Archiv für September, 2008

Virales Marketing – 10 Grundregeln

Bei meinem überaus geschätzten Kollegen Martin Oetting fand ich neulich einen Artikeln mit “10 Regeln für Virales Marketing: wie Gründer erfolgreich auf Mundpropaganda setzen.

Diese Regeln beinhalten folgende Essenz:

  1. Virales Marketing funktioniert nur, wenn ein echter Mehrwert angeboten wird. Ganz einfach ausgedrückt: das Produkt muss was taugen und sich abheben vom Rest.
  2. Persönliche Kommunikation mit den Internetnutzern. Menschen reden zu Menschen und hören einander auch zu.
  3. Virales Marketing setzt auf Netzwerkeffekte.
  4. Es werden echte Beziehungen geknüpft und genutzt, zum Vorteil aller.
  5. Es kostet Zeit und ist nie einfach so nebenbei erledigt.
  6. Partizipation.
  7. Ehrlichkeit.
  8. Insiderwissen ist wichtig.
  9. Virales Marketing ist mehr wie nur ein Werbefilm.
    (Hier gehe ich nicht ganz konform mit Martin Oetting. Ja – hier ist nicht das Produkt bzw. die Marke das über was die Leute sprechen, sondern “nur” ein Video. Aber mit Hilfe des Videos kann auf die Marke oder das Produkt aufmerksam gemacht werden. Es ist ein kleiner Umweg, der aber oft genug wunderbar funktioniert.)
  10. Passion. Man muss mit Herzblut dabei sein. Denn sonst fehlt die absolute Basis für erfolgreiches Viralmarketing: Glaubwürdigkeit!

Was von mir noch hinzuzufügen ist: Virales Marketing ist keine Einbahnstraße! Dies ist auch einer der großen Unterschiede zu herkömmlichen Marketing-Konzepten. Man agiert auf Augenhöhe mit den Nutzern. Man hört einander zu, greift Argumente auf und ist nur dann bereit sie auch weiter zu tragen. Ein echter Dialog, kein PR-Monolog.

Alle Details und ausführlichere Ausführungen finden sie direkt im Blog von Martin Oetting Connected Marketing.

Erstellt am Freitag 19. September 2008
Unter: Viralmarketing | Keine Kommentare »

Sind Social Networks Google’s Untergang?

Google ist zur Zeit DER ultimative Player im Internet. Dank der Macht ihrer Suchmaschine führt kaum ein Weg an Google vorbei. Ein Großteil der Nutzerströme des Internets läuft direkt über Google. Doch schon seit geraumer Zeit fragt man sich im Hause Google, wie lange dies noch so sein wird. Und wie lange überhaupt noch die Vorherrschaft im Bereich Suchanfragen so bedeutend sein wird wie die letzten vier Jahre.

Scheinbar überrannt wurde man von der Entwicklung der Social Networks, wie Facebook, Bebo, MySpace oder StudiVZ und Wer-kennt-wen hierzulande – und vor allem ihrer Nutzung durch den Mainstream. Damit hatte niemand gerechnet: dass derartig viele Menschen sich Profile in Social Networks anlegen und dort etliche Stunden pro Woche verbringen. Völlig neue virtuell-soziale Strukturen entstanden. Neue virtuelle Ökosysteme formten und formen sich noch immer aus.

Und Google steht draußen und schaut zu. Ähnlich geht es übrigens auch Microsoft. Sie bangen schon seit längerem um ihr gewaltiges Software-Monopol. Aber Microsoft ist es wenigstens gelungen bei einem der bedeutendsten Social Networks, Facebook, den großen Zeh in die Tür zu bekommen (mit einem Mini-Anteil an der Firma).

Die noch immer andauernde Schlacht um Yahoo ist ein Zeichen dafür, wie aggressiv der Kampf um die neuen Ströme im Internet geführt wird. Yahoo mit seiner nicht zu unterschätzenden Community ist da ein super spannender Übernahmekandidat. Bei MySpace kam man zu spät, an Facebook scheinen sich alle die Zähne auszubeißen. Eine Option wären noch die recht starken, regionalen Netzwerke wie StudiVZ/MeinVZ, Wer-kennt-wen, Jappy, Lokalisten hierzulande. Oder auch Nischen-Communitys wie deviantArt im Bereich Kreative.

Es geht schlicht und einfach darum, wer in der Zukunft die Ströme der Menschen im Internet kontrolliert.

Diese Ströme kann man dann mittels Werbung (Banner oder auch Virale Kampagnen) wirtschaftlich nutzen. In der Vergangenheit liefen die großen Nutzerströme vor allem über die Suchmaschinen und damit zuallererst über Google. Damit wurde die Firma groß, mächtig und vor allem auch wirtschaftlich erfolgreich. Weitere große Ströme liefen über Amazon (was ganz offensichtlich auch so bleiben wird), über Ebay (die unter enormen Schwund zu leiden haben) und über große Portale wie das genannte Yahoo.

Nun verlagern sich diese Nutzerströme immer stärker hinein in die Social Networks. Und Google hat damit keinerlei Zugriff mehr auf diese Aktivitäten!!!

