In eigener Sache – VisualBlog heute gerelauncht
Ich versuche hier auf Socialnetworkstrategien ganz bewusst wenig auf eigene Projekte einzugehen und mehr theoretische Gedanken und Cases aus dem Netz zu besprechen. Heute komme ich aber nicht umhin auf mein anderes, deutlich älteres Blog-Projekt hinzuweisen: VisualBlog.
ausSeit heute steht dieses Projekt rund um die Welt der Kreativen und das Web 2.0 mit neuem Layout und veränderter Grundausrichtung im Netz. Das VisualBlog ist nicht einfach mehr nur ein Blog. Es wurde von uns weiter entwickelt hin zu einem Online-Magazin mit starkem Blogcharakter.
Das bedeutet: es gibt eine Startseite mit vier Leitartikeln, die länger als üblich dort stehen bleiben werden. Damit möchte ich erreichen, das aus unserer Sicht wichtige Themen auch von Lesern wahrgenommen werden, die uns nicht täglich besuchen. In einem üblichen Blog rutschen die besten Artikel und spannendsten Themen oft viel zu schnell nach unten durch.
Außerdem gibt es weitere feste Bereiche, die wir regelmäßig updaten werden. So zum Beispiel den Song der Woche oder die Seite der Woche. Weitere feste Bereiche sind bereits in Planung. So soll es auch ein Betterplace.org-Projekt des Monats demnächst geben und einen "Artist of the month".
Ich bin der Meinung, das viele gute Blogprojekte sich in der Zukunft hin zu Online-Magazinen entwickeln werden. Die Grenzen zwischen Blogs und journalistisch betriebenen Angeboten werden verschwimmen. Projekte wie zum Beispiel das von mir hochgeschätzte Netzwertig zielen genau in die gleiche Richtung: Blogger als Redakteure befüllen ein Blog/Magazin mit täglichem Inhalt aus der eigenen Feder und verlinken zu anderen spannenden Artikeln. Die Form des Bloggens - also tägliche Artikel von mit Namen benannten Autoren - bleibt erhalten. Die Qualität und der Umfang nehmen zu. Der persönliche Grundtenor der schreibenden Blogger bleibt aber im Gegensatz zu Artikeln von Journalisten erhalten. Man sagt seine Meinung, man ist "greifbar". Und das ist gut und spannend so.
Nichtsdestotrotz bleibt das VisualBlog ein Blogprojekt. Es gibt täglich neue Artikel von aktuell fünf Bloggern rund um das Thema Kreativität im Internet und die Verzahnung der Welt der Illustratoren, Grafiker, Fotografen und Webdesigner mit dem Web 2.0. Wir wollen Schnittstelle sein zwischen den Kreativen und dem modernen Internet.
Ich freue mich, dass das neue VisualBlog endlich da ist und bedanke mich bei Andreas Mauf für die exzellente und angenehme Arbeit.
Wenn wir es jetzt noch schaffen würden auch VisualOrgasm endlich dorthin zu führen, wo wir es gern hätten - zu einem Portal für Kreative mit allem was dazugehört - könnte 2009 zu einem genialen Jahr für uns werden.
Arbeite mit Emotionen
Will man erfolgreiche Werbung machen, muss man auf Emotionen setzen. Wie erzeugt man Emotionen? Musik ist eine der besten Mittel. Wie man das für einen Werbespot perfekt nutzen kann, bewiesen die Mädels und Jungs von Saatchi & Saatchi für T-Mobile UK.
Dieser Spot lief zur besten Fernsehzeit im britischen TV. Und wie man an obigem Video sehen kann, funktioniert er auch im Internet. Oder haben sie nicht ein wenig mitgeswingt und bekamen gute Laune? Ich schon. Auf Youtube wurde eine extra Sharing-Seite eingerichtet. Man stellte den Spot also nicht einfach nur online, sondern baute ein Netz-Kampagne drum herum! So wie es heutzutage eigentlich üblich sein sollte, aber noch nicht ist. Der Content kommt von der Crowd, nachdem ein Initial-Spot gedreht wurde. Man setzt also unter anderem bei dieser Marketing-Kampagne für T-Mobile auf Crowdsourcing. Fantastic job, Saatchi & Saatchi.
