Kreativ-Crowdsourcing für Sandalen und Clogs von Birki
Bei Birki kann man Schuhe designen. Eine sympathische Aktion, die - so wie es sein sollte - vor allem auch als Marketing-Aktion im Web genutzt wird. Ohne dabei das echte Leben da draußen zu vergessen. Aufmerksam gemacht wurde ich durch meine Frau, die einen Hinweis auf den Contest in einem Flyer fand, der einem Kauf beilag.
Aufgabe ist es einen Schuh von Birki zu designen. Einsendeschluss ist der 31.10.2009.
Der Gewinner erhält den designten Schuh und eine Woche Familienurlaub im Grünen: für bis zu sechs Personen in ausgewählten Landal-Ferienparks.
heißt es auf der Birki-Seite.
Einsenden soll man die Arbeit via Email. Und an dem Punkt fange ich an mich zu fragen, wer das konzipiert hat. Der Ansatz ist super. Das Thema ist lustig. Ich kann mir gut vorstellen, dass da viele kreative Menschen Lust drauf haben und man so seine Marke zu ganz neuen potentiellen Käufergruppen transportieren kann. Doch wenn ich eine solche Aktion im Internet platziere, sollte ich es ein wenig anders angehen. Email ist okay. Gleichzeitig sollte man aber auf der Seite auch ein Uploadformular haben. Die Teilnahmebedingungen, die ja den rechtlichen Rahmen für so etwas vorgeben, sind, mit Verlaub gesagt, arg schlicht gestrickt. Das macht keinen guten Eindruck. Und ich finde es auch immer fragwürdig, wenn die Einsendungen im Nirvana eines virtuellen Briefkastens verschwinden. Warum gibt es keine Galerie? Man hat bei Birki wohl Angst gehabt vor dem Betreuungsaufwand für einen solchen Contest. Ja, das Communitymanagement spielt auch beim Crowdsourcing eine immense Rolle und sollte nie unterschätzt werden!
Und als Letztes - und damit sei genug gemeckert - halte ich Flash für die denkbar ungünstigste Variante so etwas technisch ins Netz zu bringen. Warum? Weil aus meiner Sicht Crowdsourcing im Kreativbereich nicht nur dazu dienen sollte eine Dienstleistung zu generieren, sondern parallel auch als Marketing-Baustein und als googlefreundliche SEO-Maßnahme fungieren kann. Alle Felder können mit bedient werden. Doch denkt man an Google und an Viralmarketing im Netz, dann ist eine Flashseite völlig unbrauchbar!
Fazit: Eine witzige Aktion von Birki, die ich sehr sympathisch finde. Aber der Rahmen, den man dafür gestrickt hat, ist in der heutigen Zeit mit Hinblick auf Viralmarketing-Effekte vollkommen unzureichend. Leider. Und eine Bindung der Teilnehmer durch ein sympathisches, professionelles und offensives Communitymanagement macht total Sinn, wurde hier aber außen vor gelassen. Dennoch: viel Erfolg! Schön dass immer mehr Firmen Wege wie diesen beschreiten.
Twitter und RSS – Abo funktioniert auch virtuell
Ich muss mich immer wieder beherrschen, wenn ich die Gesichter von Kunden vor mir habe, denen ich etwas von RSS erzähle. "Was? RSZ? Was is denn das?" steht sehr deutlich in ihren Gesichtern. Nichts ist von sperriger wie diese gruselige Abkürzung für "Really Simple Syndication" oder auch "Rich Site Summary". Okay: XHTML wäre wohl noch eine Steigerung. Aber das brauche ich nie zu erklären. Zum Glück. Aber wenn man über Social Media und vor allem über Blogs spricht, kommt man an RSS nicht vorbei. Weil es ne verdammt gute Sache ist.
Ich erkläre es dann als standardisiertes Abonnement-System im Internet. Das wird dann meist verstanden. Aber ein kleines Fragezeichen bleibt immer? Kann etwas, das "RSS" heißt sexy, gut und erfolgreich sein?
