein, wie bei den 12 Crowdsourcing-Projekten deutlich wird, die ich vor wenigen Tagen in einem Artikel vorstellte. Marketing (Fiat500), Wissenssammlung (Wikipedia), Produktdesign (CROW'n'CROW-Contest), Modedesign (Threadless), Ideengenerierung (Tchibo ideas), Lösung konkreter fachspezifischer Probleme (Innocentive), Crowdfunding (Sellaband), kollaborative Projektumsetzung (Paulo Coelho) sind nur einige Einsatzbereiche.

Das Unternehmen ist nicht mehr der allein dominierende Faktor im Wertschöpfungsprozess. Nutzer im Internet übernehmen eine aktive Rolle, ganz im positiven Sinne des Web 2.0. Es findet im Idealfall eine Co-Kreation statt, zum beiderseitigen Nutzen für Unternehmen und Community.

Hier nun 12 Eckpunkte, die den Rahmen für Crowdsourcing abstecken.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Internet

Es klingt banal, ist aber so: Ohne Internet kein Crowdsourcing. Crowdsourcing bedarf der technischen Grundlagen des Internets damit Menschen auf virtuelle Plattformen zugreifen und sich einbringen können.
(Ein hochgeschätzter Kollege hatte Crowdsourcing mal mit Malkursen im Kindergarten verglichen. Schon dieser wichtige Punkt "Internet" führt diesen Vergleich ad absurdum.)

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Prinzip der Freiwilligkeit

Es gilt das Prinzip der Freiwilligkeit. Jeder kann, niemand muss sich beteiligen. Das hat durchaus positive Auswirkungen, denn es entfällt das Motivationsproblem, das viele klassisch strukturierte Unternehmen haben. Der Zwang etwas tun zu müssen wird durch das Freiwilligkeitsprinzip aufgehoben. Die Menschen haben die Möglichkeit selbstbestimmt zu arbeiten. Von überall auf der Welt, zu jeder Uhrzeit
Durch diese Prinzipien von Freiwilligkeit, selbstbestimmten, orts- und zeitungebundenem Arbeiten ist die Motivation deutlich höher wie in einem klassischen Unternehmen am althergebrachten Arbeitsplatz.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Spaß

Web 2.0 und damit auch Crowdsourcing bedeutet zu einem nicht zu vernachlässigendem Teil auch "Spaß". Ich tue etwas gern, aus Passion. Das betrifft sogenannte Amateure genauso wie Profis. Und damit tue ich es meist auch besser als Dinge, die ich einfach nur tun muss. Spaß ist ein entscheidender Faktor für positive Endergebnisse, in jedem Bereich unseres Lebens. Auch beim Agieren im Internet.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

User generated content

Crowdsourcing ist User generated Content (UGC), also nutzergenerierter Inhalt. Das ist ein Fakt. Die Inhalte kommen durch im Internet agierende Menschen und in den seltensten Fällen durch Unternehmen.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Konkrete Aufgabenstellung

Damit Crowdsourcing erfolgreich sein kann, bedarf es konkreter Aufgabenstellungen. Diese dürfen nicht einengen, die Kreativität der Menschen nicht einzwängen. Aber es hilft ihnen sich zu fokussieren und damit zielgerichtet zu agieren. Dies ist eine Erfahrung, die ich bei von uns betreuten Crowdsourcing-Projekten immer wieder machen konnte.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Klar definierter Rahmen

Damit etwas funktioniert, bedarf es eines klar abgesteckten Rahmens für die Agierenden. Das betrifft den zeitlichen Ablauf, die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Incentivierung, Ansprechpartner, die Internet-Plattform. Lässt man Crowdsourcing einfach so laufen, wird es keine wirklichen, verwertbaren Mehrwerte geben.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Fairness

Fairness ist ein Faktor, der immer mal wieder gern vernachlässigt wird im Web 2.0. Fairness ist sicherlich auch mehr eine subjektiver, kulturell unterschiedlich wahrgenommener Faktor, den man technisch nur schwer definieren kann. Es ist ein Gefühl, ob ich fair behandelt werde oder nicht.
Dennoch ist Fairness aus meiner Sicht enorm wichtig, damit Crowdsourcing langfristig funktioniert. Nur wenn die Menschen das Gefühl haben nicht ausgenutzt und fair behandelt zu werden, werden sie dazu beitragen echte Mehrwerte zu generieren, die dem Projekt dienen. Ganz wichtig sind hierbei die rechtlichen Rahmenbedingungen, die dem Kunden zwar ein hohes Maß an Schutz geben müssen, aber auch für den Kreativen fair bleiben.
Ich möchte auch betonen, dass jedes Unternehmen und jede Marke ein Recht auf faire Behandlung hat! Auch dieser Punkt darf keine Einbahnstraße sein.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Incentivierungsstrategie

Mit einer Incentivierungsstrategie meint man die Anreize die man schafft, damit Nutzer sich beteiligen. Dies können monetäre Anreize sein oder auch andere spannende Systeme, die dem Nutzer einen Mehrwert bringen und ihm das Gefühl geben, nicht nur etwas zu geben, sondern auch etwas zurück zu bekommen.
Viele Unternehmen scheuen vor intelligenten Incentivierungsstrategien zurück, weil sie explodierende Kosten befürchten und meinen, im Internet würde man doch alles kostenlos erhalten. Dies ist ein großer Fehlglaube. Nur wenn man bereit ist den Nutzern etwas zu geben, durchaus auch in Form von Prämienstrukturen kombiniert mit anderen für den Nutzer interessanten Dingen, wird man als fair wahrgenommen und kann die bestmöglichen Ergebnisse mit Crowdsourcing erzielen. Der Punkt Fairness spielt hier sehr stark mit hinein.
Viele Crowdsourcing-Projekte, die nicht so funktionieren wie sich die Iniatoren das anfangs vorgestellt haben, scheitern genau an diesem Punkt. Ohne dass sie das bereit sind zuzugeben oder zu ändern. Warum nur fällt "Geben" so schwer?

