Unter den (wenigen) Viralmarketing-Experten entbrannt immer wieder ein Streit um sogenannte Virals, also Videoclips die sich von allein (bzw. zum Teil gesteuert) im Netz wie ein Virus verbreiten sollen, für die Marke tatsächlich erfolgreich sind oder ob der Charme des Videos letztendlich nicht hilft die Marke zum Konsumenten zu führen. Denn oft erinnert man sich zwar an das Video, nicht aber an die Marke, die letztendlich beworben werden sollte.
Ich möchte diese Frage hier und jetzt nicht beantworten. Vielleicht ist sie auch gar nicht beantwortbar.
Auf jeden Fall sorgen witzige Video, wie das Killathrill-Video für interessanten Content auf den Seiten wie Youtube, Facebook, MySpace & Co. Und über 3 Millionen Besucher sprechen eine deutliche Sprache.
Unter anderem schreibt Christian Wilfer auf Viralmarketing.de:
Zudem gab es bis heute über 350 Adaptionen auf YouTube, sprich mehr als 350 User haben den Clip noch mal selber auf YouTube hochgeladen. Weiter löste das Video in mehr als 200 nationalen und internationalen Foren und Communities sowie auf über 200 Blogs Spekulationen, Diskussionen und aktives Feedback mit zahlreichen Kommentaren aus.
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Außerdem wurde das Video sowie die Gerüchtewelle die es auslöste wie bereits angekündigt von der TV-Sendung Galileo auf ProSieben am 16. Dezember dokumentiert und analysiert.
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Um die Kampagne abzurunden und allen zweifelnden Usern, die sich online auf die Suche nach Hintergrundinfos rund um den Clip oder auch zum angeblichen Piloten James Andersson machten, gab die DSG der fiktiven Figur ein Gesicht:
So wurde für James zum Beispiel eine eigene Website aufgesetzt. Diese erfuhr keine Bewerbung, dennoch fand aus reinen investigativen Gründen ein massiver Zugriff auf diese Seite statt
Und das Fazit für den eigentlichen Auftraggeber lautet:
Für das zeitgleich gestartete Modelabel killathrill.com, bei dem die User das Design selber entwerfen und online abstimmen können welcher Entwurf in die Produktion geht, wirkte sich die Kampagne äußerst positiv aus.
Beachtlich ist, dass die Anzahl der Suchanfragen für das Keyword „killathrill“ innerhalb kürzester Zeit von praktisch Null auf viele Tausend anstieg.
Killathrill.com konnte also von der enormen Weitergabewürdigkeit des Videos partizipieren und damit die bis dato noch völlig unbekannte Marke bei tausenden von Onlineusern etablieren, einen ersten Buzz für die Marke auslösen, sowie Traffic auf der Website generieren.
Man konnte also Traffic herüber schaufeln in einem beachtlichen Rahmen. Und man konnte in Sachen Suchmaschinen-Auffindbarkeit Enormes bewirken. Die genannten Zahlen sind wirklich beeindruckend. Entscheidend ist es allerdings nun, was das junge Startup Kill a thrill daraus macht.
Hier nun noch das Video, um das es geht:
Herzlichen Glückwunsch an die Macher von Dialog Solutions aus Hamburg zu diesem erneuten Erfolg und der extrem gekonnten Umsetzung.
Gestandene Unternehmen, egal ob typischer Mittelstand oder auch eine Liga höher, scheuen das allzu öffentliche Web 2.0 meist noch wie der Teufel das Weihwasser. Die Angst vor dem Kontrollverlust über die eigene Marke geht um, ist aber vollkommen falsch. Denn es gibt nun mal das Web 2.0. Und dem muss sich jedes Unternehmen stellen. Offensiv, mutig, engagiert und mit Köpfchen. Hinter verschlossenen Türen wird (zum Glück) schon über mögliche Strategien und intelligente Wege hinein ins neue, andere Internet nachgedacht. Und der ein oder andere wagt schon den ersten Schritt. Wie zum Beispiel Tchibo mit seinem genialen Tchibo Ideas. Andere sind da noch weit hinterher.
Im bwl zwei null-Blog von Matthias Schwenk fand ich gerade einen sehr interessanten Artikel über den amerikanischen Einzelhandelsriesen Best buy.
Der “Media Markt” der Vereinigten Staaten hat es aber dennoch in sich, da dieser Einzelhandelsriese keine Berührungsängste gegenüber dem Web 2.0 kennt und sogar mit Prediction Markets experimentiert.
schreibt Matthias Schwenk. Und weiter:
Gefunden habe ich das Video im Blog von Consensus Point, einem Hersteller von Software für Prediction Markets. Darin macht der CEO von Best Buy, Brad Anderson, sehr deutlich, wie die Einführung eines Wikis im Unternehmen das mittlere und höhere Management regelrecht aus der Fassung bringt, weil Entscheidungen plötzlich an der Basis fallen und die Manager auch nicht nicht mehr so stark im Rampenlicht stehen.
