Es gibt sie, die funktionierenden Erlösmodelle für Facebook, Myspace, StudiVZ & Co.
Es gibt neue, erfolgversprechende Erlösmodelle neben den üblichen Bausteinen Banner-Werbung und Premiumcontent (die man beide nicht komplett verteufeln sollte). Ein Mix aus allem - klassische Internetwerbung (inklusive Affiliate-Modellen), Premium-Accounts, WOM-Kampagnen, Crowdsourcing-Projekte und Ecommerce-Einbindung - wird dazu führen, das Social Networks in der Zukunft wirtschaftlich erfolgreich arbeiten können. Kooperation heißt auch hier, wie im gesamten Web 2.0, das Zauberwort. Kooperationen mit Anbietern von Special-Services im Bereich Marketing. Der Aufbau eigener Units durch die Social Networks, um Projekte zu initiieren und zu betreuen. Kooperationen mit großen Markenartiklern und spannenden Ecommerce-Projekten. Auf den Plattformen, die die meisten Menschen anziehen.
Dies hatte ich vor ein paar Wochen in einem viel beachteten Artikel geschrieben. Vor ein paar Tagen dann gab es auf Seedfinance einen ähnlich gelagerten Artikel von Daniel Verst, der prinzipiell in die gleiche Richtung zielt und dem ich voll und ganz zustimmen kann: "Geschäftsmodell für Soziale Netze ist endlich gefunden".
Wichtig ist die Feststellung, dass aus meiner Sicht einen Paradigmenwechsel von reinem Display-Marketing hin zu “Empfehlungsmarketing” erfolgen wird.
heißt es dort vollkommen richtig. Ich hatte wiederum WOM als ein Erlösmodell der Zukunft für Social Networks genannt.
Daniel Verst schreibt weiter:
Soziale Netzwerke bilden das soziale Netzwerk eines jeden Nutzers ab. Somit ergibt sich bei der Addition aller Nutzer eines Sozialen Netzwerks ein sogenannter Social Graph, der die Verbindungen der gesamten Nutzer darstellt. Bis zum Zeitalter des Web 2.0 war es nahezu unmöglich, auf ein derartiges soziales Beziehungsgeflecht zuzugreifen.
...
Im Mai 2007 verkündete Facebook die Öffnung seines Dienstes für externe Entwickler. Diese können seither eigene Applikationen für die Facebook-Plattform schreiben. Viele Applikationen wurden zum Erfolg (definiert als: mehr als eine Millionen Nutzer). Seit diesem Monat bietet Facebook nun Facebook Connect an. Mit Facebook Connect ist die Integration von Facebook auf anderen Seiten möglich. So kann - verkürzt dargestellt - der Seitenbetreiber auf den Social Graph von Facebook zugreifen und der Nutzer hat den Vorteil, dass das lästige Anmeldeprozedere nicht mehr bei jedem Dienst erneut durchzuführen ist.
...
Nicht im B2C Bereich werden Soziale Netze zukünftig Umsätze generieren, sondern im B2B-Bereich. Die Anbieter Sozialer Netze werden anderen Unternehmen den Zugriff auf den Social Graph ermöglichen. Ein Netz auf das bisher nicht so einfach zugegriffen werden konnte.
Das ist entspricht vom Grundtenor erfreulicherweise dem, was ich seinerzeit geschrieben habe. Es GIBT Geschäftsmodelle für Social Networks. Facebook, MySpace & Co. haben etwas zu bieten - die Menschen, die das Netzwerk nutzen, und damit zusammenhängend den Social Graph.
Allerdings würde ich nicht so streng zwischen B2B und B2C trennen. Ja - die Erlöse werden zu großen Teilen aus dem Bereich B2B kommen. Auch wir mit unserer Agentur VOdA sprechen ja ganz bewusst Unternehmen an, für die wir als Dienstleister im Bereich Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien tätig werden. Reines B2B.
Aber - erreicht werden soll der Internetnutzer, der sich in den sozialen Netzwerken tummelt. Also "C". Die Erlöse kommen von Businesspartnern, die den Konsumenten hier über ganz neue Schienen und Möglichkeiten - ich hatte sie seinerzeit aufgezählt und sie wurden in den Kommentaren noch ergänzt: WOM, Crowdsourcing, Ecommerce 2.0 mit Social Commere, Live Shopping und Shopping Clubs, virtuelle Güter - erreichen. Neue Marketingstrategien. Neue Wege - die beschritten werden in der Zukunft. Wenn die Marken anfangen sich zu trauen und bereit sind auch wirklich komplett neue Wege zu testen.
Und auch B2C wird eine wichtige Rolle bei den Erlösmodellen spielen. Über den Verkauf von virtuellen Gütern und über Ecommerce-Anwendungen 2.0. Anbindung von Shopping-Clubs, Live-Shopping-Events und dergleichen mehr. Doch schon jetzt spielt der B2B-Bereich für viele Netzwerke eine bedeutende Rolle. Gerade auch mit Whitelabel-Lösungen wird bereits vielfach gearbeitet und spannende Erlöse erzielt. Die Zukunft gehört Empfehlungsmarketing, WOM und Crowdsourcing. Die Social Networks sind die Knotenpunkte der Zukunft.
