Wer mich kennt, weiß, das ich immer für "verrückte" Ideen gut bin. Den VisualBlog-Header-Contest-Bäng-Slam kann man getrost als "crazy" bezeichnen.
Worum gehts? Wir wollen auf unseren aktuellen VisualBlog-Header-Contest aufmerksam machen und andere Blogs motivieren darauf hinzuweisen. Darum hauen wir bis zu 1.000 Euro an die Blogs raus, die den Artikel verlinken und dort kommentieren. Je mehr Blogs mitmachen, je mehr Geld schütten wir aus.
Mal schauen, wie gut es funktioniert. Ich bin sehr gespannt.
Alle Details finden sie in dem entsprechenden Artikel im VisualBlog.
Bücher sind so ziemlich das Genialste was wir Menschen erfunden haben. In Büchern lebt nicht nur unser Wissen weiter, sondern sie sind DAS Medium um unsere Fantasie und unsere Kreativität zum Leben zu erwecken. Bücher können viel stärker wie ein Film oder auch ein Bild unsere visuelle Vorstellungskraft anregen und unser Gehirn dahin bringen selbst aktiv zu sein. Wir stellen uns die handelnen Personen vor. Wir bauen in Gedanken Handlungsstränge auf. Es werden Wünsche geweckt. Träume erwachen in unserem Geist zu Leben. Durch das geschriebene Wort. Wir möchten hinein ins Buch. Wir wollen Teil der Handlung werden und sie mitgestalten. Nicht umsonst lieben es Kinder, wenn man ihnen etwas vorliest oder wenn sie selbst lesen, sobald sie es können. TV betäubt, Bücher beleben den Geist.
Verlage gelten als altbacken und verstaubt. Viele meinen, Bücher können mit den neuen Medien nicht mithalten. Der Geruch von Tod und Verwesung umwehe den Buchhandel, Bibliotheken, das Lesen überhaupt. Dem ist - zum Glück - ganz und gar nicht so. Erfolge wie die von Harry Potter, Eragon, dem Schwarm, Hexe Lilli und vieler vieler anderer beweisen, das Lesen "in" ist. Zu Recht. Bücher sind eine Macht, die nicht so laut brüllend nach Aufmerksamkeit heischt wie das Fernsehen oder die Hollywood-Bollywood-Filmindustrie.
Aber warum nutzen die Verlage die anderen Medien nicht, um noch mehr Menschen auf Bücher aufmerksam zu machen? Es gibt so viele wunderbare Geschichten, so viele exzellente Bücher. Es gibt so viele Menschen, die viel zu wenig lesen. Viele dieser Menschen sind im Internet aktiv. Und damit sind sie leicht erreichbar. Man muss sich nur die Instrumentarien zu eigen machen, die da sind. Ein leuchtendes Beispiel, wie man es richtig anpackt, ist Paulo Coelho. Ich berichtete mehrmals über sein erfolgreiches Agieren im Internet.
Ein bisher kaum beachteter und deutlich unterschätzer Weg um Menschen im Internet zu erreichen sind Buchtrailer. So langsam jedoch scheinen ein paar Verlage auf den Geschmack zu kommen. Wie mans macht, zeigt zum Beispiel Lübbe mit seinem Trailer "Neue Bücher 2009: Jedem seine Welt!"
Ein guter und gelungener Buchtrailer ist auch "Caffe della Vita".
Schon deutlich schwächer ist "Das Versprechen der Wölfe". Hier fehlt leider das zitierende, sprechende Wort. Dadurch wird viel verschenkt. Dieser Trailer macht nur bedingt Lust aufs Buch, was bei dem Trailer für "Caffe della Vita" anders ist.
