Archiv für März, 2009

VOdA startet Kreativ-Contest für Tchibo ideas

Dass Tchibo ideas für mich zu den absoluten Webhighlights aktuell hier in Deutschland gehört, werde ich nicht müde zu betonen. Sei es bei Vorträgen auf Konferenzen, sei es in Interviews oder in Fachgesprächen mit befreundeten Webexperten. Immer steht für mich Tchibo ideas als Leuchtturm in Sachen Crowdsourcing und ist fester Bestandteil jeder Präsentation von mir.

Um so stolzer bin ich, das wir heute einen Kreativ-Contest für Tchibo ideas an den Start bringen konnten. “Karte sucht Design” heißt diese Crowdsourcing-Aktion. Unsere Kreativcommunity ist aufgerufen eine Einladungskarte für den Printbereich und auch als HTML-Email zu gestalten. Dabei geht es um das Event des Jahres für Tchibo ideas, das im Sommer in Hamburg steigen wird. Eine echte Herausforderung für die Kreativen. Aber es stecken immerhin auch 2.000 Euro an Prämien mit drin.

Um das Projekt noch stärker abzusichern, arbeiten wir diesmal auch mit ausgewählten anderen Kreativcommunitys in Deutschland zusammen, die uns unterstützen werden.

Gleichzeitig haben wir unser Votingsystem weiter verfeinert, um noch mehr Fairness zu gewährleisten. Erstmalig werden unsere User nicht nur einen Normalvote von 1 bis 10 abgeben können, sondern zusätzlich auch noch Favoriten benennen. Diese Favoriten fließen dann als Bonus in den Gesamtvote mit hinein. Die Idee dahinter ist, dass es nicht mehr so leicht wird bestimmte Arbeiten herunter zu voten und dass ein positives Voting weiter an Gewicht gewinnt.

Bis zum 29. April haben unsere Kreativen nun Zeit ihre Arbeiten hochzuladen. Wir sind gespannt, welche kreativen Ideen hereinkommen. Uns ist klar, dass bei einer solch anspruchsvollen Aufgabe nicht die Masse entscheidend sein wird. Es geht hier eindeutig um Klasse. Will man Masse, muss die Aufgabenstellung so einfach wie möglich sein. Am besten macht sich da meist eine schlichte Illustration für den T-Shirt-Druck. Je komplizierter es wird die Aufgabe mittels Software am heimischen Rechner zu bewältigen, je mehr Fachwissen benötigt wird, je schwieriger wird es Masse zu generieren. Und dann kommt es aber darauf an, das die Community leistungsstark ist und die Qualität den Kunden letztendlich überzeugt. Wir hoffen, dass uns dies auch bei “Karte sucht Design” erneut gelingt.

(Und wir sprechen aktuell mit weiteren Partner über künftige Contests. Spannend spannend zur Zeit. Aber wer noch mit uns das Thema Crowdsourcing angehen möchte – ich bin jederzeit ansprechbereit!)

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Erstellt am Dienstag 31. März 2009
Unter: Crowdsourcing | Keine Kommentare »

Viralität pur – McDonalds sagt Danke

Wie Viralität funktioniert zeigt dieses Youtube-Video:

Ja, es ist Pharrell. Ja, er möchte einen BigMac. Bekommt er aber nicht. Weil Frühstückszeit ist. Und ihn wohl die Mitarbeiter am Pariser Flughafen nicht kennen. Ärgerlich. Extrem ärgerlich. Aber McDonalds hat schon reagiert. Nachzulesen drüben beim Werbeblogger.

