So gut kann Crowdsourcing sein – wunderbarer Werbeclip für Nokia
Dieser Nokia-Werbeclip entstand via Crowdsourcing. Und kein geringerer als Spike Lee saß mit in der Jury, die diesen Sieger kürte.
“Anything that gives young people the chance to show what they can do is important,” he said. “Historically, institutions try to keep everything on lockdown.”
Lee reckons the UGC revolution has further to run, too.
“We’re going to come to a time very soon where … I’ll be paying whatever it costs to go to a theatre and see a film that was shot on a regular digital phone,” he predicted.
Rather than seeing this as a threat, Lee says that agencies should embrace the mass of untapped talent out there - not least in this time of budget cuts.
“The economy is down the toilets. Everybody is affected by this. To be able to survive, we have to turn negatives into positives. Maybe you don’t hire me because I cost a lot of money and you give some young talented and hungry guy a shot. I just talked myself out of some jobs [but] that’s the reality.”
Verantwortlich für diese Aktion ist MOFILM. Mehr dazu auf FT.com.
Sennheiser Sound Logo via Crowdsourcing
Auch die weltweit bekannte Marke Sennheiser aus der Wedemark hat im Jahr 2008 auf Crowdsourcing gesetzt und ein Sound Logo mittels eines Crowdsourcing-Contests suchen lassen. In der ersten Pressemitteilung zum Sound Logo Contest heißt es dazu:
Von Japan über Kanada bis Venezuela: Aus 57 Ländern kamen die Einsendungen für den Sennheiser Sound Logo Contest. Insgesamt 2016 Sound-Ideen haben über 600 Teilnehmer in den vergangenen fünf Monaten auf die Sennheiser-Webseite geladen.
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Weltweit komponierten und mischten Profis sowie Hobbymusiker, um den passenden Klang für den Audiospezialisten aus der Wedemark zu finden. „Wir haben uns sehr über die hohe Beteiligung und den großen Erfolg des Wettbewerbs gefreut“, sagte Susanne Seidel, Geschäftsbereichsleiterin Global Marketing bei Sennheiser. „Besonders begeistert sind wir von der großen Vielfalt und der Kreativität der Teilnehmer. Nun haben wir natürlich die Qual der Wahl und hoffen auf ebenso große Beteiligung beim Online Voting und der Auswahl des Siegers“. Auf der Suche nach einem akustischen Erkennungsmerkmal hatte Sennheiser im Januar den Wettbewerb ins Leben gerufen. Wie Sennheiser in Zukunft klingen wird, entscheidet sich Anfang September. Dann wird der Sieger des Contests offiziell bekannt gegeben und der Preis von 5000 Euro von Prof. Dr. Jörg Sennheiser an den Gewinner überreicht. Entscheidet sich Sennheiser zudem, die zeitlich und räumlich uneingeschränkten Nutzungsrechte am Gewinner-Logo zu erwerben, winken dem Sieger weitere 30.000 Euro Prämie.
Das sind doch Zahlen, über die sich jede Marketingabteilung freut. Leid tut mir nur das Communitymanagement. Denn aus Erfahrung weiß ich, dass mehr als 500 Einsendungen kaum noch zu überschauen sind. Für die Community ist es super schwer da noch durchzusteigen.
Darum hat man bei Sennheiser aber auch den cleveren Schachzug gemacht und nur 30 Einsendungen in die Finalrunde gelassen. Über diese konnte dann die Community abstimmen. Eine Vorfilterung macht bei einer solchen Masse von Einsendungen absolut Sinn und ist unerlässlich, damit die Community nicht den Spaß daran verliert.
Gewonnen hat letztendlich Jérôme Quadri aus Avignon:
„Das Soundlogo von Jérôme Quadri reflektiert hervorragend die Eigenschaften der Marke Sennheiser“, sagte Susanne Seidel, Geschäftsbereichsleiterin Global Marketing bei Sennheiser. „Es besticht durch seine Klarheit, Wiedererkennbarkeit und durch sein Potenzial zur Variabilität.“ Dieser Bewertung der international besetzten Jury stimmte auch das Publikum beim Online-Voting zu, an dem sich rund 2300 Personen beteiligten. „Ich freue mich, dass ich mit meinem Soundlogo überzeugen konnte“, so Jérôme Quadri über das Ergebnis des Wettbewerbs. „Ich hatte eine sehr klare Vorstellung was ich mit dem Namen Sennheiser in Verbindung bringe und wie das Soundlogo für den Audiospezialisten aus der Wedemark klingen soll.“
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Mit seiner Sound-Idee konnte sich der Franzose gegen eine starke internationale Konkurrenz durchsetzen: Weltweit komponierten und mischten mehr als 600 Profis und Hobbymusiker, um den passenden Klang für Sennheiser zu finden. Mehr als 2000 Einsendungen kamen aus insgesamt 57 Ländern. Von diesen konkurrierten schließlich die besten 30 Audiosequenzen um die Plätze 1 bis 10. „Wir gratulieren den zehn Preisträgern und möchten uns zugleich bei allen Teilnehmern, der Jury und allen weiteren Mitwirkenden bedanken. Sie alle haben dazu beigetragen, den neuen Sound von Sennheiser zu kreieren“, so Susanne Seidel.