Eher schwach ist der Trailer zu "Eragon - Die Weisheit des Feuers". Dazu muss man wissen, das ich die Eragon-Saga liebe und genau dieses Buch gerade lese. Ich war schon des öfteren auf der Suche nach gutem Eragon-Artwork, um für diese wunderbaren drei Bücher Werbung machen zu können. Aber ich fand kaum etwas Gutes. Der Trailer ist schwach, weil nichts aus der Geschichte erzählt wird. Wer Eragon nicht kennt, wird keinen Bezug dazu bekommen. Es fehlt das Mystische, das Geheimnisvolle der ganzen Welt, in der Eragon lebt, kämpft und liebt.
Ich glaube und hoffe, dass das ganze Segment Buchtrailer in den kommenden Jahren einen starken Aufwind erleben wird. Sicher - Bücher haben nicht diese Marketing-Budgets wie die Movie-Industrie. Und man kann bei Büchern nicht über das Produktionsbudget eines sogenannten Blockbusters schon vorausplanen, ob es ein Kassenschlager wird. Was übrigens auch nicht immer funktioniert. Viele gute Bücher wurden vollkommen überraschend zu Topsellern. Die Budgets fürs Marketing im Buchwesen sind erheblich geringer wie in der Filmindustrie.
Aber gerade deswegen sollte man auf Trailer setzen, die man wunderbar im Netz einsetzen kann. Gewonnen werden könnten sie über Kreativ-Crowdsourcing-Projekte. Es gibt da draußen so viele gute Kreative, die gerade für spannende Bücher ganz sicher liebend gern aktiv werden würden. Die Budgets wären überschaubar. Und man schafft ganz früh eine enge Fanbindung und kann diese Bindungen auch für die Zukunft wunderbar nutzen. In Socialnetworks, über Blogs, Twitter, auf dem eigenen Youtube-Profil, auf Flickr und und und.
Liebe Verlage - gebt den Kreativen eine Chance. Sucht den Weg ins Internet hin zu den Menschen, wo sie sich bereits aufhalten. In den großen Socialnetworks. Und schafft gemeinsam Mehrwerte, die euch helfen eure Bücher noch besser zu verkaufen. Ihr seid dann ganz dicht dran an den Fans von Eragon, Hexe Lilli, Otherland und wie sie alle heißen, die wunderbaren Welten und ihre Helden.
Einen guten Artikel zum Thema gibt es auch von Susanna Gotsch bei Zoomer.de. Ich bin gespannt, wie sich dieses Gebiet weiter entwickelt.
Angie Arsenault ist eine kanadische Sängerin, die extrem gute, gefühlvolle Musik macht. Sie ist eine der Künstlerinnen, die mit Hilfe der Online-Plattform Sellaband 50.000 Dollar einsammeln und so eine eigene CD produzieren konnten. Hierfür muss man "nur" genug "Believer" finden, die Geld in den Künstler investieren.
Ich gehöre zu den Believern von Angie Arsenault. Vor ein paar Tagen bekam ich meine CDs. Und ich bin ohne Ende begeistert. Die CD übertrifft alle meine Erwartungen. Und es ist ein unglaublich gutes Gefühl, das da auch ein paar Euro von mir mit drin stecken. Auch wenn es nur ein kleiner Betrag ist - viele kleine Believer, Mini-Investoren, machen solche wunderbaren Projekte möglich. Das ist genial. Das ist großartiges Crowdsourcing.
Die Community entscheidet, welche CD produziert wird. Welcher Musiker hat die Qualität und das Besondere, dass genug Menschen an ihn glauben und Geld investieren. Das Ganze macht Spaß und schafft echte Mehrwerte: CDs, die jeder kaufen kann und die sonst nie hätten produziert werden können.
Sellaband macht als Crowdsourcing-Plattform für die Realisierung von Musikprojekten einen einzigartig guten Job. Heraus kommen exzellente Ergebnisse und eine echte Bereicherung für die internationale Musikszene.