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Erstellt am Freitag 27. März 2009
Unter: Viralmarketing | Keine Kommentare »

Xing setzt in der Zukunft auf Crowdsourcing

Wenn ich zwischen den Zeilen richtig lese – und darin bin ich ganz gut – dann setzt Xing in der Zukunft verstärkt auf Crowdsourcing, wenn es um die Verbesserung der Plattform geht. In einem Interview mit dem neuen Xing-CEO Stefan Groß-Selbeck auf Meedia ist zu lesen:

Wie sieht Ihre Strategie für die nächsten Monate aus. Wird sich Xing öffnen oder setzten sie auf eine geschlossene Plattform à la VZ-Gruppe?
Ganz wichtig ist für uns das Thema Innovation. Hier setzen wir auf zwei Schwerpunkte. Erstens, sind wir von Beginn an Mitglieder der Open Social-Initiative und werden im Zuge dessen unsere Plattform im zweiten Quartal für die Angebote und Service Dritter öffnen und so an Innovationsgeschwindigkeit gewinnen. Zweitens ist es mir sehr wichtig, dass wir einen noch aktiveren und offeneren Kommunikationsstil mit unserer Community entwickeln. Das heißt nicht, dass ich jetzt jeden Morgen über mein aktuelles Wohlbefinden zwitschere, aber wir arbeiten an verschiedenen Möglichkeiten noch viel mehr mit unserer Community vor allem über die Weiterentwicklung von Xing zu Kommunizieren.

Können Sie ein Beispiel dafür nennen?
Gerne. So wollen wir neue Produkte und Tools unseren Nutzern nicht erst vorstellen, wenn sie ausgereift sind. Wir wollen unsere Community bereits in einen frühen Beta-Stadion beteiligen und um ihre Meinung zur praxisgerechten Verbesserung neuer Features bitten. Auch das wird uns sehr dabei helfen, unser Weiterentwicklung kundenorientierter Innovationen voranzutreiben.

Das ist aus meiner Sicht genau der richtige Weg. Bravo! Xing hat erkannt, wie wertvoll die eigene Community sein kann und dass man sie mittels Crowdsourcing-Mechanismen einsetzen kann um die eigene Plattform voran zu bringen. Zum Nutzen aller. Ich bin gespannt, wie das aussehen wird.

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Erstellt am Mittwoch 25. März 2009
Unter: Communitys, Crowdsourcing | Keine Kommentare »

Konzepte für Social Networks: Ein Bag-Race als Spiel für Fans

Immer mehr Unternehmen überlegen, wie sie Social Networks nutzen können, um auf sich aufmerksam zu machen. Ich habe mir mit meiner Agentur VOdA auf die Fahnen geschrieben Konzepte zu entwickeln und Wege zu finden, wie ich die Menschen finde, die für eine Marke spannend sind und wie ich sie auch so erreiche, das es kein Spam ist und ich in einen echten, für beide Seiten spannenden, angenehmen und sinnvollen Dialog komme.

Unter anderem betreuen wir seit einigen Monaten das Startup CROW’n'CROW, das seit September letzten Jahres individualisierbare Taschen und Sitzsäcke anbietet. Nach einem Kreativ-Contest zum Start, der zum Ziel hatte die Plattform in der Welt der Kreativen bekannt zu machen und das Portal mit guten Designs zu befüllen, kümmern wir uns seitdem um den Aufbau von Gruppen und Profilen in den namhaftesten Social Networks.

Dafür entwickeln wir für diesen Kunden (und für andere hier nicht genannte auch) Kampagnen, die helfen sollen neue Fans ausfindig zu machen und an die Marke zu binden. Auf eine hoffentlich interessante, neue und spaßige Art. Darum fand von Dezember 2008 bis Ende Februar 2009 das CROW’n'CROW-Bag-Race statt. In verschiedenen Social Networks schickten wir eine echte Tasche ins Rennen. Sie sollte von Nutzern fotografiert (und hoffentlich auch begutachtet) und dann an einen anderen Kontakt im Social Network weitergegeben werden. Jedes Foto mit einem Nutzer des betreffenden Social Networks, zum Beispiel Facebook, wurde dokumentiert in der Gruppe oder dem Profil und als Punkt gezählt. Dabei stellte sich heraus, das etwa nur ein Fünftel der Menschen, die ganz direkt Kontakt mit der Tasche hatten auch tatsächlich in die Wertung kamen. Einige waren nicht Mitglied in dem betreffenden Social Network, andere wollten nicht fotografiert werden. Das war auch für uns eine interessante Beobachtung, wie es mit der öffentlichen Teilnahmebereitschaft bei einem solchen Spiel ausschaut. Aber die Resonanz war durchweg sehr positiv. Am Ende gewann eine Netzwerkgruppe und wird demnächst eine von CROW’n'CROW gesponsorte Siegerparty feiern.