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Zusammenarbeit

Es findet eine Kollaboration statt, die allerdings unterschiedliche Qualitätsgrade erreichen kann. Auch das gemeinsame Sammeln von Material wie Fotografien und das Einordnen durch das Prinzip des Taggings und das Bewerten der Fotos kann bereits als Crowdsourcing angesehen werden. Auch wenn hier der Grad der Zusammenarbeit relativ gering ist.
Auch Design-Contests - wie ich sie mit meiner Agentur VOdA regelmäßig für Kunden durchführe - werden allgemein als Crowdsourcing angesehen, insofern hier Bewertungen und Kommentare möglich sind. Oft findet "hinter den Kulissen" auch Kollaboration in Form von Teambildung, Ideenaustausch und Inspiration durch die Arbeit anderer statt. Dies darf nicht mit Ideenklau verwechselt werden, der durchaus ein Risikofaktor beim Crowdsourcing sein kann.
Das Beispiel für exzellent funktionierende Zusammenarbeit ist die Erfolgsgeschichte der Wikipedia.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Bewertungsmechanismen

Damit die sogenannte "Kraft der Masse" sich entfalten kann, sind Votingsysteme meist unerlässlich und eine gute Möglichkeit um zu messen, was die Mehrheit der Nutzer für gut und richtig hält. Hier haben sich diverse Votingsysteme (Sterne, Favoriten, Zensuren und andere Bewertungen durch Zahlen) etabliert und als nützlich heraus kristallisiert. An diesem Punkt besteht aber auch immer die Gefahr der Manipulation. Bots könnten die Votes beeinflussen. Nutzer können durch Mehrfachaccounts und Votingspam versuchen Einfluss zu nehmen. Hier sind die Plattformbetreiber gefordert dem entgegen zu wirken.
Für die Zukunft ist es sicherlich unerlässlich die existierenden Votingsysteme immer weiter zu verfeinern, wie wir das unter anderem auch bei unseren eigenen Crowdsourcing-Modulen tun.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Kommunikation

Web 2.0 ist Kommunikation. Crowdsourcing ist Bestandteil von Web 2.0. Und Web 2.0 heißt vor allem auch Kommunikation auf Augenhöhe. Marketing-Einbahnstraßen sind passé. Dies begreifen nun endlich auch immer mehr Unternehmen.
Crowdsourcing ist ein wunderbares Instrument um im Sinne von Kommunikation auf Augenhöhe mit dem Nutzer in direkten Kontakt zu treten. Unternehmen können das Gespräch über Probleme, über Entwicklungen der Marke, über die Zukunft des Unternehmens suchen. Sie müssen dabei vor allem eines: Zuhören. Und daraus dann die richtigen Schlüsse ziehen.
Aus Kommunikation Dank Crowdsourcing können kundennähere Produkte entstehen, kann eine engere Fanbindung stattfinden und können sogenannte Gatekeeper und Leaduser ausfindig gemacht werden. Damit wird Crowdsourcing unter anderem auch zu einem spannenden Baustein von Viralmarketing.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Communitymanagement

Im Web 2.0 agieren Menschen. Auch wenn sie "nur" virtuell zu sehen sind. Es sind und bleiben Menschen, die hinter dem Rechner oder dem Smartphone sitzen. Sie äußern sich auf den verschiedensten Portalen und Kanälen. Facebook, MySpace, Twitter, Produktbewertungsportale, Foren, Blogs sind nur einige davon.
Um mit ihnen in einen echten Austausch von Wissen und Ideen zu kommen, bedarf es nicht einfach nur einer technisch gut gemachten Plattform. Es bedarf auch hier: Menschen. Communitymanager, die wissen wie man im Netz kommuniziert. Die Spaß daran haben zu kommunizieren. Die in der Lage sind nicht nur Fragen zu beantworten, sondern eine Community auch zu motivieren. Die bereit sind zuzuhören und ein Gespür für Strömungen und auch Gefahren haben und darauf reagieren können.
Gute Communitymanager sind Gold wert. Leider wird bei vielen Projekten dieser Faktor aus Kostengründen hinten angestellt. Ein großer Fehler, wie ich denke.
Nur ein gutes Communitymanagement, das die sogenannten Leaduser dann intensiv in das Agieren auf der Plattform einbindet, kann langfristig dafür sorgen dass ein Crowdsourcing-Projekt erfolgreich verläuft.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Dies waren 12 Eckpunkte, die aus meiner Sicht wichtig sind, wenn man über Crowdsourcing redet und nachdenkt. Sie sind sicherlich nicht vollständig. Ständig kommen neue Entwicklungen, Ideen, Gedankengänge hinzu. Immer mehr Universitäten nehmen sich den Bereichen Open Innovation und Crowdsourcing an. Und das ist gut so. Gern stehe ich übrigens möglichen Kooperationen zur Verfügung.

Wir befinden uns gerade wenn es um Web 2.0, Social Networks, Microblogging oder auch Crowdsourcing geht in einer ungemein dynamischen und spannenden Zeit. Aber ich hoffe, dass diese Stichpunkte helfen Crowdsourcing ein wenig besser zu verstehen und das ein oder andere Unternehmen darüber nachdenkt dieses großartige Prinzip in der Zukunft einzusetzen. Und dabei die von mir genannten Eckpunkte zu beachten.

Dieser Beitrag ist Bestandteil einer Serie von fünf geplanten Artikeln hier auf Socialnetworkstrategien. Ein Teil davon ging unter dem Titel "12 gelungene Crowdsourcing-Projekte" bereits online.

Ich freue mich über ergänzende Anmerkungen oder auch Kritik an dem ein oder anderen Punkt in den Kommentaren. Und wenn man jemand diesen Artikel ins Englische übersetzen möchte - bitte Kontakt mit mir aufnehmen.