Angie Arsenault versteht es perfekt auch auf den großen Social Networks die heutzutage unbedingt notwendige Präsenz zu zeigen. Auf Facebook kann man Fan werden. Auf MySpace kann man sie als Freundin adden. Man kann den spannenden Youtube-Channel besuchen. Und natürlich gibt es die eigene Webseite inklusive Blog: Angie-Music. Genau so macht man es. Perfekte Socialnetworkstrategien kombiniert mit wunderbarem Crowdsourcing via Sellaband. Mein Herz und auch der Verstand jubeln.
Wer sich die CD ebenfalls kaufen möchte, bitteschön:
Die Wirtschafts- und Medienkrise hat bei uns und in unserem Mutterkonzern durchgeschlagen. Ein teures Experiment, das wir nunmal sind und waren, ist unter diesen Rahmenbedingungen nicht durchzuhalten. Die Crew der Redaktion aber geht erhobenen Hauptes von Bord: Wir haben etwas bewegt. Wir haben gewagt, wovor andere zurückgescheut sind. Und wir haben es gut gemacht. Das ist keine überzogene Selbstbeweihräucherung zur Beerdigung, sondern das, was wir von Euch Usern, von Kollegen und Kritikern gehört haben. Das mutige Konzept, Euch Leser viel direkter mit einzubeziehen, hat funktioniert. Leider fehlte uns die Zeit, um die nötige wirtschaftliche Stabilität zu erreichen.
heißt es im hauseigenen Blog dazu.
Es gab und gibt viele Kritiker von Zommer. Auch ich gehörte dazu. Aber: es war ein innovativer Versuch von Holtzbrinck komplett neue, mutige Wege in Sachen Nachrichtenportal zu beschreiten. Und es ist ein trauriges Zeichen, wenn ein solch mutiges Startup wieder eingestampft wird.
Zoomer war der Versuch ein redaktionell durch ausgebildete Journalisten geführtes Portal an den Start zu bringen, das seinen Lesern größtmögliche Einflussnahme auf die Wichtigkeit der Nachrichten einräumte. Man konnte voten, kommentieren, sich tiefer in die Themengebiete klicken.
Die Rechnung ist nicht aufgegangen. Oder? Holtzbrinck schließt es, weil es viel Geld kostet einen Stab von fast 50 Journalisten Monat für Monat zu bezahlen. Die Werbeeinnahmen standen ganz offensichtlich in keinem vernünftigen Verhältnis. Und die Zugriffszahlen zeigten auch nicht wie erhofft stetig nach oben, sondern vielen in den letzten Monaten sogar.
Es wurden aus meiner Sicht mehrere Fehler begangen. Die Journalisten waren engagiert. Aber den meisten fehlte das Verständnis des Web 2.0. Die existierenden Kanäle wurden nicht intensiv genug penetriert. Man verließ sich darauf, das die Leute schon zu einem finden würden.
Außerdem hatte man selten wirklich spannende News zu bieten. Eigentlich fand man alles, was man auf Zoomer fand, auch woanders. Doch auf Spiegel Online zum Beispiel gingen die wirklich wichtigen Nachrichten nicht zwischen DSDS und anderem dämlichen Livestyle-Gemurkse unter. Die Mischung auf der Zoomer-Startseite war meist arg gewöhnungsbedürftig und hat letztendlich wohl so richtig niemanden angesprochen. Ganz im Gegenteil: zu viele - so übrigens auch ich! - wurden abgeschreckt und besuchten Zoomer immer weniger.
Zu platt, zu oberflächlich, zu langweilig - auf den ersten Blick. Und der ist bekanntlich oft entscheidend.
Die Qualität in der Tiefe des Portals war teilweise beachtlich. Nur: dort fanden die wenigsten Leser hin.
Wie hätte man das ändern können? Ziemlich einfach: durch Individualisierung! Man hätte den Lesern Instrumente an die Hand geben können, mit denen sie sich ihre eigene Zoomer-Startseite individuell auf den eigenen Geschmack mit den eigenen Lieblingsthemengebieten und den Lieblingsautoren hätten abstimmen können. Gemixt mit Mashup-Elementen, wie sie Seiten wie Netvibes oder Popurls schon seit langem anbieten.