Hier Bilder der Facebook-Gruppe:

bagrace auf Facebook

Wir erreichten mit diesem Spiel folgende Ziele:

  • Viele Menschen konnten die Tasche ganz real in Händen halten und so im echten Leben Qualität und Stil begutachten.
    Das war sehr wichtig für den Kunden und für uns, denn Taschen lassen sich virtuell nur bedingt gut abbilden.
  • Viele neue Fans konnten in die Gruppen eingeladen und als Fans virtuell vernetzt werden und somit auch in der Zukunft durch uns bzw. den Kunden ansprechbar, sofern sie dies wollen.
  • Viel Bildmaterial konnte generiert werden, wobei etliche lustige Aufnahmen entstanden (Bilder im Flickr-Account).
  • Etliche sogenannte Leaduser erzählten Freunden, Verwandten und Kollegen von der Tasche und der Aktion, was dazu führte, das neue potentielle Käufer sich für CROW’n'CROW interessierten.
  • Die Sichtbarkeit von CROW’n'CROW in diversen Social Networks wurde signifikant verbessert.

Bag-Race-Tasche im Schnee in Oberwiesenthal

Insgesamt kann man also sagen, die Viralität dieser Aktion funktionierte. Aber noch nicht in dem hohen Maße, wie wir es erhofft hatten. Auch das möchte ich klar und deutlich sagen. Viralmarketing-Fachmann Martin Oetting sagt immer, Viralität funktioniert nur, wenn das Produkt bzw. die Marke diese schon in sich trägt. Bei CROW’n'CROW hatten wir mit zwei gewaltigen Problemen zu kämpfen, die wir in dieser Massivität nicht erwartet hätten.

  1. Viele Menschen da draußen können mit Individualisierung von Produkten noch immer nichts anfangen. Es ist ihnen zu kompliziert. “Wozu soll das gut sein? Ich kaufe lieber was Fertiges.” hörten wir immer wieder. Erstaunlich und überraschend, wie wenige das Spreadshirt-Prinzip kennen. Eigentlich gut für Spreadshirt & Co. Denn da ist noch ein gewaltiger, unerschlossener Markt.
    Das zeigt uns aber auch wieder: wir dürfen den Otto-Normal-Internetnutzer nicht überschätzen. Er ist gerade erst dabei zu lernen, das Web 2.0 auch wirklich für sich zu erschließen und zu nutzen. Aber er lernt täglich dazu. Und wir sind mit solchen Aktionen erfreulicherweise Vorreiter.
  2. Auf der anderen Seite gibt es leider noch einige Probleme in der Nutzbarkeit der CROW’n'CROW-Plattform. Man hatte komplett auf Flash gesetzt, was sich im Verlauf der vergangenen Monate als großer Fehler erwies. Und auch die Usability der Webseite muss unbedingt verbessert werden. Das haben wir unserem Kunden auch früh deutlich gemacht und ihn zu einer Usability-Analyse gedrängt. Wir beraten also nicht nur in Sachen Socialnetworkstrategien und Crowdsourcing, sondern stehen auch in solchen Fragen immer als Partner zur Seite.
    Die Analyse ist erfolgt und es wird aktuell intensiv an einem Relaunch der Plattform gearbeitet.
    Aber für eine Aktion wie das Bag-Race war es natürlich nicht förderlich, dass die Menschen Probleme mit der Nutzung der Webplattform haben. Das bekamen wir in etlichen Gesprächen und folgerichtig auch in der Bereitschaft beim Bag-Race mitzumachen deutlich zu spüren.
    CROW’n'CROW ist von seiner Grundidee her wunderbar geeignet für Viralmarketing. Das bewiesen die meisten der geführten Gespräche während der Aktion. Produkte sind cool, Grundidee ist genial. Aber die Plattform hemmt dies wiederum, mehr als wir gedacht hätten.