In den ersten fünf Minuten des Videos wird gezeigt, welche Tools bei Best Buy derzeit im Einsatz sind: Es gibt ein Social Network (Blueshirtnation.com), ein Diskussionsforum (WaterCooler), das Wiki (What I know is…), ein modernes Vorschlagswesen (Loop Marketplace) und eben den Prediction Market (Tag Trade).
Wow - das hört sich tatsächlich genial an. Denn auch aus meiner Sicht - und das habe ich schon etlichen Kunden immer und immer wieder erklärt - ist ein Mix aus Mut, Bereitschaft zum sich Öffnen gegenüber den Internetnutzern und gleichzeitig einer professionellen, gekonnten Betreuung der neuen Internetstrategie der richtige Weg.
Man muss sich trauen, man muss es wagen - den Schritt ins so mysteriös wirkende Web 2.0. Denn dort sind die Menschen, die ich in der Zukunft nicht nur erreichen will, sondern erreichen MUSS. Um zu überleben, um gegenüber der Konkurrenz bestehen zu können.
Dafür gibt es noch keine Patentrezepte. Mal ist es ein eigenes Social Network, mal spannende Crowdsourcing-Ideen, mal gut gemachte Seiten und Gruppen in den großen Social Networks. Vor allem: der Mix machts. Ein spannender, intelligenter Mix aus verschiedenen Web 2.0 Kompenenten und die Bereitschaft zu experimentieren, auszuprobieren, wo und wie ich meine Nutzer tatsächlich erreiche - das ist wünschens- und erstrebenswert.
Hier nun das Video mit dem CEO von Best Buy, Brad Anderson. Saturn, Mediamarkt, Kaufhof und andere, bitte zuhören und dann nachdenken.
Ich bin ein großer Myst-Fan und habe es vor ein paar Jahren unglaublich gern gespielt. Der gekonnte Mix aus Benutzen-Müssen des Gehirns um die Rätsel zu lösen um voran zu kommen und der mystischen Athmosphäre, die gekonnt durch Sound und 3D-Welt erzeugt wurde, fesselten viele Spieler.
Man hatte dann versucht Myst Online zu etablieren, was anscheinend viele Probleme mit sich brachte. Nun sollen neue Wege beschritten werden, wie man bei Heise nachlesen kann:
Jetzt will das Unternehmen das Spiel durch die Freigabe der Quellen wiederbeleben. Da dem Unternehmen die Ressourcen fehlen, die Software selbst weiterzuentwickeln, will es auf die Kreativität der Myst-Online-Community setzen, heißt es in der Ankündigung.
Man setzt also in der Zukunft auf Crowdsourcing!
Die Fans des Games, vor allem die Programmierer darunter, sollen mithelfen, dass das Spiel eine Zukunft im Internet hat. Ob das gelingt, wird sich zeigen. Aber dies ist aus meiner Sicht genau der richtige Weg! Denn: es gibt unendliche viele Myst-Fans. Und es gibt dort draußen unglaublich viele Menschen mit Fähigkeiten, Ideen, Leidenschaft und dem Willen kreativ zu sein und sich einzubringen in Projekten, kleinen wie großen, die ihnen Spaß machen! Man muss nur endlich anfangen dies zu nutzen. Einige wenige tun es schon und fahren damit sehr gut.
Wenn selbst Paulo Coelho dies sagt. Ich kann ihm da meist nur zustimmen. Er nutzt aber seinen Facebook-Account, Youtube und seine MySpace-Seite aber auch perfekt zur Kommunikation mit seinen Fans und als Marketing-Instrument seiner Marke "Paulo Coelho".
Marcel Weiss hat auf Netzwertig gerade einen Artikel veröffentlicht, den ich jedem nur ans Herz legen möchte. Dort geht es unter dem Titel "Von der Unfähigkeit zu lernen" über den Zusammenbruch der Verlage in den USA und vor allem auch darum, das fast die komplette Medienbranche weiter fröhlich vor sich hindöst und die Zeichen der Zeit einfach nicht erkennen will.
Die Unfähigkeit, einfachste Umstände zu lernen und zu akzeptieren, ist schon bei der Musikindustrie absolut bemerkenswert. Besonders wenn man bedenkt, von welchen Zeiträumen wir hier mittlerweile reden.
Es passt nicht in’s eigene Weltbild, deswegen kann und darf es nicht wahr sein.