Zoomer war nicht konsequent innovativ genug. Man blieb auf halber Strecke stehen.
Außerdem hätte man meiner Meinung nach unbedingt Elemente von Digg.com übernehmen sollen. Also einen Mix schaffen aus redaktionellen Inhalten und aus Nachrichten der Nutzer. Mit einer gut durchdachten Strategie hätte man sich über die Zeit eigene Blogger heranziehen können, die oft schneller und besser in ihren Nischen informiert sind und so echte Scoops für Zoomer hätten liefern können. Auch eine Zusammenarbeit mit exzellenten Blogprojekten wie Netzwertig.com, Deutsche-Startups oder unserem eigenen VisualBlog wäre ja denkbar gewesen. 50 Prozent Journalisten, 50% Blogger, zum Teil aquiriert aus der eigenen Leserschaft - das wäre ein interessanter Mix geworden, der zu einem echten Erfolg hätte werden können.
Gut, niemand kann garantieren, dass diese von mir genannten Ansätze zum Erfolg geführt hätten. Aber gerade Zoomer hätte von seiner Grundausrichtung her das Potential gehabt diese neuen Wege zu beschreiten. Ich hatte darauf gehofft. Doch nun macht man dicht. Und macht Leute wie mich traurig. Ein innovatives, journalistisches Projekt weniger. Schade.
Ich bin am Überlegen im Sommer mit meinem Sohn zu den Ritterspielen auf die Burg Ehrenberg zu fahren. Letzte Woche habe ich in Garmisch-Partenkirchen einen gut gemachten Flyer in die Hände bekommen, der so richtig Lust macht auf einen Besuch der Burgenwelten Ehrenberg. Groß prangt auf dem Flyer, so wie es heutzutage sein sollte, die Internetadresse: www.ehrenberg.at. Vorbildlich.
Aber als ich dann auf die Seite gelangte, rutschte mir nach gefühlten zwanzig Sekunden ein erstes lautes Gähnen raus. Viel Text. Dazu viel Text, ein paar kleine Bildchen. Und wieder viel Text. Keine Bildergalerie. Keine Videos. Ach doch - nach fünf Minuten hatte ich endlich einen "Trailer" gefunden, der ziemlich schlecht gemacht ist. Da findet man auf Youtube viel bessere und interessantere Sachen.
Wenn ich an Ritterspiele denke, dann will ich nicht Texte lesen. Dann will ich was SEHEN! Dieses Thema bietet sich doch perfekt an für viele gute Fotos. Und auch Videos sind doch ideal hierfür. Es gibt Ritterfans, Pferdefans, Wanderfans, Burgenfans. Es gibt Kinder, die sich Ritterbilder super gern anschauen. Man könnte einen Rittercomic anbieten, vielleicht sogar ein kleines Onlinespiel. SOOO viel wäre denkbar. Doch die Seite der Burgenwelten Ehrenberg sind traurig langweilig. Nett gemacht, aber inhaltlich ein Fiasko. Sie lockt nicht, sie macht keine Lust auf mehr. Es springt kein Funke über. Kein "Da will ich unbedingt hin" setzt sich im Gehirn fest. Diese Seite wird sich niemand bookmarken oder gar an Freunde weiterleiten. Dabei könnte man so unendlich viel aus diesem wunderbaren Thema und dieser genialen touristischen Attraktion machen.
Warum findet man nicht genau solche Filme auf der Webseite der Burg Ehrenberg wie den Folgenden? Warum lässt man nicht Bilder und Videoclips von seinen Fans erstellen und einpflegen? Verbunden zum Beispiel mit regelmäßigen Gewinnspielen oder Gutscheinen, die vor Ort dann eingelöst werden können? Warum setzt man nicht auf Crowdsourcing? Es würde garantiert wunderbar funktionieren.