Was bleibt als Fazit? Es hat Spaß gemacht. Allen Beteiligten. Uns als Organisatoren und Ideengebern und den Nutzern, die die Idee durchweg cool fanden. Das Produkt konnte so an geschätzte 2.500 Menschen auf eine sympatische Art herangetragen werden. Es fand ein deutliches Wachstum der Social Network Gruppen und Fankontakte statt. Diese müssen nun weiter genutzt werden. CROW’n'CROW ist als dynamisches und innovatives Startup immer wieder im Gespräch, worüber wir uns sehr freuen.

Eine Aktion wie das Bag-Race funktioniert wunderbar. Es gibt also sinnvolle Konzepte fürs Agieren in Social Networks. Man muss sie nur angehen. Mit Humor, mit Weitblick und der Bereitschaft zum Kommunizieren. Auch bei negativem Feedback! Man muss aber auch bedenken, das die Menschen erst Schritt für Schritt lernen das neue Internet für sich zu erschließen und mit Leben zu füllen. Täglich mehr. Gern sind wir auch für sie als Kunden da! Mailen oder rufen (roskos at vo-agentur punkt de) sie mich einfach an.

Wir arbeiten aktuell bereits an weiteren Aktionen für anderen Kunden. Es macht Spaß. Es macht Sinn. Denn die Unternehmen müssen dahin, wo die Menschen bereits sind: in den Social Networks und Contentplattformen des Web 2.0. Und jeden Tag werden es mehr.

Bag-Race-Tasche auf einer Hausparty

Auf Flickr wurde ein Großteil der Bilder gesammelt:

bagrace

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Erstellt am Mittwoch 25. März 2009
Unter: Allgemeines | 5 Kommentare »

Regionen – die noch wenig besetzten Nischen im Internet

Regionen, Gemeinden, Städte und Dörfer sind die Cluster, die im Internet von den großen Playern noch viel zu wenig besetzt sind. Aber die Menschen lechzen nach regionalen Informationen. Dies ist aus meiner Sicht einer DER Trends in den kommenden Jahren.

Bild.de geht da jetzt in die richtige Richtung. “Ausgerechnet Bild” werden jetzt viele denken. Tja – die haben die Nase im Wind. So ist bei Meedia nachzulesen:

Die „Bild“-Chefredaktion sieht den Regionaljournalismus als eine der wichtigsten Kernkompetenzen des Blattes und – jetzt auch – der Website.

Für Experten wie Professor Ewald Wessling fährt Springer mit dieser Regionalisierungsoffensive die richtige Strategie: „Das Lokale ist der einzige freie Platz im Internet”, analysierte Wessling gerade auf der CeBIT.

Naja – sicherlich nicht der einzige freie Platz. Aber in der Aussage steckt viel Wahrheit.

Die praktische Arbeitsaufteilung sieht folgendermaßen aus: Die „Bild“-Außenredaktionen liefern die lokalen Top-Stories. Die Koordination und Produktion wird allerdings vor der Online-Redaktion zentral aus Berlin gesteuert.

Könnte man im Web 2.0 auch anders organisieren. Aber dazu ein anderes Mal mehr.

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Erstellt am Dienstag 24. März 2009
Unter: Theoretische Gedanken | Keine Kommentare »

Ich weiß, wovon ich rede – Live-Berichterstattung von der Pictopia

Ich bin zur Zeit (gestern, heute, morgen) die meiste Zeit hier in Berlin auf der Pictopia, der weltweit bedeutendsten und spannendsten Konferenz für Character-Design. Ich kenne die Macher schon ein paar Jahre und freue mich mit ein paar der Artists dort vor Ort plaudern und ihre Präsentationen sehen zu können.

