Create Berlin lernt was Fairness bedeutet
Create Berlin lernt gerade, was Fairness beim Crowdsourcing, vor allem auch im Kreativ-Bereich, bedeutet. Man hatte einen Contest gestartet, dabei aber so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Es soll zwar Gewinne geben, diese wurden aber nicht benannt. Die Rechte sollten von allen für immer und ewig abgetreten werden. Wer in der Jury ist, war auch nicht so ganz klar. Ich frage mich: Wie kann man SO einen Contest starten? Wie kann derartig amateurhaft an dieses sensible Thema heran gehen? Und warum bezieht man nicht Leute mit ein, die etwas davon verstehen? Ich hätte gern geholfen. Aber es gibt auch den ein oder anderen, der mittlerweile in der Lage ist faire Rahmenbedingungen abzustecken.
Auf der Seite heißt es:
Wir rufen deshalb Designer aller Genres auf, sich kostenlos zu beteiligen. Grafikdesigner, Modegestalter, Fotografen und Produktenwerfer sind aufgefordert, uns ihre Sicht auf die Designgeschichte Berlins in Form eines Plakates, einer ganzen Litfaßsäule oder sogar als dreidimensionales Fenster in U-Bahnhöfen einzureichen.
Ende August 2009 entsteht so die umfangreichste Schau des visuellen »Codes« Berlins. Alles ist erlaubt, Überraschungen erwünscht und Entdeckungen Pflicht. Genreübergreifend, phantasievoll und grenzenlos. Auf unseren drei Formaten kann man klassisch arbeiten und dreidimensional. Grafisch und poetisch.
Ein Jury aus Fachleuten der Bereiche Grafik, Mode, Produkt und der werbetreibenden Industrie wird die Arbeiten auswählen, die danach von den Designern als Unikat hergestellt und plakatiert werden. Die 20 besten werden ausgewählt und gehen danach auf die Reise durch die weiteren »UNESCO Cities of Design«. Auf die drei besten warten attraktive Hauptpreise.
Nach zahlreichen Protesten vor allem im Fontblog rudert man nun zurück. Gut so! Schön, dass man so schnell reagiert. Find ich gut. Ich hoffe, dass man zügig die AGB anpasst und einen fairen Rahmen für diese Aktion schafft. Die Kreativen haben es verdient. Crowdsourcing darf nie eine Einbahnstraße sein und nur dem Auslober Gutes bringen. Auch die Teilnehmer müssen unbedingt adäquat belohnt werden. Denn nur dann macht es letztendlich auch allen Seiten Spaß und Crowdsourcing funktioniert, so wie es funktionieren soll. Mit interessanten Ergebnissen und guten viralen Botschaften, die die Marke ins rechte Licht rücken und für Aufmerksamkeit sorgen.