Oder warum haben die Burgenwelten Ehrenberg nicht gleich einen eigenen Youtube-Channel eingerichtet, um solche Filme wie den obigen oder den folgenden Ritter Rüdiger Song von Bluatschik dort zu sammeln und den sicherlich nicht wenigen Fans anzubieten? Man könnte diese Videos dann wiederum auch wunderbar auf der eigenen Webpräsenz einbinden, sofern die Ersteller einverstanden sind. Gleiches gilt natürlich für Bildmaterial, gesammelt in einer Flickr-Gruppe oder einer Facebook-Fan-Gruppe.
Auch auf Facebook und auf MySpace wird man leider nicht fündig, wenn man die Burgenwelten Ehrenberg sucht. Nur einige wenige Künstler findet man, die für sich selbst dort Werbung machen. Vorbildlich, Männer.
Warum ist das so? Wie soll ich mich als Fan outen, wenn ich dazu nirgends die Chance habe? Hier, wie auch an so vielen anderen Orten im Netz, hat man noch nicht begriffen, dass Schnittstellen geschaffen werden müssen hin zu den Orten, wo die Menschen sind im Internet. Für Garmisch-Partenkirchen habe ich auf Facebook eine Gruppe gefunden, so das ich mich sogleich als neuer Fan zu erkennen geben konnte. Fotos werden die Tage dann folgen, die ich dort mit einpflegen werde. Vielleicht kann ich das dann ja auch irgendwann für Ehrenberg.
Zum Glück gibt es aber auch bereits Firmen, die sich von mir in Sachen Socialnetworkstrategien und Viralmarketing beraten lassen und für die wir gerade genau an solchen Punkten arbeiten. Wer also mit der Konkurrenz Schritt halten möchte, muss schnell aktiv werden.
Coole Aktion und perfekte PR für Ulmen.tv. Von dieser Art von Marketing - Crowdsourcing als Marketingbaustein - wird es in der Zukunft ganz sicher viel viel mehr geben.
Der Deutschen Bahn gehts zur Zeit nicht gut. Zumindest was die Außenwirkung anbelangt. Die nackten Zahlen sollen ja gar nicht so schlecht sein nach etlichen Preiserhöhungen, wie man hört. Während ich diesen Artikel schreibe, sitze ich übrigens in einem ICE, freue mich über das bequeme Reisen und ärger mich gleichzeitig darüber, das es im ICE kein Internet gibt. Selbst meine Surfbox hat Probleme eine Verbindung zu bekommen.
Die Deutsche Bahn ist aktuell ein perfektes Beispiel wie man im Internet NICHT agieren sollte. Sie hat sich in ein wunderbares PR-Desaster gefahren. Worum geht es. Eines der besten und auch von mir hochgeschätzten Weblogs, Netzpolitik.org, hat ein Dokument online gestellt, das der Deutschen Bahn schwer im Magen liegt. Mit Hilfe einer massiven Abmahnung hat man versucht dieses Dokument wieder offline zu bekommen. Was natürlich nicht gelungen ist. Mir ist auch nicht klar, was man sich davon versprochen hat. Es war klar, dass das kam, was passierte bei einem Blog wie Netzpolitik.org und einem ausgewiesenen Internetexperten wie Markus Beckedahl. In einem der Artikel, in dem er das Abmahnungsschreiben veröffentlicht hat, gibt es über 280 Kommentare. Auf Twitter ist es ein ganz heißes Thema. Über 100 Blogs verlinken mittlerweile auf diesen Artikel, sagt Rivva! Mittlerweile wurde auch die Presse durch die gewaltige Sympathiewelle für Markus Beckedahl aufs Thema aufmerksam. Das Ganze ist für die Deutsche Bahn nun noch deutlich peinlicher als vorher. Und erreicht hat die Deutsche Bahn gar nichts. Denn das Dokument ist weiterhin online, weil die Anwälte von Markus ihm dazu rieten auf die Forderungen der Deutschen Bahn nicht einzugehen.