Wie mans nicht tun sollte: Polarkreis 18 sucht ein T-Shirt-Design
Polarkreis 18 waren im vergangenen Jahr mit ihrem Song "Allein allein" extrem erfolgreich. Nun treten sie beim Bundesvision Song Contest 2009 am 13.02. in Potsdam auf. Und sie suchen dafür ein Shirt-Design. An sich keine schlechte Idee, um seine Fans zu involvieren und zu mobilisieren. Das habe ich zum Beispiel bei meiner Präsentation auf der Xtopia von Microsoft angeregt: Bands, Musiker, Label müssen in der Zukunft die Fans viel stärker involvieren, mittels Kreativ-Crowdsourcing. So wie es zum Beispiel Fanta4 genial gemacht haben. Aber so, wie sie es Polarkreis18 nun tun, ist es eher peinlich. Es heißt in ihrem MySpace-Blog:
Entwirf für uns das offizielle Fan T-Shirt!
Downloade hier das leere T-Shirt und platziere direkt dein Motiv darauf. Poste anschliessend deinen Entwurf als Bild in einem Kommentar auf unser Myspace Profil. Deiner Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt, dein Design sollte aber in jeden Fall gut auffallen und zu uns passen.
Weitere Anregungen kannst Du Dir auch in unseren Merchandise Shop holen. Das Design des Gewinner T-Shirts wird in limitierter Auflage gedruckt und der gesamte PK18 Fanblock feuert Sachsen in deinem Shirt an! Obendrein wirst du als glorreicher Gewinner + Begleitung live beim Bundesvision Song Contest 2009 am 13.02. in Potsdam mit dabei sein. Teilnahmeschluss ist der 30. Januar.
Viel Glück!!
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Es gelten die allgemeinen Teilnahmebedingungen für Gewinnspiele der Universal Music GmbH.
Ich fasse zusammen. Als Incentive:
Um die Anreise und Übernachtung kann man sich selbst kümmern. Toll.
Keinerlei Prämien, CDs, Konzert-Tickets... Nichts.
Nun mag es ja sein, das der ein oder andere Fan total begeistert ist und da mitmacht. Aber bei bisher erst zwei Einsendungen, schaut es eher mau aus. Ist auch klar, bei diesen Rahmenbedingungen. Das erinnert mich doch stark an die unmögliche Aktion von Oomph letzten Sommer, wo es auch keinerlei Incentives gab.
Das ist Crowdsourcing von seiner schlechten, einer ausbeuterischen Seite. "Los Leute, gebt mir was Cooles. Ich sag auch Danke. Mehr is aber nicht drin."
Gute Grafiker, Illustratoren, Comiczeichner werden so niemals mitmachen. Und alle, die versuchen Crowdsourcing im Kreativbereich mit fairen Rahmenbedingungen zu realisieren, haben es durch solche peinlichen Projekte schwerer. Ich frage mich, wer bei so etwas berät? Und warum MySpace so etwas zulässt statt den Bands Profis an die Seite zu stellen, die wissen wie es geht und wie man es machen sollte, damit auch gute Leute mit dabei sind, dadurch die Aufmerksamkeit höher ist und somit letztendlich die Aktion auch zu einem Erfolg wird.
Ich gehe davon aus, das Polarkreis 18, also die Band (nicht das Management), darüber nicht großartig nachgedacht hat. "Los, lasst uns das machen. Is cool." dürfte es geheißen haben. Das es total uncool ist von seinen Fans etwas haben zu wollen, dafür aber so gut wie Nichts zu geben, hat man übersehen. Prämien müssen nicht super hoch sein. Aber sie sind fair! Auch eine Siegerparty (mit einem kleinen Live-Auftritt der Band?) hätte doch was. Und könnte allen, Band wie Fans sogar Spaß machen.
Spaß! Der ist ein ganz ganz wichtiges Kriterium bei so etwas. Solche Aktionen müssen Spaß machen. Tun sie aber nicht, wenn man einfach so abgespeist wird wie in diesem Fall.
Faire Bedingungen -> Qualität bei den Einsendungen -> erfolgreiches Crowdsourcing
Auf diese verknappte Gedankenkette kann man es bringen. Tut Polarkreis 18 aber leider in keinster Weise.
Wie gute Ergebnisse gerade auch für einen Shirt-Contest ausschauen könnten, kann man hier in einer unserer Aktionen aus den vergangenen Jahren sehen. Da stimmten aber auch die Rahmenbedingungen. Und die Kreativen vertrauen uns, weil sie wissen, das wir sie ernst nehmen und fair behandeln. Alles andere ist fahrlässig. Man muss als Veranstalter glaubwürdig sein. Dieses Standing haben wir uns über Jahre hinweg aufgebaut. Und wir gehen damit extrem sensibel um.
