VOdA startet Kreativ-Contest für Tchibo ideas
Dass Tchibo ideas für mich zu den absoluten Webhighlights aktuell hier in Deutschland gehört, werde ich nicht müde zu betonen. Sei es bei Vorträgen auf Konferenzen, sei es in Interviews oder in Fachgesprächen mit befreundeten Webexperten. Immer steht für mich Tchibo ideas als Leuchtturm in Sachen Crowdsourcing und ist fester Bestandteil jeder Präsentation von mir.
Um so stolzer bin ich, das wir heute einen Kreativ-Contest für Tchibo ideas an den Start bringen konnten. "Karte sucht Design" heißt diese Crowdsourcing-Aktion. Unsere Kreativcommunity ist aufgerufen eine Einladungskarte für den Printbereich und auch als HTML-Email zu gestalten. Dabei geht es um das Event des Jahres für Tchibo ideas, das im Sommer in Hamburg steigen wird. Eine echte Herausforderung für die Kreativen. Aber es stecken immerhin auch 2.000 Euro an Prämien mit drin.
Um das Projekt noch stärker abzusichern, arbeiten wir diesmal auch mit ausgewählten anderen Kreativcommunitys in Deutschland zusammen, die uns unterstützen werden.
Gleichzeitig haben wir unser Votingsystem weiter verfeinert, um noch mehr Fairness zu gewährleisten. Erstmalig werden unsere User nicht nur einen Normalvote von 1 bis 10 abgeben können, sondern zusätzlich auch noch Favoriten benennen. Diese Favoriten fließen dann als Bonus in den Gesamtvote mit hinein. Die Idee dahinter ist, dass es nicht mehr so leicht wird bestimmte Arbeiten herunter zu voten und dass ein positives Voting weiter an Gewicht gewinnt.
Bis zum 29. April haben unsere Kreativen nun Zeit ihre Arbeiten hochzuladen. Wir sind gespannt, welche kreativen Ideen hereinkommen. Uns ist klar, dass bei einer solch anspruchsvollen Aufgabe nicht die Masse entscheidend sein wird. Es geht hier eindeutig um Klasse. Will man Masse, muss die Aufgabenstellung so einfach wie möglich sein. Am besten macht sich da meist eine schlichte Illustration für den T-Shirt-Druck. Je komplizierter es wird die Aufgabe mittels Software am heimischen Rechner zu bewältigen, je mehr Fachwissen benötigt wird, je schwieriger wird es Masse zu generieren. Und dann kommt es aber darauf an, das die Community leistungsstark ist und die Qualität den Kunden letztendlich überzeugt. Wir hoffen, dass uns dies auch bei "Karte sucht Design" erneut gelingt.
(Und wir sprechen aktuell mit weiteren Partner über künftige Contests. Spannend spannend zur Zeit. Aber wer noch mit uns das Thema Crowdsourcing angehen möchte - ich bin jederzeit ansprechbereit!)
Xing setzt in der Zukunft auf Crowdsourcing
Wenn ich zwischen den Zeilen richtig lese - und darin bin ich ganz gut - dann setzt Xing in der Zukunft verstärkt auf Crowdsourcing, wenn es um die Verbesserung der Plattform geht. In einem Interview mit dem neuen Xing-CEO Stefan Groß-Selbeck auf Meedia ist zu lesen:
Wie sieht Ihre Strategie für die nächsten Monate aus. Wird sich Xing öffnen oder setzten sie auf eine geschlossene Plattform à la VZ-Gruppe?
Ganz wichtig ist für uns das Thema Innovation. Hier setzen wir auf zwei Schwerpunkte. Erstens, sind wir von Beginn an Mitglieder der Open Social-Initiative und werden im Zuge dessen unsere Plattform im zweiten Quartal für die Angebote und Service Dritter öffnen und so an Innovationsgeschwindigkeit gewinnen. Zweitens ist es mir sehr wichtig, dass wir einen noch aktiveren und offeneren Kommunikationsstil mit unserer Community entwickeln. Das heißt nicht, dass ich jetzt jeden Morgen über mein aktuelles Wohlbefinden zwitschere, aber wir arbeiten an verschiedenen Möglichkeiten noch viel mehr mit unserer Community vor allem über die Weiterentwicklung von Xing zu Kommunizieren.Können Sie ein Beispiel dafür nennen?
Gerne. So wollen wir neue Produkte und Tools unseren Nutzern nicht erst vorstellen, wenn sie ausgereift sind. Wir wollen unsere Community bereits in einen frühen Beta-Stadion beteiligen und um ihre Meinung zur praxisgerechten Verbesserung neuer Features bitten. Auch das wird uns sehr dabei helfen, unser Weiterentwicklung kundenorientierter Innovationen voranzutreiben.
Das ist aus meiner Sicht genau der richtige Weg. Bravo! Xing hat erkannt, wie wertvoll die eigene Community sein kann und dass man sie mittels Crowdsourcing-Mechanismen einsetzen kann um die eigene Plattform voran zu bringen. Zum Nutzen aller. Ich bin gespannt, wie das aussehen wird.