Dass Abo-Systeme überaus gut funktionieren beweist nun auch Twitter. Denn vom Prinzip her ist es nichts anderes. Ich aboniere die News eines anderen: seine Microblogging-Beiträge. Der Unterschied zwischen normalen Blogbeiträgen und Twitter-Nachrichten liegt in der Länge des Mitzuteilenden. Und in der Bezeichnung. "Twitter" - das klingt. Das spricht. Das ist lustig. Das transportiert etwas Positives. "RSS" ist sperrig. Das klingt nicht gut. Das möchte man schnell wieder vergessen (wenn man kein Tekkie ist). Also: Weg mit der Bezeichnung RSS. Gebt dem Kind einen anderen Namen. Denn: Abosysteme sind cool. Sie machen uns das Leben einfacher. Sie erlauben uns Dinge zu erhalten, ohne uns großartig darum kümmern zu müssen, dass sie den Weg zu uns finden. Das ist mit der Zeitschrift für meinen Sohn genauso wie mit der GEO, die ich monatlich im Briefkasten finde, der neuesten Perry Rhodan Folge, die ich via Textunes abonnieren kann, den Blogbeiträgen guter Blogs die ich gern lese oder den Tweets von Leuten, die was zu sagen haben. Abo funktioniert. Virtuell wie im echten Leben.
Band 2501 Perry Rhodan jetzt fürs iPhone erhältlich
Mit Verzögerung ist nun nach Band 2500 als Prämiere auch Band 2501 von Perry Rhodan via Textunes für das iPhone erhältlich. Kosten: 1,59 €. Eigentlich sollte der aktuellste Band bereits Freitag bereit stehen. Aber die Freigabe durch Apple erfolgte nicht wie erhofft pünktlich. Aber nun endlich ist der Band nicht nur im Zeitschriftenhandel, sondern auch für virtuelle Leser (wie mich) erhältlich. Ich bin gespannt, wie dieses Modell mittelfristig funktionieren wird. 1,59 € ist nicht wenig Geld, Woche für Woche. Aber es liest sich wirklich gut auf dem iPhone. Textunes macht da echt nen verdammt guten Job.
In eigener Sache: Auf dem VIR-Camp
Ein großes Dankeschön nochmal an die Organisatoren des VIR-Camps in Berlin und die Möglichkeit vor Entscheidern der Tourismusbranche ein wenig die Trommel für das Thema Crowdsourcing rühren zu können. Ich hoffe, es kommt in der Zukunft deutlich mehr aus dieser spannenden Branche. Wie man es machen kann, konnten wir ja schon im Interview mit Dirk Föste von RUF-Reisen heraus arbeiten.
Die Lösung des Jahres von Tchibo ideas live in Hamburg
Es ist Sommer 2009. Bei Tchibo ideas passierte und passiert zuletzt und ganz aktuell eine ganze Menge. Vor und auch hinter den Kulissen. Über das erste Produkt, das nun in den Tchibo-Regalen steht, habe ich neulich ja schon berichtet. Die Resonanz, vor allem auch via Twitter, zeigte, wie positiv dies von der Web 2.0 Gemeinde aufgenommen wurde. Hier ist mal ein Unternehmen, das nicht nur ne Plattform launcht und versucht ne Community für sich zu gewinnen, sondern bei der "am Ende" auch ganz konkret was bei herauskommt: echte Produkte. Die nächsten drei werden über den Sommer verteilt folgen!
Auf einem Live-Event wurde am 6. Juli 2009 in Hamburg zudem die "Lösung des Jahres" gekürt und mit stattlichen 10.000 € belohnt. Als Sieger ging dabei der Kabelaufroller von Bernd Klawitter hervor.
Dazu heißt es auf der Tchibo-ideas-Plattform:
Kabelaufroller zum Aufstecken an Netzteilen ( z.B.Handynetzteile )
Der Kabelaufroller wird am Netzteilstecker aufgesteckt,
das Kabel wird an der unteren Öse und nach dem Aufrollen mit dem Kabelstecker an der oberen Öse fixiert.
Man kann ihn vom Netzteil abziehen und das Kabel nur soviel abwickeln wie nötig.
Die Kabelösen werden für verschiedene Kabelarten vorgesehen.
Der Kabelaufroller ist Patentrechtlich geschützt.
