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16Jul/090

Gibt es Perry Rhodan wirklich?

Ist das Internet nun eine fiktive Welt? Nicht real, wie so mancher behauptet. Alles nur virtuell, nicht wirklich? All die Gespräche, Emails, Kommentare nicht echt und damit unrelevant und außerdem auch gleich folgerichtig asozial?

Perry Rhodan twittert. Dem Helden vieler Science Fiction Fans kam man seit Anfang Juli 2009 auf Twitter followern. Einer Kunstfigur, die es über 30 Jahre nur auf Papier (und den Köpfen der Leser) gab. Sie wird im Internet... real?

Die Perry Rhodan Welt ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Seit 1961 jede Woche ein neues Heft. Mittlerweile über eine Milliarde verkaufter Exemplare. Aktuelle Auflage ca. 80.000 Stück. Der Wikipedia-Eintrag zeigt warum und wie erfolgreich Perry Rhodan und damit sein Verlag Pabel Moewing, eine Bauer-Tochter, ist.

Ganz konsequent setzt man immer mehr auch auf mobile Inhalte und auf das Internet. Man hat die Zeichen der Zeit bei den Perry-Rhodan-Machern erkannt. Gut so. Twitter ist sicherlich ein zur Zeit spannender Kanal um zu testen, ob man damit eine relevante Anzahl von Fans erreichen kann. Das Ganze kann man im Segment Viralmarketing/Internetmarketing ansiedeln. Denn Geld wird damit noch nicht verdient. Aber potentielle Leser können jeweils von Freitag bis Freitag chronologisch den aktuellen Fortgang der Heftgeschichte verfolgen. Und werden so zum Kauf des Heftes animiert.

Ab dem 17. Juni 2009 folgt konsequent der nächste Schritt. E-Books gibt es schon seit geraumer Zeit. Doch nun kann man die aktuelle Geschichte via textunes, das ich selbst bereits intensiv nutze, im App-Store für 1,59 € kaufen und dann auf dem iPhone lesen. Eine spannende Alternative zum Heft. Wenn auch der wahre Fan wohl weiter das Heft im Regal haben möchte. Haptik siegt über Platzeinsparung.

"Die neuen Medien ersetzen das bisherige Papierformat nicht, sie ergänzen es. Es freut mich sehr, dass 'Perry Rhodan'-Leser ihre Lieblingsserie so genießen können, wie es ihre Erfinder vor beinahe fünf Jahrzehnten noch selbst als pure Science Fiction angesehen hätten", erklärte Chefredakteur Klaus N. Frick in einem Interview.

Der Pabel Moewing Verlag zeigt damit, dass man die neue Web 2.0 Welt ganz offensichtlich verstanden hat und zu nutzen versteht. Und Dank des iPhones und des angeschlossenen App-Stores gibt es für den Print-Bereich und auch für andere kommerzielle Unternehmen einen Kanal, über den man nicht nur kostenlos etwas als Marketingbaustein seinen Fans anbietet, sondern auch echte Umsätze generiert werden. Die Zukunft des Konsums, meinetwegen auch des Kommerz, hat damit begonnen.

Ich selbst habe nur ein großes Problem. Ich habe bisher noch kein einziges Perry Rhodan Heft gelesen. Und es gibt einige, die mir davon auch abraten. Man sollte kritische Stimmen nicht ganz ausklammern. Hier mal ein Beitrag aus dem Jahr 1969, der arg überspannt ist, aber durchaus nachdenklich macht. Interessant dabei auch die Diskussion unter dem Video auf Youtube.

Mal sehen. Vielleicht steige ich via iPhone mal mit ein und schaue, ob ich mit Perry Rhodan was anfangen kann. Die neue komplexe Strategie der Macher jedenfalls ist goldrichtig. Kompliment.

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Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

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