Ich selbst arbeite als freier Berater im Bereich Social Media und Web2.0-Strategien und richte meinen Fokus auf Social Networks und gutes Crowdsourcing. Seit fast vier Jahren beschäftige ich mich intensiv mit dem Komplex Crowdsourcing und habe etliche Projekte konzipiert und umgesetzt. Nehmen sie Kontakt mit mir auf, wenn sie Unterstützung und Beratung suchen.

veröffentlicht unter: Crowdsourcing 2 Kommentare
20Aug/091

12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Ich berate Unternehmen, KMU, Verbände und Werbeagenturen in Sachen Nutzer-Bindung im Web 2.0, Communityaufbau, intelligente Incentivierungsstrategien und vor allem dem Einsatz von Crowdsourcing. In Erstberatungsgesprächen kommt da ziemlich schnell die Frage: "Gibt es denn schon Beispiele für funktionierendes Crowdsourcing?" Bei meinen Vorträgen sind sie fester Bestandteil der Präsentation: gute, spannende Crowdsourcing-Projekte auf der ganzen Welt. Hier nun eine Auswahl von aus meiner Sicht 12 erstklassigen Crowdsourcing-Projekten. Ganz knapp vorgestellt. Manche angelegt als temporäre, einmalige Aktion, andere als langfristig konzipiertes Webprojekt. Ich habe versucht eine bunte Mischung zusammen zu stellen, um zu zeigen, wie vielfältig man das Prinzip Crowdsourcing einsetzen kann.

Dieser Artikel ist Bestandteil einer auf fünf Teile ausgelegten Crowdsourcing-Reihe hier auf Socialnetworkstrategien. Die andere Teile werden sich beschäftigen mit „Was ist Crowdsourcing? 12 Eckpunkte, die den Rahmen abstecken“, „12 mögliche Einsatzgebiete für Crowdsourcing“, „Crowdsourcing als Marketingbaustein“, "Crowdsourcing und die Kontroverse um spekulative Arbeit (spec work)", „12 Dinge, die man beim Crowdsourcing unbedingt beachten sollte“, "10 mögliche Crowdsourcing-Einsatzgebiete". Diese werden in den kommenden Tagen hier online gestellt.

Und hier nun die 12 exemplarischen Crowdsourcing-Projekte.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

threadless

Threadless

  • Branche: Modedesign
  • Land: USA
  • Ziel: Produktdesign, Marketing
  • Mitglieder-Incentivierung: 2.000 Dollar für den Designer, wenn Entwurf gedruckt wird. „Ruhm und Ehre“ in einer der angesagtesten Grafikdesigner-Communitys weltweit.
  • Zeitraum: seit 2000 bis heute

Threadless ist die Mutter des kommerziell erfolgreichen Crowdsourcing. Es geht um T-Shirt-Designs. Alle Produkte auf Threadless kommen direkt aus der Community. Dafür hat das Threadless-Team einen großartigen Vorcasting-Mechanismus eingebaut. Nur das Design welches in der Community besteht, hat die Chance in limitierter Auflage produziert zu werden. Pro Woche erreichen Threadless 800 bis 1.000 Einsendungen.
Und Threadless ist wirtschaftlich überaus erfolgreich und erzielt seit 2006 jährlich einen siebenstelligen Gewinn mit diesem Konzept.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

my starbucks ideas

my Starbucks idea

  • Branche: Gastronomie
  • Land: USA
  • Ziel: Verbesserung des Service-Angebotes in den Starbucks-Filialen, Direktkontakt zu den Konsumenten, Marketing-Baustein
  • Mitglieder-Incentivierung: ausbaufähig
  • Zeitraum: seit Frühjahr 2008

Der Slogan „Help shape the future of Starbucks“ sollte beim Launch zum Ausdruck bringen worum es geht bei der neuen Online-Plattform für Starbucks. Ideen waren und sind gefragt. Die Starbuck-Fans sollen involviert werden in die Entwicklung des Unternehmens. Dies geschieht auf dem Hintergrund, dass Starbucks massive Umsatzverluste hinnehmen musste aufgrund der zunehmenden Konkurrenz in ihrem Segment. Die Plattform soll mithelfen neue Ideen und Konzepte zu finden und vor allem auch zu erfahren, was die Starbucks-Kunden erwarten und möchten.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

paulo coelho

Paulo Coelho “Die Hexe von Portobello”

  • Branche: Literatur & Film
  • Land: Brasilien
  • Ziel: Verfilmung eines Buches durch die eigenen Fans.
  • Mitglieder-Incentivierung: 3.000 € Preisgeld, „Ruhm & Ehre“ und die Möglichkeit sich als Regisseur bzw. Schauspieler auf zahlreichen Filmfestivals zu präsentieren.
  • Zeitraum: 2008

Der brasilianische Autor Paulo Coelho ist extrem aktiv im Web 2.0 und sucht den permanenten Kontakt zu seinen Fans und Lesern. Unter diesem Gesichtspunkt war es nur konsequent, dass er im Jahr 2008 sein Werk "Die Hexe von Portobello" durch seine große Fangemeinde verfilmen ließ. Das Buch besteht aus 15 Einzelteilen, die von 15 verschiedenen Regisseuren verfilmt werden konnten. Der Film wurde dann auf mehreren Filmfestivals vorgestellt. Mehr Infos gibt es hier in meinem Blogbeitrag dazu.

