SocialNetworkStrategien Social Networks, Crowdsourcing, Communityaufbau, Social Media Marketing

13Aug/080

Wo versteckt sich Kreativität im Internet

Wenn man vom Internet spricht ist meist die Rede von Google, Yahoo und Microsoft. Man spricht über Youtube und andere Videodienste wie Vimeo oder Sevenload. Man beschäftigt sich mit dem Phänomen der großen Socialnetworks oder widmet sich dem Thema Ecommerce. Und immer mehr ist das sogenannte Web 2.0 und seine Nischenbereiche wie Social Commerce, Blogs, Shopping Clubs, Reisecommunitys oder Liveshopping.

Aber was ist mit den Kreativen? Wo sind sie? Wo verstecken sie sich?

Man begegnet ihrer Arbeit fast überall im Internet. Denn wer fertigt die vielen neuen schicken Button, die Grafiken im Kopf einer Webseite, die ausgefallenen Logos, die gekonnten (manchmal auch weniger gekonnten) Webseiten-Designs und Flashanimationen? Es sind Illustratoren, Grafikdesigner, Webdesigner, 3D-Artists und Art Direktoren die dem Web das sichtbare Gesicht geben. Doch (fast) niemand redet oder schreibt über sie.

Also: Wo sind sie?

Viele von ihnen sitzen natürlich in den großen Werbe- und Grafikagenturen dieser Welt. Versteckt hinter den mächtigen PR- und Marketingabteilungen und den Salesmanagern genießen sie die Ruhe und Abgeschiedenheit (oder regen sich über die Wichtigtuer auf, die ihnen sagen, was gut und schlecht sein soll). Viele schlagen sich auch als Freelancer durchs Leben. Versteckt in den Weiten des Internets findet man ihre Homepages, ihre Portfolios, oft nicht aktuell gehalten und super super schwer zu finden. Weil Google nur noch selten vernünftige Suchergebnisse liefert. Vor allem – wie will man mit Google gute Illustratoren ausfindig? Eine Sisyphos-Arbeit.

Aber auch in den großen Social Networks ist es nicht einfach gute Kreative auszumachen. Das liegt zum einen an den unzureichenden Suchmöglichkeiten nach Fähigkeiten, Interessen und Job in den Netzwerken. Oft geht es da um lokale Elemente und um Schule und vorhandene "Freunde". Hilfreich sind da die sogenannten „Gruppen“, die allerdings oft von dominanten Vollblut-Amateuren beherrscht werden, die vor allem gern und viel reden bzw. chatten. Viel zu selten steht dort Qualität im Mittelpunkt.

Es liegt aber auch an den Kreativen selbst, das man sie so schwer findet. Kreative denken vor allem visuell. Es fehlt vielen der Wille und das Wissen, das man auch kommunikativ aktiv sein muss, um auf sich aufmerksam zu machen und das es notwendig ist an vielen Punkten im Internet präsent zu sein. Anders geht es heutzutage nicht mehr. Zumindest nicht für die vielen, die als Freelancer oder mit einer eigenen kleinen Kreativagentur ihr Glück versuchen.

Es gibt etliche Anlaufpunkte, wo man die Kreativen findet oder wo man Informationen für und über Kreative nachlesen kann. Hier eine Aufstellung von Webseiten, die die oft versteckten Pfade hin zu den Kreativen im Netz weisen. Es besteht keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit! Aber ich denke, diese Zusammenstellung liefert einen recht guten und interessanten Überblick.

Blogs

folgende Weblogs beschäftigen sich mit kreativen Themen (Software, Tutorials, Ausstellungen, Contests) und den Kreativen an sich