Und ich nutze die Pictopia zu ein paar Live-Tests in eigener Sache. Ich will mal sehen, was man, ausgestattet mit Videokamera, iPhone und Netbook, alles so zeitnah in welcher Qualität ins Netz bringen kann. Immer über mögliche Wege und Ideen reden ist das eine, es live auch wirklich tun eine ganz andere Geschichte.

Ich pflege live via iPhone mein MySpace-Profil, meinen Facebook-Account und lade Bilder zu Flickr hoch. Außerdem blogge ich zeitnah im VisualBlog. Twitter verkneife ich mir noch, weil die Leute, die sich für die Pictopia interessieren Twitter noch nicht mal kennen. Aber sie sind auf Facebook, Flickr und MySpace unterwegs. Zuhause dann versuche ich die Videos ein bisschen zurecht zu schneiden und dann auf Youtube hochzuladen.

Viel viel Arbeit. Aber gerade das Live-Hochladen mit dem iPhone macht so richtig Laune. Schnell einen Künstler fotografiert, wenige Sekunden später ist das Bild bereits an seiner Pinwand auf Facebook. So wird es in der Zukunft gerade auch bei solchen Events des öfteren sein.

Aki in Facebook

Super interessante Erfahrungen, die ich da gerade mal wieder sammel. Macht mir enormen Spaß und hilft wieder ein Stück mehr zu verstehen, worüber ich immer wieder rede, berate und konzeptioniere.

[Nachtrag:]
Und hier die ersten Videos von der Pictopia 2009

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Erstellt am Freitag 20. März 2009
Unter: Viralmarketing | 2 Kommentare »

Wohin mit meinem Video

Ich war gestern im Haus der Kulturen der Welt um mir die Vorbereitungen für die nächste Woche stattfindende Pictopia anzuschauen und um meinen Freund Akinori Oishi zu besuchen. Ich hatte meine neue, kleine Kamera dabei und filmte ein wenig herum. Noch bin ich da totaler Amateur, was man den Aufnahmen auch ansieht. Egal. Auch das Zusammenschneiden funktioniert noch nicht so, wie ich mir das vorstelle, aber ich arbeite dran.

Die Frage, die sich mir dann stellte, als ich das gemachte Video in Händen hielt: wohin damit? Schließlich sollen es ja

  • a) viele Menschen sehen
  • b) Menschen sehen, die sich für die Pictopia und Character Design interessieren
  • c) Aki sehen

Bisher war der gängige Weg: hochladen auf Youtube. Dann im Blog posten. Habe ich natürlich auch erst einmal so gemacht.

Dann stellte sich mir aber ganz schnell die Frage: sehen es dort auch die Leute, für die es in erster Linie gemacht ist?! Die Pictopia-Fans. Finden die in unser VisualBlog? Der ein oder andere schon, aber sicherlich nicht allzu viele.

Also habe ich mich dazu entschieden, das Video in der Pictoplasma-Facebook-Gruppe hochzuladen und gleich noch in mein Blog zu verlinken. Gleiches werde ich später auch noch auf MySpace machen.

Ich schaue also, wo genau sind die Leute, für die das Video interessant ist? Und die finde ich nicht irgendwo im Netz, sondern an ganz speziellen Orten: auf Facebook und MySpace!

Das bedeutet: die Relevanz von Facebook und anderer Social Networks, die über entsprechende Funktionalitäten verfügen – nein, StudiVZ, Wer-kennt-wen und Lokalisten gehören da definitiv nicht dazu; die schlafen weiter ihren Sonntagsschlaf und denken, sie werden schon überleben; wenn sie sich da mal nicht irren – nimmt in ganz entscheidendem Maße zu. Worunter unter anderem Google immer mehr zu leiden haben wird. (siehe hierzu meinen Artikel “Sind Social Networks Google’s Untergang?”)

