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20Jan/09Off

Wie mans nicht tun sollte: Polarkreis 18 sucht ein T-Shirt-Design

Autor des Artikels: Matias Roskos

Polarkreis 18 waren im vergangenen Jahr mit ihrem Song "Allein allein" extrem erfolgreich. Nun treten sie beim Bundesvision Song Contest 2009 am 13.02. in Potsdam auf. Und sie suchen dafür ein Shirt-Design. An sich keine schlechte Idee, um seine Fans zu involvieren und zu mobilisieren. Das habe ich zum Beispiel bei meiner Präsentation auf der Xtopia von Microsoft angeregt: Bands, Musiker, Label müssen in der Zukunft die Fans viel stärker involvieren, mittels Kreativ-Crowdsourcing. So wie es zum Beispiel Fanta4 genial gemacht haben. Aber so, wie sie es Polarkreis18 nun tun, ist es eher peinlich. Es heißt in ihrem MySpace-Blog:

Entwirf für uns das offizielle Fan T-Shirt!
Downloade hier das leere T-Shirt und platziere direkt dein Motiv darauf. Poste anschliessend deinen Entwurf als Bild in einem Kommentar auf unser Myspace Profil. Deiner Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt, dein Design sollte aber in jeden Fall gut auffallen und zu uns passen.
Weitere Anregungen kannst Du Dir auch in unseren Merchandise Shop holen. Das Design des Gewinner T-Shirts wird in limitierter Auflage gedruckt und der gesamte PK18 Fanblock feuert Sachsen in deinem Shirt an! Obendrein wirst du als glorreicher Gewinner + Begleitung live beim Bundesvision Song Contest 2009 am 13.02. in Potsdam mit dabei sein. Teilnahmeschluss ist der 30. Januar.
Viel Glück!!
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Es gelten die allgemeinen Teilnahmebedingungen für Gewinnspiele der Universal Music GmbH.

Ich fasse zusammen. Als Incentive:

  • 2 Freikarten für den Song-Contest in Potsdam.
    Um die Anreise und Übernachtung kann man sich selbst kümmern. Toll.
  • Ansonsten? Nix.
  • Keinerlei Prämien, CDs, Konzert-Tickets... Nichts.

    Nun mag es ja sein, das der ein oder andere Fan total begeistert ist und da mitmacht. Aber bei bisher erst zwei Einsendungen, schaut es eher mau aus. Ist auch klar, bei diesen Rahmenbedingungen. Das erinnert mich doch stark an die unmögliche Aktion von Oomph letzten Sommer, wo es auch keinerlei Incentives gab.

    Das ist Crowdsourcing von seiner schlechten, einer ausbeuterischen Seite. "Los Leute, gebt mir was Cooles. Ich sag auch Danke. Mehr is aber nicht drin."

    Gute Grafiker, Illustratoren, Comiczeichner werden so niemals mitmachen. Und alle, die versuchen Crowdsourcing im Kreativbereich mit fairen Rahmenbedingungen zu realisieren, haben es durch solche peinlichen Projekte schwerer. Ich frage mich, wer bei so etwas berät? Und warum MySpace so etwas zulässt statt den Bands Profis an die Seite zu stellen, die wissen wie es geht und wie man es machen sollte, damit auch gute Leute mit dabei sind, dadurch die Aufmerksamkeit höher ist und somit letztendlich die Aktion auch zu einem Erfolg wird.

    Ich gehe davon aus, das Polarkreis 18, also die Band (nicht das Management), darüber nicht großartig nachgedacht hat. "Los, lasst uns das machen. Is cool." dürfte es geheißen haben. Das es total uncool ist von seinen Fans etwas haben zu wollen, dafür aber so gut wie Nichts zu geben, hat man übersehen. Prämien müssen nicht super hoch sein. Aber sie sind fair! Auch eine Siegerparty (mit einem kleinen Live-Auftritt der Band?) hätte doch was. Und könnte allen, Band wie Fans sogar Spaß machen.

    Spaß! Der ist ein ganz ganz wichtiges Kriterium bei so etwas. Solche Aktionen müssen Spaß machen. Tun sie aber nicht, wenn man einfach so abgespeist wird wie in diesem Fall.

    Faire Bedingungen -> Qualität bei den Einsendungen -> erfolgreiches Crowdsourcing

    Auf diese verknappte Gedankenkette kann man es bringen. Tut Polarkreis 18 aber leider in keinster Weise.

    Wie gute Ergebnisse gerade auch für einen Shirt-Contest ausschauen könnten, kann man hier in einer unserer Aktionen aus den vergangenen Jahren sehen. Da stimmten aber auch die Rahmenbedingungen. Und die Kreativen vertrauen uns, weil sie wissen, das wir sie ernst nehmen und fair behandeln. Alles andere ist fahrlässig. Man muss als Veranstalter glaubwürdig sein. Dieses Standing haben wir uns über Jahre hinweg aufgebaut. Und wir gehen damit extrem sensibel um.

    Mehr VOdA-Contests gibts hier. Gerade ist ein neuer gestartet für BabyRocker.de: "Berlin@BabyRocker".

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    Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

    Kommentare (2) Trackbacks (2)
    1. Interessant, da fragt man sich, ob es nicht vielleicht die grandiose Idee des Managements war, so à la „Social Networking ist in, muss sein, was können wir da auf die Schnelle machen. Und wir brauchen ja eh ein Thema für die Presse, so können wir endlich mal wieder eine Mitteilung rausschicken“. Supersocial.
      Würde Mick Jagger für lau n Film wollen und auch für lau mitspielen, ist es sicher eine Überlegung wert, aber ein T-Shirt? pfff.
      Schwach
      Da lob ich mir Angelika Express, die haben ein ganzes Album mit Hilfe ihrer Fangemeinde auf die Beine gestellt und jeder „Aktionär“ hat freien Eintritt zur Releaseparty, bekommt die CD gratis, bekam schon die EP… und da soll ja noch so manches folgen. Anders ist hier allerdings, dass die Fans die Songs nicht vorher schreiben mussten… (siehe http://www.angeika-express.de)

    2. als fan wär ich stolz genug, mein eigenes tshirt an anderen fans zu sehen. ist fast schon sympathisch, dass die plarkreise nicht so verdammt perfekte SocialNetwork-SocialCommunity-Crowdsourcing-Marketing-Strategien fahren.