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27Jul/09Off

Ein paar Worte zu Twitter und Facebook

Autor des Artikels: Matias Roskos

Twitter ist der Hype des Jahres 2009. Daran führt einfach kein Weg vorbei. Und man kann Twitter lieben oder hassen. Da gibt es (bisher) kaum Zwischentöne. Bei all dem Lob das Twitter derzeit widerfährt, wird aber oft so einiges vergessen. Auf diesen Umstand geht Frank Puscher in einem erstklassigen Artikel über Twitter auf Heise ein: "Kurzschnellgut".

Die öffentliche Berichterstattung über Twitter erinnert verdächtig an Second Life. Die einen loben die schnelle und direkte Kommunikation mit 140 Textzeichen über den grünen Klee. Sehen eine dritte Revolution der Onlinekommunikation heraufdämmern und empfehlen jedem sofortiges Mitmachen. Die anderen halten spontan verfasste und veröffentlichte Textnachrichten für überflüssigen Datenmüll, der nichts bringt, sondern höchstens Zeit stiehlt.
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Von 475 000 registrierten Nutzern im Februar 2008 auf sieben Millionen User im gleichen Monat dieses Jahres. In Deutschland sind etwa 60 000 Nutzer angemeldet. Davon zwitschern aber nur 27 000 regelmäßig mindestens einen Tweet pro Monat, meinen Beobachter.

schreibt Frank Puscher. Es gelingt ihm wunderbar Vor- aber auch Nachteile heraus zu arbeiten und ein Licht in beide Richtungen zu lenken.

Angesichts des aktuellen Zustands von Twitter lässt sich ein Vorabfazit ziehen. Wer heute in Deutschland twittert, erreicht zumindest theoretisch den inneren Kreis der Online-, PR- und Marketing-Branche. Nicht mehr und nicht weniger. Für einige Unternehmen ist das eine sehr attraktive Zielgruppe. Unternehmen, die die breitere Öffentlichkeit suchen, finden effektivere Wege.
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„Twitter wird kein Werbeträger nach heutigem Verständnis. Aber er wird eine sehr gute Plattform für personalisierte werbliche Botschaften, vor allem aber für die interpersonelle Selbstbegeisterung von Usern – für mich die Vision eines Marketings der Zukunft,“ meint Michael Konitzer, Principal Consultant bei der Münchner Agentur Ray Sono. Konitzer – selbst Onliner der ersten Stunde – sieht bei seinen Kunden aus der Reisebranche viel Potenzial, Twitter als personalisierten Kommunikationskanal zu den Reisewilligen zu nutzen.
Unterdessen zeigt das System Twitter eine gravierende Schwachstelle, und zwar ausgerechnet in Sachen Glaubwürdigkeit. Keiner weiß wirklich, wer hinter einzelnen Tweets oder einem Account steckt. Ob Obama zwitschert oder nur sein Vorzimmer, bleibt im Dunkeln. Und ob das bislang ungenutzte Konto @beiersdorf irgendwann mit Informationen über das Hamburger Traditionsunternehmen gefüllt wird, ist fraglich.
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Ralf Haberich, Marketingchef beim Webanalyse-Spezialisten Nedstat, glaubt nicht, dass es sich bei Twitter um einen kurzfristigen Hype handelt: „Ich bin sicher, dass sich diese Form etabliert und in zwei Jahren als selbstverständlich angesehen wird.“ Und Matias Roskos, der sich mit seiner Agentur VOdA auf digitale Mundpropaganda und virales Marketing spezialisiert hat, weiß auch wo: „Kommunikation wird in Social Networks immer wichtiger. Und damit auch Mikro-Blogging, Newsfeed oder wie immer man es dann nennen wird.“

Danke fürs Zitieren an den Autor! Ja, ich denke, dass Twitter Sinn macht. Wenn man es als Kanal nutzt um die Menschen zu erreichen. Ob das Tool dann Twitter heißt oder wie auch immer ist egal. Es ist eine Softwarelösung die bewiesen hat, dass sie funktioniert. Und die nun transformiert werden wird, damit man dann auch die Menschen da draußen erreicht. Denn auf Twitter ist Otto-Normal-Nutzer noch nicht. Dass man sein Facebook-Profil zum Beispiel wunderbar mit Twitternachrichten füttern kann, wissen viele intensive Facebook-Nutzer schon seit langem. Parallel könnten die eigenen Twitter-Nachrichten live ja auch im eigenen Blog und in drei weiteren Communitys erscheinen. Das ist der große Vorteil von Twitter. Wenn denn die Anbieter der Plattformen es zulassen.

Facebook dagegen direkt mit Twitter zu vergleichen haut nicht hin. Auch wenn auf Mashable in dem Artikel "Martha Stewart: Twitter is Better than Facebook" Folgendes nachzulesen ist:

The master of home décor, in an interview with The Daily Beast, talks up Twitter and describes Facebook as “dippy.” Unlike Gates though, she extensively discusses why Twitter has a special place in her heart. Here’s a little of what she to the Beast:

“I just love it so much more than Facebook … First of all, you don’t have to spend any time on it, and, second of all, you reach a lot more people. And I don’t have to ‘befriend’ and do all that other dippy stuff that they do on Facebook.”

Twitter ist ein Instrument, weniger eine Community. Twitter ist ein immer mächtiger werdendes Instrument. Aber wie schon gesagt. Die Kanäle hin zu den normalen Nutzern dort draußen müssen erst noch gelegt werden. Das geschieht derzeit. Eine Verknüpfung (oder Kauf?) von Facebook und Twitter macht absolut Sinn. Darum ganz richtig das Fazit im angesprochenen Twitter-Artikel:

While it’s true that there’s a competition brewing between Facebook (Facebook) and Twitter (Twitter), we seem to forget that they’re different products that have different purposes. Facebook is about intimate connections and sharing multimedia with a group of friends. Twitter is about broadcasting and spreading your message to the entire world. With that in mind, which platform do you think celebrities require more?

Sehe ich ganz genauso.

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Kommentare (2) Trackbacks (1)
  1. Nachdem ich auch anfangs sehr skeptisch über Twitter war (habe den Hype sogar regelrecht gehasst) habe ich jetzt den Riesenvorteil von Twitter erkannt: Schnell genau die Leute zu erreichen, die ähnliche Interessen haben. Stichwort: Thematische Relevanz!

    Dagegen sehen die „normalen“ SocialCommunities wie Facebook, StudiVZ, WKW etc. etwas alt aus, da dort die einigende Klammer „Bekanntschaft“ ist. Genau das macht Twitter nun mal nicht! Hier geht es um sachliche Übereinstimmung, die im Idealfall zu persönlichen Kontakten und Beziehungen führen kann. Hat zwar etwas lange gedauert bis bei mir der Groschen gefallen ist, aber jetzt sehe habe ich es kapiert! :-)

  2. Das sehe ich auch so. Habe es kapiert und werde mich NICHT anmelden. Ich lese: „Twitter ist ein Instrument…“. Das trifft es doch sehr gut.
    Vielle benutzen dieses Instrument, aber sind die meisten nicht selber das Instrument und werden benutzt ??

    :-?

    Gruß,

    Bubu


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