Zwei exzellente Artikel, die ich heute morgen gelesen habe, zielen genau in die gleiche Richtung: Facebook und sein Newsstream werden immer wichtiger. Matthias Schwenk schreibt dazu auf Carta völlig richtig:

Ältere Menschen fühlen sich gut informiert, wenn sie ihre (gedruckte) Tageszeitung durchsehen konnten. Die etwas Jüngeren suchen sich ihre Nachrichten im Internet, sei es auf Nachrichtenportalen oder in Blogs. Dazu haben viele von ihnen jede Menge Newsletter abonniert. Die jüngste, schon ganz mit dem Internet aufgewachsene Generation, versteht unter “gut informiert sein”, dass sie darüber im Bilde ist, was ihre Freunde im Netz gut finden: Das können Videos auf YouTube sein, aber auch einzelne Artikel oder Diskussionen in einem Chatroom.

Auf die unübersehbare Vielfalt und Menge der medialen Angebote im Internet hat diese Generation längst ihre Antwort gefunden: Sie folgt nicht mehr einzelnen Leitmedien, sondern den Meinungsführern im persönlichen Freundeskreis. Instrumente wie der 2006 auf Facebook erstmalig eingeführte Newsfeed helfen dabei, das dafür erforderliche Kommunikationsmuster zu pflegen.

Der Schlüßel zum Erfolg liegt im Verständnis der Mediennutzung verschiedener Alters- und Zielgruppen. Nur wer sein Angebot entsprechend anpassen kann, wird auf Dauer überleben können. Den Mitgliedern auf Facebook ist es egal, ob irgendwo ein Medium sein Erscheinen einstellt, ihr Newsfeed ist dennoch stets gut gefüllt. Das Internet ist schließlich eine unerschöpfliche Fundgrube für Neues, Kurioses und Unterhaltsames.

Und auch bei Marcel Weiss auf Netzwertig.com geht es um die immer stärker werdende Relevanz von Facebook.

Videosites verdanken 3,3 Prozent ihres US-Traffics Facebook, wie Gannes auf NewTeeVee berichtet. Das ist noch nicht viel, aber es ist eine Steigerung um 112 Prozent gegenüber 2008. Hier wächst erst etwas heran.

28 Millionen ‘Pieces’ an Content werden laut Facebook jeden Monat auf dem Social Network von den Usern verbreitet. Das macht Facebook zu einem veritablen Dreh- und Angelpunkt für die Verteilung und Verbreitung von Inhalten. Und ebenso wie bei Twitter bedeutet es eine immense Verschiebung in der Art der Aufmerksamkeitsströme im Web, bei der selbst alteingessene Hasen wie Digg bald alt aussehen werden.

Bei all dem darf man außerdem nicht vergessen, dass Facebook in den USA zwar für einige Sites, wie Perez Hilton, mehr Traffic sendet als Google, aber zumindest in den USA erst ein Drittel der Zugriffszahlen von Google erreicht. Das Potential hier ist also enorm. Schwer vorherzusagen, welche Dynamiken dies noch entwickeln wird.

Social Networks sind dabei längst zu einer nicht mehr wegzudenkenden Online-Größe geworden, die selbst Email in ihre Schranken verweist.

Wer für die Zukunft an Facebook und auch MySpace, das als einziges Network hier einigermaßen mithalten kann, vorbeidenkt, verpasst den Zug!

Über die Rolle von Twitter will ich hier nichts sagen. Es bleibt abzuwarten, wie es in die großen Netzwerke integriert wird, damit auch Otto-Normal-User es nutzt. Noch ist es ein Dienst, der zwar von Internet-Geeks, wenig aber von Normalnutzern eingesetzt wird.

Ach ja – wer sich für das Video an sich interessiert. Hier ist es.

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Erstellt am Freitag 13. März 2009
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Warum gibt es den Pollenflugkalender nicht als Widget und App?

Ich habe gerade den Pollenflugkalender des Deutschen Wetterdienstes entdeckt. Gute Sache. Und voll Entsetzen sehe ich, das hier tatsächlich schon Erle und Hasel kräftig am fliegen sind. Mist.

pollenflugvorhersage

Jetzt würde ich liebend gern diesen wunderbaren Dienst auch in meinem MySpace-Profil einbauen. Geht nicht. Außerdem würde ich ihn mir und meinen Freunden gern auf Facebook anzeigen. Hmmm – geht auch nicht. Und wenigstens als Widget in die Sidebar im Blog? Nö – auch das geht nicht.