  • Smashing MagazineSmashing Magazine
    Das englischsprachige Smashing Magazine, geführt vor allem von Vitaly Friedman, ist völlig zu Recht weltweit die Nummer 1 wenn es um qualitativ hochwertigen Input für Kreative geht. Immer wieder findet man dort spannende Artikel, Tipps und Tutorials.
  • PixelgangsterPixelgangster
    Robert Weymann bloggt auf seinem Pixelgangster tagtäglich gekonnt und informativ Nachrichten rund um Websites, die gelungen, interessant, neuartig, ungewöhnlich, oder einfach nur schön sind.
  • NerdcoreNerdcore
    Nerdcore hat sich über die Zeit einen exzellenten Namen als Blog rund um cool Stuff, was immer alles dazugehört.
    Die für ein Blog recht hohen Zugriffszahlen beweisen, das Nerdcore damit einen echten Nerv getroffen hat.
  • BeetlebumBeetlebum
    Dieses Blog von Johannes Kretzschmar aka. Beetlebum gehört zu den meistgelesenen, oder besser gesagt: meistgeschauten, Blogs in der deutschen Kreativszene. Es lebt von den witzigen, ganz eigenen Comics vom Macher und unterhält Tag für Tag bestens.
  • Create or dieCreate or die
    Auf Create or die, hinter dem der Support & Software Verlag steckt, finden sich zahlreiche Artikel und News für Kreative und Entwickler.
  • VisualBlogVisualBlog
    Gemeinsam mit meinem langjährigen Partner Frank Feldmann blogge ich hier zum einen über die Welt der Kreativen. Gleichzeitig versuchen wir aber auch – wie mit diesem Artikel – die Schnittstellen hin zum gesamten Internet, zum Web 2.0, zu den für die Kreativen sinnvollen und spannenden Konzepten aufzuzeigen.
  • PixeleyePixeleye von Dirk Behlau
    Dirk Behlau hat sich über die Jahre vor allem als Fotogra, aber auch als Webdesigner, einen exzellenten Ruf in der deutschsprachigen Kreativszene erworben. Auf seinem Blog berichtet er nicht nur regelmäßig über eigene Projekte, sondern informiert die treue Fangemeinde auch über andere spannende Kreativaktionen.
  • CROW'n'CROW BlogCnC-Blog
    CROW'n'CROW ist ein noch ganz junges Kreativportal, das mit Hilfe seines gelungenen und mit viel Engagement betriebenen Blogs versucht sich in der Welt der Kreativen zu etablieren. Ein erstes Highlight war sicherlich das Sponsoring der Buchpräsentation von Grandmaster Flash in Berlin im Juni 2008. Konkurrierend mit anderen ähnlichen Nachrichten-Projekten für Kreative wie Create or die, unserem VisualBlog oder dem Jung von Matt Bewegungsmelder, wird man in der Zukunft sicherlich noch mehr auf eigene, exklusive Artikel und Aktionen setzen müssen, um sich abheben zu können. CROW'n'CROW als extrem spannendes Lifestyle-Portal für Individualisten ist dafür sicherlich eine exzellente Basis.
  • HeuserkampfHeuserkampf von Kai Heuser
    Der exzellente Grafikdesigner Kai Heuser bloggt über Design, Fotografie und das Leben an sich. Lesenswert und informativ.
  • Dr. Web WeblogDr. Web Weblog
    Schon seit Jahren widmet sich Sven Lennartz und sein Team von externen Redakteuren allen wichtigen Themen rund um Webdesign und Programmierung. Oft stehen technische Dinge wie CSS, Javascript, HTML aber auch spannende Linktipps und vergleichende Analysen von Webprojekten im Mittelpunkt.
  • FontblogFontblog
    Das Fontblog, betrieben von Jürgen Siebert aus dem Hause Fontshop AG beschäftigt sich oft sehr kritisch mit Themen rund um Grafik und Typografie.
  • surfstationSurfstation
    Einst gehörte das englischsprachige Surfstation, gegründet von Thomas Brodahl, zu den führenden Design-Ressourcen im Internet. Mit der Zeit verlor man ein wenig den Anschluss an die Entwicklungen im Netz und switchte erst im Juli 2008 auf die neuen Möglichkeiten eines Blogsystems um. Die Zeit wird zeigen, in welche Richtung sich Surfstation entwickelt.
  • DMIGDesign made in germany
    DMIG war wohl die Hälfte seiner Zeit der Existenz offline. Darum hat das Projekt von Martin Rack zahlreiche Nutzer und Fans verloren, gehört aber, wenn denn mal wieder „on“, sicherlich zu den wenigen guten News-Ressourcen in Deutschland.

Oft ist der Übergang von reinen Blogs zum Thema Kreativität hin zu Portalen, möglicherweise sogar mit eigenen Communitys, fließend. Hier nun einige ausgewählte:

Portale für Kreative

  • FWAFavourite Website Awards
    FWA ist das führende Portal für Links zu den spannendsten und innovativsten Flashseiten weltweit. Wenn man wissen möchte, was es an neuen, großartigen Flash-Projekten gibt, wird man zu allererst auf FWA fündig.
  • CSS Zen GardenCSS Zen Garden
    Der CSS Zen Garden gehört zu den wichtigsten Ressourcen wenn es um CSS und XHTML geht. Dort findet man eine HTML-Datei, die "nur" durch CSS-Dateien gesteuert wird. Schier endlos viele Layouts, alles rein CSS-basiert.
  • CSS RemixCSS Remix
    Hier bekommt man Links zu den gelungendsten Nicht-Flashprojekten, die vor allem auf innovative CSS-Techniken setzen und beweisen, das man auch ohne Flash grandiose Webseiten bauen kann.
  • NetdiverNetdiver
    Das englischsprachige Netdiver wird mit viel Engagement und hohem redaktionellen Aufwand betrieben und gehört weltweit zu den führenden Anlaufstellen für Kreative, wenn es um Informationen, Interviews und Tipps geht.
  • VisualOrgasmVisualOrgasm
    Ursprünglich ein reines Link- und Newsportal rund um kreative Webprojekte rückt redaktionell das dazugehörige VisualBlog immer stärker in den Mittelpunkt und wurde vor kurzem direkt ins Portal integriert.
    Außerdem finden regelmäßig Kreativcontests für Kunden gemeinsam mit der VisualOrgasm-Kreativcommunity statt. Wir als Macher setzen also stark auf das Thema Crowdsourcing, neben der reinen Information, um den Kreativen echte Mehrwerte zu bieten.
    Perspektivisch ist der Ausbau des gesamten Projektes hin zu einem spannenden Social Network für Kreative zwar geplant. Doch fehlen bisher die Ressourcen oder ein strategischer Partner um dieses im angedachten Umfang umzusetzen.
  • designer in actionDesigner in action
    Hier gibt es wöchentlich interessante News für die Kreativszene, inklusive Buch-Tipps, Download-Empfehlungen und inspirierenden Links.
  • brasilinspiredBrasil Inspired
    Hier widmet man sich in erster Linie der exzellenten brasilianischen Kreativszene. Aber es wird auch der Blick über den südamerikanischen Tellerrand gewagt.
  • Australian InfrontAustralian Infront
    Namhaftes australisches Kreativportal. Wer einen Einblick in die ungemein reichhaltige und Kreative Szene Australiens erhalten möchte, ist hier genau richtig.

Crowdsourcing- und Mass Customization Plattformen

auf denen Kreative ihre Designs an die Frau und den Mann bringen können:

  • threadlessThreadless
    Das erste und weltweit führende T-Shirt-Portal, das via Crowdsourcing permanente neue Designs in den Verkauf bringt. Man bekommt dort ausgefallene Shirts zu fairen Preisen. Das Problem ist nur das komplizierte Shipping von den USA nach Europa.
  • lafraiseLafraise
    Sehr erfolgreiche, französische Kopie von Threadless, das vor zwei Jahren vom deutschen Spreadshirt übernommen wurde und seitdem versucht auch in anderen europäischen Ländern, so auch in Deutschland, Fuß zu fassen. Coole Designs, aber halt noch immer stark französisch-lastig.
  • spreadshirtSpreadshirt
    Das führende deutsche Mass Customization Projekt. Jeder Kreative, egal ob Profi oder Hobby-Grafiker kann hier seinen eigenen Shop mit den eigenen Entwürfen auf Shirts ins Netz bringen.
  • CROW'n'CROWCROW'n'CROW
    CnC ist ein ganz junges Mass Customization Portal mit Sitz in Berlin und Wiesbaden, das nach einem ähnlich Prinzip funktioniert wie Spreadshirt. Aber man setzt bei CROW'n'CROW nicht auf Shirts, sondern auf andere Lifestyle-Produkte wie zum Beispiel Sitzsäcke und trendy Taschen. Nach und nach wird das Sortiment ausgebaut und dem Kreativen ganz neue Möglichkeiten der Individuellen Gestaltung von Wohnumfeld und Fashion geboten.
  • DeinDesignDeinDesign
    Auf DeinDesign gibt es coole Designskins für den Laptop und das Handy. Sehr gelungen, Dank Thema und Dank der genialen Grafiken von Kreativen.
  • A better tomorrowA better tomorrow
    Eine weitere, deutschsprachige Threadless-Kopie, die mit viel Engagement betrieben wird.
  • shirtcityShirtcity
    Auch Shirtcity bietet wie Spreadshirt allen Internetnutzern die Möglichkeit eigene Designs aufs Shirt zu bringen und diese online zu vertreiben.