Mehr VOdA-Contests gibts hier. Gerade ist ein neuer gestartet für BabyRocker.de: "Berlin@BabyRocker".
Oliver Voss versteht noch nicht, wie Social Networks und Werbung zusammenpassen könnten
"Es ist mir noch nicht klar, wie es funktionieren könnte"
so einer der führenden Kreativköpfe Deutschlands, Oliver Voss (bis vor kurzem noch Creative Director bei Jung von Matt in Hamburg) in diesem Videointerview.
Ich musste darüber schmunzeln im Zusammenhang mit der Diskussion zu diesem Artikel von mir und der Reaktion darauf auf Tourismus-Zukunft. Nein - die meisten dort draußen wissen noch nicht, wie man in Social Networks sinnvoll agieren kann und sie durchaus auch für spannende Marketingkonzepte nutzen könnte. Und die Social Networks sind erst dabei zu begreifen, wo genau ihre Umsatzmöglichkeiten liegen.
Es ist fast schon erschreckend solche Aussagen wie von Oliver Voss zu hören. Aber sie überraschen mich nicht mehr. Die Werber wissen noch nicht wirklich, was sie mit den Social Networks anfangen sollen. Ein tiefes Unverständnis des ganzen Web 2.0-Komplexes ist da deutlich heraus zu hören. Das betrifft aber nicht nur die meisten Werbeagenturen, sondern auch die Unternehmen, den Mittelstand, also die, die das neue Internet nutzen sollten statt Geld für Fernsehwerbung und wirkungslose Zeitungsannoncen rauszuhauen.
Herr Voss (und andere) - vielleicht bitte mal hier nachlesen: Die künftigen Erlösmodelle für Social Networks - So wird die Zukunft aussehen. Dort müssten doch genug Ansatzpunkte für Kreativdienstleister zu finden sein.
Warum es Sinn macht Basic Thinking zu kaufen, auch ohne Robert Basic
Basic Thinking ist das erfolgreichste deutschsprachige Weblog. Basic Thinking ist das Blog von Robert Basic.
Aussage Nummer zwei wird in ein paar Wochen nicht mehr korrekt sein. Und ob dann Aussage zwei auch noch zutreffen wird, wird man sehen. Robert Basic möchte sein Basic Thinking verkaufen. Ein Schritt, der nachvollziehbar ist. Er wird sich neuen Projekten widmen. Viel Erfolg und Spaß damit, Robert!
Worum es mir an dieser Stelle geht: Warum macht es Sinn Basic Thinking zu kaufen, bzw. zu ersteigern? Schaut man sich die Zahlen auf Google Trends for Websites an, sieht man, dass das Blog täglich etwa 7.000 - 8.000 Unique Visitors hat. Davon träumen nicht nur fast alle deutschsprachigen Blogs, sondern auch viele althergebrachte Nachrichtenportale. Kompliment an Robert Basic, für das, was er da ganz allein aufgebaut hat. Solchen täglichen Traffic zu ziehen ist eine absolute Höchstleistung, vor der man nur den Hut ziehen kann.
Aus SEO-Gründen zuschlagen?
Basic Thinking als Projekt macht natürlich für einen käufer erstmal Sinn aus Gründen von SEO (Suchmaschinenoptimierung). Man könnte diese Trafficschleuder nutzen um auf das eigene Projekt zu linken. Das sollte kurzfristig für einen netten Trafficschub und für ein höheres Google-Ranking sorgen. Aber so richtig Sinn macht dies langfristig gedacht nicht. Und es wäre schade, wenn eine Suchmaschinenoptimierungsbutze Basic Thinking verwursten würde.
Mit neuem Redationsteam weiteführen
Aber der Kauf macht auch Sinn, wenn man bereit ist ein schlagkräftiges Redaktionsteam auf die Beine zu stellen und Basic Thinking als spannendes Blogprojekt weiter zu führen. Bessere Startvoraussetzungen kann man sich nicht wünschen.