Okay – ich gebe zu, beim Deutschen Wetterdienst hätte ich das auch nicht erwartet. Aber das wird kommen. Noch sind wir in Deutschland nicht so weit. Aber das Mixen von Informationen wird in ein paar Jahren Gang und Gebe sein. Infos von der einen Seite werde ich auf anderen Seiten wieder mit einbinden und ausgeben. Zum Nutzen der Nutzer! Denn der Nutzer ist König. Und das ist gut so. Wir stehen nur noch ganz am Anfang.

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Erstellt am Montag 9. März 2009
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BabyRocker-Relaunch

Hier mal ein Hinweis in eigener Sache. Meine Freundin und ich betreiben seit einem Jahr BabyRocker.de. Auf Anregung von Tradoria, auf deren Shopsoftware wir bisher setzen, haben wir uns ein neues Design verpassen lassen. Meinungen dazu sind sehr willkommen!

Wir sind gespannt, ob dadurch die Umsätze steigen. Wir bezweifeln es, aber Tradoria ist da sehr optimistisch.

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Erstellt am Montag 9. März 2009
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Wie die Fans das neue Erfolgsalbum von Pimkin Dark entscheidend mitgestalteten

Pimkin DarkDas neue Nummer-1-Album der russischen New-Metal-Band Pimpkin Dark ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte, die das neue Internet, das sogenannte Web 2.0, entscheidend mitgeprägt hat. Denn dies ist kein normales Band-Album mit normalen Songschreibern und den üblichen Abläufen der Entstehung einer CD. Jedenfalls an entscheidenden Stellen lief es bei “Gig it, dig it, blow it up” – so der Name des Albums – anders wie sonst üblich in der Branche, wo sich (noch) leider fast alles um Verträge, Klauseln und dergleichen mehr dreht. Dinge, die die Künstler und die Kunst einengen und Kreativität damit vor allem behindern.

Die noch junge Band aus Wolgograd hat sich in den vergangenen drei Jahren eine erstaunliche Fanbase in Russland erspielt und suchte und sucht immer wieder den engen Kontakt zu ihren Leuten. Das geht so weit, das man sich regelmäßig in virtuellen Chatrooms trifft. Und auch das ein oder andere gemeinsam durchgefeierte Partywochenende an der Wolga soll schon dabei gewesen sein.

Als es nun darum ging die Songs für das zweite Album von Pimkin Dark zu suchen und zu schreiben lag es für die fünf Jungs nur allzu nah, die eigenen Fans zu fragen, was sie sich denn von ihrer Band wünschen. Und schnell wurde deutlich – sie wollen nicht einfach nur gefragt werden. Sie sind bereit eigene Songs für ihre Band zu schreiben. So entstand eines der beeindruckendsten Fan-Generated-Songprojects (Kreativ-Crowdsourcing durch die eigenen Fans) des Jahres.

Über vier Monate hatte die Fan-Community die Möglichkeit eigene Entwürfe für das neue Album hoch zu laden. Als Plattform wurde hier eine ähnliche Plattform wie Hobnox genutzt, die sich ideal gerade auch für solche Kreativ-Projekte eignet und zahlreiche Tools im Bereich Musik und Video zur Verfügung stellt. Made in Russia natürlich. Es beteiligten sich nicht nur eigene Fans an dieser spannenden Crowdsourcing-Aktion. Auch viele Songschreiber, die vorher von der Band noch nichts gehört hatten, wurden über Mundpropaganda aufmerksam auf diese Möglichkeit eigene Songs vorzustellen und vielleicht auf ein Album zu kommen. Letztendlich waren es 174 Songs von 98 Autoren, die zur Auswahl standen. Schon während dieser ersten Phase war es zu Kollaborationen zwischen einigen Song-Schreibern, Textern und normalen Mitgliedern der Community gekommen. Es wurde bei etlichen Songs diskutiert, ob man dies und jenes nicht so oder so machen könnte. Erste Texte wurden passend zu den Songlines erstellt, Titel gesucht, Favoriten kristallisierten sich heraus.