Communitys für Kreative

  • deviantartDeviantArt
    DeviantArt (DA) ist das Non-Plus-Ultra der Kreativportale im Netz. Wie schon in einem anderen Artikel berichtet gehört DA weltweit zu den Top100-Seiten im Netz. Egal ob Digitalfotografie, 3D-Artists, Zeichen-Studenten, Maler, Manga-Zeicher, Illustratoren, Comiczeichner, Pixelartists, Poeten oder einfach nur Designfans – man findet auf DA alles. Das Präsentieren der eigenen Arbeiten steht hier eindeutig im Mittelpunkt, die Vernetzung der Kreativen untereinander funktioniert perfekt.
  • worth1000Worth1000
    Worth1000 ist eine gewaltige, englischsprachige Community, in der sich alles um Grafikdesign, vor allem um die Arbeit mit Photoshop dreht. Man findet dort Tutorials und News und kann an Photoshop-Battles teilnehmen.
    Basierend auf dieser starken und sehr aktiven Community entwickelte man Aviary, eine extrem spannende RIA-Software-Familie zur Online-Bearbeitung von Bildern, Grafiken und anderen Kreativ-Elementen. (Hier habe ich bereits ausführlich darüber berichtet.)
  • supertopicSupertopic
    Ursprünglich ein reines Forum für Kreative entwickelt sich das von Fabu betriebene Supertopic immer mehr zu einem Communityprojekt mit vielfältigen Möglichkeiten für Kreative sich zu zeigen. Für mich eines der derzeit interessantes Projekte für Kreative in Deutschland.
  • Das AugeDas Auge
    Das Auge gehört zu den ältesten und etabliertesten Projekten für Kreative. In dieser Community findet man neben dem Forum und News für den Kreativbereich in erster Linie Portfolios von Freelancern.
  • Grafiker.deGrafiker.de
    Dieses Projekt ist ein weiterer Versuch eine Heimat für deutsche Kreative zu schaffen. Ob sich der wirkliche Erfolg einstellt, muss die Zeit erst noch zeigen.
  • stadtbrandflussStadtbrandfluss
    Noch ein Versuch ein Social Network für Kreative, vor allem aus dem niedersächsischen Raum zu schaffen. Optisch sehr gelungen umgesetzt und mit einigen spannenden Facetten.
  • HobnoxHobnox
    Mit hohem finanziellen und personellen Aufwand aufgezogenes Projekt aus Berlin, das Kreativen die Möglichkeit bieten möchte, online Musik selbst zu erstellen und mit anderen zu teilen. Das Gleiche ist für den Bereich Video und Art geplant. Der dort erstellte Content kann mit anderen Kreativen online oder offline weiter bearbeitet oder aber in den Hobnox-Channels den Konsumenten zum Genießen angeboten werden.
    Hobnox gehört technisch neben Worth1000 und seinem Aviary ganz sicher zu den innovativsten Projekten in der Kreativwelt des Internets. Die Zeit muss zeigen, ob man damit auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann.

Weitere Anlaufstellen für Kreative

  • pictoplasmaPictoplasma
    Pictoplasma ist ein großartiges Projekt aus Berlin, das sich vor allem den Character-Designern weltweit annimmt. Herzstück ist eine umfangreiche Character-Datenbank mit großartigen Talenten aus aller Herren Länder. Außerdem findet alle zwei Jahre in Berlin die weltweit größte Konferenz für Character-Design statt.
  • Toca MeTocaMe
    Toca Me ist eine in München beheimatete Kreativgemeinschaft, die zum einen als Grafikstudio auftritt, aber auch ein Blog betreibt und vor allem eine eigene Konferenz organisiert und so viele Kreative zusammenführt.
  • MyspaceMySpace
    MySpace wird dominiert vom Mainstream. Aber man findet dort auch immer wieder etliche Kreative, die dieses Plattform nutzen um sich zu präsentieren.
  • XingXing
    Auf dem aus Deutschland stammenden Business-Netzwerk Xing findet man viele in der Kreativbranche Tätige, aber viel zu wenige Grafiker und Illustratoren. Diese scheuen wohl den für sie uninspirierenden Business-Charakter von Xing. Aus meiner Sicht ein echter Fehler. Denn hier warten die potentiellen Auftraggeber.
  • FacebookFacebook
    Ähnlich wie MySpace wird Facebook dominiert von Otto-Normalsurfer. Kreative sind vereinzelt vorhanden, aber schwer zu lokalisieren.
  • studivzStudiVZ/MeinVZ
    Auch im deutschen Facebook-Klon besteht das Problem der Masse von „normalen“ Nutzern. Vereinzelt gibt es Gruppen für Kreative, wo man Grafiker und Zeichner ausfindig machen kann.

Beispiele von Einzelseiten von Kreativen

Dies ist wirklich nur eine ganz kleine Auswahl von Webseiten, wo Kreative sich bzw. ihre eigene Agentur präsentieren. Sie soll zeigen, was für geniale Kreative im Internet unterwegs sind und wie wunderbar man sich auf ihren Seiten auch inspirieren lassen kann.