Paulo Coelho selbst sagte zu dieser Aktion in seinem Blog:

Im Laufe meines Schriftstellerlebens habe ich Kontakt zu vielen Menschen gehabt, die mir vertrauten, ohne mich persönlich gut zu kennen. Sie haben mir geholfen, meine Träume weiter zu verfolgen. Im vergangenen Jahr habe ich immer wieder Webseiten von Lesern besucht und darauf ausgezeichnete Arbeiten von Schauspielern und Schauspielerinnen, Musikern und Regisseuren gefunden. Da dachte ich mir: Warum machen wir nicht zusammen einen Film? Obwohl ich alle Rechte am Buch habe, wäre es doch interessant zu versuchen, eine Partnerschaft mit meinen Lesern einzugehen. Und aus diesem Gedanken heraus entstand folgendes Projekt.

Und weiter:

Sie fragen sich vielleicht: Was bringt das alles? Ich sehe das so: Obwohl ich weiterhin alle Rechte an meinem Buch habe, und mir die Möglichkeit vorbehalte, später mit einem Filmstudio zu verhandeln, werde ich in eine neue Erfahrung eintauchen und die vielfältigen Sichtweisen meiner Leser kennen lernen. Und schließlich, was nicht minder wichtig ist, werden wir zusammen ein bisschen Filmgeschichte schreiben: indem ein Film entsteht, dessen Regisseure Leser sind! Ich hoffe, Ihnen gefällt diese Idee.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

tchibo ideas

Tchibo ideas

  • Branche: Konsumgüter
  • Land: Deutschland
  • Ziel: neue Produktideen für Tchibo, die dann produziert werden + neue, gute Produktdesigner ausfindig machen + Marketing-Baustein
  • Mitglieder-Incentivierung: monatlich Aufgabe des Monats: 1.200 € und Lösung des Monat: Platz 1 = 2.000 €, Platz 2 = 1.500 €, Platz 3 = 500 €. Langfristige Zusammenarbeit mit Tchibo möglich.
  • Zeitraum: seit Juni 2008

Tchibo ideas ist eine Ideenplattform für Alltagsprobleme. Die Nutzer können „Aufgaben“ und „Lösungen“ einstellen und bewerten lassen. Jeden Monat werden die Aufgabe und Lösung des Monats gekürt.
Man legt bei Tchibo ideas großen Wert auf Qualität statt Masse. Eines der vielfältigen Ziele ist es, dass die Produktdesigner ein Gesicht bekommen. Dass die Nutzer mit den Designern in direkten Kontakt treten können. Tchibo sieht sich hier nur als Mittler.
Die ersten Produkte wurden ein Jahr nach dem Launch, also im Sommer 2009, realisiert und stehen bei Tchibo in den Ladenregalen.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

sellaband

Sellaband

  • Branche: Musik
  • Land: Niederlande
  • Ziel: Realisierung von Musik-CDs
  • Mitglieder-Incentivierung: Jedes Communitymitglied erhält für seinen monetären Beitrag eine CD des Künstlers und wird am Gewinn beteiligt. Bands erhalten die Chance auf eine professionelle CD-Produktion.
  • Zeitraum: seit August 2006

Musiker stellen sich vor und können durch “believer” finanziell unterstützt werden. Wer 50.000 Dollar zusammen bekommt, kann ins Studio gehen und eine CD produzieren. Die Believer sind dann mit einem Drittel am Umsatz beteiligt. Das ist erstklassiges Crowdfunding. Um Believer zu werden muss man mindestens einen Anteil im Wert von 10 $ erwerben.
Auf diese Weise entscheidet allein die Community, welche Musiker die Chance erhalten ins Studio zu gehen. Nur die besten Bands, Sängerinnen und Sänger setzen sich durch. Die Community ist der Gradmesser.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

wikipedia

Wikipedia

  • Branche: Wissenssammlung
  • Land: USA
  • Ziel: freie, kostenlose Online-Enzyklopädie
  • Mitglieder-Incentivierung: „Ruhm & Ehre“ an einem der weltweit erfolgreichsten, nichtkommerziellen Projekte beteiligt zu sein. Sharing von Wissen.
  • Zeitraum: seit 2001

Wikipedia ist eine freie und kostenlose Online-Enzyklopädie in zahlreichen Sprachen. In der englischen Variante gibt es mittlerweile über 3 Millionen Einträge. Jeder Internetbenutzer kann die Artikel nicht nur lesen, sondern meist auch bearbeiten. Bestand hat, was von den andern Benutzern akzeptiert wird. Mehr als 7.000 Autoren arbeiten regelmäßig bei der deutschsprachigen Ausgabe mit. Betrieben wird die Wikipedia von der Wikimedia Foundation, Inc., einer US-amerikanischen Non-Profit-Organisation mit Sitz in San Francisco, Kalifornien. In vielen Ländern gibt es zudem unabhängige Wikimedia-Vereine, die mit der Stiftung zusammenarbeiten.
Wikipedia hat sich im Bereich Wissenssuche zu einer echten Alternative zu Google entwickelt und wird von vielen Nutzern gezielt eingesetzt, wenn sie konkret Informationen statt Links oder Produkte suchen.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

RUF Jugendreisen

RUF-Reisen-Community

  • Branche: Tourismus
  • Land: Deutschland
  • Ziel: Bindung der RUF-Reisenden, Generierung von User generated content um auf diversen Social Media Plattformen präsent zu sein, Marketing-Baustein
  • Mitglieder-Incentivierung: vor allem „Ruhm & Ehre“. Einige RUF-Reporter erhalten eine Kamera mit der sie Videos drehen. Der Sieger, der die besten Videos produziert hat (die Community entscheidet), erhält eine Reise für zwei Personen im Sommer 2010. Insgesamt werden Preise im Wert von über 5.000 € ausgeschüttet.
  • Zeitraum: seit Anfang 2009

RUF-Reisen baut Schritt für Schritt ganz konsequent das Segment User generated content aus um zum einen alle denkbaren Web 2.0 Kanäle zu bedienen, aber auch um Inhalte für die eigene Webseite, die RUF-Community und die Printerzeugnisse des Reiseanbieters zu erhalten. Unter anderem sagte mir Dirk Föste von RUF-Reisen in einem Interview:

“Crowdsourcing” als Überbegriff beschreibt für uns, unsere Kunden in den Entstehungsprozess und die Umsetzung verschiedenster Kommunikationsmedien und -methoden einzubeziehen. Das geschieht auf ganz vielfältige Weise. Die Fotos in unseren Katalogen werden zum Beispiel teilweise von unseren Kids gemacht. Damit verbinden wir wieder Gewinnspiele. Auch werden die Beschreibungen unserer Reisen von unseren Kunden durch ihre Reiseberichte ergänzt. Unsere Kids drehen Videos oder legen im Netz Fotoalben zu ihrem Urlaub an. Es geht sogar soweit, dass wir die vielen Fragen von Neukunden am liebsten durch unsere “RUFis”, also bereits bestehende Kunden, beantworten lassen. Das alles sind Informationen “aus erster Hand”. Ungefiltert und ehrlich. Auch daran muss man sich als Unternehmen erstmal gewöhnen :-)

Siehe hierzu das ausführliche Interview mit Dirk Föste von RUF-Reisen.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

acecook

Acecook-Nudel-Crowdsourcing

  • Branche: Lebensmittel
  • Land: Japan
  • Ziel: neue Geschmacksrichtungen für Nudelsuppen (Ramen genannt) sowie Marketing-Slogans und Verpackungsdesign, Marketing-Baustein
  • Mitglieder-Incentivierung: Ruhm & Ehre und eine Party am Ende
  • Zeitraum: 2008

Das Nudel-Crowdsourcing für Acecook fand direkt auf Mixi, Japans größtem Social Network, statt. Man nutzte hier also eine bereits existierende Community und machte die Fans der in Japan sehr starken Marke Acecook ausfindig um sie zu binden und mit ihr in Kontakt zu kommen. Über 4.000 Nutzer beteiligten sich auf Mixi am Voting für die Geschmacksrichtungen und für Marketing-Slogans. Am Ende gab es eine Party in Osaka mit Tests der neuen Geschmacksrichtungen (“Collagen noodles”, “Milk Tantanmen“, “Bacon, egg, and vegetables”, “Ginseng Chicken”).
Gleiches tat dann ein Jahr später der stärkste Konkurrent auf dem Nudel-Markt in Japan Maruchan auf Yahoo Japan.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

sennheiser

Sennheiser Sound Logo Contest

  • Branche: Konsumgüter/Elektronik im Hochpreissegment
  • Land: Deutschland
  • Ziel: ein Soundlogo für die starke Marke Sennheiser
  • Mitglieder-Incentivierung: 5.000 Euro für den Gewinner. Außerdem hat sich das Unternehmen dazu entschlossen, die zeitlich und räumlich unbeschränkten Nutzungsrechte in Höhe von 30.000 Euro für die Komposition zu erwerben.
  • Zeitraum: 2008

Von Japan über Kanada bis Venezuela: Aus 57 Ländern kamen die Einsendungen für den Sennheiser Sound Logo Contest. Insgesamt 2.016 Sound-Ideen haben über 600 Teilnehmer auf die Sennheiser-Webseite geladen. Weltweit komponierten und mischten Profis sowie Hobbymusiker, um den passenden Klang für den Audiospezialisten aus der Wedemark zu finden. (aus der Pressemitteilung)
Mehr dazu in meinem Blogbeitrag über den Sennheiser Sound Logo Contest.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

fiat500

Fiat500

  • Branche: Automobilbranche
  • Land: Italien
  • Ziel: Ideen und Anregungen für das Design des neuen Fiat500 ein Jahr vor Markteinführung. Wissen was die Fiat-Fans wollen. Marketingbaustein.
  • Mitglieder-Incentivierung: Diverse Preise wurden in der Community verlost.
  • Zeitraum: Start September 2007 (ein Jahr, bevor der neue Fiat 500 auf den Markt kam)

Die Fans wurden im Vorfeld eingebunden in die Produktentwicklung und hatten so die Möglichkeit „ihr“ Auto mit zu kreieren. Es gab in den ersten Monaten mehr als 10 Millionen Klicks und über 170.000 Entwürfe. Dabei ging es um die Innenausstattung, die Gestaltung des Auspuff, das Design der Seitenspiegel und vieles mehr.
Auch Teile der Werbung für den neuen Fiat500 wurden mittels Crowdsourcing generiert.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

innocentive

Innocentive

  • Branche: Problemlösungen für diverse Bereiche (Computer, Chemie, Biotechnologie)
  • Land: USA
  • Ziel: Probleme die innerhalb eines Unternehmens nicht gelöst werden konnten werden an die starke Innocentive-Community ausgelagert. Erfolgsquote dort: etwa 30%. Zu den namhaften Kunden gehören Procter & Gamble und andere
  • Mitglieder-Incentivierung: entsprechende Entlohnung bei Problemlösung (liegt zwischen 10.000 und 100.000 Dollar)
  • Zeitraum: seit 2001

Gegründet wurde Innocentive von e.Lilly, einer Tochterfirma des führenden Pharmaunternehmens Eli Lilly and Company. Aufgrund dessen, dass es hier vor allem um Fachwissen geht, wird Innocentive in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Aber die Innovationskraft der Plattform ist beeindruckend. Externe Experten lösen Probleme, die intern in den Unternehmen nicht gelöst werden konnten. Hierbei sind weniger sogenannte Amateure als vielmehr Studenten und vor allem auch Pensionäre in Aktion. Sehr erfolgreich. Ein gutes Beispiel wie wunderbar Crowdsourcing zur interaktiven Wertschöpfung beitragen kann. Der Marketingaspekt spielt hier keine Rolle.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

be! your own brand

BE! your own brand

  • Branche: Lifestyle
  • Land: Deutschland
  • Ziel: Designs für Sitzsäcke und Taschen um das neue Portal mit Kreativität aufzuladen, Kontakt zur spannenden Zielgruppe Illustratoren & Grafikdesigner, Marketingbaustein
  • Mitglieder-Incentivierung: Prämien für die insgesamt 13 Kreative, in der Summe über 5.000 €. Die Siegerin, eine Grafikdesign-Studentin, erhielt 1.200 Euro.
  • Zeitraum: Sommer 2008