Blog-Projekte wie Netzwertig oder Verlagsprojekte wie Zoomer und anderewären hier denkbare Übernahmekandidaten. Ich bin mir sicher, bei etlichen Verlagen wird ein Mitsteigern ein heiß diskuttiertes Thema sein in den kommenden Tagen. Und ich kann nur sagen: Ja, es macht Sinn Basic Thinking zu erwerben. Auch ohne Robert Basic.
Erst einmal fehlt die Seele des Ganzen - das ist richtig. Aber man kann etwas draus machen. Mit neuen, guten Leuten die so richtig Lust darauf haben ein Blog weiter zu führen, das seinesgleichen in Deutschland sucht. Aber es muss schnell gehen. Viel Zeit wird ein neues Team nicht haben. Aber es gibt dort draußen viele talentierte und extrem motivierte Schreiber - Blogger wie auch junge Journalisten.
Crowdsourcing für ein neues Basic-Thinking-Redaktionsteam
Macht doch einfach ein Casting für drei freie Redakteursplätze. Jeder kann sich bewerben: mit seinem bisherigen Blog oder mit drei Artikeln, die er schon geschrieben hat. Egal ob Print oder online. Und die Community, die Basic Thinking Fans entscheiden, wer in der Zukunft dort schreiben darf! Crowdsourcing von seiner allerbesten Seite.
Die Mädels und Jungs müssen Charisma haben. Und viel Lust, Weitblick und Humor mitbringen. Es könnte klappen und ein echter Erfolg für den Käufer werden. Denn gerade mit Basic Thinking, seiner Reputation und seinem Traffic, kann man Werbeerlöse erzielen, die nicht unspannend sind.
Also: Holtzbrinck, Burda & Co. - Traut euch! Es kann Sinn machen. Wenn man es richtig anpackt. Aber ob sie diesen Mut aufbringen werden...
[Nachtrag, 16.1.2009]
Basic Thinking wurde verkauft. Ich lag mit meiner obigen Argumentation goldrichtig. Siehe dazu meinen Beitrag auf dem VisualBlog.
Back to reallife – sometimes
80% der Web-Startups haben keine Chance – dennoch…
2006 und 2007 war das große Jahr der Internet-Startups. Etliche junge Neugründungen erhielten Venture Capital und Fördergelder. Viele Ideen wurden geboren oder auch einfach nur aus den USA abgekupfert. Viele schüttelten mit dem Kopf und fragten sich: "Was soll das?". 2008 dann begann das langsame Sterben etlicher dieser Startups. Bei manchen mit lautem Getöse oder einer Ebay-Versteigerung. Andere verschwanden vollkommen unbemerkt von der Bildfläche. Und die kritischen Geister jubilierten: "Seht ihr. Ich wusste es doch!"
Aus meiner Sicht haben 80% der Web-Startups keine Zukunftsperspektive. Aus einem einfachen Grund: kein tragfähiges Geschäftsmodell.
Die meisten Startups setzen in ihren Businessplänen auf schnelles Wachstum und damit einhergehend Erlöse über Bannerwerbung. Doch welches Startup kann es denn wirklich schaffen eine solch große Community aufzubauen, das wirklich Werbeerlöse in einem sinnvollen Rahmen erzielt werden können? StudiVZ kann es, Wer-kennt-wen kann es, Bigpoint kann es. Aber die meisten der Neugründungen wird es nie schaffen. Die meisten Businesspläne sind daher aus meiner Sicht Humbug und Augenwischerei. Oder dienen nur dem einen Zweck: Kapital zu bekommen und Banker zu überzeugen. Die stehen nun mal auf Zahlen.
Aber (!) ich sage damit NICHT, das nicht etliche der Web-Startups Sinn machen. Ganz im Gegenteil: Internet-Startups machen Sinn! Alle.
Sie haben meist keine wirkliche Überlebenschance, weil der Großteil der Internetnutzer sich zum einen auf Google, Yahoo, Amazon & Co. versammelt oder den Weg in die wirklich großen Social Networks geht: MySpace, Facebook, StudiVZ, auch Wer-kennt-wen. Kaum jemand hat Lust sich auf fünf weiteren Plattformen anzumelden, wo kaum jemand ist, geschweige denn jemand den man schon kennt.
