United Prototype ist ein Startup für den Bereich Social Games. Das bedeutet, sie entwickeln Online-Spiele die stark auf die Mechanismen des Social Web setzen. Das erste Spiel befindet sich noch im Beta-Stadium und wird von Testspielern getestet und parallel weiter entwickelt. Im Laufe dieses Monats soll es auf den Markt kommen.
Drei Dinge sind an diesem Projekt so spannend. Als Erstes ist da das Gründerteam. Es gibt wohl kaum ein Team in Deutschland, das (vollkommen zu recht) so viel Vorschusslorbeeren bekommt wie die Crew um Ibrahim Evsan und Thomas Bachem.
Das liegt daran, dass beide zusammen bereits ein Startup mit beachtlichem Erfolg an den Start bringen und dann an Burda verkaufen konnten (geändert, weil nicht korrekt. Danke für die Hinweise!) dann zahlreiche Investoren ins Boot holen konnten: Sevenload. Außerdem ist Ibo, der für Strategie und PR verantwortlich ist, eine feste Größe der deutschen Social Media Landschaft. Als Redner auf Konferenzen, als Blogger, als Social Media Mann. Man kennt ihn und seine sympathische Art wenn man im Social Web unterwegs ist.
Der zweite Punkt ist der Kern dieses Startups: Social Games. Dieser Bereich des Social Web ist ein extrem im Wachstum befindliches Segment, was vor allem der Erfolg von Zynga (Facebook-Games wie Farmville und andere) beweist. Es werden echte Umsätze in nicht unerheblichem Maße generiert. Dazu folgt in den kommenden Wochen ein sehr ausführliches Interview mit einem Experten auf diesem Gebiet, Martin Szugat von Snipclip. Darum möchte ich an der Stelle zum Thema Social Games nicht vorgreifen.
Und der dritte Punkt letztendlich berührt den Kern meines Spezialgebietes: Crowdsourcing. In einer sehr aufwendig angelegten Aktion wurde der Name für das erste Social Game aus dem Hause United Prototype via Crowdsourcing gesucht und gefunden. In diesem Blogbeitrag “Wie unser Spiel zu seinem Namen kam” beschreibt das Team die einzelnen Schritte, die letztendlich zum Namen führten.
Es lag … nahe, die Community in unsere Namensfindung mit einzubeziehen. Uns war klar: Die geballte Kreativität so vieler würde sicher Tolles hervorbringen. Und wenn letztendlich doch kein Vorschlag unser Favorit werden würde, könnten wir ja immer noch eigene Ideen einbringen.
Der von uns im Juni ausgerufene Wettbewerb zur Namensfindung hat unsere Erwartungen sogar übertroffen: Innerhalb von 2 Wochen wurden über 10.000 Namensvorschläge eingereicht.
Spannend dann auch das Clicktesting:
Da gab es eine Sache, die wir schon immer einmal machen wollten: Die Wirkungskraft eines Namens mit Hilfe von Internetwerbung und Split Testing zu verifizieren.
Die Vorbereitung: Für jede Namensidee ein möglichst neutrales Pseudo-Werbebanner erstellen, bei dem einzig der Name im Vordergrund steht, und mit einer Landingpage verknüpfen. Unser Budget: knapp 1.000 EUR.
…
Unser Ziel: Anhand der CTR (Click Through Rate) herausfinden, welcher Banner am häufigsten geklickt wurde.
Die Community wurde also bereits im Vorfeld intensiv eingebunden in die Namensfindung. Mittels Crowdsourcing-Mechanismen. Das hatte zur Folge, das man nicht nur kreativen Input in Form von Ideen bekam, sondern zugleich auch die Community stärker an sich binden konnte: Kundenbindung und ein kundennäheres Produkt (siehe meinen Artikel dazu “Crowdsourcing – Mehrwerte, Chancen, Definition“) sind die Folge. Und zudem bedeutet eine solche, öffentliche Aktion bereits Marketing für das Game. Obwohl es noch gar nicht auf dem Markt ist. Die Mundpropaganda-Maschinerie läuft bereits auf Hochtouren, was unter anderem die Facebook-Seite mit bereits über 1.700 Fans beweist.
Glückwunsch an das Team zu dieser großartigen Crowdsourcing-Aktion! Herausgekommen ist dabei der Name Fliplife. Ich wünsche euch einen gigantischen Erfolg mit dem Game! Und Danke für diesen tollen Crowdsourcing-Case.