Ein Beispiel für einen zeitlich begrenzten Kreativcontest. Diese Aktion erfolgte für ein Mass-Customization-Startup. Dieser Designcontest wurde von meiner Agentur VOdA konzipiert und betreut. Es gab 306 Entwürfe von 86 Designern auf einem grafisch hohen Level. 11.441 Votes, 463 Kommentare. Und ein überaus zufriedener Kunde.
Hier ein Video mit den besten Einsendungen, von denen sich nun etliche auf den CROW'n'CROW-Sitzsäcken und Taschen wiederfinden. Bilder sagen bei so etwas meist mehr als Worte.

Socialnetworkstrategien: 12 gelungene Crowdsourcing-Projekte

Diese Zusammenstellung erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Sie soll nur aufzeigen welche gelungenen Crowdsourcing-Projekte es auf den verschiedensten Gebieten und aus verschiedenen Ländern und Kontinenten gibt. Gern können in den Kommentaren weitere gute Crowdsourcing-Projekte benannt werden. (Eigenwerbung werde ich aber konsequent löschen. Unsere Freunde aus Nürnberg mit dem "lassen" hinten dürfen es gern sein lassen auch hier ihren Spam-Kommentar unter zu bringen.)

Die oben bereits genannten vier Artikel, die ein besseres Verständnis des Komplexes Crowdsourcing bringen sollen, werden zeitnah in diesem Blog folgen.

Ich selbst arbeite als freier Berater im Bereich Social Media und Web2.0-Strategien und richte meinen Fokus auf Social Networks und gutes Crowdsourcing. Nehmen sie Kontakt mit mir auf, wenn sie Unterstützung und Beratung suchen.

Wenn Sie regelmäßig über das Wichtigste aus dem Social Web informiert werden möchten, empfehle ich Ihnen das Abonnement meines Roskos-Report für die Welt des Social Web.

Anmeldung Roskos-Report

veröffentlicht unter: Crowdsourcing 1 Kommentar
19Aug/094

1&1 sagt: “Bitte zahlen sie 50% mehr!”

Wie würden sie es finden, wenn ein Dienstleister ihnen sagt: "Bitte zahlen sie ab nächsten Monat bitte 50% mehr. Dafür bekommen sie auch ein bisschen mehr. Egal ob ihnen das gefällt oder nicht." Okay - wenn es mir nicht gefällt, darf ich widersprechen. Schriftlich. 4 Wochen habe ich Zeit dafür. Email reicht da nicht. Ist ja auch nicht irgendein Wald-und-Wiesen-Unternehmen, sondern nur 1&1. Eines der größten Internetunternehmen Deutschlands.

Ehrlich - ich bin stinksauer darüber, dass ich pro Monat 10 Euro mehr zahlen soll. Macht im Jahr 120 Euro an Mehrkosten. Für Dinge, die ich nicht brauche. Als Begründung wird mir Folgendes mitgeteilt:

Profitieren Sie deshalb ab Oktober in Ihrem Tarif 1&1 Business Pro 5.0 von folgenden Erweiterungen:

- 10.000 MB Webspace (statt bisher 5.000 MB):
Jetzt ist endlich mehr Platz da für kreative Ideen und einen starken Internetauftritt.
- Unlimitiertes monatliches Transfervolumen (statt bisher 500.000 MB/Monat):
Schluss mit unnötigen Gedanken über zu hohen Trafficverbrauch. Ihre Webseite kann von beliebig vielen Besuchern angesurft werden. Wir sorgen dafür, dass Sie nicht wegen Überlastung schließen müssen.
- 20 MySQL-Datenbanken (statt 10): Noch mehr Möglichkeiten, einzelne Projekte in unterschiedlichen Datenbanken unterzubringen.

Im Zuge der Paketaufwertung ändert sich der Preis für alle Verträge Ihres Tarifes "1&1 Business Pro 5.0" auf je 29,99 EUR/Monat (inkl. MwSt.).

Liebes 1&1:

  • Ich habe keine "Sorgen" mit meinem Trafficverbrauch!
  • Ich brauche keine weiteren 10 Datenbanken!
  • Ich brauche keinen 5.000 MB an mehr!
  • Ich habe nie darum gebeten mehr zu bekommen. Und bin auch noch weit entfernt von der Auslastung meines Paketes.
  • Ich finde diese Mitteilung eine Unverschämtheit!

Ehrlich, sowas regt mich auf. Ein Dienstleistungsunternehmen erhöht die Kosten für meinen Vertrag um 50% von 19,99 € auf 29,99 €. Ohne dass ich das will. Ich hätte nichts dagegen, dass man mir einen neuen Vertrag anbietet. Dass man mir spannende Angebote macht. Aber NICHT, dass man einfach etwas ändert und dafür deutlich mehr Geld verlangt. Und ich dann aktiv werden muss, um dem Ganzen zu widersprechen. Das kostet Zeit, nervt und ärgert mich. Und hinterlässt einen faden Beigeschmack. Warum tun Unternehmen etwas in dieser Art? In der heutigen Zeit. Traurig. Unverständlich. Unnötig. Ich denke darüber nach, meinen DSL-Vertrag und meine mehreren Pakete, die ich bei 1&1 habe, zu kündigen. So vertreibt man seine Kunden, liebes 1&1. Ein Internetdienstleister sollte anders agieren. Einfach mal die eigenen Kunden fragen, was man denn verbessern könnte. Zuhören statt fordern.