Nach Abschluss dieser ersten Phase begann dann die eigentliche Suche nach den richtigen Songs für das Album. Diesen Job übernahm nicht wie sonst üblich das Management oder die Band. Die Songs sollten von den Fans bestimmt werden. Natürlich unter reger Beteiligung der Bandmitglieder. Denn schließlich müssen auch sie sich mit der Musik, die sie in der Zukunft spielen, identifizieren.

Es war super spannend für uns zu hören und zu lesen, welche Songs die Leute da draußen als passend für uns ansehen. Da waren Titel dabei, von denen wir nie gedacht hätten, das wir die wirklich spielen wollen. Doch jetzt, ein paar Monate danach, sind wir total überrascht wie geil einige Titel tatsächlich zu uns passen. Die Fans waren hier und da schlauer als wir. Die hatten den richtigen Riecher und wussten genau, welcher Song nicht nur perfekt zu uns und unserem Stil und meiner Stimme passt, sondern welcher Song dann auch noch ein echter Hit werden würde. Ich kann nur den Leuten da draußen sagen: Danke! Für diesen genialen Job, den ihr gemacht habt. Wir sind so stolz auf euch. Unendlich stolz.
Das ist UNSER Album. Das von Pimkin Dark und seinen Fans!

so Frontmann Wadi Tschuramow in einem Interview im Januar.

Es wurde lange über jeden einzelnen Titel diskutiert. Die Community gab Anregungen, was verändert und verbessert werden könnte. Schnell wurde so auch klar, welche Songs echtes Potential haben und wo es sich lohnt weiter daran zu arbeiten. Insgesamt 33 Songs fanden so Eingang in den “Preroom” genannten Bereich des Projektes, wo es um die Finalisierung des Albums ging.

Alle 33 Songs wurden von Pimkin Dark eingespielt und dann auf der Plattform erneut einem Voting durch die Community gestellt. Die entschied dann, welche 18 Songs aufs Album dürfen. Dann ging es an die Produktion des Albums. Und wieder wurde auf die eigene Fanbase zurück gegriffen, um das Album realisieren zu können. Ähnlich wie auf Sellaband konnten die Fans Anteile am Album erwerben und so die finanzielle Basis für die CD schaffen. Innerhalb von 6 Wochen waren die notwendigen 35.000 Dollar beisammen und das Album konnte produziert werden.

Jeder, der sich in Form von Kommentaren und Votings am Prozess der Songfindung beteiligt war, erhielt ebenfalls Anteile am Album. Das bedeutet letztendlich: 75% der Erlöse aus dem Verkauf des Albums fließen zurück an die Community. Zum einen an die, die investiert haben. Zum anderen an die, die mitgeholfen haben die richtigen Songs zu finden. Selbstverständlich erhalten auch die Künstler, von denen die Songs stammen, ein entsprechendes Honorar. Außerdem konnte alle Mitglieder der Community die CD zum halben Preis online ordern und sich zwei Tracks kostenlos downloaden. Und es gab ein kostenloses Konzert in Wolgograd, der Heimatstadt der Band, zu dem nur Mitglieder der Fan-Community Zugang hatten. 56.000 Menschen feierten eine gigantische Party mit Pimkin Dark.

Das Album wurde in Russland zu einem gigantischen Erfolg und erreichte in extrem kurzer Zeit Platinstatus dort. Nun soll bald das restliche Europa in Angriff genommen werden. Der ungewöhnliche Sound der New-Metal-Band dürfte auch hierzulande extrem gut ankommen. Ich bin gespannt, wann sie auf MySpace & Co. auftauchen und die CDs in den Regalen stehen.

Eine wunderbare Geschichte, wie gutes Crowdsourcing funktionieren und Kreativität helfen kann sich zu entfalten.

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Erstellt am Dienstag 3. März 2009
Unter: Crowdsourcing | 8 Kommentare »