  • eboyEboy
    Eboy aus Berlin sind DIE Kreativgemeinschaft, wenn es um Pixelart geht. Sie arbeiten für die großen Marken dieser Welt und verfügen über eine gewaltige Fangemeinde. Kaum ein jungen Kreativer, der nicht ein Eboy-Poster zu Hause zu hängen hat.
  • strongholdStefan Hörcsöky
    Der Österreicher Stefan Hörcsöky gehört zu den ganz großen Pixeltalenten in Europa. Davon kann man sich auf seiner grandiosen Webpräsenz überzeugen.
  • HortHort von Eike König
    Eike König ist sicherlich einer der Helden der deutschen Grafikszene. Sein Studio Hort zog vor kurzem nach Berlin, in die Kreativ-Hauptstadt des Landes.
  • superlooperSuperlooper
    Superlooper ist eines der Webprojekte von Sven Stüber aus Berlin, der mittlerweile mit seinem eigenen Grafikstudio Superieur Graphique agiert. Superlooper war sein erstes eigenes Kreativprojekt im Netz und erlangte schnell und völlig zu Recht Kultstatus.
  • eduardo recifeEduardo Recife
    Nicht nur in Südamerika hat Eduardo Recife einer guten Namen. Weltweit sind seine ausgefallenen Grafiken und seine Webseite Misprinted Type gefragt und beliebt.
  • stolenStolen von Thomas Brodahl
    Bekannt geworden ist Thomas Brodahl als Gründer von Surfstation. Vor ein paar Jahren gründete der ursprüngliche Norweger mit Stolen sein eigenes Grafikstudio gemeinsam mit seinem Partner Jessey White-Cinis.
  • RinzenRinzen
    Die Rinzen sind ein fünfköpfiges Grafikteam, das ursprünglich in Australien beheimatet ist. Ein Teil des Teams lebt und arbeitet mittlerweile in Berlin. Sie gehören weltweit zu den Top10 der Grafikbranche.
  • Akinori OishiAkinori Oishi
    Nicht nur in Japan ist der Illustrator und Character-Artist Akinori Oishi ein Held der Kreativszene. Wenn er nicht für die Handy-Industrie arbeitet oder eine Ausstellung bestückt, steht auch Studenten als Dozent zur Verfügung.
  • friendswithyouFriends with you
    Die beiden (schrägen) Jungs von "Friends with you" gehören zweifelsohne zu den abgefahrendsten Typen der Grafikszene. Die beiden Amerikaner arbeiten für die bekanntesten Marken der Welt, tauchen aber auch immer wieder auf Kreativfestivals auf. Kaum eine Kombo ist derart unterhaltsam.
  • Marie SannMarie Sann
    Die Berliner Illustratorin Marie Sann hat sich vor allem mit ihren Manga-Büchern einen Namen gemacht. Das sie sich aber nicht allein auf diesen Bereich reduzieren lässt, kann man wunderbar auf ihrer Webseitebeobachten.
  • Susanne PaschkeSusanne Paschke
    Die Berlinerin Susanne Paschke hat sich innerhalb der letzten vier Jahre einen exzellenten Namen als Illustratorin hierzulande gemacht. Auf ihrem absolut gelungenen Web-Zuhause kann man sehen warum.
  • Timo WürzTimo Würz
    Der Illustrator und Comiczeichner gehört zu Deutschlands Besten in diesem Metier, von dem man sich wunderbar auf seiner Webseite überzeugen kann.
8Aug/081

Der Supermarkt-Vergleich

Bei den zahlreichen Kundengesprächen, die ich zur Zeit führe, werde ich auch immer wieder gefragt: "Wozu brauchen wir diesen ganzen Web 2.0 Kram eigentlich?"

In den Gesprächen geht es meist um den Sinn und die Vorteile von Kreativ-Crowdsourcing und wie man intelligent in Social Networks agieren könnte.

Auf diese Frage antworte ich dann immer: "Wenn Sie in den Supermarkt gehen - brauchen Sie dann auch alles was es dort zu kaufen gibt?" Erst folgt dann ein fragender Blick mit großen Augen, kurz darauf geht dem Gesprächspartner immer ein Licht auf.

Nein, natürlich braucht man nicht alles. Aber man hat die Wahl, was man nutzen möchte. Manch einer liebt Flickr und nutzt es intensiv. Ein anderer ist ein absoluter Youtube-Fan und verbringt dort zwei Stunden am Tag. Andere lieben Socialcommerce-Portale, andere sind die totalen Etsy- und Dawanda-Liebhaber. Manch einer macht gern aktiv mit eigenen Beiträgen bei Kreativcontests mit, ein anderer votet nur sehr gern wie verrückt für seine Lieblingsideen.

Viele Internetnutzer suchen mittlerweile nicht mehr mit Google, sondern setzen lieber auf Mister Wong oder holen sich ihre Information auf Wikipedia.

Manche nutzen Qype intensiv, schreiben über ihre Lieblings-Bars und Lieblingsgeschäfte, ander knüpfen Geschäftskontakte via Xing oder shoppen bei Brands4friends.