Und ich werde nicht der Einzige sein, der das extrem befremdlich findet.

17Aug/0920

Der Qype-Schock – Wenn Crowdsourcing nicht funktioniert

Ich war zwei Wochen im Urlaub. Garmisch-Partenkirchen war das Ziel meiner Familie. Und wir hatten wirklich eine fantastische Zeit dort. Als "Netzmensch" und intensiver iPhone-Nutzer wollte ich unter anderem intensiv die entsprechenden iPhone-Apps nutzen um Ausflugsziele und Tipps mir anzeigen zu lassen. Hierfür hatte ich mir von Merian die App zum "Zugspitzland" herunter geladen. Die Qype-App hatte ich schon seit längerem installiert und ab und zu mal ausprobiert. Nun sollten diese beiden Apps so richtig zum Einsatz kommen. Zusätzlich hatte ich den Versuch unternommen mir via Facebook von Freunden ein paar Tipps geben zu lassen. Ich hatte aber eigentlich nicht so sehr damit gerechnet, dass das etwas bringen würde.

Um so größer war dann meine Überraschung im zweiwöchigen Praxistest. Vorweg nur ganz kurz die Merian-App. Um es kurz zu machen: sie taugt nicht viel. Viel zu wenig Tipps. Viel zu weit weg von meinem Urlaubsort. Kaum Text, keine Bilder. Damit kann man nicht wirklich was anfangen. Und als Web 2.0 Mann stelle ich mir natürlich die Frage: Warum kann ich keine Kommentare zu den Tipps hochladen? Warum kann ich keine zusätzlichen Bilder direkt vom iPhone einpflegen? Warum kann ich keine neuen Tipps anlegen? Die Merian-App ist blind. Eine Einbahnstraße, die völlig unzeitgemäß ist. Und zudem noch nicht mal richtig was taugt. Sie verschwindet ganz schnell wieder von meinem iPhone. Sie ist ihren Preis von 1,59 € nicht wert.

Qype und Garmisch-Partenkirchen - funktioniert (bisher) nicht

Aber dafür gibt es ja Qype. Hier setzt man auf das wunderbare Crowdsourcing-Prinzip. Hier werde ich garantiert viele gute Tipps, viele Fotos, viele hilfreiche Kritiken von anderen Urlaubern finden. Dachte ich mir. Garmisch-Partenkirchen ist ja nicht irgendein Kaff irgendwo weit ab der touristischen Brennpunkte. Wenn nicht für Garmisch-Partenkirchen, wofür dann? Dachte ich mir so. Und wurde böse überrascht von Qype. Ja, es gibt den ein oder anderen Tipp. Aber: meist ohne jedes Bild. Oft ohne Öffnungszeiten. Und fast immer: ohne einen einzigen Nutzerkommentar. Ich war ehrlich geschockt wie dünn Qype für Garmisch-Partenkirchen bestückt ist. Damit hatte ich nicht gerechnet.

Ein Beispiel. Ich wusste (dazu später noch mehr), dass es in Grainau, nur wenige Kilometer von Garmisch-Partenkirchen entfernt, ein wunderbares Freibad gibt. Das Zugspitzbad. Ich gab also in der iPhone-App für den Ort "Grainau" den Suchbegriff "Freibad" ein. Erscheint mir logisch diese Suche. Das Ergebnis zeigt dieser Screenshot von meinem iPhone:

qype iphone grainau

Laut Qype gibt es also in Grainau kein Freibad. Ups. Ich wusste aber, dass es eines gibt. Ich wusste sogar den Namen. Also gab ich den Namen ein: "Zugspitzbad". Und siehe da, es wurde zumindest gefunden.

qype freibad grainau

Mein erster Gedanke war: "Was für ein Blödsinn! Ich suche doch nicht nach dem Namen..." Und die Enttäuschung war noch größer, als es kein einziges Bild, keine einzige Nutzerkritik gab. Das hat sich jetzt geändert, weil ich ein Bild hochgeladen und etwas dazu geschrieben habe. Nur "meckern" ist nicht mein Stil. Das im Screenshot zu sehende Bild sowie die Bewertung stammen von mir. Vorher war dort nichts.

Als ich dann auf dem Rechner Qype aufrief und wiederum nach einem "Freibad" in "Grainau" suchte, wurden mir wenigstens Bäder in Garmisch und der Umgebung angezeigt. Aber nicht das herrliche Freibad Grainau. Also die Online-Version war schon etwas hilfreicher. Das ändert aber nichts daran, dass es keine Bilder (siehe Screenshot) und keine Meinungen aus der Community gibt. Und das Schlimme war: das betraf nicht allein das Freibad in Grainau. Immer wieder fand ich via Qype nur wenige Tipps, die vermutlich automatisch durch eine Software eingepflegt wurden. Da wurden vermutlich irgendwelche Branchenbücher gecrawlt. Aber nie gab es für Garmisch-Partenkirchen und Umgebung Bilder, geschweige denn Artikel von Nutzern. Ich gewann immer mehr den Eindruck: Crowdsourcing auf Qype funktioniert nicht.

Suche nach Freibädern auf Qype

Ursachen warum Qype nicht funktioniert

Da ich mich beruflich sehr intensiv mit Crowdsourcing beschäftige und Qype an sich sehr mag, weil sie genau auf diesen Baustein des Web 2.0 setzen, fragte ich mich dann: Warum ist das so? Warum funktioniert Qype an der Stelle nicht?

Es gibt Tausende von Touristen die Jahr für Jahr nach Garmisch-Partenkirchen fahren. Es gibt unendlich viele Gastronomen, Geschäfte, örtliche Einrichtungen, Tagungszentren, Hotels, Skiverleihe, Skischulen, Sportvereine, die alle ein großes Interesse daran haben, dass viele Menschen positiv über Garmisch-Partenkirchen und die anderen Orte rund um die Zugspitze berichten. Doch auf Qype ist Totentanz.