Regionen – die noch wenig besetzten Nischen im Internet
Regionen, Gemeinden, Städte und Dörfer sind die Cluster, die im Internet von den großen Playern noch viel zu wenig besetzt sind. Aber die Menschen lechzen nach regionalen Informationen. Dies ist aus meiner Sicht einer DER Trends in den kommenden Jahren.
Bild.de geht da jetzt in die richtige Richtung. "Ausgerechnet Bild" werden jetzt viele denken. Tja - die haben die Nase im Wind. So ist bei Meedia nachzulesen:
Die „Bild“-Chefredaktion sieht den Regionaljournalismus als eine der wichtigsten Kernkompetenzen des Blattes und – jetzt auch – der Website.
...
Für Experten wie Professor Ewald Wessling fährt Springer mit dieser Regionalisierungsoffensive die richtige Strategie: „Das Lokale ist der einzige freie Platz im Internet", analysierte Wessling gerade auf der CeBIT.
Naja - sicherlich nicht der einzige freie Platz. Aber in der Aussage steckt viel Wahrheit.
Die praktische Arbeitsaufteilung sieht folgendermaßen aus: Die „Bild“-Außenredaktionen liefern die lokalen Top-Stories. Die Koordination und Produktion wird allerdings vor der Online-Redaktion zentral aus Berlin gesteuert.
Könnte man im Web 2.0 auch anders organisieren. Aber dazu ein anderes Mal mehr.
Warum gibt es den Pollenflugkalender nicht als Widget und App?
Ich habe gerade den Pollenflugkalender des Deutschen Wetterdienstes entdeckt. Gute Sache. Und voll Entsetzen sehe ich, das hier tatsächlich schon Erle und Hasel kräftig am fliegen sind. Mist.
Jetzt würde ich liebend gern diesen wunderbaren Dienst auch in meinem MySpace-Profil einbauen. Geht nicht. Außerdem würde ich ihn mir und meinen Freunden gern auf Facebook anzeigen. Hmmm - geht auch nicht. Und wenigstens als Widget in die Sidebar im Blog? Nö - auch das geht nicht.
Okay - ich gebe zu, beim Deutschen Wetterdienst hätte ich das auch nicht erwartet. Aber das wird kommen. Noch sind wir in Deutschland nicht so weit. Aber das Mixen von Informationen wird in ein paar Jahren Gang und Gebe sein. Infos von der einen Seite werde ich auf anderen Seiten wieder mit einbinden und ausgeben. Zum Nutzen der Nutzer! Denn der Nutzer ist König. Und das ist gut so. Wir stehen nur noch ganz am Anfang.
BabyRocker-Relaunch
Hier mal ein Hinweis in eigener Sache. Meine Freundin und ich betreiben seit einem Jahr BabyRocker.de. Auf Anregung von Tradoria, auf deren Shopsoftware wir bisher setzen, haben wir uns ein neues Design verpassen lassen. Meinungen dazu sind sehr willkommen!
Wir sind gespannt, ob dadurch die Umsätze steigen. Wir bezweifeln es, aber Tradoria ist da sehr optimistisch.
Wie die Fans das neue Erfolgsalbum von Pimkin Dark entscheidend mitgestalteten
Das neue Nummer-1-Album der russischen New-Metal-Band Pimpkin Dark ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte, die das neue Internet, das sogenannte Web 2.0, entscheidend mitgeprägt hat. Denn dies ist kein normales Band-Album mit normalen Songschreibern und den üblichen Abläufen der Entstehung einer CD. Jedenfalls an entscheidenden Stellen lief es bei "Gig it, dig it, blow it up" - so der Name des Albums - anders wie sonst üblich in der Branche, wo sich (noch) leider fast alles um Verträge, Klauseln und dergleichen mehr dreht. Dinge, die die Künstler und die Kunst einengen und Kreativität damit vor allem behindern.
Die noch junge Band aus Wolgograd hat sich in den vergangenen drei Jahren eine erstaunliche Fanbase in Russland erspielt und suchte und sucht immer wieder den engen Kontakt zu ihren Leuten. Das geht so weit, das man sich regelmäßig in virtuellen Chatrooms trifft. Und auch das ein oder andere gemeinsam durchgefeierte Partywochenende an der Wolga soll schon dabei gewesen sein.
Als es nun darum ging die Songs für das zweite Album von Pimkin Dark zu suchen und zu schreiben lag es für die fünf Jungs nur allzu nah, die eigenen Fans zu fragen, was sie sich denn von ihrer Band wünschen. Und schnell wurde deutlich - sie wollen nicht einfach nur gefragt werden. Sie sind bereit eigene Songs für ihre Band zu schreiben. So entstand eines der beeindruckendsten Fan-Generated-Songprojects (Kreativ-Crowdsourcing durch die eigenen Fans) des Jahres.