Eine Chance für Startups wäre es, würde es ihnen gelingen Kooperationen mit den großen Playern einzugehen. Wie es zum Beispiel Weblin (mit T-Online) gelungen ist. Doch die meisten Startups tun so, als würden sie allein überleben können. Blödsinn. Ein echter Mehrwert könnte nur generiert werden, wenn zum Beispiel mein Social Shopping Angebot von den Usern auf StudiVZ genutzt werden könnte oder wenn meine Karaoke-Maschine direkt in MySpace eingebunden wird. Als bezahltes Widget zum Beispiel. Obs funktioniert, müsste die Zeit zeigen. Aber eine eigene Community, mit der relevante Werbeerlöse erzielt werden könnten, ist aus meiner Sicht utopisch. Selbst viele auf Ecommerce ausgerichtete Startups, wo es Erlöse durch Prozente an den Verkäufen gibt, können nicht wirklich tragfähig arbeiten und haben in der Zukunft nur eine Chance, wenn sie Symbiosen eingehen mit Amazon, Ebay, MySpace, T-Online, Apple, Yahoo und ähnlich großen Plattformen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, das sich diese Big Player umschauen werden, welche Startups zu ihnen passen und wie man diese intelligent ins eigene Angebot integrieren kann. Google, Yahoo, T-Online und andere haben ja zuletzt schon eingekauft und probieren, was wie wo integriert werden kann. Amazon zum Beispiel hält sich da noch arg zurück.
Dennoch: Viele Startups machen absolut Sinn. Für die Gründer, weil sie Erfahrungen sammeln können, weil sich funktionierende Teams bilden und weil Konzepte getestet werden. Was kommt an bei den Nutzern, was funktioniert nicht? Wo sind die technischen Hürden und wie hoch sind sie?
Für Investoren ist es ebenso spannend, weil sie in einem finanziell für sie oft überschaubaren Rahmen experimentieren können, was funktionieren könnte und was nicht. Trial and error. Da es kaum wissenschaftliche Grundlagen und Analysen für das Agieren im Web 2.0 gibt - Hochschulen, Studenten, Professoren: Wo seid ihr? - kann es nur über Tests und Experimente gehen. Es bilden sich so Teams und Erfahrungswerte, auf die in der Zukunft zurückgegriffen werden kann! Und das ist gut für die Internetindustrie und gut für die Investoren. Sie kommen so an eingespielte Teams und erfahrene Communitymanager, Projektleiter, Marketingexperten, die später in anderen Projekten erfolgreicher arbeiten können. Viele der Gründer werden in der Zukunft in durchaus verantwortungsvollen Positionen in größeren und besser funktionierenden Internetunternehmen sitzen und dort ihre gesammelten Erfahrungen - positive wie negative - mit einbringen.
So wurde es zum Beispiel auch bei dem überaus erfolgreichen Brands4friends praktiziert. Hier trafen etliche mittlerweile schon recht erfahrene Internetmenschen aufeinander und bauten in kürzester Zeit ein neues, extrem erfolgreiches Unternehmen auf. Ihre Erfahrung zahlte sich sofort aus.
Fazit
1. Der Großteil der Internet-Startups hat keine Überlebenschance, weil sie solo nicht wirtschaftlich überleben können. Bei den meisten Ideen wäre eine Symbiose mit großen Social Networks die einzige Perspektive. Doch diese wiederum sind an diesem Punkt noch deutlich zu zurückhaltend.
2. Ein Gesundschrumpfen der Startups ist normal. Trial and Error gehören zum Internetgeschäft ganz normal dazu, da es kaum wissenschaftliche Grundlagen gibt.
3. Die gesammelten Erfahrungswerte dabei sind Gold wert.
4. Diese Internetstartups machen Sinn, weil wertvolle Erfahrungen gesammelt werden konnten und Menschen dabei geschult und ausgebildet wurden, die später in anderen Projekten ihre Erfahrungen einbringen können. Beispiele dafür gibt es mittlerweile einige.
Darum: verteufeln wir nicht die vielen Startups mit den abstrusesten Ideen. Sie werden als eigenständiges Projekt nicht funktionieren - das ist richtig. Aber die Teams, die Menschen dahinter werden später an anderer Stelle ihre Erfahrungswerte einbringen können.
Wir alle können dabei lernen. Lernen, wie das neue Netz, das Web 2.0 funktioniert und was die Menschen wollen und sich erhoffen für die Zukunft. In diesem Sinne ist jedes Internet-Startup gut und sinnvoll und jeden Cent wert, der dort hinein gesteckt wird. Trotz des Kopfschüttelns, das auch mich immer wieder plagt.