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Seinen Preis in Höhe von 5000 Euro wird Jérôme Quadri im November in der Sennheiser-Unternehmenszentrale von Prof. Dr. Jörg Sennheiser entgegennehmen. Das Unternehmen hat sich zudem dazu entschlossen, die zeitlich und räumlich unbeschränkten Nutzungsrechte in Höhe von 30.000 Euro für die Komposition zu erwerben. Was er mit dem Preisgeld machen wird, weiß der glückliche Gewinner schon ganz genau: „Damit werde ich mein Studio weiter ausbauen und neues Equipment kaufen“, freut sich Jérôme Quadri.
Eine großartige Aktion, mit der Sennheiser genau den richtigen Schritt getan hat: mutig hinein ins Web 2.0 und den direkten Kontakt zu den Fans und damit potentiellen Markenbotschaftern gesucht.
Um das perfekte Audiologo zu finden, haben die Marketingstrategen von Sennheiser die Suche nach einem neuen akustischen Markenzeichen für ihr Unternehmen mit einem Wettbewerb verbunden. Ziel des Sound Logo Contests war zudem, dass sich möglichst viele Musikbegeisterte intensiv mit der Marke Sennheiser befassen.
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Die Idee hat gezündet: „Mehr als 2000 Vorschläge wurden eingereicht“, sagt Susanne Seidel, Geschäftsbereichsleiterin Global Marketing.
„Wir sind begeistert von der Resonanz. Die Qualität der Soundideen hat unsere Erwartungen sogar noch weit übertroffen.“
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Ein Großteil der Marketingaktivitäten zum Wettbewerb konzentrierte sich auf das Internet. Die in sechs Sprachen von der Hannoveraner Internetagentur WM Team entwickelte Soundlogo-Microsite stand dabei im Mittelpunkt. Über Online-Banner, E-Mailings und Newsletter machte Sennheiser Profimusiker und Hobbykomponisten auf den Wettbewerb aufmerksam. So erfuhr auch Jérôme Quadri von dem Contest: „Ich habe einen Link zum Sennheiser Sound Logo Contest gesehen und war sofort Feuer und Flamme.“ In deutschsprachigen Online-Plattformen streute die Agentur Tribal DDB aus Hamburg mit einer ‚Seeding-Aktion’ gezielt Informationen über den Contest. „Unser Ziel war es, Gespräche zum Wettbewerb anzuregen und Komponisten, DJs und Co. zum Mitmachen zu gewinnen“, erklärt Uwe Cremering, Manager International Branding / New Media und Mitinitiator des Wettbewerbs. „Darüber hinaus haben wir an Musikhochschulen und auf Fachmessen die Zielgruppe direkt angesprochen. Die drei Messeauftritte in Amerika (NAMM Show), Europa (ProLight+Sound/AES) und Asien (Palm Expo) bildeten den Schwerpunkt im Bereich ‚Face-to-face-Kommunikation’.“
Ich würd sagen: alles richtig gemacht. Kompliment und Glückwunsch!
Das Soundlogo steht hier zum Download bereit.
Ach ja - selbstverständlich ist man auch auf MySpace extrem präsent. Gut so. Hier stimmt das Gesamtkonzept. Intelligente Socialnetworkstrategien konsequent umgesetzt.
Create Berlin lernt was Fairness bedeutet
Create Berlin lernt gerade, was Fairness beim Crowdsourcing, vor allem auch im Kreativ-Bereich, bedeutet. Man hatte einen Contest gestartet, dabei aber so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Es soll zwar Gewinne geben, diese wurden aber nicht benannt. Die Rechte sollten von allen für immer und ewig abgetreten werden. Wer in der Jury ist, war auch nicht so ganz klar. Ich frage mich: Wie kann man SO einen Contest starten? Wie kann derartig amateurhaft an dieses sensible Thema heran gehen? Und warum bezieht man nicht Leute mit ein, die etwas davon verstehen? Ich hätte gern geholfen. Aber es gibt auch den ein oder anderen, der mittlerweile in der Lage ist faire Rahmenbedingungen abzustecken.