Über vier Monate hatte die Fan-Community die Möglichkeit eigene Entwürfe für das neue Album hoch zu laden. Als Plattform wurde hier eine ähnliche Plattform wie Hobnox genutzt, die sich ideal gerade auch für solche Kreativ-Projekte eignet und zahlreiche Tools im Bereich Musik und Video zur Verfügung stellt. Made in Russia natürlich. Es beteiligten sich nicht nur eigene Fans an dieser spannenden Crowdsourcing-Aktion. Auch viele Songschreiber, die vorher von der Band noch nichts gehört hatten, wurden über Mundpropaganda aufmerksam auf diese Möglichkeit eigene Songs vorzustellen und vielleicht auf ein Album zu kommen. Letztendlich waren es 174 Songs von 98 Autoren, die zur Auswahl standen. Schon während dieser ersten Phase war es zu Kollaborationen zwischen einigen Song-Schreibern, Textern und normalen Mitgliedern der Community gekommen. Es wurde bei etlichen Songs diskutiert, ob man dies und jenes nicht so oder so machen könnte. Erste Texte wurden passend zu den Songlines erstellt, Titel gesucht, Favoriten kristallisierten sich heraus.
Nach Abschluss dieser ersten Phase begann dann die eigentliche Suche nach den richtigen Songs für das Album. Diesen Job übernahm nicht wie sonst üblich das Management oder die Band. Die Songs sollten von den Fans bestimmt werden. Natürlich unter reger Beteiligung der Bandmitglieder. Denn schließlich müssen auch sie sich mit der Musik, die sie in der Zukunft spielen, identifizieren.
Es war super spannend für uns zu hören und zu lesen, welche Songs die Leute da draußen als passend für uns ansehen. Da waren Titel dabei, von denen wir nie gedacht hätten, das wir die wirklich spielen wollen. Doch jetzt, ein paar Monate danach, sind wir total überrascht wie geil einige Titel tatsächlich zu uns passen. Die Fans waren hier und da schlauer als wir. Die hatten den richtigen Riecher und wussten genau, welcher Song nicht nur perfekt zu uns und unserem Stil und meiner Stimme passt, sondern welcher Song dann auch noch ein echter Hit werden würde. Ich kann nur den Leuten da draußen sagen: Danke! Für diesen genialen Job, den ihr gemacht habt. Wir sind so stolz auf euch. Unendlich stolz.
Das ist UNSER Album. Das von Pimkin Dark und seinen Fans!
so Frontmann Wadi Tschuramow in einem Interview im Januar.
Es wurde lange über jeden einzelnen Titel diskutiert. Die Community gab Anregungen, was verändert und verbessert werden könnte. Schnell wurde so auch klar, welche Songs echtes Potential haben und wo es sich lohnt weiter daran zu arbeiten. Insgesamt 33 Songs fanden so Eingang in den "Preroom" genannten Bereich des Projektes, wo es um die Finalisierung des Albums ging.
Alle 33 Songs wurden von Pimkin Dark eingespielt und dann auf der Plattform erneut einem Voting durch die Community gestellt. Die entschied dann, welche 18 Songs aufs Album dürfen. Dann ging es an die Produktion des Albums. Und wieder wurde auf die eigene Fanbase zurück gegriffen, um das Album realisieren zu können. Ähnlich wie auf Sellaband konnten die Fans Anteile am Album erwerben und so die finanzielle Basis für die CD schaffen. Innerhalb von 6 Wochen waren die notwendigen 35.000 Dollar beisammen und das Album konnte produziert werden.
Jeder, der sich in Form von Kommentaren und Votings am Prozess der Songfindung beteiligt war, erhielt ebenfalls Anteile am Album. Das bedeutet letztendlich: 75% der Erlöse aus dem Verkauf des Albums fließen zurück an die Community. Zum einen an die, die investiert haben. Zum anderen an die, die mitgeholfen haben die richtigen Songs zu finden. Selbstverständlich erhalten auch die Künstler, von denen die Songs stammen, ein entsprechendes Honorar. Außerdem konnte alle Mitglieder der Community die CD zum halben Preis online ordern und sich zwei Tracks kostenlos downloaden. Und es gab ein kostenloses Konzert in Wolgograd, der Heimatstadt der Band, zu dem nur Mitglieder der Fan-Community Zugang hatten. 56.000 Menschen feierten eine gigantische Party mit Pimkin Dark.
Das Album wurde in Russland zu einem gigantischen Erfolg und erreichte in extrem kurzer Zeit Platinstatus dort. Nun soll bald das restliche Europa in Angriff genommen werden. Der ungewöhnliche Sound der New-Metal-Band dürfte auch hierzulande extrem gut ankommen. Ich bin gespannt, wann sie auf MySpace & Co. auftauchen und die CDs in den Regalen stehen.
Eine wunderbare Geschichte, wie gutes Crowdsourcing funktionieren und Kreativität helfen kann sich zu entfalten.