Dass das Gleiche ebenfalls in der Printindustrie/Journalismusbranche der Fall ist, ist nach wie vor nur schwer nachzuvollziehen. Die Branche, deren Aufgabe es ist, die Welt zu verstehen und verständlich zu machen, versteht die eigene Situation nicht einmal ansatzweise. Und statt das zu ändern, verschließt man einfach die Augen
Vollkommen richtig. Die Medienwelt verändert sich. Und das atemberaubend schnell. Profitieren davon werden Projekte wie MySpace, Flickr, Facebook und Youtube, die sich völlig und komplett auf die Nutzer (und nicht auf sich selbst) ausgerichtet haben und den Takt vorgeben. Projekte wie Qype oder Zoomer sind löbliche Ausnahmen (ich hoffe, ihr haltet durch Leute!) und zielen genau in die richtige Richtung. Auch auf StudiVZ gibt es hier und da zaghafte Versuche Infotainment und Entertainment einzubinden. Das aber noch deutlich zu unmotiviert. StudiVZ oder auch die so dramatisch wachsenden Wer-kennt-wen sind so spannend und innovativ wie ein Opel aus dem Jahr 1998. Zumindest, wenn man es schafft über den eigenen Tellerrand zu schauen und es mit MySpace und Facebook vergleicht. Ich bin auf allen aktiv und langweile mich in den deutschen Social Networks zu Tode! Keine Widgets, keine Newsfeeds, keine Infos, was die anderen so tun, keine Tipps von den Freunden. Es ist, als würde es in Deutschland in Sachen Social Networks nur Kopfsteinpflaster-Straßen geben... Es holpert und ermüdet.
Auch für andere Branchen trifft dieses Szenario von einem gewaltigen Wandel zu. Ich denke da an die Fashion-Industrie und den Lifestyle-Sektor. Immer mehr Bekleidung wird von den Menschen nicht nur im Netz gekauft, sondern mittlerweile auch selbst gestaltet. Mass Customization, Social Commerce und Crowdsourcing heißen hier die Schlagwörter der Zukunft. Der Konsument wird zum Ideengeber und Mitproduzenten. Er wird zum absolut mündigen Käufer und Konsumenten.
"The third wave of mass customization is happening now: It is driven by companies like Ponoko, Zazzle, Spreadshirt, Lulu, Shapeways, and many others, which offer design, manufacturing, and retail capacity to everyone.
So in this third stage, people are not just customizing to fulfill their own needs, but to create (micro) niche markets and serve them efficiently. Here, I think, we are just at the beginning and will see many more application soon."
Es ist nur eine Frage der Zeit bis Portale entstehen, wo die Leute sich ihre eigenen Getränke mixen und liefern lassen, sich mit Hilfe von zugeschalteten Experten eigene Möbel designen und liefern lassen und sich ihre Kleidung ausschließlich im Internet selbst entwerfen und dann Muster zum Anprobieren schicken lassen. Immer in Zusammenarbeit mit anderen, die sich mit dem jeweiligen Metier auskennen. Statt vor dem Fernseher zu sitzen gestalten viele sich ihre eigene Kleidung, den eigenen Schmuck, die eigene Wohnungseinrichtung über Online-Designer, zusammen mit Experten der Plattform. Vieles davon gibt es schon heute in ersten Ansätzen!
Die alte Welt ist passé. Wer es nicht wahrhaben will, wird zu den Verlieren zählen. Wer jedoch mutig ist und auf die Zukunft setzt, kann viel gewinnen.
[Nachtrag]
Sagte ich eigentlich schon, das man mit solchen Dingen - Mass Customization, Crowdsourcing - auch Geld verdienen kann in der Zukunft?
Ja - sagte ich schon. Ich sprach über die Erlösmodelle der Zukunft für Social Networks. Genau DORT sind sie.
Der "Roskos-Report für die Welt des Social Web".
Jeden Monat die 10 wichtigsten und interessantesten Artikel rund um Facebook, Twitter, Youtube, Blogs, Viralmarketing und Social Media Kampagnen. Dazu das Thema des Monats, ein Blog-Tipp, Follower-Tipps für Twitter, die Facebook-Seite des Monats und die aktuellen Facebook-Charts.
Gern begrüße ich Sie zum Community Manager Lehrgang an der Social Media Akademie, der unter meiner Leitung steht.
Mein Reiseblog
Viel Spaß auch auf meinem Reiseblog "Burgen, Berge, blauer Himmel". Dieses werde ich Schritt für Schritt ausbauen und soweit es die Zeit zulässt als Social Media Reporter agieren. An Orten, die ich schön, sympathisch, spannend finde. Ich freue mich über jeden neuen Leser dort.
Die Social Media Akademie
Die Social Media Akademie ist Deutschlands erste, virtuelle Akademie in Sachen Social Web. Ich selbst bin dort als Dozent Teil des Experten-Teams und für die Felder Communityaufbau, Crowdsourcing und Social Networks zuständig.
Für 2011 planen wir gemeinsam einen eigenen, umfassenden Kurs mit Schwerpunkt Communityaufbau und Communitymanagement.
Ski-WM 2011
Ich war auf der Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen und berichtete in meinem WM-Tagebuch "Ich in Garmisch-Partenkirchen". Dort gibt es viele Fotos und Impressionen. Jeden Tag Neues. Und das Tagebuch kam super an.
Ich bedanke mich für die Unterstützung durch Shirtzshop.de!
Suchen Sie für sich auch einen erfahrenen Social Media Reporter, scheuen Sie sich nicht mit mir Kontakt aufzunehmen. Ich freue mich.
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