Auf der Seite heißt es:
Wir rufen deshalb Designer aller Genres auf, sich kostenlos zu beteiligen. Grafikdesigner, Modegestalter, Fotografen und Produktenwerfer sind aufgefordert, uns ihre Sicht auf die Designgeschichte Berlins in Form eines Plakates, einer ganzen Litfaßsäule oder sogar als dreidimensionales Fenster in U-Bahnhöfen einzureichen.
Ende August 2009 entsteht so die umfangreichste Schau des visuellen »Codes« Berlins. Alles ist erlaubt, Überraschungen erwünscht und Entdeckungen Pflicht. Genreübergreifend, phantasievoll und grenzenlos. Auf unseren drei Formaten kann man klassisch arbeiten und dreidimensional. Grafisch und poetisch.
Ein Jury aus Fachleuten der Bereiche Grafik, Mode, Produkt und der werbetreibenden Industrie wird die Arbeiten auswählen, die danach von den Designern als Unikat hergestellt und plakatiert werden. Die 20 besten werden ausgewählt und gehen danach auf die Reise durch die weiteren »UNESCO Cities of Design«. Auf die drei besten warten attraktive Hauptpreise.
Nach zahlreichen Protesten vor allem im Fontblog rudert man nun zurück. Gut so! Schön, dass man so schnell reagiert. Find ich gut. Ich hoffe, dass man zügig die AGB anpasst und einen fairen Rahmen für diese Aktion schafft. Die Kreativen haben es verdient. Crowdsourcing darf nie eine Einbahnstraße sein und nur dem Auslober Gutes bringen. Auch die Teilnehmer müssen unbedingt adäquat belohnt werden. Denn nur dann macht es letztendlich auch allen Seiten Spaß und Crowdsourcing funktioniert, so wie es funktionieren soll. Mit interessanten Ergebnissen und guten viralen Botschaften, die die Marke ins rechte Licht rücken und für Aufmerksamkeit sorgen.
Liebes Microsoft: Der Eingang ins Internet ist der Browser
Gerade hat Microsoft eine neue Suchmaschine an den Start gemacht. Mit Bing und einer millionenschweren Marketingkampagne will man in den nächsten Jahren etwas Boden gut machen gegenüber dem großen Internetdominator Google. Ob Bling da jedoch der richtige Move ist, möchte ich bezweifeln. Zumal fast zeitgleich Google mit seiner Google Wave die weitaus innovativere Software angekündigt hat.
Ich verstehe Microsoft nicht. Sie haben Geld ohne Ende. Sie dominieren noch immer den Bereich PC-Software und sind noch immer führend bei den Online-Browsern:
(Quelle: Statista)
Aber Microsoft macht viel zu wenig aus diesem enormen Kapital. Microsoft ist ganz offensichtlich zu schwerfällig geworden über die Jahre. Es fehlt die Dynamik und Innovationskraft, die eine Firma wie Google oder auch Twitter, Facebook, Aviary und andere auszeichnet. Google ist es gelungen eine Firmen-DNA aufzubauen, die Freiraum lässt für neue Ideen, fürs Austesten von Innovationen, für Experimente, für Spaß beim Forschen und Entdecken. Herausgekommen sind Produkte wie Google Maps, Google Trends, Google Docs, Gmail und nun Google Wave. Die Hierarchien und die Struktur innerhalb der Firma Google passen perfekt. Bei Microsoft scheint dies anders zu sein. Zu viele Hierarchien? Zu wenig Freiraum zum Denken? Und dadurch zu wenig wirklich gute Leute? Weil diese lieber zu Google gehen, weil sie sich dort besser entfalten können? Ich weiß es nicht und kann nur vermuten. Selbstverständlich gibt es auch bei Microsoft viele verdammt gute Entwickler und intelligente Köpfe. Das steht außer Frage.
Microsoft könnte auch in der Zukunft DER Player auf jedem Rechner sein. Nicht im Bereich Suche. Auch nicht im Bereich Social Networks. Ich schüttel nur den Kopf, wenn ich von den zahlreichen erfolglosen Kaufversuchen von Yahoo! & Co. lese. (Wobei es strategisch ausnahmsweise sehr clever war eine Partnerschaft mit Facebook einzugehen. Egal wie teuer sie war. Das macht Sinn.)