Ich selbst haben auch meine Favourites, andere Projekte nutze ich weniger oder gar nicht. Ich blogge sehr gern, andere konsumieren lieber reine Nachrichtenportale und können mit Blogs nix anfangen. Für viele ist das Taggen, also das Verschlagworten, ein sinnvolles Tool, andere können damit nichts anfangen. Der Erfolg der vielen Social Networks zeigt, das die Menschen sich gern vernetzen und ihren Freunden und Bekannten Bilder zeigen und sie auf dem Laufenden halten, was bei einem gerade so los ist. In diese Schiene passt ja auch Twitter, das ich selbst (bisher) nicht nutze.

Ob Web 2.0 Portale und Social Media Elemente eine Daseinsberechtigung haben - das entscheidet der Nutzer. Wer es mittelfristig nicht schafft genug Menschen auf die Plattform zu ziehen, der wird halt die Pforten wieder dicht machen. Wie die neue Schokoladenkreation im Supermarkt, die einfach nicht gekauft wird, schnell wieder aus den Regalen verschwindet.

veröffentlicht unter: Allgemeines 1 Kommentar
7Aug/080

Wikipedia hat Google überholt

Google ist die weltweit führende Suchmaschine. Wikipedia ist die weltweit führende Online-Enzyklopädie. Google ist in erster Linie eine (gut gemachte und überaus erfolgreiche) Softwarelösung. Wikipedia ist eine Crowdsourcing-Initiative, die davon lebt, das Menschen sie mit Informationen und Wissen füllen.

Mein Sohn stellt viele Fragen. Und nicht immer kenne ich die passenden Antworten. Vor einem Jahr hätte ich noch geschaut, was ich mit Hilfe von Google an Antworten finde. Heute nutze ich Google so gut wie gar nicht mehr, wenn ich intelligente Antworten benötige. Ich nutze Wikipedia.

Und dies tun immer mehr Menschen auch. Wikipedia ist eines DER Zukunftsprojekte im Internet. Weil es gute, ausführliche, in die Tiefe gehende Antworten liefert. Nicht immer und zu jedem Thema. Aber doch in einer Qualität, wie es kaum ein anderes Internetprojekt und auch kaum eine Bibliothek, eine Lexikonserie oder ein anderes Nachschlagewerk liefern kann.

Mir ist bewusst, das man Google und Wikipedia nicht 1:1 vergleichen kann. Und dennoch befriedigt Wikipedia immer besser und effektiver die Wünsche der Menschen nach Information. Google tut dies immer weniger.

Woran liegt das? Darauf gibt es eine ganz einfache, mir sehr sympathische Antwort: Wikipedia wird durch Menschen befüllt. Es sind fast 300.000 angemeldete Nutzer, die für Wikipedia freiwillig recherchieren und schreiben. An der deutschen Version arbeiten mehr als 7.000 Autoren.

Hinter Google steckt "nur" eine Technik, hinter Wikipedia Menschen. DAS ist der entscheidende Unterschied. Und dies ist der große Vorteil von Wikipedia.

Und damit ist Wikipedia auch der Beweis, das eine "Schwarmintelligenz", das Crowdsourcing auf hohem Niveau funktioniert.

veröffentlicht unter: Allgemeines keine Kommentare
6Aug/080

Erfolgreiches Crowdsourcing in der Praxis: Ideastorm von Dell

Dell macht vor, wie gutes Crowdsourcing aussehen kann: Ideastorm.


Interview mit der Communitymanagerin von Ideastorm Caroline Dietz.

Die Vorteile für Dell: Lösung von Problemen und Generierung neuer Produktideen (Ergebnisorientierung), die Leute beschäftigen sich mit Dell und nehmen die Marke als offen und innovativ wahr, die ihre Community ernst nimmt (Mundpropaganda).

Und Leute wie ich und andere bloggen darüber.

Damit hätten wir wieder die drei Bausteine beisammen, die zum von mir propagierten Dreigestirn von gutem Crowdsourcing im Internet gehören: konkrete Ergebnisgenerierung + Viralmarketing + Suchmaschinenmarketing, alles automatisch implementiert in einem Projekt.

veröffentlicht unter: Crowdsourcing keine Kommentare
5Aug/080

Regeln für erfolgreiches Communitymanagement?!

Welche Faktoren gibt es, um ein Social Network zu einem Erfolg werden zu lassen? Wie muss man eine Community ansprechen, damit sie wächst und den Betreibern etwas bringt? Wo sind die entscheidenden Stellschrauben und wo die gefährlichen Hürden beim Aufbau einer Community?

Das sind im Moment die Fragen, die Tausende von Managern, Marketingexperten und Internet-Beratern beschäftigt. Und wo sind die Antworten?

Es gibt auf diese Fragen keine einfachen Antworten. Denn es ist das Zusammenspiel vieler Faktoren, die ein Social Network zu einem Erfolg und seine Community zu einem harmonisch funktionierenden Organismus werden lassen. Und es gibt noch viel zu wenig Untersuchungen und Analysen zu diesem ganzen Themenkomplex.

