Wohin mit meinem Video
Ich war gestern im Haus der Kulturen der Welt um mir die Vorbereitungen für die nächste Woche stattfindende Pictopia anzuschauen und um meinen Freund Akinori Oishi zu besuchen. Ich hatte meine neue, kleine Kamera dabei und filmte ein wenig herum. Noch bin ich da totaler Amateur, was man den Aufnahmen auch ansieht. Egal. Auch das Zusammenschneiden funktioniert noch nicht so, wie ich mir das vorstelle, aber ich arbeite dran.
Die Frage, die sich mir dann stellte, als ich das gemachte Video in Händen hielt: wohin damit? Schließlich sollen es ja
- a) viele Menschen sehen
- b) Menschen sehen, die sich für die Pictopia und Character Design interessieren
- c) Aki sehen
Bisher war der gängige Weg: hochladen auf Youtube. Dann im Blog posten. Habe ich natürlich auch erst einmal so gemacht.
Dann stellte sich mir aber ganz schnell die Frage: sehen es dort auch die Leute, für die es in erster Linie gemacht ist?! Die Pictopia-Fans. Finden die in unser VisualBlog? Der ein oder andere schon, aber sicherlich nicht allzu viele.
Also habe ich mich dazu entschieden, das Video in der Pictoplasma-Facebook-Gruppe hochzuladen und gleich noch in mein Blog zu verlinken. Gleiches werde ich später auch noch auf MySpace machen.
Ich schaue also, wo genau sind die Leute, für die das Video interessant ist? Und die finde ich nicht irgendwo im Netz, sondern an ganz speziellen Orten: auf Facebook und MySpace!
Das bedeutet: die Relevanz von Facebook und anderer Social Networks, die über entsprechende Funktionalitäten verfügen - nein, StudiVZ, Wer-kennt-wen und Lokalisten gehören da definitiv nicht dazu; die schlafen weiter ihren Sonntagsschlaf und denken, sie werden schon überleben; wenn sie sich da mal nicht irren - nimmt in ganz entscheidendem Maße zu. Worunter unter anderem Google immer mehr zu leiden haben wird. (siehe hierzu meinen Artikel "Sind Social Networks Google’s Untergang?")
Zwei exzellente Artikel, die ich heute morgen gelesen habe, zielen genau in die gleiche Richtung: Facebook und sein Newsstream werden immer wichtiger. Matthias Schwenk schreibt dazu auf Carta völlig richtig:
Ältere Menschen fühlen sich gut informiert, wenn sie ihre (gedruckte) Tageszeitung durchsehen konnten. Die etwas Jüngeren suchen sich ihre Nachrichten im Internet, sei es auf Nachrichtenportalen oder in Blogs. Dazu haben viele von ihnen jede Menge Newsletter abonniert. Die jüngste, schon ganz mit dem Internet aufgewachsene Generation, versteht unter “gut informiert sein”, dass sie darüber im Bilde ist, was ihre Freunde im Netz gut finden: Das können Videos auf YouTube sein, aber auch einzelne Artikel oder Diskussionen in einem Chatroom.
Auf die unübersehbare Vielfalt und Menge der medialen Angebote im Internet hat diese Generation längst ihre Antwort gefunden: Sie folgt nicht mehr einzelnen Leitmedien, sondern den Meinungsführern im persönlichen Freundeskreis. Instrumente wie der 2006 auf Facebook erstmalig eingeführte Newsfeed helfen dabei, das dafür erforderliche Kommunikationsmuster zu pflegen.
...Der Schlüßel zum Erfolg liegt im Verständnis der Mediennutzung verschiedener Alters- und Zielgruppen. Nur wer sein Angebot entsprechend anpassen kann, wird auf Dauer überleben können. Den Mitgliedern auf Facebook ist es egal, ob irgendwo ein Medium sein Erscheinen einstellt, ihr Newsfeed ist dennoch stets gut gefüllt. Das Internet ist schließlich eine unerschöpfliche Fundgrube für Neues, Kurioses und Unterhaltsames.
Und auch bei Marcel Weiss auf Netzwertig.com geht es um die immer stärker werdende Relevanz von Facebook.
Videosites verdanken 3,3 Prozent ihres US-Traffics Facebook, wie Gannes auf NewTeeVee berichtet. Das ist noch nicht viel, aber es ist eine Steigerung um 112 Prozent gegenüber 2008. Hier wächst erst etwas heran.
...28 Millionen ‘Pieces’ an Content werden laut Facebook jeden Monat auf dem Social Network von den Usern verbreitet. Das macht Facebook zu einem veritablen Dreh- und Angelpunkt für die Verteilung und Verbreitung von Inhalten. Und ebenso wie bei Twitter bedeutet es eine immense Verschiebung in der Art der Aufmerksamkeitsströme im Web, bei der selbst alteingessene Hasen wie Digg bald alt aussehen werden.
Bei all dem darf man außerdem nicht vergessen, dass Facebook in den USA zwar für einige Sites, wie Perez Hilton, mehr Traffic sendet als Google, aber zumindest in den USA erst ein Drittel der Zugriffszahlen von Google erreicht. Das Potential hier ist also enorm. Schwer vorherzusagen, welche Dynamiken dies noch entwickeln wird.
Social Networks sind dabei längst zu einer nicht mehr wegzudenkenden Online-Größe geworden, die selbst Email in ihre Schranken verweist.
Wer für die Zukunft an Facebook und auch MySpace, das als einziges Network hier einigermaßen mithalten kann, vorbeidenkt, verpasst den Zug!
Über die Rolle von Twitter will ich hier nichts sagen. Es bleibt abzuwarten, wie es in die großen Netzwerke integriert wird, damit auch Otto-Normal-User es nutzt. Noch ist es ein Dienst, der zwar von Internet-Geeks, wenig aber von Normalnutzern eingesetzt wird.
Ach ja - wer sich für das Video an sich interessiert. Hier ist es.
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Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos
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