Die Frage die ich mir stelle lautet: Wie gelangen die meisten Menschen ins Internet? Was ist ihr Tor dorthin? Klar: man braucht einen Provider. Und dann? Es ist der Browser! Er ist unser Tor, unsere wichtigste Software wenn wir ins Netz wollen. Und genau hier sollte Microsoft seine ganze Kraft einsetzen und innovativ, mutig in die Zukunft denken. Nicht umsonst hat Google mit dem Chrome mittlerweile auch einen eigenen Browser auf den Markt gebracht.
Viele denken "Der Browser ist doch einfach nur ne Software die funktionieren muss." Geld ließe sich damit kaum verdienen. Falsch. Apple macht vor wie es geht. Applications sind die kleinen Zaubertools, die Geld in die Kassen von Apple und der Entwickler der Apps spülen. Mit den Apps fürs iPhone wird Geld verdient! Micropayment funktioniert. Wie Ebay ja bereits vor zehn Jahren bewiesen hat. Auch Xing oder Stayfriends zeigen, dass man mit Micropayment durchaus ein erfolgreiches Geschäftsmodell aufbauen kann. Es muss nur eine adäquate Gegenleistung dafür geben. Dann sind die Menschen auch bereit Geld herauszurücken.
Warum gibt es noch keine kaufbaren Apps für meinen Browser? Warum setzt Microsoft nicht auf einen App-Store für den Internet Explorer? Warum wird nicht der Browser der Zukunft gesucht, der offen ist für die Anbindung von Apps, die sich die Leute selbst aussuchen und kaufen können? Damit würde man ihnen die Möglichkeit geben den Browser zu mehr zu machen wie nur zu einer kostenlosen, funktionierenden Software. Der Browser würde Mehrwerte bieten, die viele gern in Anspruch nehmen. Mit dem iPhone wird auch nicht nur telefoniert und gesurft. Die Leute sind süchtig nach Apps, nach kleinen, hilfreichen Zusatztools. Die können online, aber zum Teil auch offline funktionieren. Gleiches wäre für den Internet Explorer vorstellbar.
Wie genau ein solcher Browser aussehen kann, das sollte man einfach mal die Nutzer dort draußen fragen. Man würde garantiert viele gute Antworten erhalten. Crowdsourcing nennt sich dieses Prinzip! Nokia hat zum Beispiel vorgemacht, wie innovativ die Menschen dort draußen sind, wenn es zum Beispiel darum geht Ideen für neue Handys zu finden.
Warum fragen wir nicht einfach die Internetnutzer, wie sie sich den Browser der Zukunft vorstellen?! Fehlt nur noch ein Sponsor für einen solchen Browser-der-Zukunft-Contest. Microsoft, Adobe, Create or die - bitte melden! Das wäre zu 100% eine spannende Aktion, die allen Seiten Spaß und ganz sicher viele neue, gute Ideen bringt.
Die Zukunft des kommerziell erfolgreichen Internets heißt…
Alle grübeln darüber, wie man mit dem Internet Geld verdienen kann. Wenn man nicht gleich einen eigenen Online-Shop aufmachen möchte. Ausführlich war ich auf dieses Thema der künftigen Erlösmodelle bereits letzten Herbst eingegangen, wo es darum ging Social Networks neue Erlösmodelle aufzuzeigen. Dabei ging es um Viralmarketing, Crowdsourcing und Social Shopping. Viel passiert ist in der Richtung noch nicht auf Facebook & Co. Aber ich weiß, dass dort unter anderem auch in diese Richtung gedacht wird.
Heute soll es um eine andere Denkrichtung gehen. Es wird immer deutlicher, dass Handynutzung und Nutzung des Internets eine Symbiose eingehen. Spätestens seit dem gigantischen Erfolg des iPhones ist deutlich, dass ein Handy - oder wie immer man das handliche Endgerät letztendlich nennt, denn ein Handy im ursprünglichen Sinn ist das iPhone nun wahrlich nicht. Viele sprechen von Smartphones. - nicht allein zum Telefonieren taugt. Auch das Surfen, wenn man sich von Seiten der Hersteller um die Usability intensive Gedanken macht, kann mit einem Gerät wie dem iPhone Laune machen und wunderbar funktionieren. Und wir sind hier ganz sicher erst am Anfang einer Entwicklung von Geräten, die in jede Hosentasche passen und dennoch auch für das Internet funktionieren.