Denn die Suchmaschinen haben meist keinen Zugang zu den nicht-öffentlichen Bereichen der Netzwerke! Daten, die dort angesammelt werden, lassen sich von Google nicht auswerten bzw. nicht nutzen! Mit ein bisschen Geschick können die Daten dort auch eingesehen und analysiert werden. Thema Datenschutz… Aber nutzen kann sie niemand, außer die Betreiber und Inhaber der Social Networks. Das ist übrigens auch der Grund, warum Facebook derartig hoch bewertet wird.

Nun überlegt man bei Google (und auch bei Microsoft) was man tun kann und muss, um den Anschluss in die Zukunft nicht zu verpassen. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, das immer mehr Menschen im Internet nicht nur Fotos hochladen und Videos anschauen – also die Bereiche Entertainment und Infotainment bedient werden müssen – sondern das auch immer mehr Nutzer im Internet schreiben, Dateien bearbeiten, aktiv arbeiten möchten!!!

Das Internet wird zum Arbeitsplatz – ganz und gar.

Man braucht dann nur noch ein Zugangsgerät, zur Zeit noch den PC, und Software. Das ist der Browser zum Surfen und das sind Programme zum Schreiben, bearbeiten von Bildern, Präsentationssoftware, Tabellenkalkulation und vieles mehr. RIA-Programme. Software, die man nicht mehr downloaden muss und die nichts kostet. Von überall abrufbar. Die Menschen können, egal wo sie sind, arbeiten.

Statt eines Betriebssystem (wie Windows) brauchen die Leute dann nur noch den Browser und die entsprechende Arbeitsumgebung darin. In Insiderkreisen wird bereits darüber spekuliert, das Facebook zum virtuellen Betriebssystem der Zukunft werden könnte! Man geht in seinen Facebook-Account und kann von dort aus nicht nur Freunde kontaktieren und Bilder präsentieren, sondern auch alle möglichen Tools einbinden und nutzen. Windows wird damit überflüssig.

Diese Entwicklung hat Google erkannt. Mit Google Docs kann man schon jetzt seine Dokumente online erstellen. Eine Alternative wäre übrigens Zoho, die noch viel mehr Tools wie Google anbieten. Im Bereich Bildbearbeitung zeigt Aviary ganz neue Wege auf. Microsoft schaut bisher in die Röhre und hofft, das noch lange genug möglichst viele Menschen so blöd unwissend sind und ihre Software teuer kaufen, statt die meist kostenlose oder per Abonnement nutzbare Online-Software zu nutzen. Doch das ändert sich rasend schnell. Ob Microsoft das schon zu 100 Prozent begriffen hat?

Noch ist Microsoft führend auf dem Browsermarkt, einem weiteren extrem wichtigen Segment mit Blick in die virtuelle Zukunft. Zwar hat man unter der immer weiter verbreiterten Nutzung des Firefox von Mozilla zu leiden, aber noch ist der Internet Explorer von Microsoft der führende Browser weltweit. Und was tut Google? Sie bringen, völlig überraschend, einen eigenen Browser auf den Markt!

Seit wenigen Tagen steht Google Chrome zum Download bereit. Man hat die Zeichen der Zeit bei Google verstanden. Man steigt in das Rennen um den erfolgreichsten Browser mit ein.

Damit ist Google auf zwei der drei wichtigsten Zukunftsfelder im Internet zumindest vorn mit dabei:

  • Browser
  • RIA-Software für den virtuellen Arbeitsplatz

Noch keine guten Karten hat man jedoch auf dem wohl wichtigsten Feld

  • Social Networks

Hier wird man bei Google weiter fieberhaft überlegen, ob und wie man in diesem Segment agieren muss. Wir dürfen gespannt sein.

Mehr zum Thema gibt es bei Netzwertig und via Rivva.

Erstellt am Samstag 6. September 2008
Unter: Theoretische Gedanken | 2 Kommentare »

Crowdsourcing ist Thema in iBusiness

Die angesehene iBusiness hat in ihrer aktuellen Ausgabe dem Thema Crowdsourcing viel Platz gewidmet. Erfreulich für uns von VOdA ist dabei nicht nur, das die verschiedenen Facetten von Crowdsourcing unter dem Titel “Crowdsourcing wird Shopping-Mainstream: Alle Macht den Kunden” gut beleuchtet werden, sondern das auch unsere Ideen und unsere Philosophie wunderbar aufgegriffen wurde.

Unter anderem heißt es in der iBusiness:

Matias Roskos kann gut nachvollziehen, warum immer mehr Web-Händler erste Crowdsourcing-Erfahrungen sammeln. “Wer ein interessantes Crowdsourcing-Projekt anstößt, kann auch erreichen, dass im Web über ihn gesprochen wird”, argumentiert der Gründer der Berliner Crowdsourcing-Agentur VOdA.

Es freut uns auch, das mit Tchibo Ideas ein noch ganz junges und ungemein ambitioniertes Crowdsourcing-Projekt aus Deutschland in dem Artikel Erwähnung findet. Solche Projekte wie Tchibo Ideas gibt es noch viel zu wenige. Kompliment an Tchibo für den Mut und die gekonnte Konzeptionierung. Vielleicht kann da ja mal ein Gedankenaustausch in naher Zukunft stattfinden. Es wäre sicherlich interessant zu hören, welche Erfahrungen die Communitymanager bei Tchibo da gerade sammeln.

Hier geht es zum iBusiness-Artikel. Allerdings muss man angemeldet sein, um ihn online lesen zu können.

Erstellt am Montag 1. September 2008
Unter: Crowdsourcing | Keine Kommentare »