Ich persönlich fand andere Entwürfe, die allesamt dort vor Ort extrem cool in von der Decke hängenden Acrykugeln präsentiert wurden, spannender. Aber meine Freundin meinte: "Ist doch super praktisch." Verliebt hat sie sich aber in die Fahrradbox für den Sattelschatzüberbezug. Das Ding will sie sofort haben, wenn es in die Ladenregale demnächst kommt.
Aber auch ansonsten war dieses Live-Event eine extrem gelungene Veranstaltung. Zum einen finde ich es immer genial, wenn man versucht seine Community auch im realen Leben einmal zu treffen. Viele der Produktdesigner waren dort vor Ort. Highlight bei dieser Veranstaltung waren aber die Präsentationen von Herrn Gerkan, von Gerkan, Marg & Partner, der unter anderem für den Berliner Hauptbahnhof verantwortlich zeichnet und Professor Conran. Gerkan, Marg & Partner gehören weltweit zu den namhaftesten Architektur-Büros. Es war spannend und interessant diesem Mann zuzuhören, wie er von der Idee der 800.000-Einwohner-Stadt Lingang New City vor den Toren Shanghais erzählte, die sein Büro konzipiert hat und die jetzt gerade am Entstehen ist. Danach folgte Professor Conran, Designer nicht nur vieler Tchibo-Produkte, sondern auch der Mann hinter der erfolgreichen Livestyle-Brand Conran. Diesem intelligenten Produkt-Designer zuzuhören war ein einziger Genuss. Er sprach über Kreativität, über das Entstehen und Umsetzen guter Ideen und den Mut neue Wege zu beschreiten. Danke an Tchibo für die Möglichkeit zwei solche Männer erleben zu können.
Auf dem Event wurden für das kommende Jahr durch die Community von Tchibo ideas generierte Produkte im zweistelligen Bereich angekündigt. Ich bin gespannt. Schade, dass diese Ankündigung nicht mehr durch den (ehemaligen) Chef von Tchibo ideas geschah. Miguel Helfrich ist kurzfristig und für viele überraschend auf eigenen Wunsch bei Tchibo ideas ausgeschieden, wie er mir selbst bestätigte. Über die Hintergründe will ich hier nicht fabulieren. Ich hoffe nur, dass es weiter vorwärts geht bei Tchibo ideas und der positive Drive nicht verloren geht. Ich liebe dieses Projekt. Weil es in Deutschland eine Vorreiterrolle im Bereich Crowdsourcing einnimmt. Weil es durch das Team mit unendlich viel Engagement und Liebe vorangetrieben wurde. Weil viele gute Ideen darin stecken und man nie müde wurde an den Stellschrauben zu drehen, um die Plattform noch besser funktionieren zu lassen. Weil Tchibo ideas ein lebendiges Projekt ist und diese Lebendigkeit von den Machern auch immer gefördert wurde. Es wäre schade, wenn ein großer Konzern es schluckt und nur noch auf Kostenoptimierung achten würde. Eine gut funktionierende Web 2.0 Plattform, wie es Tchibo ideas ist, lebt unter anderem auch vom gekonnten und glaubwürdigen Communitymanagement sowie von neuen Ideen und der Bereitschaft immer wieder neue Dinge und Wege auszuprobieren.
Hier nun noch ein paar Bilder vom Tchibo ideas Event in Hamburg. Großartig fand ich es, dass bei der Siegerehrung auf der Projektion die Grafik verwendet wurde, die durch unsere Kreativ-Community für die Eintrittskarten für diesen Abend kreiert wurde. Der Designer ist Daniel Totzeck.
Aufgebaut war ein Stand mit den ersten echten Tchibo ideas Produkten.
Cool war nicht nur die alte Fabrikhalle in Hamburg, wo das Event stattfand, sondern auch die Präsentation einiger ausgewählter Ideen.
Alles 100% Community. So gut kann das Web 2.0 sein. Wenn man es richtig, mit Herz und mit Köpfchen, anpackt.






Kabelaufroller zum Aufstecken an Netzteilen ( z.B.Handynetzteile )