Und genau hier - bei den neuen mobilen Endgeräten - liegt ein weiteres, gigantisch großes Feld für Erlöse im Zusammenspiel mit dem Internet. Schauen wir uns doch mal kurz die Nutzung des Handys an. Bei der ITU findet man vielfältige Statistiken über die Entwicklung der Handynutzung. Alle besagen ein und das selbe: gigantisches Wachstum überall auf der Welt. Vor allem auch in den ärmsten Ländern. Das Handy wird das Kommunikationsmittel des Jedermann. Und das ist gut so.
Die folgenden Grafiken stammen aus dieser Präsentation von Vanessa Gray.
Kommen wir zurück zu den Erlösmodellen des Internets. Wie das funktionieren kann? Apple macht es vor. Apps heißt das Zauberwort des Jahres 2009. Und der App-Store dürfte zu den umsatztechnisch erfolgreichsten Bereichen des Internets gehören. Noch gibt es unendlich viele, sinnvolle Apps, die es NICHT gibt und die noch darauf warten entwickelt zu werden. Ich selbst nutze immer wieder die Ebay-App, die extrem gute Facebook-App, war auf der Webinale total begeistert von der Conangel-App zur Planung der Konferenz-Sessions. Ich nutze intensiv WikiMe und Wikiamo, habe mir den MobileButler aufs iPhone gezogen, spielen gern Risiko auf dem iPhone und so weiter. Alles zu finden über den App-Store, wenn ich ihn direkt auf dem iPhone aufrufe. Für einige dieser Apps habe ich auch Geld bezahlt. Ich habe es bisher nicht bereut.
Die Zukunft des kommerziell erfolgreichen Internets begann am 9. Januar 2007, als Apple einen Prototyp des iPhone auf der Macworld Conference & Expo in San Francisco vorstellte. Damit begann nicht nur der Siegeszug der sogenannten Smartphones, sondern auch des Konzeptes eines App-Stores, also des Verkaufs von Zusatztools und damit der Öffnung einer speziellen Erlösschiene.
Dass Micropayment durchaus funktioniert, wenn man dem Nutzer dafür auch etwas bietet, wissen wir spätestens seitdem es Ebay gibt. Und der Erfolg des App-Store zeigt erneut: die Menschen bezahlen, wenn sie dafür etwas geboten bekommen. Es ist nicht allein eine Kostenlos-Kultur, die das Netz, dass sich nun rasend schnell auf mobile Endgeräte ausdehnt, so erfolgreich macht.
Nicht alle Apps für das iPhone haben etwas mit dem Internet zu tun. Aber viele davon connecten direkt mit Internetplattformen und Netzangeboten. Facebook, Ebay, StudiVZ, Flickr, Youtube, zahlreiche Wikipedia-Apps und so weiter. Etliche Entwickler schreiben Applications, die Inhalte aus dem Netz zusammentragen und intelligent aufbereiten. Und sie verdienen damit Geld. Apple verdient mit diesem Konzept Geld. Und Facebook, Ebay & Co. hilft es neue Nutzerströme zu erschließen bzw. die Verweildauer zu erhöhen. Ich selbst nutze Facebook und auch Ebay deutlich intensiver mit dem iPhone als vorher über PC und Browser.
Die Zukunft des kommerziell erfolgreichen Internets heißt: Applications für Smartphones, die sich die Nutzer gegen Kleinstbeträge aufs Phone ziehen können. Diese Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten und erfordert ein Umdenken vieler Strategen. Noch gibt es viel zu wenige, gute Apps. Oft sind es noch Schnellschüsse, die nicht ausgereift sind und bei denen die Usability zu Wünschen übrig lässt. Das wird sich schnell ändern. Denn das Potential ist gigantisch, betrachtet man die Verkaufszahlen der iPhones und seiner Nachahmer (G1, Blackberry, Nokia) und die Nutzung von Apps. Und schaut man sich dazu obige Statistiken an wird klar, wann diese Welle sich über die gesamte Welt ausbreiten wird. Mit Hilfe (bezahlbarer) Smartphones wird das Internet bis in die entlegendsten Winkel dieser Welt vordringen.