Dies sollte ein Negativbeispiel für alle Marken sein, wie man es nicht tun sollte. Man merkt deutlich, die Deutsche Bahn hat nicht kapiert, wie das Internet funktioniert. Schwingt man eine gewaltige Steinzeitkeule ist die Gefahr groß, das sie einem auf den eigenen Fuß fällt. Denn die im Web 2.0 agierenden Menschen wissen sich zu wehren. "Kommunikation auf Augenhöhe" wäre hier der richtige Ansatzpunkt. Mal sehen, ob die Deutsche Bahn das eines Tages versteht.
Ich selbst nutze Facebook intensiv. Ich mag es, weil es das innovativste Social Network auf dem Markt ist und seine Position Schritt für Schritt ausbaut, auch hier in Deutschland (mehr als 2 Millionen Nutzer mittlerweile). Dem kann aus meiner Sicht nur MySpace das Wasser reichen.
Händeringend suchen die Social Networks nach den Erlösmodellen der Zukunft. Wie diese aussehen könnten, hatte ich vor geraumer Zeit in diesem Artikel "Es gibt sie, die funktionierenden Erlösmodelle für Facebook, Myspace, StudiVZ & Co." deutlich gemacht und bekam darauf auch positive Reaktionen aus den Social Networks. Aber wirklich anpacken tun sie es ganz offensichtlich noch nicht. Facebook sucht nun einen alten, neuen Weg: Marktforschung. Klingt erstmal langweilig. Ist es eigentlich auch. Macht aber Sinn. Weil die großen Markenfirmen dafür Millionen ausgeben. Und weil sie über Facebook ganz direkt und schnell Antworten bekommen können. Auf Tourismus-Zukunft ist zu lesen:
Damit könnte sich Facebook einen Teil der Marktforschungsausgaben großer Unternehmen sichern, welche neu entwickelte Produkte auf ihre Markttauglichkeit testen wollen. Marktforschung ist ein nachgefragter Markt mit hohen Spendings, daher ist dieser Schritt von Facebook als Versuch zu betrachten, einen Weg in Richtung Monetarisierung zu finden. Die Informationen, welche die 150 Mio. Mitglieder auf ihren Profilen und in Gruppengesprächen preisgeben, sollen für Marktforschung nutzbar gemacht werden - in Verbindung mit Profildaten der Mitgliedern ein wertvolles Wissen. Aus Sicht des Datenschutzes sind hier sicherlich noch Hürden erwartbar, aber generell macht Facebook hier einen Schritt in Richtung “real-time” Marketing - Neue Produkte können zeitnah auf ihre mögliche Nachfrage getestet und angepasst werden, Yield Management bekommt eine neue Bedeutung. Bleibt die Frage, inwieweit die Nutzer bei diesem Spiel mitspielen, inwieweit die Firmen den Dienst annehmen und wie diese Art der MaFo zukünftig in Zusammenhang mit Social Commerce gesetzt werden wird.
Dennoch denke ich, ähnlich wie Tourismus-Zukunft es andeutet, das dies der falsche Weg ist, wenn Facebook selbst Umfragen startet. Und irgendwie ist es auch nur bedingt innovativ. Und dann ist da noch das Problem mit der Credibility, die im Web 2.0 einfach super wichtig ist und oft aus den Augen verloren wird. Roland Kühl-v.Puttkamer schreibt auf Werbeblogger ganz richtig:
Wer also so bereitwillig über sich und sein Privatleben Auskunft gibt, hat schon längst freiwillig mit allen Grundsätzen gebrochen, die Datenschützer immer wieder anmahnen.
Es wundert daher eigentlich überhaupt nicht, dass Facebook nun auf die Idee kommt, diese “Auskunftsbereitschaft” zu monetarisieren. Den Pfad zu diesem neuerlichen Geschäftsmodell haben die Nutzer selbst gelegt, mich eingeschlossen.