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Januar 8th, 2009
;-) in diesem Artikel steckt verdammt viel Wahrheit, die es umzusetzen gilt.
Januar 9th, 2009
Hallo Jörg, Hallo Autor ;),
Ich bin auf jeden Fall derselben Meinung. Aber ich denke, das dass nur der Anfang ist. Es gilt sich wissenschaftlich mit diesem sozialen Gebilde auseinanderzusetzen. Meines Erachtens ist es keine Neuigkeit, dass die Geschäftsmodelle von SNS eben auf den Social Networks beruhen – im Gegenteil, ich finde das zunächst eine logische Konsequenz des Wandels zum Social Web. Mich wundert es, dass diese Erkenntnis bei Facebook und scheinbar auch in der deutschen thematisch affinen Blogosphäre erst jetzt auftaucht – wir bei Tourismuszukunft sind schon wesentlich tiefer eingetaucht, allerdings hinter den Kulissen.
Interessant wird es meines Erachtens in Bezug auf die Untersuchung der sozialen Netzwerke. Welche Arten von Kanten gibt es, welchen Wert und welche Funktionen können sozial attribuierte Informationen haben, wie lassen sie sich monetarisieren? Feststeht auf jeden Fall, dass die Abbildung der sozialen Verbindungen ein Wert darstellt – sozusagen Facebooks Kapital der Zukunft. Und das kommt in dem Artikel super heraus!
http://www.tourismus-zukunft.de/2009/01/social-graph-im-tourismus-und-im-marketing/ :)
Januar 9th, 2009
Na ist doch toll, wenn Leute wie sie schon tiefer eingetaucht sind. Jeder konstruktive Ansatz hilft den Verantwortlichen voran zu kommen, nicht wahr?
Und es vollkommen richtig: es muss in der Zukunft auch deutlich mehr aus der Richtung der Wissenschaft und Forschung kommen. Da kann ich nur heftig kopfnickend zustimmen!!!
Januar 10th, 2009
Ich glaube, entscheidend wird es, wie fähig ist ein Kommunikator in den Social Communities im Umgang mit Sprache & Einfühlungsvermögen auf individuelle Menschen. Schafft er es, durch seine authentische Persönlichkeit Community-Nutzer auf sich zu fixieren. Als Touristiker und Hotelier ist es meine Erfahrung, dass zu aller erst Menschen zu Menschen reisen. Ähnlich sollte es auch in den Communities funktionieren – zeige Interesse, schenke Zeit, verstehe zuzuhören und bleibe menschlich.
Beste Grüße von Meer ;-)
Januar 10th, 2009
Oh ja – damit ist ein ganz ganz wichtiges Schlagwort gefallen: Authenzität!
Ohne Frage ist Glaubwürdigkeit ein extrem wichtiger Faktor für das Agieren in Social Networks und im Umgang mit Communities. Und viele haben noch nicht begriffen, das es tatsächlich um Beziehungen von Mensch zu Mensch gehen wird, über die dann ja durchaus auch Markenbotschaften transportiert werden können. Wenn sie denn ehrlich gemeint sind.
Januar 10th, 2009
@Matias
Ein individuelles Eingehen auf Bedürfnisse, das Vermitteln von Mehrwerten, Authentizität, Glaubwürdigkeit, Ehrlichkeit, Vertrauen und Qualität waren u.a. bisher fundamentalischer Bestandteil zur Entwicklung von Marken.
Hat man das Verständnis zur Anwendung aber noch keine Marke, braucht man u.a. Kontinuität sowie Geduld und sie wird enstehen, weil Sie gerade in der digitalen Kommunikation automatisch und “in Stein gemeißelt” mitgeliefert werden kann, ohne plakativ darauf aufmersam zu machen. Und deshalb unterstreiche ich ebenfalls Ihre Aussage “Beziehung von Mensch zu Mensch”.
@Daniel
Wissenschaftlich interessant ist, ob, wie und in welche Richtung sich die bisherigen “Gesetzmäßigkeiten” zum Aufbau und zur Pflege von Beziehungen zwischen Menschen durch die digitalen Dialoge in Blogs und Communities verändern?
Januar 10th, 2009
Ich wollte eine andere Betrachtungsrichtung ins Spiel bringen – denn wie der Umgang mit Communities theoretisch und bei ehrlichen Akteuren vorausgesetzt funktionieren könnte, ist ja mehr oder minder klar: offen, ehrlich, authentisch, menschlich und so weiter. Dem entgegen steht die Problematik der Manipulation. Und diese lässt sich nur durch echte social connections umgehen – Folge: SNS müssen den Social Graph noch viel mehr in Wert setzen und ihren Forschungsschwerpunkt auf dessen Eigenschaft und Funktionsweise legen (Thema Kanten). Und ich postuliere außerdem, dass langfristig Multiplikatoren auch nur funktionieren können, wenn der social Graph berücksichtig wird – gerade dann wenn es zunehmend mehr Multiplikatoren werden (Stichwort Community Manager, wie Mr. Wong es momentan praktiziert).
VG Daniel