The greatest value of online communities is increasing word of
mouth (35%), increasing brand awareness (28%), bringing new ideas into the organization faster
(24%) and increasing customer loyalty (24%), according to a survey of organizations using online
communities conducted by Beeline Labs, Deloitte, and the Society for New Communications
Research.
“The 2008 Tribalization of Business” study found that the greatest obstacles to making a
community work are not technology-related or getting funding, but getting people involved in the
community (51%), finding enough time to manage the community (45%), and attracting people to
the community (34%).

heißt es in einer Studie von Beeline Labs (hier nachzulesen). 120 Communitymanager wurden befragt und versucht die Erkenntnisse vereinfacht zusammen zu fassen.

Mundpropaganda als bedeutendes Element in Communitys

Und siehe da - auch hier die Bestätigung, welche hohe Bedeutung Mundpropaganda in Social Networks spielt. Ich hatte darüber an dieser Stelle ausführlich geschrieben und dabei spannende Crowdsourcing-Aktionen als idealen Container hinein in Communitys benannt.

Durch Crowdsourcing entstehen nicht nur greifbare Ergebnisse, die für sich allein schon einen Mehrwert bieten und auf die allein etliche Crowdsourcing-Projekte (Mechanical Turk) ausgerichtet sind. Die Menschen, die sich an Crowdsourcing-Aktionen beteiligen, beschäftigen sich ganz automatisch mit der Marke, dem Produkt, dem Slogan, der Strategie des Kunden. Und wenn dieses Produkt entsprechendes Potential besitzt, entsteht dabei Mundpropaganda. Die involvierten Menschen erzählen Freunden davon, sie bloggen darüber, sie laden Kollegen ein mitzumachen. Sie werden kreativ, sie voten, sie kommentieren, laden Fotos hoch, sie bringen eigene Ideen ein und lassen sich von anderen inspirieren. Crowdsourcing bietet somit ideale Bedingungen für Virales Marketing.

Crowdsourcing kann als alleinstehende Maßnahme aufgesetzt oder aber in größere Marketingkampagnen integriert werden. Crowdsourcing hat die vielfältigsten Facetten, die man nie außer Acht lassen sollte, wenn man über intelligente Marketing-Strategien nachdenkt. Und somit kann Crowdsourcing ganz sicher auch ein interessanter Container hinein in Social Networks sein. Man gelangt auf eine sympathische Art und Weise – wenn die Rahmenbedingungen wie Prämierung und andere Incentives, Dauer, AGBs, niedrige Einstiegshürden, präzise aber nicht einengende Vorgaben stimmen!!! - hinein in eine Community und kann damit ein gutes Instrument für virales Marketing in Social Networks sein.

Neben der deutlichen Steigerung des WOM-Effektes , sind aber auch die anderen genannten Punkte:

  1. Steigerung des WOM-Effektes (35 %)
  2. Erhöhung der Markenbekanntheit (28 %)
  3. Schnellere Generierung von Ideen für das Unternehmen (24 %)
  4. Steigerung der Kundenloyalität (24 %)

nicht zu unterschätzen, wenn man darüber spricht, wozu Social Networks und ihre Communitys gut sind. Wobei man immer im Hinterkopf haben sollte, dass es nicht nur in Social Networks Communitys gibt, sondern auch in Foren, Blogprojekten und dergleichen mehr. (Erklärung Unterschiede Social Network und Community gibt es hier)

Open Innovation und Crowdsourcing werden noch unterschätzt

Virales Marketing und Markenbekanntheit gehören fast immer eng zusammen. Der Bereich Ideengenerierung, also Crowdsourcing und Open Innovation, wird oft (noch) zu wenig in den Fokus gerückt. Zu wenige trauen sich heran an die mündigen Internetnutzer, um ihnen nicht allein etwas schmackhaft zu machen, sondern um mit ihnen gemeinsam (!) an neuen Ideen, neuen Konzepten, neuen Produkten zu arbeiten. Erst ganz langsam probiert man Wege aus, testet, was wie am besten mit wem funktioniert. Wir stehen in diesem Segment noch ganz am Anfang. Das Viralmarketing ist da sicherlich schon drei Schritte weiter wie Open Innovation und Crowdsourcing. Und dennoch ist es erfreulich zu sehen, das immer mehr Unternehmen begreifen, welch enormes Potential im Internet und vor allem in der Masse von engagierten, intelligenten, kreativen Menschen steckt. Denn das sollte man nie vergessen. Hinter jedem noch so anonymen Internetnutzer steckt ein Mensch. Und diesen zu erreichen - fair und auf Augenhöhe - ist die große Kunst, aber auch die große Chance.