Apple hat auf den Erfolg dieser Entwicklung bereits reagiert und kündigte für die nächste iPhone-Generation ein Entwickler-Kit und ein neues Betriebssystem OS 3.0 an. Die Vorschau auf das iPhone OS 3.0 gibt es hier. Dort heißt es:
Mit dem neuen SDK können die Mitglieder des iPhone Entwicklerprogramms Programme entwickeln, die noch mehr leisten können. Die Entwickler erhalten damit die Tools, um In-App Purchases wie Abonnements, zusätzliche Spielelevel und neue Inhalte zu ermöglichen. Sie können auch Apps entwickeln, die Peer-to-Peer-Verbindungen via Bluetooth herzustellen, mit Hardwarezubehör kommunizieren und den Apple Service für Push-Benachrichtungen für Meldungen nutzen.
Das ist ein gewaltiger Paukenschlag. Denn übersetzt bedeutet dies: Entwickler können INNERHALB von (kostenlosen) Apps virtuelle Güter zum Kauf anbieten, also direkt in die Anwendungen Bezahldienste einbauen. Dadurch wird eine neue iPhone-Miniökonomie entstehen, die Erlösmodellen ganz neue Türen, Wege und Brücken zeigt.
Ein Beispiel? Ein Spiel, dass man sich als App aufs iPhone ziehen kann. Die ersten 3 Level des Games sind kostenlos. Level 4 - 50 kosten dann pro Level 5 Cent. Außerdem könnte im Spiel auch ein Shop integriert sein, in dem man echte Dinge kaufen und sich zuschicken lassen kann. Das Spiel motiviert also zum Kauf. Es dient als Marketinginstrument und schafft Kaufanreize. Alles wird über den iTunes-Store abgewickelt und läuft genauso unkompliziert wie der Kauf von Musik im iTunes-Store. Eines der Erfolgsgeheimnisse der Apple-Ökonomie: unkompliziert und schnell! Easy to use. Für jeden Nutzer.
Auf diese Entwicklung müssen und werden sich erfolgreiche Internetunternehmen einstellen müssen. Hier liegen Umsatzquellen, die in der Zukunft ganz neue Möglichkeiten bieten um mit und im Internet auch Geld zu verdienen. Apple ist, mal wieder, Vorreiter.
Crowdsourcing von Ideen fürs Handy in Afrika
Im Bereich Produktdesign und Produktentwicklung wird in den kommenden Jahren Crowdsourcing immer mehr zu einem elementaren Bestandteil werden. Kundennähere Produkte. Wissen, was die Menschen dort draußen wirklich wollen. Genau das kann ich perfekt mit Crowdsourcing herausfinden und für meine Produkte dann nutzen.
In der GEO 06 | Juni 2009 habe ich im Artikel "Das Ohr zur Welt" von Sara Corbett (ich liebe die GEO!) gelesen, dass Nokia massiv auf Crowdsourcing setzt und seine Kunden in Afrika und anderswo auf der Welt fragt, wie sie sich ihr Handy der Zukunft vorstellen würden. Herausgekommen sind dabei solch detaillierte Ideen:
Dazu heißt es in der GEO:
Lerne deinen potenziellen Kunden kennen, bevor du ein Produkt für ihn entwirfst! Das Motto, nach dem Nokia Mobiltelefone für Schwellen- und Entwicklungsländer auf den Markt bringt, klingt denkbar einfach. Statt Geschäftsleute mit detaillierten Verkaufsstrategien für fertige, aber womöglich ganz ungeeignete Produkte nach Vietnam oder Indien zu schciken, geht die Firma neue Wege. Konsum-Ethnologen wie Jan Chipchase sollen herausfinden, welche besonderen Tücken der Alltag in einer Lehmhütte in Sambia oder einem Blechverschlag in China birgt.
Man kann es Marktstudien nennen. Auch wenn in dem speziellen Fall nicht alle Mechanismen des Crowdsourcing angewandt werden, sehe ich es in diesem Feld mit angesiedelt. Es fehlt noch die Möglichkeit mittels einer Community die Ideen bewerten und verbessern zu lassen. Das wird an der Stelle schwer, weil viele der involvierten Menschen kein Internet im herkömmlichen Sinne haben.
Dennoch - Nokia beschreitet damit den richtigen Weg. Es werden die eigenen Kunden gefragt, Nokia hört zu. Und kann entsprechend reagieren. Innovative Produkte mit Hilfe der eigenen Kunden entwickelt. Perfekt.
Mehr zum Thema Mobile Trends und warum das ein super spannendes Thema vor allem auch für die Entwicklung des Internets und möglicher Erlösmodelle ist, die nächsten Tage.