Wohl wahr. Die Frage ist, wer bei solchen Umfragen mitmacht und ob diese letztendlich wirklich aussagekräftig sind. Menschen wie ich oder Roland werden sicherlich nicht mit dabei sein. Weil wir der Datenkrake Facebook nunmal nicht trauen. Es gibt Schutzmechanismen, um in seinen Profilen nicht ganz so gläsern zu werden, wie Facebook & Co. sich das gern wünschen. Facebook ist nicht glaubwürdig! Das ist das Problem. Nutzer wie ich trauen Facebook nicht wirklich. Wir nutzen es als Plattform, dem Unternehmen aber stehen wir sehr vorsichtig und skeptisch gegenüber. Keine Ahnung, ob das nur eine deutsche Marotte ist oder auch für Amerikaner gilt.
Ich hatte in meinem Artikel ja davon gesprochen, das Partner in Facebook Seiten und Apps aufsetzen könnten, die genau so etwas und noch viel spannendere Dinge anbieten. Ich denke da an TRND aus München und andere. Wenn es gelänge, das TRND eine Subcommunity in Facebook aufbaut, dann wäre das deutlich glaubwürdiger wie Facebook-Umfragen. Zum einen kann TRND das einfach noch viel besser, weil sie jahrelange Erfahrung haben und wissen, wie Mundpropaganda erzeugt wird. Zum anderen vertrauen die Mitglieder der TRND-Community ihren Communitymanagern deutlich mehr wie unbekannten und vermutlich noch anonymen Facebook-Leuten. Es geht hier um eine viel höhere Credibility und damit um einen deutlich größeren Erfolg von Aktionen. Ich weiß: TRND macht nicht einfach nur Marktforschung. TRND macht mehr. Und das gut. Ich könnte hier auch andere Firmen für andere Spezialgebiete nennen. Es geht mir ums Prinzip.
Facebook KANN Marktforschung machen. Aber eigentlich sollte man das Unternehmen überlassen, die glaubwürdiger sind und ihnen auf Facebook dafür die Plattform anbieten, weil sie dort viel mehr Menschen erreichen wie auf eigenen Nischenplattformen. Das sind Geschäftskonzepte die Sinn machen.
Der "Roskos-Report für die Welt des Social Web".
Jeden Monat die 10 wichtigsten und interessantesten Artikel rund um Facebook, Twitter, Youtube, Blogs, Viralmarketing und Social Media Kampagnen. Dazu das Thema des Monats, ein Blog-Tipp, Follower-Tipps für Twitter, die Facebook-Seite des Monats und die aktuellen Facebook-Charts.
Gern begrüße ich Sie zum Community Manager Lehrgang an der Social Media Akademie, der unter meiner Leitung steht.
Mein Reiseblog
Viel Spaß auch auf meinem Reiseblog "Burgen, Berge, blauer Himmel". Dieses werde ich Schritt für Schritt ausbauen und soweit es die Zeit zulässt als Social Media Reporter agieren. An Orten, die ich schön, sympathisch, spannend finde. Ich freue mich über jeden neuen Leser dort.
Die Social Media Akademie
Die Social Media Akademie ist Deutschlands erste, virtuelle Akademie in Sachen Social Web. Ich selbst bin dort als Dozent Teil des Experten-Teams und für die Felder Communityaufbau, Crowdsourcing und Social Networks zuständig.
Für 2011 planen wir gemeinsam einen eigenen, umfassenden Kurs mit Schwerpunkt Communityaufbau und Communitymanagement.
Ski-WM 2011
Ich war auf der Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen und berichtete in meinem WM-Tagebuch "Ich in Garmisch-Partenkirchen". Dort gibt es viele Fotos und Impressionen. Jeden Tag Neues. Und das Tagebuch kam super an.
Ich bedanke mich für die Unterstützung durch Shirtzshop.de!
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