Hürden für erfolgreiches Communitymanagement

In der Studie werden auch die Hürden für erfolgreiches Communitymanagement angesprochen. Zuerst geht es darum die Mitglieder aktiv einzubinden (51 %). Ich muss ihnen also Tools und Ideen geben, die ihnen Mehrwerte bieten und die sie motivieren wieder zu kommen und aktiv zu sein. Oft gar nicht so einfach. Und viele Web 2.0 Startups haben schon gestaunt, welche tolle Ideen NICHT angenommen wurden von der Community! Weil sie zu kompliziert waren, zu schwer vermittelbar, technisch zu sehr abschreckten. "Keep it simple" ist und bleibt ein Erfolgsrezept!

Ein weiterer, wichtiger und immer wieder vernachlässigter Punkt ist das Zeit-Management (45 %). Ich kann es nicht oft genug sagen: Communitymanagement kostet Zeit. Sehr viel Zeit. (Siehe dazu auch diesen Artikel bezogen aufs Crowdsourcing) Auch daran sind schon etliche Startups gescheitert. Will man eine Community fair und engagiert führen und ausbauen, ist permanentes Agieren in und mit der Community notwendig. Kommunikation, Motivation, Redaktion, Krisenmanagement, Support - all dies muss, durch Commmunitymanager, bewältigt werden. Man kann und darf eine Community nicht vor sich hin dümpeln lassen, sondern muss als Regulativ und als Ansprechpartner permanent zur Verfügung stehen.

Das Erfolgsgeheimnis?

Genannt wurde auch der Punkt "ausreichend Mitglieder für die Community gewinnen" (34 %). DAS große Geheimnis des modernen Internets. Wie erreiche ich die kritische Masse? Wer dafür eine immer gültige Erfolgsformel wüsste, wäre ein gemachter Mann. Aber es gibt mittlerweile ja etliche Erfolgsgeschichten. Vielleicht sollte man sich diese in Ruhe anschauen und versuchen zu erkennen, warum sie so erfolgreich wurden (MySpace, Facebook, StudiVZ, Youtube, Flickr, Amazon, Ebay, Wer-kennt-wen usw.).

Oft ist es der Punkt "Zur richtigen Zeit am richtigen Ort". Wie so oft im Leben. Aber nicht nur. Es hat auch etwas mit Willen, Engagement und Mut zu tun. Mit Innovationskraft, mit Einfachheit der technischen Lösung, mit Ausdauer, mit der richtigen Art mit seiner Community zu kommunizieren. Starke Partner im richtigen Moment sind ein Faktor. Das Zuhören, was die Community möchte, ein geschicktes Krisenmanagement, ab und zu auch mal eine verrückte Idee im rechten Moment...

Die Symbiose aus vielen Faktoren führt zum Erfolg. Das Wichtigste aber ist und bleibt der Mensch - in dem Fall das Team, das ein Startup betreibt. Sind die Leute fähig es zum Erfolg zu führen? Setzen sie auf die richtigen Menschen, auf das richtige Team! Allein mit tollen Innovationen, viel Geld und Medienpower wird das Projekt floppen. Wie ja nun schon mehrfach bewiesen wurde.

8 + 2 Regeln für erfolgreiches Communitymanagement

Die oben benannte Studie leitet acht Regeln für erfolgreiches Communitymanagement ab (ich nutze hier mal dankenswerterweise die Übersetzung von Burkhard Schneider):

  1. Definiere, welche Ziele Du mit der Community verfolgst
  2. Konzentriere Dich auf den Mehrwert und Nutzen für die Mitglieder
  3. Technologie sollte nicht im Vordergrund stehen
  4. Die Bedienung einfach und simpel halten
  5. Bringe neue Impulse und Content
  6. Sorge für aktive Community-Leader (Gatekeeper ausfindig machen!)
  7. Das Topmanagement muss (meine Meinung: sollte, nicht muss) eingebunden werden, nicht die PR-Abteilung
  8. Binde vor dem Start eine kritische Masse an Unterstützern und Mitgliedern ein

Viel wahres. Aber es fehlt aus meiner Sicht noch:

  • 9. Sorge dafür, das ein gutes Team an erfahrenen und motivierten Communitymanagern das Projekt in der Hand behält
  • und:

  • 10. Die Kommunikation mit den Mitglieder muss im Mittelpunkt stehen. Sei fair und agiere auf Augenhöhe mit ihnen. Die Communitymitglieder werden es dir danken.
  • Ansonsten: alles sehr richtig! Mach es nicht zu kompliziert. Der Internetnutzer muss im Mittelpunkt stehen, nicht das Unternehmen oder das Portal. Sorge immer wieder für Schwung, mit Hilfe von engagierten Communitymitgliedern und guten Communitymanagern.

    Mehr zu der Studie auch bei Buzz Canuck und Burkhard Schneider.