Es gibt aus meiner Sicht mehrere Erklärungen dafür. Zum einen wäre es dringend notwendig, dass Qype in solch wichtigen touristischen Zentren präsent ist. Hier müsste eine aggressive PR-Strategie gefahren werden, um Orte wie Garmisch-Partenkirchen zu penetrieren. Denkbar wären Kooperationen mit dem örtlichen Tourismusverband, Zusammenarbeit mit Skischulen, Werbung bei einem der zahlreichen sportlichen Highlights wie Skispringen Vierschanzentournee, Alpiner Skiweltcup oder dergleichen mehr.

Zum anderen muss das Communitymanagement natürlich extrem gut sein. Und mit "gut" meine ich nicht allein die Qualität, sondern auch die Quantität. Ich weiß nicht, wie viele Communitymanager bei Qype arbeiten. Aber ich befürchte: weniger als 10. Um meine Community aber zu motivieren bedarf es bei einer so weit gefassten Zielgruppe wie bei Qype deutlich mehr Menschen, die für Qype als Communitymanager agieren. Bei RUF-Reisen sind das zum Beispiel knapp 20 Leute. Siehe hierzu dieses interessante Interview.

Ungenügende Incentivierungsstrategie beim Crowdsourcing

Der dritte Punkt, der Schuld daran ist, das Qype nicht wirklich funktioniert, ist die Incentivierungsstrategie. Ich fragte meine Frau, ob wir nicht was schreiben wollen, wenn es bisher nichts gibt, zu der herrlichen Baude, in der wir gerade leckeren Rhabarberkuchen aßen. Ihre Antwort: "Vielleicht. Später. Was soll ich mit nem zweiten Qype-T-Shirt oder ner neuen Tasse?" Will sagen: Die Incentivierung bei Qype ist unspannend! Man setzt auf die Faktoren "Fame" und "Spaß", was bedingt auch funktioniert. In Großstädten wird Qype offensichtlich besser angenommen. Aber reicht das langfristig? Ich denke nicht.

Alle Crowdsourcing-Projekte müssen sich für die Zukunft die Frage stellen "Ist meine Incentivierungsstragie ausreichend?". Das betrifft nicht nur Qype. Ich arbeite aktuell an drei Crowdsourcing-Projekten in der strategischen Planung mit und muss die Geldgeber immer wieder davon überzeugen, dass es wichtig ist nicht nur nehmen zu wollen, sondern auch zu geben. Ich versuche hier Strategien zu entwickeln, die für die Nutzer spannend sind. Die die Community motivieren langfristig aktiv zu sein und bei der Stange zu bleiben. Das ist sicherlich nicht einfach. Aber das Beispiel Qype zeigt, dass dies unbedingt notwendig ist.

Mundpropaganda via Facebook funktioniert

Freibad GrainauNoch einmal zurück zum Freibad in Grainau - das übrigens wirklich wunderbar ist! Den Tipp für dieses Freibad bekam ich via Facebook! Ich hatte meine dortigen Freunde um Tipps für Garmisch-Partenkirchen und Umgebung gebeten. Und ich bekam einen Haufen guter Tipps! Danke dafür, Martin! Diese Tipps waren Gold wert und entpuppten sich allesamt als großartig. Ich musste feststellen: Mundpropaganda ist großartig und funktioniert genial. Facebook war dafür der perfekte Kommunikationskanal. Denn hier konnte ich dann auch die Bilder hochladen und mich entsprechend bedanken. Wenn man jetzt auf Facebook nach Tipps für Garmisch-Partenkirchen sucht, wird man den ein oder anderen Tipp von mir finden. Die neue Facebook-Suche machts möglich.

Garmisch-Partenkirchen auf Facebook

Fazit für ein besseres Crowdsourcing

Natürlich war ich auch so fair etliche Fotos auf Qype hoch zu laden. Aber ich kann nicht verhehlen, das ich enttäuscht war von Qype. Qype hat für Garmisch-Partenkirchen als Portal für Tipps, Bilder, Meinungen miserabel funktioniert. Die gewaltigen Möglichkeiten von Crowdsourcing wurden an der Stelle bisher nicht ausgeschöpft. Die Gründe für das Versagen an dieser konkreten Stelle habe ich weiter oben benannt: Kein Marketing in solchen Regionen. Möglicherweise personell zu dünnes Communitymanagement um die unerlässlichen Leaduser ausfindig zu machen und stärker zu binden und zu motivieren. Ungenügende Incentivierungsstragien. Das machen andere Projekte in der Zukunft in Sachen Crowdsourcing hoffentlich besser.

Nachtrag: weitere Tipps, die mir auf Qype unzureichend oder gar nicht angezeigt wurden

In Murnau gibt es eine traumhafte Konditorei, in der man herrlich Kuchen, aber auch Salat essen und Tee trinken kann: das Café Kroenner. Auf Qype ist es leider nur sehr schwer zu finden. Wenigstens gibt es jetzt ein paar Bilder von mir.

Café Kroenner in Murnau

Café Kroenner in Murnau

Ein Traum ist auch der Berggasthof Almhütte, auch "Windbeutelalm" genannt.

Windbeutelalm

Windbeutelalm

Für die Esterbergalm gab es vorher gar keinen Eintrag auf Qype. Das haben wir geändert. Ein herrliches Wanderziel vom Wank herunter ins Tal.

Esterbergalm vom Wank aus

Und den leckersten Rhabarberkuchen der Welt - der mich echt aus den Latschen gehauen hat - gibt es nach einem recht beschwerlichen Anmarsch im Berggasthof Wamberg.

Berggasthof Wamberg

Die meisten Fotos wurden übrigens mit dem iPhone geschossen. Ich bin nicht zufrieden mit der Qualität, aber für solche Zwecke reicht es.